Wir ziehen schon wieder um – oder: Hurra, ich werde wieder eine echte Westendmum !!!

Die Entscheidung steht seit gestern fest: wir ziehen wieder nach Westend! Das ist dann unser vierter Umzug in nur acht Jahren. Der letzte ist nicht einmal ein Jahr her… aber  sind zu viele Umzüge nicht schlecht für die Kinder?

Die meisten unserer Umzüge waren nicht wirklich freiwillig: der erste war von meiner 1-Zimmer-35m²-Single-Erdgeschoss-Wohnung in der Berliner Kantstraße in eine größere Wohnung am Stuttgarter Platz, also gleich um die Ecke. Der Grund war die Familiengründung: Mit Westenddad hatte ich einen neuen Partner an meiner Seite und ziemlich schnell auch ein kleines Baby. Etwas Größeres musste also her. Das Baby war zur Zeit des Umzugs gerade einmal ein halbes Jahr alt, wird den also gut verkraftet, bzw. nicht einmal richtig mitbekommen haben.

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Die neue Wohnung lag gleich um die Ecke, im vierten Stock ohne Fahrstuhl eines ziemlich heruntergekommenen Hauses am Stuttgarter Platz, direkt an einer beliebten Einkaufsstraße in 1A-Lage. Das Haus war deshalb so heruntergekommen, weil der Eigentümer pleite ging. Nach drei Jahren wurde es von Architekten sehr günstig erworben. Dann der Schock: Das Haus sollte luxussaniert werden. Es wurde sogar eine Reportage darüber gedreht: Luxus rein, Mieter raus? – Wenn Wohnen unbezahlbar wird (dass ich mich mit einer Sozialstation selbständig machen wollte, stimmt allerdings nicht, keine Ahnung, wer sich das ausgedacht hat; ich hatte damals lediglich bei meiner Tante als Bürokraft in einer solchen gejobbt, um mir das Studium zu finanzieren). Nach einem Jahr Baustelle hätte uns dann die Verdopplung der Miete erwartet. Außerdem sollte unsere Wohnung komplett umgebaut werden: im riesigen Schlafzimmer, das als Kinderzimmer unserer mittlerweile zwei Kinder gedacht war, sollte eine Wohnküche entstehen, die Noch-Küche wäre aber für beide Kinder definitiv zu klein, genau wie Carlos´ bisheriges Kinderzimmer. Wir mussten also raus.

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Nach 8-monatiger Suche fanden wir schließlich eine echte Traumwohnung: 142m² Altbau mit Fahrstuhl, direkt am Kaiserdamm in Berlin-Westend (da entstand übrigens auch der Blog) und vor allem bezahlbar – jedenfalls auf den ersten Blick… Erst bei der Mietvertragsunterzeichnung las ich im selbigen, dass es sich um eine Staffelmiete handelte. Was also tun? Weitere acht Monate Wohnungen suchen oder unterzeichnen und hoffen, unsere wirtschaftliche Lage würde sich der Staffelmiete anpassen? (Ich war ja noch Studentin, kurz vorm BA-Abschluss, die Aussicht, sich künftig finanziell zu verbessern, schien also nicht hoffnungslos.) Ersteres wäre wohl weise gewesen. Wir entschieden uns allerdings für Letzteres. Leider hatten die Vermieter (wohl absichtlich) einen viel zu niedrigen Monatsabschlag an Heiz- und Nebenkosten veranschlagt. Als die Abrechnung dann kam, waren wir geschockt: für das erste Jahr sollten wir satte 2.700€ nachzahlen, der monatliche Abschlag stieg um 200€! Im zweiten Jahr waren es dann immerhin noch 1.700€ Nachzahlung, der monatliche Abschlag stieg um weitere 100€. Wir waren also nach nur drei Jahren bei einer Warmmiete angekommen, die wir allein durch die Staffelung erst nach acht hätten erreichen sollen.

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Nur für die Miete zu arbeiten, macht keinen Spaß!

Also zogen wir letztes Jahr schweren Herzens die Konsequenzen und zogen um. Mittlerweile waren wir übrigens zu fünft. Da es in Berlin immer schwerer wird, eine schöne, bezahlbare Wohnung für fünf Personen (eine entsprechende Mindestgröße sollte also auch gegeben sein) zu finden, die vor allem auch noch zentral gelegen ist (wir bevorzugten Charlottenburg, Wilmersdorf oder Schöneberg, gerne auch die mittlerweile leider völlig überlaufenen und überteuerten Bezirke Kreuzberg oder Neukölln), wichen wir schließlich auf Spandau aus. Bitte nicht falsch verstehen: wir fühlen uns hier wirklich sehr wohl, und die Ecke in der wir gelandet sind (PLZ 13585, Richtung Hakenfelde), erinnert sehr an Berlin-Neukölln vor noch 10 Jahren: kleine türkische Läden, keine Hipster, keine fairtrade Soya-Latte mit Himbeergeschmack to go weit und breit… Es hat schon etwas Idyllisches… ABER: es ist natürlich ziemlich weit ab vom Schuss. Mir war das ursprünglich eigentlich nicht so wichtig, fahre ich doch eh ständig Auto – na und, dann fahr ich halt nicht 5 sondern 20 Minuten zum Kindergarten und zur Schule. Dennoch, gerade morgens machen die schon einen großen Unterschied und es herrscht regelmäßig Chaos. Noch mehr als früher in Westend. Ich muss mich immer noch an die neuen Dimensionen gewöhnen – oder muss ich das wirklich noch?

