Alltagsstress

…aus dem Leben einer Dreifach-Mami

So kann es nicht weitergehen! Ich hetz mich ab, reib mich auf und kann es doch niemandem zu 100% recht machen – am allerwenigsten mir. Wenn ich bei der Arbeit ankomme, hab ich schon so viel Stress hinter mir wie andere die ganze Woche nicht…

Ein typischer (Wochen-)Tag sieht bei mir so aus:

  • 7:30 aufstehen (es sei denn, die Kinder wecken mich vorher…)
  • Emma (1,5) eine neue Windel machen, Carla (3) die Windel abmachen (jetzt ist sie ja schon groß und braucht sie nur noch zum Schlafen), Kleidung für alle drei Kinder raussuchen
  • Papa wecken, sagen, dass er Carla anziehen soll und ihm die entsprechende Kleidung hinlegen
  • Carlos (6) seine Sachen hinlegen und sagen, dass er sich anziehen soll
  • Emma anziehen
  • Carlos sagen, dass er sich anziehen soll
  • mir die Zähne putzen, dabei die Mädchen, die um mich herumwuseln, davon abhalten, sich an das Waschbecken zu hängen
  • mich schminken, dabei die Mädchen, die immer noch um mich herumwuseln, davon abhalten, sich auf den Boden zu legen und sich die frisch angezogenen Sachen schmutzig, oder nass, oder beides zu machen
  • Carlos sagen, dass er sich anziehen soll
  • Papa sagen, dass er den Mädchen die Zähne putzen soll
  • Carlitos sagen, dass er sich die Zähne putzen und sich doch bitte endlich anziehen soll
  • mich anziehen
  • den Mädchen die Haare kämmen und Zöpfe machen
  • Carlos sagen, dass er sich die Haare kämmen und die Zähne putzen soll
  • Carlos anschreien, dass er sich nun endlich anziehen soll!!
  • Carlos sagen, dass er sich die Haare kämmen soll
  • Carlos die Haare kämmen (unter stärkstem Protest seinerseits)
  • 8:30 die Kinder in die Kita fahren (im Auto feststellen, dass sich Carlos doch nicht die Zähne geputzt hat – aber wenigstens hat er etwas an!)
  • wieder zurück nach Hause fahren (sich dabei unglaublich befreit fühlen, so ganz ohne Kinder)
  • 8:55-9:15 vergebliche Parkplatzsuche (befreites Gefühl schwindet langsam aber sicher und lässt Wutausbruch freie Bahn)
  • Auto schließlich in Parkzone abstellen (muss Papa halt ab und zu runter, die Parkscheibe weiterstellen…)
  • schlechtgelaunt und unter Zeitdruck frühstücken – muss spätestens um 10:00 bei der Arbeit sein…(Papa macht mir in der Zeit ein Brot für die Mittagspause)
  • mit den Öffentlichen zur Arbeit fahren – da wo ich arbeite gibt´s nämlich keine Parkplätze; auf dem Weg ggf. telefonisch Termine für Kinder mit Zahnarzt/Logopäde/Kinderarzt/etc. vereinbaren/verschieben/koordinieren
  • 10:00-15:00 Arbeit (Stress lass nach!..)

—–Emma kommt übrigens gerade wieder nuckeln (tippe jetzt mit einer Hand)—

..ging nicht, hab sie jetzt wieder ins Bett gebracht, mir ´ne Weißweinschorle gemacht und die Wäsche aufgehängt; so jetzt geht´s weiter:

