Liebeserklärung an meine Mäuse

(Westenddad und ich sind seit zwei Tagen aus unserem 8-tägigen Paarurlaub zurück.)

Ich hätte das echt nicht gedacht – gegeben wie gestresst und genervt vom Muttersein ich oft bin – aber ich habe Euch soooo vermisst. Also gut, im Urlaub selbst ging es noch, schließlich wusste ich ja auch, dass ihr gut aufgehoben wart und es Euch gut ging, aber als ich Euch dann endlich wieder hatte, ist es mir erst so richtig aufgefallen. Ich möchte Euch nicht missen, um nichts auf der Welt ohne Euch sein. Regretting Motherhood? Absofuckinglutely not! Das heißt aber nicht, dass wir nicht mal wieder ein paar Tage, vielleicht auch mal ´ne Woche, ohne euch verbringen werden, aber es hat mir gezeigt, dass Ihr wirklich, wirklich das Allergrößte für mich seid. Ihr seid meine Babys und ich liebe Euch über alles! Ihr macht mein Leben bunter, sinnvoller und so viel schöner, lustiger, reicher und spannender. Klar, hektischer, stressiger und anstrengender natürlich auch, aber auch das ist schön. Es gehört dazu. Ihr stellt mich täglich vor neue Herausforderungen, bringt mich an meine Grenzen und oft auch darüber hinaus. Ihr treibt mich regelmäßig zur Verzweiflung; immer wenn ich denke, jetzt geht nichts mehr, ich kann nicht mehr, dann geht´s irgendwie doch. „It always seems impossible until it´s done“. Ihr habt einen besseren Menschen aus mit gemacht. Ihr wachst an mir und ich aber mindestens genauso an Euch! Diese ganz besondere Beziehung, die nur Eltern nachvollziehen können. Wenn es so etwas wie absolute Selbstlosigkeit gibt, dann wohl nur zwischen Eltern und Kindern. Ich würde wirklich alles für Euch geben, mein letztes Hemd, mein letztes Geld, sogar mein Leben, wenn es sein müsste.

01bcbbfc2fef2639495dc4b1fa5e2f1391aefa119a

 

Die Zeit ohne Kinder hat mir aber auch so richtig verdeutlicht, wie nötig ich sie hatte, wie gestresst und ausgelaugt ich war von allem, auch (und gerade) vom Mamasein. Es war  (seit fast neun Jahren) das allererste Mal, dass mein Schatz und ich zusammen mehr als 24 Stunden ohne Kinder waren, also wieder nur als Paar funktionieren durften, uns nur uns und unseren eigenen Interessen widmen konnten. Solche Zeiten sind wichtig. Nur wenn es einem selber gut geht, wenn der eigene Akku voll ist (oder jedenfalls nicht ständig nur auf Reserve läuft), hat man Kraft, sich um andere zu kümmern. So nach dem Motto, erst muss die eigene Sauerstoffmaske/ Schwimmweste sitzen, bevor man sie seinen Kindern anlegt. Ein „gesunder Egoismus“ hat also letztendlich gar nichts mit „Egoismus“ zu tun, sondern ist einfach Common Sense.

01b631f220cb25bf186f6719c4a8c84e691f411a62

Man kann nur glücklich sein, wenn man es sich erlaubt, so zu sein, wie man ist, wenn man es sich gestattet, Dingen nachzugehen, die einem wichtig sind (ohne deshalb gleich ein schlechtes Gewissen zu haben), wenn man nicht nur die seiner Kinder sondern auch seine eigenen Interessen ernst- und wahrnimmt. Daher kann es auch gar kein „Patentrezept“ dafür geben, was richtig ist und was nicht: ab wann sollte das Kind in die Kita?/ (Wie lange) Sollte man es stillen?/ Sollte die Mutter zu Hause bleiben oder nicht? Wenn nicht, wie lange darf sie im Büro bleiben? Die Antworten auf diese Fragen sind so individuell wie die verschiedenen Familien selbst. Jede muss für sich selbst entscheiden. Das wichtigste ist, dass man mit seinen Entscheidungen glücklich ist und sich nicht auf irgendetwas festlegt, nur weil die Gesellschaft es so oder anders erwartet.

017cdde7ebdf06dffa89d9dc8952a690d91c57d91e

Seid authentisch, nehmt Euch und Eure Interessen ernst. Nur wer mit seinem Leben zufrieden ist, wird die Kraft finden, in seiner Elternrolle aufgehen zu können.

Auszeiten von den Kindern und warum diese so wichtig sind für „Mama und Papa“

Haushalt, Kinder, Job, Termine, Partnerschaft, etc., etc. zu wuppen schlaucht – je nachdem wie voll der eigene Akku ist – mehr oder weniger. Bei mir seit Wochen mehr… wenn man nur noch gereizt ist, sich ständig überfordert fühlt, auch nach größter Anstrengung nicht überzeugt davon ist, auch tatsächlich das Bestmögliche gegeben zu haben, dann ist ganz klar Zeit für eine Pause. Leichter gesagt als getan wenn man Kinder hat, aber keine (familiäre) Unterstützung weit und breit. Was will man denn tun? Ein einzelner Entspannungstag oder auch ein Mal abends ausgehen hilft nicht auf Dauer, wenn spätestens am nächsten Morgen die lieben Kleinen wieder auf der Matte stehen. Klar, man könnte jetzt zum Familienurlaub greifen, aber garantiert das wirklich Erholung für die gestressten Eltern?

01fbe045e85dedae01c2cc623502a91eb35f6fb931
Oft ist Urlaub mit Kindern noch anstrengender als der Alltagswahnsinn zu Hause: ständig müssen die Kleinen beschäftigt werden, sonst tun sie ihrer Langeweile offen kund oder machen „Quatsch“, also spielt man mit ihnen, plant und organisiert Tagesausflüge, ist dabei ständig bemüht, sie auch ja im Auge zu behalten und kommt wieder nicht zu seiner eigenen wohlverdienten und so dringend benötigten Entspannung. Wer nun meint, ein Hotel mit Miniclub sei die Lösung, der solle bedenken, dass auch diese bestimmte Öffnungszeiten haben (oft nur wenige Stunden am Tag und auch nicht jeden Tag), schnell mal überfüllt sein können, von Personen geleitet werden, die vielleicht gerade kein Deutsch können, oder dass die eigenen Kinder einfach nicht dort bleiben mögen – immerhin sind es fremde Personen in einer fremden Umgebung. Beim Essen geht der Stress dann oft weiter: die Kinder drängen darauf, sich das Essen vom Büffet alleine zu holen. Erlaubt man es ihnen nicht, ist Streit und Gequengel (je nach Phase evtl. sogar Geschrei) vorprogrammiert, erlaubt man es ihnen, ist man stets dem Herzinfarkt nahe – bitte, bitte, lass nichts herunterfallen, drängle dich nicht vor, fasse nichts mit den Fingern an, probiere nichts, was du, weil du es nicht magst, wieder auf das Büffet zurücklegst…. Erholung sieht anders aus. Und selbst wenn man nach dem ganzen Stress noch genügend Energie hätte, am Abendprogramm teilzunehmen, ist das mit Kindern so gut wie ausgeschlossen, weil sie erstens ins Bett müssen und zweitens, selbst wenn man sie im Urlaub länger aufbleiben lässt, müde sind – und wir wissen alle, wie unsere Kinder drauf sind, wenn sie müde sind…