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Plötzlich war alles anders

Vor Kurzem sind meine Großeltern gestorben und ich habe ein Haus geerbt. Und ratet mal wo? Genau, in Westend! Wir ziehen also wieder um, sparen uns Miete, Zeit und Kilometer. Und ich werde wieder zu einer ECHTEN Westendmum! 🙂 Ich hoffe, danach kehrt dann so langsam etwas Ruhe bei uns ein – jedenfalls bis wir es dann umbauen lassen 😉 . Die Kinder freuen sich drauf, und um meine Anfangsfragestellung aufzugreifen, ob sie die vielen Umzüge gut verkraften: ich bin mir sogar sicher! Carlos meinte zwar, wir seien wohl ein bisschen verrückt, dass wir erst umziehen und dann nicht mal ein Jahr später gleich wieder umziehen, aber ihr soziales Umfeld hat sich ja nicht verändert: die Kita, eine deutsch-spanische, mit der wir wirklich sehr zufrieden sind, würden wir niemals gegen eine andere tauschen, und die Schule, auf die Carlos letztes Jahr wechselte (nachdem er in Spandau nicht genommen wurde!) ist eine auf verhaltensauffällige Kinder spezialisierte, auf der es nur sechs Plätze in ganz Charlottenburg-Wilmersdorf gibt, und die auch noch direkt um die Ecke des Hauses liegt, in das wir nun einziehen werden. Manchmal denke ich, das kann nicht alles Zufall gewesen sein, oder?

ADHS – Tabuthema Medikation

Kürzlich war ich auf einem Klassentreffen meiner alten Musicalschule in Hamburg. Mit einer ehemaligen Klassenkameradin unterhielt ich mich über unsere Kinder, es kam das Thema ADHS auf. Einer meiner alten Mitschüler, der die Konversation mithörte, warf belustigt ein, man solle ihm doch einfach Ritalin geben. Er meinte das als Scherz, als wäre es natürlich völlig absurd, es tatsächlich seinem Kind zu verabreichen. Damit sprach er etwas an, dass gerade unter Eltern (meist nicht Betroffener) als absolutes No-Go gehandelt wird: Wie kann man denn seinem Kind nur Medikamente geben?!

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ADHS und die Gesellschaft

Die meisten Leute sind wie gesagt nicht selber betroffen, haben keine wirkliche Ahnung von dem Leidensdruck, dem sowohl ADHS-Kinder als auch ihre Eltern ausgesetzt sind. Ich habe ja nun schon öfter über das Thema ADHS geschrieben und gehe sehr offensiv damit um, allerdings war das nicht immer so: anfangs habe ich mich sogar etwas dafür geschämt, hätte es den anderen Eltern der Grundschulklasse meines Sohnes  am liebsten verheimlicht, aus Scham und aus Angst davor, er würde dadurch vielleicht sogar von seinen Mitschülern, oder vor allem von deren Eltern, ausgegrenzt, wie er es selbst von seiner Lehrerin erfuhr, die ihn konsequent von allen außerschulischen Aktivitäten ausschloss, weshalb wir ihn schließlich von der Schule nahmen: „Den Carlos lädst du bitte nicht zu deinem Geburtstag ein, der hat ADHS. Wer weiß, ob der nicht völlig durchdreht/ alles kaputt macht/ bei Ermahnungen nicht auf uns hört/… .“ Unwissen schürt ja oft Angst. Angst vor dem Unbekannten. Das war schon immer so und ist wohl prinzipiell eher etwas Gutes, etwas das uns vor z.B. Angreifern oder anderen Feinden schützt. Beim Thema Kinder mit ADHS ist es aber gänzlich unangebracht, wenn auch vielleicht im ersten Moment nachvollziehbar. Klar würde ich auch lieber die braven Kinder bei mir zu Hause zu Gast wissen, als ein impulsives, hyperaktives, oft unberechenbar scheinendes Kind. Aber Ausgrenzung ist definitiv falsch und sogar kontraproduktiv. Mein Sohn macht oft „Quatsch“, um Aufmerksamkeit zu bekommen, um zu gefallen, um akzeptiert zu werden und letztendlich Freunde zu gewinnen. Das ist ein sehr sensibles Thema bei uns. Er ist jetzt 8,5 Jahre alt und hatte erst einen guten Freund, jedoch ist leider auch diese Freundschaft irgendwann im Sande verlaufen als er die Schule wechselte und sich die beiden nicht mehr sahen. Ich habe probiert, Kontakt zu halten, aber es war schwer, das vor allem auch zeitlich zu arrangieren. Andere Kinder orientieren sich schnell um, knüpfen neue Freundschaften, doch für meinen Sohn ist das nicht so leicht.