  • wieder zu Hause (Papa ist jetzt arbeiten) Schreibkram für uns oder Oma und Opa erledigen/ Hausarbeiten / Präsentationen / etc. für die Uni vorbereiten
  • mit dem Auto (Schatz hat brav Parkuhr weitergestellt) Einkauf erledigen, weiter zum Kindergarten[1] hetzen (schlechtes Gewissen, weil´s schon wieder so spät geworden ist)
  • 18:00 Mäuse abholen (im Sommer sind sie fast immer auf dem kitaeigenen Spielplatz, was den Vorteil hat, dass ich mir das Anziehen spare und nicht erst durch das ganze Gebäude laufen muss, bis ich alle Kinder zusammenhabe) – Carla und Emma laufen freudig auf mich zu, Carlos an mir vorbei, hin zum nahe gelegenen Springbrunnen; er schmeißt Steine ins Wasser, ich ermahne ihn
  • Emma folgt ihm, spielt mit dem Wasser und schmeißt ebenfalls mit Steinen; ich ermahne beide
  • nach einem kurzen Plausch mit den Erziehern möchte ich nun schnellstmöglich die Kinder ins Auto laden und nach Hause fahren
  • ich rufe die Kinder
  • nun läuft auch noch Carla weg
  • ich rufe die Kinder
  • Emma ist mittlerweile nass
  • ich schreie nach den Kindern
  • Carlos kommt
  • ich laufe zum Auto, rufe: “dann geht Mama jetzt alleine nach Hause!“
  • Carla kommt jetzt auch zögerlich
  • Emma nicht…
  • ich bin fast am Auto mit Carlos und Carla, Emma ist immer noch beim Springbrunnen
  • ich sag zu Carlos: “Hol´ Emma!“
  • Carlos rennt zu Emma
  • Carla rennt zu Emma
  • alle spielen mit dem Wasser
  • völlig entnervt laufe ich zurück; ich schnappe mir Emma, nehme sie auf den Arm und Carla an die Hand; beide schreien
  • ich schreie auch
  • Carlos spielt mit dem Wasser
  • ich laufe zügig mit den beiden Kleinen zum Auto
  • ich rufe nach Carlos, der schließlich rennend ankommt, dabei absichtlich fast seine Schwestern umrennt; ich ermahne ihn
  • ich lade die Kinder ins Auto; Carlos entdeckt die Einkäufe und will sich sofort bedienen; ich ermahne ihn „Nein, das ist für später.“
  • Emma ist nun auch auf die Joghurts aufmerksam geworden und will sich derer bedienen. „Nein, Emma, die sind zum Nachtisch!“ Emma schreit.
  • Carla sagt, sie hat Durst.
  • ich sage ihr, dass sie gleich zu Hause etwas trinken kann
  • Carlos sagt, er hat Durst.
  • ich sage ihm, dass er gleich zu Hause etwas trinken kann
  • Emma sagt „Flasche!“ Ich sage ihr, dass sie gleich zu Hause etwas trinken kann
  • wir fahren endlich nach Hause.
  • auf dem Weg ärgert Carlos Carla und Carla Emma und alle sich gegenseitig
  • wir kommen an; Carlos steigt als Erster aus dem Auto und läuft ins Haus, Carla ist die Zweite; als sie auch ins Haus möchte, hält Carlos ihr die Tür von innen zu
  • Carla schreit
  • ich ermahne Carlos, der mir frech antwortet, woraufhin ich ihn abermals ermahne
  • ich hole Emma und die Einkäufe aus dem Auto und geh ins Haus
  • genervt frage ich Carlos, warum er, statt Quatsch zu machen, nicht wenigstens schon mal den Fahrstuhl holen konnte – und bekomme eine freche Antwort
  • wir fahren mit dem Aufzug in den vierten Stock (wir haben das Glück, in einem Altbau mit Fahrstuhl zu wohnen)
  • oben angekommen, drängt Carlos als Erster aus dem Fahrstuhl, dabei rennt er Emma um; Emma weint, ich ermahne Carlos
  • Carlos klingelt ein / zwei Mal an unserer Tür (obwohl, wohlwissend, natürlich niemand in der Wohnung ist)
  • ich schließe die Wohnung auf, die Kinder ziehen sich die Schuhe aus (wenigstens das hab ich schon gut hinbekommen!) – allerdings befindet sich so viel Sand vom Spielplatz in diesen, dass unser Flur nun einem Sandkasten ähnelt
  • ich lasse den Kindern ein Bad ein
  • ich gebe den Kindern etwas zu trinken
  • die Kinder gehen in die Badewanne
  • ich bereite das Abendessen vor
  • ich höre Carla schreien und sehe nach
  • ich ermahne Carlitos, der ihr etwas weggenommen hatte
