Wir ziehen schon wieder um – oder: Hurra, ich werde wieder eine echte Westendmum !!!

Die Entscheidung steht seit gestern fest: wir ziehen wieder nach Westend! Das ist dann unser vierter Umzug in nur acht Jahren. Der letzte ist nicht einmal ein Jahr her… aber  sind zu viele Umzüge nicht schlecht für die Kinder?

Die meisten unserer Umzüge waren nicht wirklich freiwillig: der erste war von meiner 1-Zimmer-35m²-Single-Erdgeschoss-Wohnung in der Berliner Kantstraße in eine größere Wohnung am Stuttgarter Platz, also gleich um die Ecke. Der Grund war die Familiengründung: Mit Westenddad hatte ich einen neuen Partner an meiner Seite und ziemlich schnell auch ein kleines Baby. Etwas Größeres musste also her. Das Baby war zur Zeit des Umzugs gerade einmal ein halbes Jahr alt, wird den also gut verkraftet, bzw. nicht einmal richtig mitbekommen haben.

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Die neue Wohnung lag gleich um die Ecke, im vierten Stock ohne Fahrstuhl eines ziemlich heruntergekommenen Hauses am Stuttgarter Platz, direkt an einer beliebten Einkaufsstraße in 1A-Lage. Das Haus war deshalb so heruntergekommen, weil der Eigentümer pleite ging. Nach drei Jahren wurde es von Architekten sehr günstig erworben. Dann der Schock: Das Haus sollte luxussaniert werden. Es wurde sogar eine Reportage darüber gedreht: Luxus rein, Mieter raus? – Wenn Wohnen unbezahlbar wird (dass ich mich mit einer Sozialstation selbständig machen wollte, stimmt allerdings nicht, keine Ahnung, wer sich das ausgedacht hat; ich hatte damals lediglich bei meiner Tante als Bürokraft in einer solchen gejobbt, um mir das Studium zu finanzieren). Nach einem Jahr Baustelle hätte uns dann die Verdopplung der Miete erwartet. Außerdem sollte unsere Wohnung komplett umgebaut werden: im riesigen Schlafzimmer, das als Kinderzimmer unserer mittlerweile zwei Kinder gedacht war, sollte eine Wohnküche entstehen, die Noch-Küche wäre aber für beide Kinder definitiv zu klein, genau wie Carlos´ bisheriges Kinderzimmer. Wir mussten also raus.

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Nach 8-monatiger Suche fanden wir schließlich eine echte Traumwohnung: 142m² Altbau mit Fahrstuhl, direkt am Kaiserdamm in Berlin-Westend (da entstand übrigens auch der Blog) und vor allem bezahlbar – jedenfalls auf den ersten Blick… Erst bei der Mietvertragsunterzeichnung las ich im selbigen, dass es sich um eine Staffelmiete handelte. Was also tun? Weitere acht Monate Wohnungen suchen oder unterzeichnen und hoffen, unsere wirtschaftliche Lage würde sich der Staffelmiete anpassen? (Ich war ja noch Studentin, kurz vorm BA-Abschluss, die Aussicht, sich künftig finanziell zu verbessern, schien also nicht hoffnungslos.) Ersteres wäre wohl weise gewesen. Wir entschieden uns allerdings für Letzteres. Leider hatten die Vermieter (wohl absichtlich) einen viel zu niedrigen Monatsabschlag an Heiz- und Nebenkosten veranschlagt. Als die Abrechnung dann kam, waren wir geschockt: für das erste Jahr sollten wir satte 2.700€ nachzahlen, der monatliche Abschlag stieg um 200€! Im zweiten Jahr waren es dann immerhin noch 1.700€ Nachzahlung, der monatliche Abschlag stieg um weitere 100€. Wir waren also nach nur drei Jahren bei einer Warmmiete angekommen, die wir allein durch die Staffelung erst nach acht hätten erreichen sollen.

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Nur für die Miete zu arbeiten, macht keinen Spaß!

Also zogen wir letztes Jahr schweren Herzens die Konsequenzen und zogen um. Mittlerweile waren wir übrigens zu fünft. Da es in Berlin immer schwerer wird, eine schöne, bezahlbare Wohnung für fünf Personen (eine entsprechende Mindestgröße sollte also auch gegeben sein) zu finden, die vor allem auch noch zentral gelegen ist (wir bevorzugten Charlottenburg, Wilmersdorf oder Schöneberg, gerne auch die mittlerweile leider völlig überlaufenen und überteuerten Bezirke Kreuzberg oder Neukölln), wichen wir schließlich auf Spandau aus. Bitte nicht falsch verstehen: wir fühlen uns hier wirklich sehr wohl, und die Ecke in der wir gelandet sind (PLZ 13585, Richtung Hakenfelde), erinnert sehr an Berlin-Neukölln vor noch 10 Jahren: kleine türkische Läden, keine Hipster, keine fairtrade Soya-Latte mit Himbeergeschmack to go weit und breit… Es hat schon etwas Idyllisches… ABER: es ist natürlich ziemlich weit ab vom Schuss. Mir war das ursprünglich eigentlich nicht so wichtig, fahre ich doch eh ständig Auto – na und, dann fahr ich halt nicht 5 sondern 20 Minuten zum Kindergarten und zur Schule. Dennoch, gerade morgens machen die schon einen großen Unterschied und es herrscht regelmäßig Chaos. Noch mehr als früher in Westend. Ich muss mich immer noch an die neuen Dimensionen gewöhnen – oder muss ich das wirklich noch?

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Plötzlich war alles anders

Vor Kurzem sind meine Großeltern gestorben und ich habe ein Haus geerbt. Und ratet mal wo? Genau, in Westend! Wir ziehen also wieder um, sparen uns Miete, Zeit und Kilometer. Und ich werde wieder zu einer ECHTEN Westendmum! 🙂 Ich hoffe, danach kehrt dann so langsam etwas Ruhe bei uns ein – jedenfalls bis wir es dann umbauen lassen 😉 . Die Kinder freuen sich drauf, und um meine Anfangsfragestellung aufzugreifen, ob sie die vielen Umzüge gut verkraften: ich bin mir sogar sicher! Carlos meinte zwar, wir seien wohl ein bisschen verrückt, dass wir erst umziehen und dann nicht mal ein Jahr später gleich wieder umziehen, aber ihr soziales Umfeld hat sich ja nicht verändert: die Kita, eine deutsch-spanische, mit der wir wirklich sehr zufrieden sind, würden wir niemals gegen eine andere tauschen, und die Schule, auf die Carlos letztes Jahr wechselte (nachdem er in Spandau nicht genommen wurde!) ist eine auf verhaltensauffällige Kinder spezialisierte, auf der es nur sechs Plätze in ganz Charlottenburg-Wilmersdorf gibt, und die auch noch direkt um die Ecke des Hauses liegt, in das wir nun einziehen werden. Manchmal denke ich, das kann nicht alles Zufall gewesen sein, oder?

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