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Der Leidensdruck ist groß

Nicht nur weil es meinem Sohn schwerfällt, Freunde zu finden, sondern weil er sich generell immer als „anders“ wahrnimmt, aber als anders im schlechteren Sinne. Er ist immer derjenige, der etwas nicht so gut kann (klar, weil er sich nicht konzentrieren kann), er ist immer derjenige, der den Unterricht stört und folglich ermahnt wird (klar, denn er ist impulsiv), er sieht sich oft als der, der immer Schuld hat. Selbst zu Hause bei Konflikten, wenn ich ihn frage, warum zum Teufel er denn jetzt wieder das oder das getan hat, äußert er Sätze wie „weil ich schlecht bin/ weil ich doof bin / weil ich scheiße bin“. Das tut mir weh, denn er ist absolut nicht doof oder „schlecht“. Er ist der liebenswerteste Junge, den ich kenne, das ist wirklich so. Er tut keiner Fliege was zu leide, hat einen super Humor und immer gute Laune – es sei denn es ist schon wieder zu einem Konflikt gekommen. Er hat ein sehr stark ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden, ist sehr loyal, teilt stets alles was er hat, egal ob Süßigkeiten oder andere Dinge, gerecht auf und ist äußerst hilfsbereit. Seine Lehrer haben bei unserer letzten Konferenz sogar gemeint, er sei der intelligenteste Junge in seiner Klasse, nur stehe er sich selber im Weg, bzw. das ADHS stehe ihm im Weg, weshalb er diese Ressource nicht nutzen könne. Er könne sich maximal 10 Minuten am Stück konzentrieren, was trotzdem hängen bleibt sei erstaunlich. Was drin wäre, wenn man das Konzentrationsvermögen steigern könnte, undenkbar.

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Medikation als Chance für die Kinder

Die Vorstellung, dass unser Sohn endlich einmal Erfolgserlebnisse haben könnte, sowohl was seine schulische Leistung wie auch seine sozialen Kompetenzen angeht, hat uns schließlich zu der Entscheidung gebracht, es doch noch einmal mit Medikamenten zu probieren. Wir hatten bereits vor ca. einem Jahr mit Medikinet (Wirkstoff: Methylphenidat) angefangen, jedoch waren die Nebenwirkungen es nicht wert, und so setzten wir es nach nur 2 Monaten wieder ab: Carlos litt unter Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, hatte Angstzustände und wirkte wie ausgeschaltet, teilweise sogar deprimiert. Wenn Eltern deshalb gegen Medikation sind, kann ich ihnen nur zustimmen, aber diese Nebenwirkungen sind von Kind zu Kind unterschiedlich. Die meisten vertragen ihre Medikamente sehr gut, und wenn nicht, dann kann und sollte man sie wieder absetzen. Selbstverständlich war die medizinische Behandlung nicht seine einzige Therapie: zusätzlich bekam Carlos Neurofeedback, eine Methode, mit der er mittels Sichtbarmachung der Gehirnströme mit Gedankenkraft, Dinge am Computermonitor bewegen konnte, so sollte er lernen, sich zu konzentrieren, und wie dies sich anfühlt, und er begann parallel dazu eine Verhaltenstherapie, die er immer noch macht. Außerdem hatte er endlich einen von nur 6 Plätzen an einer Schule, die auf Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten spezialisiert war, ergattert, auf die er nach den Sommerferien wechseln würde. So setzten wir das Medikinet schließlich ab. Alternative Medikamente wollten wir nicht, wir setzten die Hoffnung voll auf den Erfolg der anderen Therapien.

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Medikation als letzter Ausweg

Wir wollten keine Medikamente mehr. Bis jetzt. Ein Jahr später haben wir nun wieder damit begonnen, diesmal Ritalin (der Wirkstoff ist zwar der gleiche wie bei Medikinet, aber die zusätzlichen Stoffe leicht anders, was laut Jugendpsychiater auch eine Auswirkung auf die Verträglichkeit haben könnte, außerdem sei unser Sohn ja jetzt auch schon ein Jahr älter, was dabei wohl auch eine Rolle spiele). Vorher fanden viele Gespräche mit seinen Lehrern und Erziehern statt, sowie mit seinem Kinder- und Jugendpsychiater. Der Leidensdruck war teilweise unerträglich: es gibt immer mal bessere und schlechtere Wochen, aber es wurde wieder so schlimm, dass wir es nicht mehr aushielten: Carlos drehte nur noch durch, hielt sich an keine Regeln, provozierte nur noch, hörte auf nichts mehr was irgendjemand sagte, war ständig unruhig, zappelig und steckte damit natürlich die ganze Familie an, trat die Tür seiner Schule ein, etc., etc. … Ich bin ab 15:00 alleine mit den Kindern, habe noch zwei kleinere Töchter (3 und 4), die mich vom Alter her eigentlich noch mehr bräuchten als Carlos (8), denen ich aber einfach nicht mehr gerecht werden konnte. Ich war nur noch mit Carlos beschäftigt, war nur noch am Schreien, was mir ein zusätzlich schlechtes Gewissen bescherte. Ich war einfach richtig fertig und graulte ich vor jedem Abend mit den Kindern; meist fing es schon im Auto, auf der Fahrt nach Hause an. Ich musste ihn nur irgendwie frustrieren, was sehr leicht war (beispielsweise, wenn wir mal nicht mehr Einkaufen fahren mussten, er das aber unbedingt wollte), und schon tickte er völlig aus, schrie herum, beleidigte mich, ärgerte die Schwestern. Nach einem Jahr haben wir schließlich keine andere Möglichkeit mehr gesehen, als es doch noch einmal mit Medikamenten zu probieren. Häufig empfinden vor allem die Kinder selbst es als unglaubliche Erleichterung: Endlich ist der innere Drang weg, sich ständig neue Reize zu suchen, endlich können auch sie sich mal auf etwas konzentrieren, ohne dass sie die summende Fliege in der anderen Zimmerecke oder der Bagger auf der Straße (den „normale“ Kinder nicht einmal wahrnehmen) ablenken. Und, ja, endlich haben auch sie mal die Chance dazu, ihre Ressourcen voll auszuschöpfen und Erfolgserlebnisse zu machen. Schade, dass man sich in unserer heutigen Gesellschaft für solch eine Entscheidung (die sich wohl keine Eltern leichtmachen) so sehr rechtfertigen muss!