01c64cd7f0507cd96654505c71ccda2791862f7628_00001
Was kann man also tun, um seinen Akku wieder aufzuladen? Ganz klar: man muss sich eine längere Auszeit schaffen. Mit länger sind nun nicht gleich drei Wochen am Stück gemeint, aber vier Tage sollten es schon mindestens sein. Die meisten Familien haben das Glück, auf Omas und Opas / Tanten und Onkel zurückgreifen zu können, wenn nicht, kann man vielleicht sogar eine liebe Freundin fragen. Notfalls könnte man anbieten, im Gegenzug mal eine Woche ihr Kind zu nehmen (wenn es nicht gerade in der Ferienzeit ist, und es vielleicht sogar auf die gleiche Schule/ in die gleiche Kita geht wie der eigene Nachwuchs, dürfte die Organisation ja auch nicht zu schwer werden). In dieser kinderlosen Zeit kann man dann tun und lassen was man will und sich mit dem Partner noch mal wie vor den Kindern fühlen. Ob man nun vereist oder sich zu Hause etwas Gutes tut, extrem wichtig ist, dass man diese Zeit als Paar nutzt, da man sich im Alltag schnell entfremdet: alles andere ist da oft wichtiger als die eigene Beziehung, die dann auf der Strecke bleibt. Warum sie das aber gerade nicht sollte, ist einfach: man muss sich immer klarmachen, dass es im Endeffekt der Partner ist, mit dem man (im Idealfall) den Rest seines Lebens verbringen möchte. Als Mama und Papa definiert man sich nur über seine Kinder, für einen selbst ist man hauptsächlich ein Liebespaar – und das auch lange nachdem die Kinder mal ausgezogen sein werden. Ein schlechtes Gewissen den Kindern gegenüber ist da fehl am Platz, denn auch sie können doch von glücklichen, zufriedenen, ausgeglichenen Eltern nur profitieren!

011b23214320271a5a491232ee80818b203bc541fc

 

Von Schönheitsidealen und warum wahre Schönheit tatsächlich von innen kommt

Immer häufiger begegne ich zur Zeit dem Zitat von Coco Chanel „Beauty begins the moment you decide to be yourself“. „Klar“ denkt man sich vielleicht im ersten Moment. Das klingt in etwa so abgedroschen wie der weitbekannte Werbespruch „wahre Schönheit kommt von innen“, aber es ist soooo wahr. Wirklich. Ich habe neulich länger darüber nachgedacht: was heißt eigentlich „the moment you decide to be yourself“? Ist Schönheit also eine Entscheidung, die in unserer Hand liegt? Ja! Denn Schönheit ist tatsächlich eine Einstellungssache, sie hat nichts, aber auch so rein gar nichts mit den Schönheitsidealen zu tun, die uns die Modewelt/ Werbung/ Medien im Allgemeinen vorgeben und -leben. Klingt einfach, ist es aber nicht. Klar, „einfach“ seine eigene Einstellung zu ändern mag im ersten Moment leichter erscheinen als 30 kg abzunehmen, mehrere tausend Euro für eine Schönheits-OP zu sparen oder ein radikales Umstyling zu wagen, aber ist es das? Seine Einstellung zu ändern bedeutet immer auch sich selbst zu verändern, und ich glaube jede(r) weiß, wie schwer das ist.

01d8a82d02939948ddffc5dbfa13a7f8ea4c3126fc
Spieglein, Spieglein an der Wand…

Ich kenne alle Argumente, die gegen diese genormten Schönheitsideale sprechen, die ich falsch und oberflächlich finde, und bringe es meinen Kindern anders bei, aber dennoch hab ich es anscheinend noch nicht zu hundert Prozent verinnerlicht (wie die meisten Frauen),  mich so gänzlich von ihnen zu lösen. Eigentlich bin ich ganz zufrieden mit meinem Äußeren, WENN da nicht dieser Bauch, dieser Hüftspeck und diese riesigen schlabberigen Oberschenkel wären… die Nase könnte auch schmaler, die Zähne gerader und die Haare voller sein… Die Frage, die allerdings bleibt ist: Wäre ich WIRKLICH zufriedener, wenn das alles anders wäre, sich an meiner Einstellung jedoch nichts ändern würde? Nein, glaube ich nicht. Dann würde ich sicher weitere „Makel“ an mir entdecken. Neulich war ich shoppen: Mir passten Hosen in Größe 44! Oh mein Gott! Ich hatte doch IMMER Größe 38/40 (und selbst das fand ich damals schon echt hart an der Grenze)! Der Depression nahe probierte ich weiter: komischerweise passten auch Kleidungsstücke in Größe 42, 40 und sogar 38… Wie bescheuert, sich von Zahlen die Laune verderben zu lassen! Jeder Mensch ist doch einzigartig! Wir entsprechen eben keiner Norm, keiner Größentabelle. Wir sind Menschen, keine in der Fabrik gefertigten Teile. Auch keine Schaufensterpuppen! Deshalb find ich es auch höchste Zeit, dass die Modeindustrie ihren Faible für Normen und Zahlen – egal ob cm oder kg – aufgibt und den Menschen als solches in den Vordergrund stellt! Es gibt uns in kleiner, größer, dicker, dünner, mit mehr oder weniger Haaren in mind. vier unterschiedlichen Farbnuancen.  Das Tolle an uns Menschen, und überhaupt allen Lebewesen, ist doch unsere Diversität. Wie langweilig wäre es denn bitte, wenn ALLE Frauen 1,80m groß, 50 kg leicht und mit den Maßen 90-60-90 ausgestattet wären??

01306ad7fd0edc0c6c2774ccf3ec087bdc27ac6943

Manchmal frage ich mich, wo dieses Schönheitsideal der großen, dünnen Frau ab Mitte des 20. Jahrhunderts nur hergekommen ist – wurde doch in allen anderen Zeiten (wie auch derzeit in anderen Kulturen) die füllige, kurvige Frau bevorzugt… kaum zu glauben aus heutiger Sicht, dass damals diese großen schlanken gazellenartigen Wesen (die einfach essen können was sie wollen ohne zuzunehmen) klar das Nachsehen hatten. Und auch denen hätte ich das gleiche erzählt, nämlich dass jeder Mensch einzigartig ist und als solches betrachtet werden sollte, nicht mit einem genormten Maß im Hinterkopf! Dennoch finde ich, wir sind auf einem hoffnungsvollen Weg: neben Germany´s Next Topmodel gibt es mit Curvy Supermodel nun auch die kurvige Variante, Models wie Angelina Kirsch, Sarina Nowak oder Ashley Graham beweisen, dass es (Model-)Schönheit auch in füllig gibt und auch die Medienindustrie liebt langsam wieder Kurven (siehe Kim Kardashian, Beyoncé, Mariah Carey, …).

0176b66e485e936ef5da0e2fa0744dfec6846a82df
love your curves

Aber es geht mir nicht nur um Körperfülle – auch Menschen mit krummer Nase, unterschiedlich großen Augen/ Füßen / Brüsten, etc. entsprechen nicht der Norm (und taten dies noch nie), doch sagt das absolut gar nichts über deren Schönheit aus! Wahre Schönheit kommt von innen, sie hat mit Akzeptanz des eigenen Ichs (inklusive des eigenen Körpers) zu tun. Wer mit sich selbst im Reinen ist, ist schön. Whoopie Goldberg ist keine klassische Schönheit, aber sie ist wunderschön, weil sie mit sich absolut im Reinen ist, weil sie sich selbst so annimmt, wie sie ist – und sie nimmt sich nicht nur an, sie findet sich toll und liebt sich. Sie rennt keinen Schönheitsidealen hinterher, sondern bleibt ganz bewusst bei sich. Diese Zufriedenheit strahlt sie aus. Das ist für mich – und scheinbar auch für eine (ironischerweise Mode-)Ikone wie Coco Chanel  – wahre Schönheit! Sie tritt in dem Moment ein, in dem man dazu übergeht, einfach man selbst zu sein.