  • ich bereite das Abendessen vor
  • ich höre Carla schreien und sehe nach
  • ich ermahne Carlos, der sie ärgert
  • ich räume die Kleidung der Kinder, die zwischen Eingangsbereich und Badewanne kreuz und quer in der Wohnung verteilt liegt, in die Waschmaschine
  • ich bereite das Abendessen vor
  • ich decke den Tisch
  • ich hole Handtücher und Schlafsachen für die Kinder aus dem Schrank
  • ich wunder mich, dass die Kinder nicht schreien
  • ich sehe nach und bemerke warum: sie sind dabei, in aller Seelenruhe mein teures Shampoo alle zu machen
  • mir platzt der Kragen und ich schreie
  • das Essen ist fertig, ich möchte die Kinder aus der Wanne holen, doch niemand will raus
  • nach erneuter Diskussion sitzen nun endlich alle am Tisch und essen
  • statt mit Gabel und/oder Löffel essen Carla und Emma lieber mit den Händen
  • nach dem Essen muss ich Carla und Emma erneut abduschen…
  • 19:45 mit allen Kindern Zähne putzen
  • ins Schlafzimmer gehen, mit den Kindern kuscheln und eine Geschichte vorlesen, allerdings plappert Emma ständig munter dazwischen und greift auf die Buchseiten, was mir das Vorlesen erschwert, ich setzte Emma zur Seite, sie protestiert, will an meine Brust, ich protestiere, sie weint, ich tröste sie, lasse sie schließlich doch an meine Brust und lese weiter
  • ich decke Carla zu, gebe ihr noch ein Küsschen und sage ihr, dass ich sie lieb habe
  • ich bringe Carlos ins Bett und gebe ihm noch ein Küsschen, Emma gibt ihm noch ein Küsschen, ich sage ihm, dass ich ihn lieb habe
  • ich lege mich mit Emma ins Bett, sie schläft nur an meiner Brust ein (was ich schleunigst ändern muss!!!!)
  • als sie fast eingeschlafen ist (Carlos schläft zum Glück schon tief und fest), kommt Carla wieder angetapert
  • ich signalisiere ihr (lautlos natürlich, damit Emma nicht wieder aufwacht), dass sie wieder ins Bett gehen soll und ich gleich komme; sie grinst frech und schüttelt den Kopf
  • vorsichtigst trenne ich Emma von meiner Brust und schleich mich mit Carla, der ich den Mund zu halte, damit Emma nicht doch noch aufwacht, aus dem Zimmer und bringe sie erneut ins Bett. Sie möchte Lula (ihren grünen Kuschelfrosch) und ihre Flasche
  • ich gehe in die Küche, nehme mir etwas zu trinken, schalte die Waschmaschine ein und mache mir etwas zu essen (wenn ich nicht schon mit den Kindern gegessen habe)
  • Carla kommt erneut aus ihrem Zimmer; ich bring sie zurück ins Bett, sage ihr, dass sie nun wirklich schlafen soll
  • 21:00 endlich schlafen alle!!
  • ich fühle mich müde, erschöpft, aber auch befreit, überlege was ich nun alles tun könnte und entscheide mich für meinen Blog J
  • als ich gegen 23:30 endlich todmüde den Laptop ausschalte, um ins Bett zu gehen, fällt mir ein, dass ich ja noch die Waschmaschine ausräumen, die Wäsche aufhängen und Carlitos´ Flasche auswaschen muss – schließlich hat er morgen Sport!
  • Sobald ich alles erledigt habe und mich völlig fertig neben Emma hinlege (wir schlafen immer noch in einem Bett zusammen, was ich schleunigst ändern muss!!!), sucht sie sofort gezielt nach meiner Brust
  • Gegen 0:15 schlaf dann auch ich…jedenfalls bis zur nächsten Nuckelattacke…

[1] Ist übrigens sehr zu empfehlen!!!

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Ein Kommentar zu „Alltagsstress

  1. Oh man, ich musste lachen, aber ich kann es mir so gut vorstellen! Was für ein Stress! Ich habe 2 Töchter, eine 4 und die andere 2 Monate, jetzt bin ich gerade in Elternzeit und es ist ziemlich entspannt, aber wenn ich wieder anfange zu arbeiten will ich mir den Stress gar nicht ausmalen… (sind übrigens eine deutsch-italienische Familie in Berlin).Lg Jennifer

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