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Zwei Seiten der Medaille: Verweigerung der Medikation als unterlassene Hilfeleistung?

Kann man die Verweigerung der Medikamentengabe nicht auch ganz anders werten, nämlich als unterlassene Hilfeleistung? Wenn ein Kind Bauch-, Kopf-, Zahnschmerzen, Fieber, Husten oder egal was hat, wird es sofort medikamentös behandelt, dann geben die Mütter gewissenhaft Hustensaft, Schmerz- und Fiebersaft und das ist alles gesellschaftlich vollkommen akzeptiert. Gibt man einem ADHS-Patienten aber Medikamente, löst das die wildesten Diskussionen aus. Heute bin ich auf einen Artikel in der FAZ aufmerksam gemacht worden, in der Prof. Dr. Andreas Reif, ein auf ADHS spezialisierter Psychiater, über das Thema schreibt („Rumzappeln ist kein Psychozeug“). Er hat mir eine ganz andere Ansichtsweise nähergebracht: er sagt nämlich, dass ADHS ganz eindeutig eine biologische Störung sei und leider viel zu viele Kranke unbehandelt blieben. Also statt den Einsatz von Medikamenten, allen voran Ritalin, zu verteufeln, sagt er ganz klar, dass es wichtig sei, mehr betroffene Kinder entsprechend früh damit zu behandeln, um das Risiko einzugrenzen, dass sie das ADHS auch ins Erwachsenenalter hinein begleitet. „Leider ist die Diskussion hier oft noch von Meinungen geprägt, da sich viele für berufen halten, etwas zu dem Thema beizusteuern – häufig allerdings ist die Lautstärke der Meinungsäußerungen zu der zugehörigen Evidenz umgekehrt proportional“, so Reif in dem Artikel.

Das hat mich natürlich in meiner Entscheidung bestärkt. Dennoch möchte ich mich jetzt keineswegs generell für oder gegen die Medikamentengabe bei ADHS aussprechen, ich möchte nur denjenigen, die dies tun, etwas zum Nachdenken geben bevor sie sich irgendwelche Urteile erlauben.

 

Der Beginn einer neuen Ära: Hurra, wir brauchen keine Windeln mehr!!!

29. April 2017 – wir (das sind Westenddad und ich) schreiben das Ende einer Ära, etwas noch vor einer Woche Unvorstellbares ist eingetreten, etwas, von dem wir schon sooo oft gesagt hatten, wenn es endlich soweit ist, machen wir nicht drei, sondern mindestens zehn Kreuze: wir brauchen keine Windeln mehr!!! Seitdem wir Kinder haben, und das sind mittlerweile fast 8,5 Jahre, gab es noch keine Zeit, in der wir keine Winden gebraucht hätten: Carlos war gerade trocken geworden, da wurde Carla geboren, und 1,5 Jahre später kam dann Emma auf die Welt. Wir mussten also zwei Jahre lang sogar doppelt Windeln kaufen, eine kleinere Größe für Emma, eine größere für Carla. Erst seitdem die beiden nur noch nachts eine trugen, mussten sie sich öfters auch mal eine Größe teilen, die war dann entweder Emma etwas zu groß oder Carla etwas zu klein. Nun ja, war ja nur für nachts.

Keine Windeln mehr bedeutet für uns ein Meilenstein! Einem wird klar: die Kids werden WIRKLICH größer! Sie werden NIE WIEDER Windeln brauchen (außer im Alter vielleicht, aber das werden wir dann nicht mehr miterleben), wir werden NIE WIEDER Windeln für sie kaufen müssen. Super! Ja, aber etwas Wehmut schwingt in dieser Erkenntnis schon mit. Das ist aber ganz normal und bei jedem Meilenstein des Großwerdens so: Schnullerentwöhnung (bei meinen hinfällig, denn sie haben nie einen genommen), der erste Kindergarten-Tag, der letzte Kindergarten-Tag, die Einschulung, der erste Zahn, bzw. der letzte Milchzahn, der dann irgendwann weg ist, die erste Freundin/ der erste Freund, die Hochzeit des eigenen Kindes, die eigene Elternschaft des Kindes, … Für mich gehört die Keine-Windeln-Mehr-Erfahrung da ganz klar dazu! Und es ist ja so: je mehr Kinder man hat, desto länger sind diese Phasen: als Carlos seinen letzten Kita-Tag hatte, wurde ich fast wehmütig, dass diese Zeit nun vorbei war, aber durch seine beiden Schwestern wusste ich ja auch,  dass ich trotzdem noch jeden Tag da sein würde, und auch Carlos weiterhin bei Sommerfesten und Weihnachtsfeiern dorthin mitnehmen würde, so war es für mich schon erträglicher – ich werde bei solchen Dingen  nämlich immer ziemlich emotional.