0167f2054c491657486308913c91927ebd746e4591

Also Ladys, nehmt Euch so an wie Ihr seid, liebt Euch, feiert Euch oder lasst Euch feiern, denn so wie Ihr seid, seid Ihr genau richtig!

Wunderwaffe Roter Lippenstift

Yay! Heute weihe ich meine neueste Kategorie „Stylinglieblinge“ ein. Es geht um meinen absoluten Schnellstylingtrick, den roten Lippenstift.

Heute war mal wieder so ein Morgen, an dem alles schnell gehen musste: die Mädchen musste in die Kita, Amori hatte heute früh (!) einen Auftritt, zu dem ich ihn fahren sollte, vorher mussten die Kinder natürlich angezogen und fertig gemacht werden, Carlos´ Pausenbrot wollte geschmiert werden, etc., etc. … Wer kam da mal wieder zu kurz? Richtig: Moi! Die Mama. Ich putzte mir gerade mal die Zähne und wusch mir schnell das Gesicht. Für weiteres fehlte einfach die Zeit. Wie so oft war meine Devise „erst die anderen“. Dennoch – neben meinem herausgeputzten Schatzi und den süßen Mäusen fühlte ich mich wie ein Zombie, unpräsentabel und einfach unwohl. Da griff ich schnell zu meiner Geheimwaffe: dem knallroten Lippenstift. Und schwupp – binnen dreißig Sekunden war ich fertig. Und fühlte mich wohl in meiner Haut.

01b2164c8c10337b2dc543eddc1cc6452bf824e839

 

Roter Lippenstift ist toll. Ein echter Klassiker. Trotzdem trauen sich viele Frauen nicht so recht an ihn ran. Völlig zu unrecht, denn er steht jeder Frau, egal ob heller oder dunklerer Hautton, egal ob helle oder dunklere Haare; Rothaarigen steht er oft besonders gut! Das Geheimnis liegt darin, wie man ihn benutzt und in welcher Kombination. Ich halte es generell so, nur einen Blickfang zu kreieren; was die Kleidung angeht, zeige ich daher entweder Bein oder Ausschnitt, beides ist zu viel des Guten und wirkt leicht billig. Beim Schminken halte ich es genauso: entweder betone ich die Augen oder die Lippen; beides wirkt schnell angemalt. Wenn ich roten Lippenstift benutze, achte ich vor allem darauf, dass die (Gesichts-)Haut keine weiteren Rötungen aufweist, also benutze ich eine leichte Grundierung, wobei ich eigentlich nur einen Tropfen Make-Up in meine Gesichtscreme mische und sie dann wie gewohnt auftrage. Um Augenringe zu kaschieren und etwaige weitere Rötungen abzudecken benutze ich einige Tropfen Concealer und klopfe diese dann leicht mit den Fingern ein. Et voilà! Am schönsten finde ich roten Lippenstift übrigens, wenn das restliche Gesicht, bis auf eine leichte Grundierung, völlig ungeschminkt bleibt (roter Lippenstift braucht nicht mal Mascara). Dann kommt er besonders gut zur Geltung und wirkt sehr edel.

019a194bd04de2f52a5ab4ff8a0ff0369d825af2dd

Roter Lippenstift ist eine wahre Wunderwaffe: er geht so schnell aufzutragen, man benötigt kein weiteres Make-Up, aber er macht soooo einen Unterschied! Also, traut Euch Chicas!

Mein Liebling ist der rimmel london provocalips 550 play with fire. Ich hab ihn mir eher zufällig diesen Sommer in Andalusien gekauft und bin wirklich begeistert: abgesehen davon, dass ich die Farbe liebe, ist er wirklich hundertprozentig kussecht! 😉 Mit Make-Up Entferner lässt er sich aber problemlos abschminken.

 

 

 

Liebster Award – westendmum ist nominiert!

WOW! Ich freu mich wie Bolle (wie wir Berliner sagen): westendmum ist für den Liebster Award 2017 nominiert! Kraaaaaaass!

01a07c28f0e6fa77d0dd32d30adc38d4106fba9ee7

Ich muss gestehen, dass ich zuvor noch nie etwas über diesen Award gehört hatte. Nach kurzer Recherche habe ich aber schnell herausgefunden, was das Ganze ist: der Liebster Award wurde 2011 gegründet, um auf neue, noch kleine Blogs aufmerksam zu machen, sie zu entdecken, zu würdigen und dadurch auch bekannter zu machen. Blogger lernen sich untereinander kennen und zu vernetzen. Ein willkommener Nebeneffekt ist natürlich auch die Steigerung der persönlichen Leserzahlen. Die steht zwar für viele gar nicht im Vordergrund, und auch meine Intention ist in erster Linie das Schreiben, das Sich-Anderen-Mitteilen, und nicht, möglichst viele Follower zu generieren, dennoch ist eine breite Reichweite natürlich das A und O um erfolgreich als Blogger(in) zu sein; und letztendlich sind neue Follower ja auch das schönste Kompliment.  Es ist also rundum eine gute Sache und, wie schon erwähnt, ich freue mich wahnsinnig, dafür ausgewählt worden zu sein!

Meine Nominierung habe ich der lieben Susann von kleinerMilchbart zu verdanken (tausend Dank noch mal dafür!!!). Kleinermilchbart ist noch ein ganz neuer Mama-Blog, weil ihr Milchbart sie erst dieses Jahr zur Mama machte. Ich bin durch Instagram auf sie aufmerksam geworden. In ihrem Blog beschreibt sie ganz ehrlich, aber ohne dabei ihren Humor zu verlieren, wie sie den Babyalltag mit Augenringen „auf Gesichtsgröße“ meistert. Das erinnert mich dann immer stark an die Babyjahre meiner eigenen drei Mäuse zurück – mal mit Wehmut, oft aber auch erleichtert, dass sie mittlerweile nachts durchschlafen und nicht mehr ganz so unselbständig und hilflos sind.  Schmökert doch einfach selbst mal rein.

liebster-award

 

Mein Liebster

Ich liebe das Internet und die Möglichkeiten, die es bietet – allein der Zugang zu so vielen unterschiedlichsten Themenblogs… Müsste man sich da am Kiosk jedes Mal eine eigene Zeitschrift kaufen, würde das ganz schön ins Geld gehen. Meine Interessen liegen ja nicht nur bei Kind, Familie und Erziehung, ich bin ein wahrer Foodie, interessiere mich für Interiordesign und natürlich für Mode. Mein persönlicher Lieblingsblog ist zur Zeit Alice Catherine.  Ich liebe ihren Stil; dieser Mix aus Sixties und Modern. Sie hat mich übrigens auch zu meinem Pony inspiriert. Die Tatsache, dass sie Engländerin ist und in Manchester lebt, tut ihr Übriges. Ich bin äußerst anglophil, bin bereits mit 17 Jahren allein nach London gezogen. Obwohl ich nach Deutschland zurückgekehrt bin (und mittlerweile seit zehn Jahren mit einem Spanier zusammen bin und drei Kinder mit ihm habe), ist diese besondere Beziehung zu England, seiner Kultur und seinen Einwohnern immer geblieben.