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Keine Windeln mehr bedeutet aber vor allem auch einen weiteren Schritt in die Unabhängigkeit, was gleichzeitig mehr Freiheit für die Eltern bedeutet. Es ist öfters vorgekommen, dass wir mit den Kindern in Spanien bei der Oma waren und sie dann spontan da schlafen wollten. Klar, kein Problem! Ich sah uns in Gedanken schon in Ruhe an der nächsten Bar ganz ohne Kinder Cocktails schlürfen, doch dann bemerkten wir: Ach nee, geht nicht – wir haben ja nur noch eine Windel dabei. Klappt also leider doch nicht. Während der Windelzeit wäre es wohl das Schlimmste, was einer Mutter (oder einem Vater) passieren könnte, sich unterwegs mit dem Baby, fernab von Drogerie- oder Supermärkten oder sonstigen windelverkaufenden Stellen ohne Windeln und/ oder Feuchttücher wiederzufinden. Ich erinnere mich noch gut an den Wucher, den Autobahntankstellen in der Schweiz mit der Not junger Eltern treiben: 2014 kostete dort eine Packung Windeln 18,00€! Unglaublich, aber was hätten wir denn ohne machen sollen? Also waren wir genötigt, diesen horrenden Preis dafür zu bezahlen. Und auch für die Feuchttücher (die wir glücklicherweise noch vorrätig hatten) verlangten sie ca. 5,00€ – für ein kleines No-Name-Päckchen, kein Super-Marken-Maxi-Vorrats-Familypack! Ja, Feuchttücher sind fast genauso unabdingbar wie Windeln, und in der Kombination unzertrennlich, wie Pommes und Ketchup oder Kaffee mit Milch. Klar geht auch das eine ohne das andere aber … schweeeeeer. Erst vor ca. 6 Wochen – ich wollte meinen Mädchen gerade endlich die Windel für die Nacht nach einem langen, harten, stressigen Tag machen, hatte praktisch den Feierabend schon vor Augen, da bemerkte ich, dass die Windelpackung leer war. Leer! Ich suchte im ganzen Haus, fand aber nur noch eine Windel irgendwo in einer alten Badetasche. Also musste ich abends um 20:30 noch mal los zum Supermarkt – Papa war wie immer um diese Zeit arbeiten.

Ein weiterer Vorteil, die Windeln los zu sein, ist natürlich der finanzielle Aspekt. Gut, zuletzt habe ich für beide Mädels ja nur noch abends eine, also zwei pro Tag, bzw. pro Nacht, gebraucht. Sind dann also inklusive der dazu gehörigen Feuchttücher pro Monat vielleicht 20,00€. Das klingt jetzt nicht dramatisch – ist aber auch schon ein komfortables Mittagsmenü mit Schatzl. Wenn die Kinder noch kleiner sind und vielleicht 5-8 Pro Tag benötigen (von Durchfallzeiten mal ganz zu schweigen), summieren sich die Ausgaben für Windeln und Feuchttücher schon auf fast ´nen Hunni pro Monat (bei EINEM windelbedürftigen Kind).

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Andere Länder, andere Sitten

In Spanien übrigens noch mehr, denn da kostet komischerweise alles was mit Kindern und Kinderhygiene zu tun hat gern mal das Doppelte. Da mein Partner Spanier ist, und meine Kinder Halbspanier, habe ich natürlich ein ganz besonderes Verhältnis zu diesem Land und seiner Kultur. Da ich gerade einen Beitrag darüber für Frau Mutter vorbereite, werde ich hier nicht so viel dazu vorwegnehmen, aber was das Thema Windeln angeht, muss ich schon jetzt mit Euch teilen: in Spanien ist es nämlich so, dass die Leute spätestens von einem Zweijährigen erwarten, dass es trocken ist! Die Kita meines kleinen Neffen teilte der Mutter (meiner Schwägerin) mit, dass ihr Kleiner nach den Sommerferien (im September wurde er da zwei Jahre alt) doch bitte auf jeden Fall ohne Windeln kommen sollte. Sie hatte also quasi den Auftrag, ihr Kind über die Sommerferien „sauber“ zu bekommen – mit nicht einmal ganz zwei Jahren! Doch worüber ich noch viel erschrockener war, war ihre Reaktion, dass sie das nicht einmal komisch fand. Im Gegenteil: unser Sohn war zu der Zeit gerade 2,5 Jahre alt und wurde von den Spaniern schief angesehen, weil er noch Windeln trug. Vor allem ich wurde von der spanischen Familie oft daraufhin angesprochen, was ich natürlich als Kritik verstand. Ich erklärte ihnen dann immer wieder das Gleiche, nämlich dass man (laut Fachliteratur und den Erziehern meiner Kinder – einer deutsch-spanischen Kita) vor dem dritten Lebensjahr eines Kindes gar nicht mit der Entwöhnung anfangen KÖNNE, und auch danach ganz ruhig machen soll, also erst wenn das Kind von sich aus Interesse an dem Thema zeigt, etc., etc…. Selbst wenn das Kleine davor, also vor seinem zweiten Geburtstag, mal ins Töpfchen oder in die Toilette machen sollte wenn man es daraufsetzt, sei das eher ein Zufall. In Spanien sieht man das aber scheinbar anders. Je älter das Kind dann ist, desto mehr Unverständnis über die Windeln wird in den Augen der Spanier sichtbar, und desto unangenehmer wurde es dann natürlich auch mir. WAAAAAASSS????!!! Dein Dreijähriger hat noch Windeln?? (Das kam bei mir dann so an wie: Was bist du denn nur für eine unfähige, nachlässige Mutter, ist dir das Thema wohl egal – oder bist du etwa zu faul, sie ihm abzugewöhnen!?… ) Laut Eltern.de ist aber sogar „Ein dauerhafter Verzicht auf Windeln (…) frühestens ab drei möglich.“ Das sind  wohl einfach Kulturunterschiede, wobei ich mich in diesem Fall eher der deutschen Herangehensweise näher fühle – wozu soll ich mein Zweijähriges dazu zwingen, ohne Windeln klarzukommen, ständig seine noch unvermeidlichen „Unfälle“ wegzuwischen, mir selber und meinem Kind Stress zu machen, es vielleicht durch das „Scheitern“ sogar noch zu frustrieren und so irgendwelche Psychosen bei ihm auslösen, durch die es dann am Ende noch in seiner „analen Phase“ oder sonst irgendwo stecken bleibt (ok, ist jetzt vielleicht leicht hysterisch gedacht 😉 …) wenn das alles auch ein halbes oder ein oder eineinhalb Jahr(e) später ganz von alleine klappt?

Letztendlich muss jeder mit seinem Kind den für sich passenden Weg finden. Manche Kinder sind sicher relativ problemlos schon mit zwei Jahren trocken, während andere mit zehn noch nicht nachts von der Windel weg sind. Bei meinen dreien war es ganz unterschiedlich: der Große hatte bis er drei Jahre und drei Monate alt war eine Windel (sowohl tagsüber als auch nachts) und dann von einem auf den anderen Tag gar keine mehr (also weder tagsüber noch nachts), die Mittlere hatte ab ca. 2 Jahren und 10 Monaten tagsüber keine Windel mehr, nachts machte sie aber noch regelmäßig ein – weshalb sie nachts weiterhin eine Windel trug. Meine Kleinste war tagsüber mit 2,5 Jahren am frühesten von der Windel weg, was sicher auch mit dem Beobachten ihrer nur 1,5 Jahre älteren Schwester zu dem Thema zu tun hat. Seit ein paar Wochen schläft sie auch nachts problemlos ohne Windel, und am 29. April (das Datum kann ich mir gut merken, da mein Opa an dem Tag Geburtstag gehabt hätte), also drei Wochen vor ihrem fünften Geburtstag, ist nun auch endlich die Mittlere komplett von den Windeln los! – natürlich hatte ich erst zwei Tage vorher eine neue Maxipackung Windeln und Feuchttücher gekauft…

Stress lass nach: lebenserhaltende Maßnahmen einer Dreifach-Mami

Wenn Leute mich fragen, was ich denn „so mache“, bekommen sie keine einfache Antwort, wie beispielsweise „ich arbeite teilzeit im Büro und habe einen Sohn“, sondern sie bekommen die volle Dröhnung, mit der sie dann kaum umgehen können. Ich sage ihnen, dass ich gerade dabei bin meinen Master abzuschließen und drei Kinder habe – da schlucken sie dann schon (ich denke, selbst wenn ich „nur“ drei Kinder hätte ohne alles andere drum herum, dann wäre das auch schon mehr als genug) – wenn ich dann fortfahre und ihnen noch von meinen mittlerweile zwei Jobs (montags bis donnerstags im Büro und freitags bei Frau Mutter) berichte, merke ich, wie sie abdriften. Das können sie dann scheinbar gar nicht mehr fassen. Nein, wir bekommen leider auch keinerlei Unterstützung von der Familie, sie wohnt nicht mal im selben Land wie wir! Dass eines meiner Kinder auch noch ADHS hat und vor Kurzem meine beiden Großeltern verstorben sind, um deren Nachlass ich mich kümmern muss, sowie um die 16 (ja, sechzehn!!!) Landschildkröten, die wir von ihnen geerbt haben, sage ich dann meist gar nicht mehr, um sie nicht völlig zu irritieren. Klar, dass ich oft gestresst und ausgepowert bin von so vielen Aufgaben und so viel Verantwortung, gebe ich offen zu, ich schreibe ja sogar regelmäßig darüber! Aber manchmal wundere ich mich selbst, dass ich noch keinen „total burn out“ erlitten habe; dann frage ich mich warum das wohl so ist – und ich denke, ich weiß es jetzt!