01bbada1c3afae9d50debf83ef184a2081e8a0c4ef

 

Interview

Hier sind Susanns Fragen, die ich sehr gerne beantwortet habe:

Warum bloggst du und wie bist du dazu gekommen?

Aus Spaß an der Freude und weil ich es liebe zu schreiben. Mit Kindern erlebt man fast täglich Ausnahmesituationen, diese fing ich eines Tages an aufzuschreiben. Damals hatte ich mir gedacht, ich könnte ja mal ein Buch daraus machen, dann wurde es aber ein Blog. Ich habe bereits vor über zwei Jahren damit angefangen, aber westendmum sehr lange klein gehalten. Ich hab meinen Blog eher wie ein privates Hobby betrieben, wobei ich mich aber immer gefreut habe, wenn ihn doch mal jemand zufällig gefunden hat. Damals war ich weder bei Facebook noch bei Instagram, oder sonstigen Social Media vertreten – nicht mal privat. Erst durch mein Praktikum bei Frau Mutter ist mir bewusst geworden, welche Chancen man als Blogger/in haben kann, wenn man bekannter ist und eine breite Leserschaft hat; dass man damit sogar Geld verdienen kann und es mit ein bisschen Glück sogar hauptberuflich betreiben kann.

Du hast die freie Wahl, mit wem würdest du einmal gemeinsam zu Abend essen und warum?

Mit Jane Austen oder Jarvis Cocker. Eine Zeitreise ins 18. Jahrhundert, um auf Pemberley bei Kerzenschein mit meiner Lieblingsautorin zu plaudern, wäre auf jeden Fall ein Erlebnis. Und was Jarvis angeht… Neben der Tatsache, dass ich seine Musik liebe und ihn ziemlich sexy finde, hat er diesen wahnsinnig feinen, witzigen, tiefsinnigen, typisch britischen Humor. Ich habe ihn schon ein paar mal getroffen, und die Chemie stimmt. Also ein Indian Curry oder – very British – in Essig getränkte labberige Fish`n`Chips, in Zeitungspapier eingewickelt, gefolgt von dem ein oder anderen Gin Tonic im Pub wäre definitiv auch ein perfekter Abend! 😀

Nah oder Fern – wo und wie verbringst du am liebsten deinen Urlaub?

Wo ist mir relativ egal, so lange es dort Sommer, Sonne und Strand gibt. Ich bin kein Typ für Schneeurlaub. Andalusien ist bei uns natürlich ein paar Mal im Jahr Pflicht, weil Westenddad daher kommt und dort die ganze Familie ist. Ich liebe es dort! Und der Familienzusammenhalt ist eine willkommene Abwechslung zu unserem Eremiten-Dasein in Berlin. Hier haben wir ja gar keine Familie mehr, sind praktisch komplett auf uns allein gestellt mit unseren drei Kindern. Das bringt uns teilweise schon hart an die Belastungsgrenze.

Wenn du anderen Bloggern zum Bloggen einen Tipp geben müsstest, welcher wäre es?

Das kommt ganz darauf an, welches Ziel man mit seinem Blog verfolgt. Wenn man das Bloggen hauptberuflich betreiben möchte, ist ein langer Atem (und ein wenig Glück) wohl ziemlich wichtig. Erfolg und eine breite Leserschaft kommen nicht über Nacht. Für mich stehen allerdings der Spaß am Schreiben und Authentizität im Vordergrund. Wenn meine Beiträge dann auch noch gelesen werden und gefallen, umso besser! Ich denke beim Verfassen meiner Beiträge aber nie an die Anzahl der Klicks, die dies oder jenes wohl generieren wird. Das wäre auch ein völlig falscher Ansatz, trotzdem freue ich mich natürlich wahnsinnig, wenn etwas gut ankommt oder ich neue Follower für mich gewinnen kann.

Für was in deinem Leben bist du dankbar?

Für alles! Ich habe drei gesunde Kinder, bin selbst gesund, habe die Liebe meines Lebens gefunden und ein süßes kleines Häuschen in Berlin-Westend. Ist das nicht wunderbar? Das klingt jetzt als herrsche bei uns stets Friede, Freude, Eierkuchen, aber weit gefehlt: gerade die letzten Jahre waren bei uns ziemlich turbulent und wir mussten viele Schicksalsschläge erleiden: drei aufeinanderfolgende Fehlgeburten, Die Alzheimer-Erkrankung und Pflege meiner Großmutter, ihr tragischer Tod nach einem Treppensturz, nur ein halbes Jahr später dann der Tod meines Großvaters, die ganzen Nachlassregelungen, die so etwas mit sich zieht, Wohnungsauflösungen, Umzüge, dazu Geldsorgen – und das alles allein (bzw. zu zweit) mit drei kleinen extrem lebhaften Kindern (Carlos hat ja auch noch ADHS)…  Dennoch bin ich indirekt auch dafür dankbar, und extrem stolz auf mich und meine Familie, denn wir haben es geschafft und sind gestärkt aus diesem ganzen Chaos hervorgegangen.

Wünsch dir was – du hast drei persönliche Wünsche frei, welche wären es?

Oh Mann, das ist echt schwer! In erster Linie natürlich Glück, Liebe und Gesundheit für alle meine Lieben und mich – obwohl das jetzt nicht super persönlich ist. Niemals über 68 kg zu wiegen – egal was und wieviel ich esse – wäre auch super! Viel mehr Geduld und Gelassenheit könnte ich auch gebrauchen. Das waren jetzt aber schon mehr als drei…

Was ist dein Rezept für einen entspannten Start in den Tag?

Gibt es das mit drei Kindern überhaupt?!… Na gut, also unter der Woche: als allererstes die Kinder in die Kita fahren, dann kommt ganz entspannt alles Weitere (frühstücken, duschen, zur Arbeit fahren, etc..). An den Wochenenden: Äääähhhh… Für Tipps wäre ich dankbar! 😉

Telefonieren oder WhatsApp- Was magst du lieber?

Ich würde gerne telefonieren schreiben, aber es ist tatsächlich Whatsapp. Ich telefoniere nicht gerne.

And the Nominees are…

So, genug von mir. Kommen wir nun zu den Bloggern, die ich für den Liebster Award nominiere:

1. Milch und Kekse

2. Martamam

3. Mamiglueckhoch3

4. Poumpou

5. Mission Mom

Liebe Blogger, ich hoffe, Ihr nehmt die Nominierung an und freue mich, bald mehr von Euch zu erfahren. Die Teilnahmebedingungen findet Ihr hier.

Dies wären meine Fragen an Euch:

  1. Wie kamst Du zum Bloggen?
  2. Woher nimmst Du die Inspiration für Deine Beiträge?
  3. Wie organisiert bist Du? Erstellst Du „Redaktionspläne“ für bestimmte Themen, die Du behandeln möchtest, oder bloggst Du vorwiegend „frei Schnauze“, also was Dich gerade bewegt/ Dir in den Sinn kommt?
  4. Hast Du einen „Lieblingsblogplatz“? (Homeoffice, Café oder abends auf dem Sofa?)
  5. Aus Deiner Sicht: Was sind Deine drei besten und schlechtesten Eigenschaften?
  6. Wie sähe Dein perfektes Wochenende aus?
  7. Was war die größte Umstellung für Dich seit Du Kinder hast?
  8. Wenn Du drei Wünsche frei hättest, welche wären es?
  9. Was wäre für Dich ein absolutes Blogger-No-Go? Oder gibt es bei Dir keine Tabus?
  10. Wie steht Deine Familie (Partner und Kinder) zu Deinem Bloggerdasein?