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Lektion Nummer 1: Freiräume schaffen für sich selbst!

Eine gesunde egoistische Grundeinstellung ist da ganz wichtig und lebenserhaltend – es heißt ja auch im Flugzeug nicht umsonst, dass man zuerst sich selbst die Sauerstoffmaske anlegen soll BEVOR man anderen hilft! Man muss zuerst sicherstellen, dass es einem selbst (einigermaßen) gut geht, bevor man stark sein kann für andere. Kleine Auszeiten sind da ganz wichtig. Ideal sind natürlich Kurztrips ohne die Kinder, aber wenn die gerade zeitlich oder finanziell oder von beidem her nicht drin sind, dann gibt es auch andere Dinge, die Mama das Leben ein bisschen versüßen, und die sich super mit Kindern vereinbaren lassen.

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Lunch im Kuchi mit meinem Schatz
Nutzt die Zeit für Euch wenn die Kinder in der Schule / im Kindergarten sind

Seid egoistisch! Nehmt euch doch einfach mal einen Tag frei, und zwar ganz bewusst wenn die Kinder im Kindergarten und/ oder in der Schule sind, und tut das, was Ihr schon lange nicht mehr getan habt, weil es mit Kindern nicht möglich, ähem, ich meine, weil es mit Kindern nicht entspannt möglich ist. Das kann zum Beispiel ins Kino gehen sein, aber nicht in die Abendvorstellung, sondern ins Matinée, wenn die Kinder sowieso noch nicht zu Hause sind. Statt abends mit dem Partner essen zu gehen, trefft Euch in der Mittagspause und geht ganz romantisch zum Lunch, bevor der Alltagswahnsinn Euch wiederhat. Oder geht mit der Freundin, die Ihr schon ewig nicht gesehen habt, brunchen statt abends in die Bar, so ist weder ein Elternteil genötigt, alleine zu Hause zu bleiben und auf die Kinder aufzupassen, noch muss Geld für einen Babysitter aufgebracht werden.

Verlegt die Dinge auf tagsüber oder wenn das wegen Eurem Job nicht machbar ist, auf nachmittags. Statt direkt nach der Arbeit die Kleinen vom Kindergarten abzuholen, nutzt die Zeit und tut etwas für Euch. Man kann auch um 15:00 ins Fitnesscenter gehen oder jemanden auf einen Kaffee treffen. Die Kinder sind nicht böse wenn sie erst um 17:00 abgeholt werden – meine sind meist so schön am Spielen, dass sie richtig enttäuscht sind, wenn ich sie mal früher abhole.

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Ich brauche Ruhe und Zeit für mich!

Was mir ganz wichtig ist, ist Zeit für mich zu haben. Wahrscheinlich wäre es manchmal besser, auch ins Bett zu gehen sobald die Kinder schlafen, um nicht immer todmüde zu sein am nächsten Morgen. Aber ich brauche diese Zeit einfach zum Abschalten, in der ich dann endlich nur machen kann was ICH will: fernsehen schauen, telefonieren, lesen, malen, bloggen, „facebooken“, „instagramen“ oder auch einfach mal ´ne Flasche Sekt alleine leeren. Auf diese Zeit bestehe ich richtig. Ich sage meinen Kindern abends auch ganz klar, wenn sie mal wieder nicht schlafen gehen wollen, dass jetzt „Mama-Zeit“ ist und Mama jetzt auch mal ihre Ruhe braucht. Das verstehen sie, und ich finde es wichtig, dass sie lernen, dass auch andere (in dem Fall eben die eigene Mutter) Bedürfnisse haben, die es zu respektieren gilt. Es klappt überraschend gut!

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Nehmt Euch und Eure Bedürfnisse ernst

Meine Freundin (und Kollegin) amüsiert sich immer darüber, wenn ich im Büro sage, dass ich heute pünktlich los müsse, weil ich einen „wichtigen Termin“ habe und sich dieser dann als einer bei der Kosmetikerin entpuppt, um meine Nägel aufzuhübschen. Ich aber habe gelernt, dass es unheimlich wichtig ist, seine Bedürfnisse ernst zu nehmen. Früher, als ich noch freitags immer frei hatte, habe ich grundsätzlich alle notwendigen Termine auf diesen Tag gelegt, so dass ich im Endeffekt freitags meist mehr am Rennen war als den Rest der Woche. Das würde ich heute nicht mehr machen. „Freitags habe ich frei“ heißt: ich habe FREI, da kann dann also kein Termin stattfinden. Ich würde mittlerweile immer alles auf den frühen Nachmittag eines Arbeitstages legen, zwischen Arbeit und Kinder abholen, notfalls vielleicht auch mal früh morgens vor der Arbeit. Man muss einfach lernen, ein gesundes Maß an Egoismus zuzulassen, denn wenn man seinen eigenen Bedürfnissen nicht nachgeht, tut es (leider meist) niemand. Oder anders formuliert: wie kann man denn von jemandem erwarten, seine Wünsche ernst zu nehmen, wenn man es selber nicht tut? Und dieses ständige Sich-Verbiegen und Seine-Eigenen-Bedürfnisse-Hinten-Anstellen frustriert und macht unglücklich, und das gibt man dann natürlich auch an seine Umwelt weiter.