Verlängertes Wochenende mit drei Kindern – janz entspannt in Berlin

Meeeensch, was hatten wir heute für ´nen schönen Tag der Deutschen Einheit!… Überhaupt war das gesamte lange Wochenende bei uns ziemlich entspannt; ich werde es mal „verbloggen“ (hab ich noch nie gemacht…).

Samstag: Ich entfloh dem morgendlichen Chaos erstmal, wie so oft, zum Bäcker und besorgte Brötchen und frische Croissants. Amori deckte in der Zeit den Tisch und kochte Tee und Kaffee. Nach dem ausgiebigen Frühstück fuhren wir die Kinder zum Geburtstag. Zum ersten Mal waren alle drei eingeladen, und so hatten wir von 11:00 bis 18:00 Zeit, das Haus zu putzen, den Garten in Schuss zu bringen und einkaufen zu gehen. Ja, klingt nicht spannend, war aber nötig und ist mit drei Kindern zu Hause fast unmöglich. Abends, nachdem die Mäuse dann gegessen hatten und frisch gebadet und glücklich erschöpft vom Geburtstag müde in ihre Betten fielen (und sofort einschliefen!), holte ich uns Sushi To Go aus unserem Lieblingsjapaner Kuchi, welches wir gemütlich mit ein paar Gläschen Prosecco Campari (find die Mischung sogar besser als mit Aperol!) vor dem Fernseher verputzten. Himmlisch!….

0162ce5003d9991d76ed8f1332001fba8169e39824

Sonntag: nach einem ausgiebigen gemeinsamen englischen Frühstück – das hat sich bei uns irgendwie zur Tradition gemausert (in Andenken an meine London-Zeit – hab mal drei Jahre dort gewohnt), widmete ich mich dem Papierkram, der in der Woche liegen geblieben war. Die Kinder spielten derweil  mit ihrem Papa. Gegen Mittag begann ich mit den Vorbereitungen fürs Essen: der spanische Opa hatte sich angekündigt und ich machte eine Gemüselasagne, da passte es gut, dass in dem Moment unser Nachbar klingelte und uns seine letzte Ernte grüne Bohnen aus dem Garten vorbeibrachte. Leeeeecker!!!

Nach dem Essen sahen wir einen Film. (Seit letzter Woche haben wir nun endlich Satellitenfernsehen und können also auch jeden spanischen Sender empfangen.) Das Ganze erinnerte mich sehr an frühere Zeiten, in denen wir jeden Sonntag bei meinen Großeltern verbrachten. Es gab immer etwas Leckeres zu essen, gefolgt von Filmen, gefolgt von Kaffee und Kuchen, gefolgt von mehr Filmen, gefolgt von mehr Essen, gefolgt von ´ner Flasche Sekt, etc., etc… Bei uns gab es „nur“ eine Lasagne, gefolgt von  einem Film, und dann irgendwann Kaffee. Draußen regnete es ununterbrochen; ein richtiger Landregen in Berlin. Die Kinder spielten mit ihren neuen Bügelperlen. Es war wirklich ungewohnt ruhig und harmonisch. Gaaaanz entspannt. Entgegen unserer Planung waren wir sogar zu faul, uns abends noch etwas zu Essen zu machen, und so landeten wir mit der Auflaufschüssel Lasagne vor dem Fernseher auf dem Sofa. Ich hoffe, das macht jetzt nicht den totalen „Asi-Eindruck“, aber schön war´s mal, denn sonst sind wir immer nur am Rennen und haben weder Zeit noch Muße, mal faul zu sein.

Montag: Brückentag in der Kita, aber die Schule hatte ihren Hort geöffnet. Vormittags spielten die Mädchen wieder mit Bügelperlen, danach „Baby“ in ihrem Zimmer und stritten sich auffällig wenig. Ich und Amori gingen die Weihnachtsferienplanung an (sind aber immer noch unentschlossen was die Flüge angeht). Mittags kochte ich aus dem restlichen Gemüse vom Vortag ein indisches Curry, mit Kürbis, den Bohnen vom Nachbarn, Blumenkohl, Kartoffeln, Erbsen und etwas frischer Paprika. Dazu gab´s Basmatireis, in Salz-Kardamom-Wasser zubereitet. Très bon! Ich machte gleich zwei Töpfe: ein Kinder-Curry (nicht scharf) und eines für uns Eltern mit reichlich Chili. Ich liiiiiieeeeebe scharfes Essen! Nachmittags musste Amori dann los zur Arbeit, er nahm Carlos mit. Ich ging derweil mit den Mädchen Schuhe kaufen, die alten fielen schon fast auseinander. Abends gab es belegtes Pumpernickel, dazu Gurkenscheiben. Hatte ich ewig nicht gegessen!

01b5ac7bd4f0fde00f583041f7daaa4b99a0edf5c5

Dienstag: Tag der Deutschen Einheit. Die Kinder ließen uns auffällig lange schlafen, bis um 9:00! Nach dem Frühstück zogen wir los in Richtung Teufelsberg, kletterten hinauf und fanden uns oben mit vielen anderen Familien wieder, die die gleiche Idee hatten. Viele ließen Drachen steigen. (Ich muss uns auch unbedingt einen besorgen!)

Das Wetter empfand ich trotz Wind und mehrfacher Regenschauer als perfekt, es war nicht kalt, authentisch herbstlich und erinnerte mich an meine geliebten romantischen englischen Dramen à la Wuthering Heights oder Sense and Sensibility (Sturmhöhe oder Sinn und Sinnlichkeit). Nach unserem Abstieg wanderten wir noch lange durch den Grunewald.

Hungrig fielen wir dann gegen 14:00 in der „Scheune“ ein. Deutsche Küche ist irgendwie genau das richtige bei dem Wetter! Wir aßen Käsespätzle, Schnitzel und Ochsenfetzen, tranken Bier und Fassbrause, und zum Nachtisch gab´s den besten Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster. Leider mussten wir uns dann beeilen, weil Amori zur Arbeit musste – und so trank ich zum Abschluss statt Cappuccino einen Espresso auf ex. 😉

Schatzl ist also jetzt arbeiten, ich schreibe an meinem Blog und die Kinder spielen mit….? Richtig: Bügelperlen! Gerade als ich darüber sinnierte, wie ruhig und gemütlich und ohne größere Aufregungen dieses lange Wochenende bei uns doch ablief, kam meine Kleinste weinend auf mich zu: eine Bügelperle steckte in ihrer Nase! Ich probierte es mit Schnauben und Schieben, doch sie wollte nicht mehr hinaus! Selbst mit der Pinzette bekam ich sie nicht richtig zu fassen. Ich sah uns schon die halbe Nacht im Krankenhaus sitzen (bis man in Berlin in der Kinder-Ersten-Hilfe dran kommt, dauert es)! Weiterhin versuchend, ihr die Bügelperle aus der Nase zu fummeln, ließ ich meine Tochter noch einmal kräftig schnauben, als plötzlich – schwupp – die Perle herausplumpste!

011ac7c610068f3583a7962333506bc2cac101574f

Wie habt Ihr das verlängerte Wochenende verbracht? Auch eher ruhig oder gab es „Aufreger“?

 

Warum haben wir eigentlich immer ein schlechtes Gewissen?