Was habt Ihr für Strategien entwickelt, im Alltagschaos nicht unterzugehen?

 

Meine Top drei Notfallgerichte

Jeden Abend kommt die gleiche Frage: „Mamaaaaa, was essen wir heute?!“

Wenn ich es mal wieder nicht geschafft habe einzukaufen,  greife ich gerne auf einen dieser drei Notfall-Favoriten zurück, die ich Euch hiermit gerne (pünktlich zum Feierabend) vorstellen möchte: Tortilla Española, Bratnudeln und Nudelsuppe. Die Vorteile: die Zutaten für mindestens eines dieser drei Gerichte sind immer im Haushalt vorhanden, die Kinder lieben sie, sie sind schnell gemacht und auch noch extrem kostengünstig.

1. Nudelsuppe à la Papá01d40c1b3d32b8656421f6a2f58ebb4f23e958dfd4

Zutaten für 4 Portionen:

  • ca. 150-200g Nudeln
  • 1l Gemüsebrühe
  • 1 Zwiebel
  • evtl. Gemüse – je nachdem, was im Haus ist
  • etwas Oliven- oder Sonnenblumenöl

Zubereitung:

  • etwas Olivenöl in einen Topf geben
  • 1 Zwiebel halbieren und beide Hälften darin leicht anschmoren (falls Gemüse vorhanden und gewünscht ist, auch dieses kleingeschnitten mitschmoren)
  • das Ganze mit der Gemüsebrühe ablöschen
  • sobald die Brühe kocht und die Zwiebel leicht weich ist, Nudeln hinzugeben und mitkochen bis sie al dente oder, je nach Geschmack, etwas darüber hinaus gegart sind

Tipp:

  • sollten keine für Nudelsuppe geeigneten Nudeln im Hause sein, kann man auch einfach Spaghetti kleinschneiden, oder vor dem Kochen ein paar Mal durchbrechen.

2.  Bratnudeln0117a8402c7cb0e795951e9b940ae64a15d006a3c3

Zutaten für 4 Personen:

  • Nudeln (idealerweise schon gekochte vom Vortag), sonst ca. 300g
  • 1 Ei
  • 100-150g geriebener Käse
  • 1 Zwiebel
  • evtl. eine Handvoll Röstzwiebeln zum Darüberstreuen
  • Salz, Pfeffer, Oliven-oder Sonnenblumenöl

Zubereitung:

  • wenn keine Nudeln vom Vortag übrig sind: Nudeln nach Packungsanweisung al dente kochen
  • etwas Öl in einer großen Pfanne erhitzen
  • gegarte Nudeln hinzugeben, salzen nach Belieben
  • Zwiebeln klein schneiden und hinzugeben
  • bei mittlerer Hitze anbraten lassen (nicht ständig umrühren, sonst werden sie nicht knusprig!)
  • ein Ei über der Pfanne aufschlagen und grob in den Nudeln wenden (Eigelb und Eiweiß müssen dabei keine homogene Masse bilden)
  • zum Schluss großzügig geriebenen Käse unter die Nudelpfanne mischen und leicht schmelzen lassen
  • falls vorhanden (und gewünscht) noch Röstzwiebeln über der Pfanne verteilen

3. Tortilla Española01e70e188771c3b769ab6506f6fd939505613ad092

Zutaten für 4 Portionen:

  • 3-4 mittelgroße Kartoffeln
  • 3 Eier
  • eine Prise Salz
  • ca 350 ml Oliven- oder Sonnenblumenöl (das meiste davon zum Frittieren)

Zubereitung:

  • Kartoffeln schälen, in Scheiben schneiden
  • eine kleine, etwas tiefere Pfanne zum Frittieren benutzen: ca 300ml Sonnenblumenöl auf die fast höchste Hitze bringen, dann Kartoffelscheiben hinzugeben und frittieren bis sie weich sind

Tipp: statt der frittierten Kartoffeln kann man gerne auch gekochte vom Vortag nehmen, dann fällt die Frittieraktion natürlich weg!

  • 3 Eier verquirlen, salzen
  • Kartoffeln in die Eimasse geben, nun noch einmal die Kartoffeln salzen, kurz umrühren
  • 1 EL Olivenöl in eine beschichtete Pfanne geben und erhitzen
  • Ei-Kartoffelmasse in die heiße Pfanne geben, Hitze auf die mittlere Stufe herunterdrehen
  • die Masse stocken lassen
  • wenn die Masse rundum schon ganz gut gestockt ist, das Ganze wenden, dazu nimmt man am besten einen flachen Teller, der die Pfanne komplett abdeckt. Nun dreht man die Pfanne mit Schwung um 180 Grad, so dass die fast fertige Tortilla auf dem Teller landet und lässt sie wieder in die Pfanne gleiten, so dass nun die andere Seite stocken kann.

Et Voilà! Bon Appétit!