Es ist doch zum Verrücktwerden: Wir Mamas haben IMMER ein schlechtes Gewissen. Aber warum ist das eigentlich so? Sehen wir die Mutterschaft als eine Art Wettbewerb an? Oder denken wir wirklich, unsere Kinder könnten leiden, wenn sie mal todmüde bereits im Auto einschlafen? Oder auch mal ne TK-Pizza serviert bekommen? Oder mit zwei verschiedenen Socken durch die Gegend laufen? Geht´s ihnen schlecht, wenn man zu Hause nicht immer vom Boden essen könnte? Wenn ihre Bettwäsche ungebügelt ist? Wenn sie nicht ausschließlich mit Holz- und Lernspielzeug spielen dürfen sondern auch mal Tablet oder Play Station? Wenn der Geburtstagskuchen nicht selbstgebacken ist?

Nein.

Kindern ist sowas nämlich total egal. Auch deren Freunde. Die sehen/ merken soetwas gar nicht. Weil sie nicht darauf achten. Weil es nicht wichtig ist.

01b6e25f5c427075465fc3e6ec9a5231a9b8f3193c

Was wirklich zählt, ist die menschliche Beziehung

Ein Kind ist nicht beliebt oder unbeliebt, weil seine Eltern Elternsprecher sind (trotzdem danke an alle, die diesen Posten freiwillig übernehmen!) oder jedes Wochenende mit ihm zum Chinesischkurs rennen. Ein Kind ist dann beliebt, wenn es Spaß macht, mit ihm zu spielen, wenn es gute Ideen hat, kreativ ist, umgänglich und fair zu anderen. Gleiches gilt für die Erwachsenen. Jemand, der perfekt scheint, wirkt unnahbar, unmenschlich. Im besten Fall wird er bewundert, im schlechtesten zum Außenseiter. Wir dürfen unperfekt sein! Warum also machen wir Mütter uns immer so einen Stress? Haben wir nicht so schon genug zu tun? Klar, wir wollen alles richtig machen, nur das Beste für unser Kind. Mütter, die das wirklich alles so perfekt hinkriegen wie es nach außen scheint, gibt es doch gar nicht. — Oder doch?! Ich bin jedenfalls nicht so. Respekt und Hochachtung an alle, die dies tatsächlich schaffen! Dennoch – anstatt sich nun schlecht zu fühlen, weil man keine von diesen perfekten Müttern ist (mir kommt gerade unweigerlich „The Wives of Stepford“ in den Kopf), müssen wir uns klarmachen, dass das alles nicht wichtig ist (genauso wie 5 kg mehr oder weniger auf den Rippen). Es ist egal! Es klingt beinahe abgedroschen, aber das wichtigste ist, dass wir authentisch sind und eine wahrhafte Beziehung mit unserem Kind eingehen, ihm zuhören, es ernst nehmen. Wie gesagt, wir dürfen unperfekt sein! Es ist vielleicht sogar besser so – man stelle sich sonst unser Kind im Erwachsenenalter vor, wie es am Streben nach dem Perfektionismus, den seine  Mutter ihm stets vorgelebt hat, zerbricht…

01d92e0b46db82132a5502c8c42231ccd6af114805

Lebe lieber unperfekt – aber glücklich!

Wir sind Menschen und unsere Kinder dürfen – nein, müssen! – das mitbekommen. Shit happens – obwohl wir das am liebsten und unter allen Umständen vermeiden würden. Ein vergessenes Schulbrot ist kein Weltuntergang. Unser Kind wird nicht verhungern. Es bedeutet nicht, dass wir schlechte Eltern sind. (Vielleicht gerade etwas überfordert und verplant.) Es heißt nicht, dass wir unsere Kinder weniger lieben. Warum sind wir immer so hart zu uns selbst – und komischerweise zu anderen Müttern? Müssten wir nicht „Verbündete“ sein? Uns gegenseitig unterstützen? Mutterschaft ist doch kein Wettbewerb. Dennoch habe ich oft das Gefühl, dass sich Mütter untereinander vergleichen;  sich minderwertig fühlen, wenn anderen etwas besser gelingt als ihnen selbst, sich erleichtert freuen, wenn anderen (auch mal) ein Missgeschick passiert. Warum ist das so? Weil Mütter unsicher sind in ihrer Mutterrolle. Deshalb wird sich an anderen gemessen und sich mit ihnen verglichen. Anders als noch vor dreißig Jahren, wird das Thema Kind und Kindererziehung geradezu gehypt. Es gibt zahlreiche Ratgeber, die diversesten Theorien, die verschiedensten Fördermöglichkeiten. Da ist es schwer sich zu entscheiden. Und wie muss die perfekte Mama überhaupt sein? Berufstätig und finanziell unabhängig? Die perfekte Hausfrau und Köchin und immer für das Kind (auch physisch) da? Einfühlend, kompromissbereit und emotional? Die toughe, aber stets liebevolle Leitwölfin? Öko und Natur Pur oder doch lieber stylish und schickimicki? Alles auf einmal?

01b4c2b59f00b91ccddef9a5eb9f88c68ff2ee0321

Wir sollten einfach wir selbst sein

Genauso wie wir sind, ist es gut und richtig für unsere Kinder (Stichwort Authentizität!). Wir dürfen sogar Fehler machen. Wir dürfen auch mal ausrasten. Und selbst wenn wir es nicht „dürften“ – es passiert. Wir sind Menschen. Das wichtigste ist, wie wir damit umgehen. Anstatt an unserem (menschlichen Fehl-) Verhalten zu zerbrechen und uns tagelang die schlimmsten Vorwürfe zu machen, sollten wir uns ehrlich und aufrichtig bei unseren Kinden dafür entschuldigen, zugeben, dass wir einen Fehler gemacht haben, ihnen unsere Liebe versichern und ihnen erklären, wie es dazu kommen konnte/ was genau uns so auf die Plame gebracht hat. Sie werden uns verstehen und viel schneller vergeben als wir uns selbst, denn auch sie sind Menschen – kleine Persönlichkeiten mit einer viel gesünderen Einstellung zum Leben. Sie sind nicht nachtragend, und sie lieben uns bedingungslos. Für sie sind wir die besten Mamas der Welt. Immer.

Mama und Papa haben Freigang

Ich habe ein „Luxusproblem“: Schatzi und ich haben morgen „Ausgang“. Jetzt bin ich die ganze Zeit am Überlegen, wie wir diese kinderfreie Zeit am besten ausnutzen. Ich würde am liebsten ALLES, was ich so lange nicht gemacht habe/ nicht machen konnte mit Kindern dort hineinpacken: Spabesuch, gefolgt von Kino, romantischem Candle Light Dinner mit Amori,  alle unsere Freunde auf ein paar Drinks treffen, in die Disco, bis morgens tanzen, am nächsten Vormittag gemütlich brunchen gehen – oder doch lieber einfach einen gemütlichen Abend zu zweit? Auf dem Sofa kuscheln, gemeinsam kochen, vor dem Fernseher essen, nicht ganz so spät ins Bett, um endlich mal wieder richtig auszuschlafen, ohne den nächtlichen (spätestens sehr frühmorgendlichen)  Kinderbesuch im Bett. Dann entspannt, und ohne den sonst bei uns üblichen morgendlichen Stress (hier beschrieben), frühstücken, dabei vielleicht sogar ein paar Zeilen, ach was, ganze Artikel in der Zeitung lesen. Danach entspannt duschen und in aller Ruhe tun, wonach einem ist: Galerie, Kinobesuch, Museum, Flohmarkt – ohne ständig darauf achten zu müssen, dass die Kinder 1. nicht abhanden kommen im Gewimmel und 2. nicht alles anfassen und umschmeißen. Vom fortwährenden „MAAAMAAAAAA, kaufst Du mir das?“, „MAAAAAMAAAAAAA, kann ich das haben?“ und – IMMER in den wirklich unpassendsten Momenten –  „MAAAAMAAAAAAA! Ich muss Kacka!“, mal ganz zu schweigen.

017aab7b11b5e7797ca7dd49cb497dbb20a4f26196

Leider habe ich gemerkt, dass mich diese ungewohnte Freiheit teilweise sehr überfordert: plötzlich hat man so viele Möglichkeiten. Wofür soll man sich da nur entscheiden? Was, wenn man am Ende doch nicht die (vermeintlich) beste aller Optionen gewählt hat?  Dann ärgert man sich und muss (wie in unserem Fall) mindestens ein halbes Jahr warten, bis man wieder einmal „Kinderfrei“ hat. Irgendwie fühlt man sich wie in einer Fernbeziehung: man unternimmt nicht oft etwas zusammen, aber wenn, dann MUSS es PERFEKT sein. Wenn nicht, ist man frustriert.  Man ist daher angespannt, nervös und dummerweise ist die Atmosphäre gerade deshalb eben nicht perfekt. So ähnlich wie an Silvester. Kennt Ihr das? Am 31.12. muss die Party einfach super werden. MUSS! Man hat so viele Erwartungen an diesen einen Abend, dass die Enttäuschung eigentlich schon vorprogrammiert ist. Die besten Abende hat man doch fast immer spontan, wenn man locker und ohne große Erwartungen irgendwo hingeht und sich einfach vom Abend und seinen Begebenheiten treiben lässt. Mit kleinen Kindern kann man aber in dieser Hinsicht nicht spontan sein. Alles muss vorher organisiert werden. Und dann heißt es, gut zu panen, um diese kostbare Zeit voll auszunutzen. Ohne Kinder bin ich selbst in meinen eigenen vier Wänden von den unzähligen Möglichkeiten überfordert. Habe ich mal einen freien Nachmittag, freue ich mich schon Tage vorher unglaublich darauf: einfach mal nur machen, worauf ICH Lust habe: lesen, malen, backen, bloggen, Fotoalben einkleben (wenigstens die Urlaubsfotos möchte ich auch analog archivieren), …. die Liste ist lang. Doch kaum ist meine Familie aus der Tür, sitze ich da — und weiß nicht, was ich (zuerst) machen soll. Nach einigen Minuten entscheide ich mich dafür, dass es erst einmal gemütlich werden muss, um sich auch wirklich entspannt etwas widmen zu können, also fange ich an, das Haus aufzuräumen und zu putzen. Kurz bevor ich fertig bin, klingelt es auch schon an der Tür. Mein Sohn, der wie immer vorgerannt ist, strahlt mich an: „Wieder daaaaaa!!!!“

01db17bc31e8b02a08d915dd4ff497869960f1a67d

Frei vorbei…. hm, gut, dann werde ich jetzt mal Essen machen….

Alltag mit Kindern – oder doch nur alles eine Phase??

„Was genau ist denn eigentlich so stressig?“, fragte mich meine kinderlose Kollegin (und liebste Freundin) nachdem ich ihr gestern mal wieder mein Leid klagte. Ich sei zur Zeit echt fertig, erzählte ich ihr, völlig am A…, fühle mich ausgelaugt, ohne Kraft und Energie.  Und dann diese Mehrfachbelastung, aber vor allem diese Kinder!!… Tja, was genau ist so stressig? Es beginnt morgens mit dem frühen Aufstehen. Immer. Auch an den Wochenenden. Und wenn die Kinder schon so früh aufstehen, können sie natürlich auch nicht ruhig spielen oder etwas malen; nein, dann wird erstmal das lauteste Spielzeug (die spanischen sind da besonders leistungsstark!) eingeschaltet, so dass auch wirklich JEDER der noch schläft aufwacht. Sobald dann alle Kinder wach sind, fängt auch schon das Ärgern an. Jeder jeden und in jeglicher Art und Weise; die kleineren hauen und kneifen sich dann auch schon mal. Entsprechend laut schreit dann das jeweilige Opfer. Entweder sie kriegen sich von alleine wieder ein und spielen etwas anderes – meist etwas noch lauteres wie z.B. fangen, wobei sie die Treppe, die direkt an die Nachbarwand grenzt, hoch und runterrennen und dabei schreien – oder sie machen so lange weiter, bis einer von uns Eltern, müde und gereizt, hochstürmt und sie ermahnt, doch bitte endlich ruhig zu sein – ok, manchmal vergessen wir das Bitte vielleicht auch…

Ist das „Spiel“ unterbrochen, kommen auch prompt die ersten Forderungen: „Mama, gib mir Papier. Ich will malen!“ Noch bevor ich darauf reagiere, kommt dann schon die nächste Forderung vom gleichen Kind „Mamaaaa, ich will frühstücken!“,  gefolgt von „MAMAAAAA…. FERTIG! KACKA GEMACHT!!“ vom anderen Kind oben im Bad. Es ist dann meist gegen 7:00 an einem Sonnatgmorgen. Ich gebe mich geschlagen und stehe auf. An dieser Stelle muss ich zugeben, dass ich dann auch schon mal Brötchen holen gehe, einfach um diesem Chaos zu entkommen. Statt nur schnell Brötchen zu holen und dann sofort wieder nach Hause zu fahren, bestelle ich mir jedoch erst einmal  einen großen Cappuccino und komme zu mir. Wieder zu Hause murmel ich dann meist etwas von wegen, die Croissants hätten noch 10 Minuten im Ofen gebraucht. Überlebensstrategie halt…

Nach dem Frühstück, während dem man natürlich ständig aufstehen muss, weil eines der Kinder gerade ganz dringend ein Taschentuch/ genau den Brotaufstrich, der gerade nicht auf dem Tisch steht / genau das Getränk, das gerade nicht auf dem Tisch steht braucht, oder man einen Lappen holen muss, um den Kakao, den eines der Kinder umgestoßen hat, aufzuwischen, kommt dann auch schon die Frage „Was machen wir heute?!“ Machen… immer machen… wie schön waren die Zeiten, als ich sonntags nie etwas machen musste, außer vielleicht mich mit Freunden (da hatte ich noch welche) zum Brunch zu treffen und nachmittags zu Hause ein Buch zu lesen, baden zu gehen, mir die Nägel zu lackieren. Hach ja… Nun gut – zurück ins Hier und Jetzt: also, wir machen etwas. Aber selbst das ist ein Kampf, denn spätestens wenn es ans Anziehen geht, gehen die Diskussionen wieder los: Carlos hat stets genaue Vorstellungen von dem, was er anziehen will – egal , ob die Sachen gerade schmutzig oder noch nass sind. Emma hat genaue Vorstellungen davon, was sie nicht anziehen möchte: das kratzt, das ist hässlich, nein, sie will keine Jacke bei 10 Grad Außentemperatur, Carla besteht auf ihre Sommersandalen, auch wenn diese ihr schon zwei Nummern zu klein sind (vom unpassenden Wetter mal ganz abgesehen)… AAAARRRGGGHHH!!! Weiter geht´s mit den Spielsachen: Emma möchte ihre Puppe im Puppenwagen mitnehmen, aber Carla hat ihren Wagen. Nein, das sei ihr wagen, nein, es sei Emmas. Beide schreien. Carlos freut sich, dass wieder „Action“ ist. Er dreht nun richtig auf. Klatscht in die Hände und tobt munter zwischen seinen Schwestern herum, was diese (und mich!) noch nervöser macht. Sich angezogen hat er aber immer noch nicht….

I could go on, and on, and on, aber ich glaube, man bekommt einen Eindruck. Was ich meine ist, man fühlt sich, als kämpfe man ständig gegen Windmühlen, muss für die kleinsten Kleinigkeiten solch eine Energie aufwenden, dass man eigentlich gar keine Lust mehr hat, etwas zu unternehmen, man hat nie frei, ist fortwährend fremdbestimmt und kommt irgendwie nie zur Ruhe – erst wenn die Kinder abends schlafen, aber dahin ist es ein langer Weg, nachdem man oft selbst nur noch tot ins Bett fällt – schließlich muss man ja am nächsten Tag wieder früh raus…

Geht das nur mir so, oder ist das bei Euch ähnlich?

 

Hilfe! Ihre Kindheit rast nur so an mir vorbei!

Neulich las ich einen Bericht von einem Vater, der seinen 3-jährigen Sohn sehr plötzlich und unerwartet aufgrund einer Hirnblutung verlor. Er plädiert nun dafür, dass man radikal jeden Moment mit seinen Kindern voll ausnutzen und genießen solle, da es ja immer auch der letzte sein könne. Man solle immer und überall Zeit zum Spielen freimachen, da nichts so wichtig wäre, als dass es nicht ein paar Minuten warten könne. Vor seinem Hintergrund aus betrachtet, klingt das natürlich einleuchtend: Hätte ich ein Kind verloren, würde ich womöglich auch denken: hätte ich mal dann und dann länger mit ihm gekuschelt, hätte ich da und da nur mal gelassener und liebevoller reagiert, hätte ich mich an den Wochenenden mal lieber nur ihm statt der Wäsche/ Steuererklärung/ meinem Blog (ähem) gewidmet. Hätte ich mal nur jeden Tag so gelebt als wäre es sein (oder mein?) letzter.

01dda3f2a9c8dec7d4c465ba4aba5bdc34c6f3536e

Live everyday as if it was your last – echt jetzt?!

Prompt machte sich das schlechte Gewissen bei mir breit: Was bin ich nur für eine schlechte Mutter, die die Kindheit ihrer Sprösslinge gar nicht so richtig, ständig, tausendprozentig und voll und ganz genießen kann, weil es einfach noch sooooo viele andere Dinge in ihrem Leben gibt, um die sie sich kümmern muss. Und einiges, um das sie sich sogar kümmern will. Eine, die sich auch ganz bewusst und ganz egoistisch mal nur ihren eigenen Interessen widmet. Klar, die Zeit geht so schnell vorbei, die Kinder werden größer. Sie werden von Tag zu Tag selbständiger. Bevor man sich versieht, sind sie erwachsen. Immer häufiger ergreift mich in letzter Zeit die Panik, die Kindheit meiner Mäuse gar nicht richtig mitzubekommen. Müsste man nicht eigentlich alles andere hinten anstellen, den Job kündigen, Hobbys aufgeben,… – einfach, um auch wirklich alles, was mit der Entwicklung dieser (noch) kleinen Wesen zu tun hat, voll und ganz mitzubekommen? Diese Zeit auskosten, als ob es kein Morgen gäbe?

01d9ea31aa1618f7666808a9fe2339e83c3114da9c

Nein. Man KANN doch gar nicht so leben, als ob jeder Tag der letzte sei! Das wäre ja auch völlig unrealistisch, da er es in den allermeisten Fällen erst nach ca. 80 Jahren ist. Die Zeit, also quasi jede freie Minute, mit den Kindern voll auszunutzen bis sie aus dem Haus sind, würde ja bedeuten, 18 Jahre lang (bei mehreren Kindern entsprechend länger) nur für jemand anderen zu leben und selbst auf der Stecke zu bleiben. Viele Mütter, die ihren einzigen Lebenssinn in ihren Kindern sehen, stehen ganz schön doof da, wenn diese dann ausziehen – obwohl, bzw. gerade weil, sie ja eigentlich keine Möglichkeit mit ihnen Zeit zu verbringen ausgelassen haben, fallen sie in ein tiefes Loch. Und auch für das Kind ist es eine Belastung, so sehr zum Lebensmittelpunkt gehypt zu werden. Wie auch in jeder anderen Liebesbeziehung, ist es wichtig, dass man sich seine Hobbys und seinen eigenen Freundeskreis beibehält, eigenständig bleibt, sonst verfällt man leicht in eine emotionale Abhängigkeit – was gerade in der Elternrolle ja das genaue Gegenteil von dem ist, was man eigentlich vorleben sollte. Ich kenne selbst einige Kinder solcher Mütter, die aus schlechtem Gewissen ihnen gegenüber auf Dinge verzichten, die sie eigentlich gerne hätten: „Nein, ich kann leider nicht bei dir schlafen, weil meine Mutter nicht ohne mich einschlafen kann“, hat mal ein Kind zu meinem Sohn gesagt. Da schlägt die gut gemeinte Fürsorge  schnell ins Gegenteil um.

0162d2b36b8f8d774db3c7dc609694d5124112c97a

Quality time statt völliger Selbstaufgabe

Bestimmt gibt es Mütter, für die es das Allerschönste ist, sich voll und ganz und ständig ihren Kindern zu widmen, und wenn sie dann den Abschied bei deren Auszug auch noch halbwegs gut überstehen, ist das ja auch alles schön und gut. Ich bin nicht so. Ich möchte, trotz Mutterschaft, mich nicht nur über die Erfolge, Erlebnisse und Misserfolge meiner Kinder definieren. Ich möchte selbst noch ein eigenständiger Mensch sein, der seinen eigenen Interessen und Hobbys nachgeht, der selbst noch Träume hat und diese realisieren möchte, für sich, und nicht erst wieder in 18 Jahren, denn auch ich werde ja nicht jünger… Ich liebe meine drei Kinder über alles, und auch ich denke jetzt schon mit Wehmut an vergangene Zeiten mit ihnen zurück, bekomme schon jetzt ein mulmiges Gefühl im Bauch beim Gedanken an die Einschulung meiner mittleren Tochter, die nächstes Jahr ansteht. Aber das ist der Lauf der Dinge. Und das ist auch gut so! Ich würde nicht wollen, dass meine Kinder für immer klein bleiben. Unsere Kinder bleiben doch schließlich immer unsere Kinder, auch wenn sie 30, 40 oder 50 sind. Und auch dann gibt es doch sicher schöne Dinge, die man mit ihnen erleben wird: Hochzeiten, ihre eigene Elternschaft, die uns dann zu Omas macht, vielleicht sogar gemeinsame Urlaube… Klar, ist das nicht das gleiche wie der erste Zahn, die ersten Worte oder Schritte, aber sicher auch ein Stück entspannter. Dennoch möchte auch ich diese allerersten wichtigen Erlebnisse, wie auch den ganz schlichten Kinderalltag, mit ihnen teilen, genießen und voll mitbekommen. Leider ist meine Zeit aber limitiert. Was also tun? Auf keinen Fall verzweifeln und sich Vorwürfe machen! Ich denke, die richtige Mischung macht´s: Quality time statt Quantity time ist das Stichwort. Dieses Wochenende werden wir etwas Tolles als Familie unternehmen, das nächste muss ich mich dann aber leider wieder dem liegengebliebenen Papierkram aus der Woche annehmen, der Papa wird sich derweil um Einkauf, Haus und Garten kümmern. Da können sie dann gern helfen, oder unter sich spielen. Wenn sie dann bei ihren Freunden spielen oder sogar übernachten dürfen und dort Spaß haben, umso besser! Hauptsache es geht ihnen gut!