Drei Kinder und ein Food Truck – Mama und Papa machen sich selbständig

Ihr Lieben, wer mir auch auf Facebook und/oder Instagram folgt, weiß bereits, dass ich in letzter Zeit viiiiieeeeeel Arbeit hatte und keinen freien Kopf, bzw. freie Zeit für irgendetwas (daher auch soooo lange kein neuer Post von mir). Den Grund dafür möchte ich Euch hiermit feierlich verraten: Westenddad und ich machen uns gerade selbständig! Womit? Mit einem spanischen Food Truck, spezialisiert auf Tapas und Grillhähnchen.

 

 

So, nun ist es raus!

Der Grund dafür? Wir lieben Stress und Verantwortung 😉 , vor allem aber wollten wir unsere Leidenschaft, das Kochen, Essen und Trinken schon lange zum Beruf machen. Unser ursprüngliches Vorhaben, eine kleine Pollería (Hähnchen- und Tapasbar) im andalusischen Stil zu eröffnen, haben wir nach reichlichem Überlegen, Durchrechnen und Abwägen schließlich für die Pollería auf Rädern hintenangestellt: die Vorteile des Trucks sind ganz klar die höhere Flexibilität und das geringere Risiko. Sollte unser Geschäft – warum auch immer – überhaupt nicht laufen oder wir merken, dass es doch nicht das Richtige für uns ist, können wir es einfach wieder aufgeben: wir sind an keine langjährigen Mietverträge gebunden, auch auf keinen Vermieter angewiesen. Wenn wir in den Schulferien Urlaub machen wollen, schließen wir den Truck ab und sind weg. Wir haben keine hohen Fixkosten, wie z.B. die Miete. Die Standgebühren sind meist überschaubar.

 

Dennoch hängt auch sehr viel Arbeit an einem Food Truck

Soooo einfach wie es klingt ist es dann aber doch nicht. Gerade am Anfang muss alles erst einmal aufgebaut und organisiert werden. Die Webseite muss gestaltet, das Logo designt, (Reise-)Gewerbe angemeldet, der Truck zugelassen, versichert, lackiert, die Lieferanten und Mitarbeiter gefunden werden, ebenso wie eine professionelle Gastroküche, in der die Speisen zubereitet und gelagert werden dürfen. Und Standplätze dürfen natürlich auch nicht fehlen, denn leider kann man sich in Deutschland nicht einfach, wie beispielsweise in den USA, an den Straßenrand stellen und munter verkaufen. Ihr könnt euch also vorstellen, dass mein Kopf in den letzten Wochen entsprechend voll war und ich daher auch so gar keine Zeit oder Energie für irgendetwas anderes aufbringen konnte.

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Und die Kinder?

Nicht mal wirklich für die Kinder, muss ich zu meiner Schande gestehen. Zum Glück sind sie unter der Woche in ihrer Kita und dem Hort wirklich gut versorgt, so dass das kein Problem war, aber die Wochenenden waren schon hart, besonders die letzten: die Umlackierung ist zum Beispiel erst am Freitagabend fertig geworden, am Samstag mussten wir dann unsere Speisen für die Veranstaltung am 1. Mai vorbereiten, eine Lenkradkralle kaufen (alle KFZ, die auf dem Festgelände über Nacht blieben, brauchten laut Angaben der Polizei eine, sonst wären sie abgeschleppt worden – nicht auszudenken!), die Playlist zusammenstellen, noch schnell einen Verstärker kaufen, den Kühlanhänger abholen, die Menütafel gestalten, und, und, und… Wir sind fast wahnsinnig geworden; auch die Kinder haben ihr Übriges dazu beigetragen: sie waren nervös, überdreht und haben uns zusätzlich gestresst – unsere Anspannung hat sich auf sie übertragen. Ich fühlte mich wie die schlechteste Mama der Welt; war nur noch angespannt, am Schreien und hatte weder Zeit noch Nerven für die Mäuse. Vor lauter Stress vergaß ich am Samstag sogar Carlos´ Reitstunde (er übrigens auch) …  Statt etwas Schönes mit ihnen zu unternehmen, mussten sie mitkommen zum Einkaufen, Mitarbeiterabholen, Aufbauen. Zum Glück sprang schließlich mein Cousin (und Nachbar) und seine Familie (spanische Frau und insgesamt 8 (!) Patchworkkinder und Hund) ein. Die Mäuse durften dort zwei Mal übernachten und auch zu unserer nächsten größeren Veranstaltung, dem Karneval der Kulturen, werden sie dort unterkommen. Was ich daraus gelernt habe: Sich selbständig zu machen ist eine große Sache. Sie erfordert viel Arbeit, Mut und Hingabe. Organisation ist wichtig. Man kann es schaffen, auch mit drei Kindern, aber ohne Hilfe schafft man es nicht.

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Nun haben wir also drei Kinder und einen Food Truck. Schaut doch mal auf dessen Seite vorbei: http://www.chicos-chicken.de. Man kann uns übrigens auch buchen, weiterempfehlen, liken, etc. Ihr wisst schon 😉

 

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Drei sind (mindestens) eines zuviel

Wir haben drei Kinder. Gerade wie jetzt auf Reisen merken wir immer häufiger, dass die moderne westliche Welt nicht auf drei Kinder, sprich auf eine fünfköpfige Familie, ausgerichtet ist. Wir sind einfach zu viele…

Zu viele für Auto, Bus, Bahn

Es fängt schon beim Auto an. Zwar ist der Standard ein Fünfsitzer, aber sind wirklich alle Plätze besetzt, fährt es sich doch ziemlich eng. Mal eine Freundin zusätzlich mitnehmen? Unmöglich! Also muss dringend ein Siebensitzer her. Doch auch bei dem geht es mit drei Kindern problematisch weiter: Getränkehalter sind hinten nur zwei vorhanden, Rücksitze, an denen man z.B. Bildschirme befestigen kann (gerade auf längeren Fahrten wie bei uns nach Spanien unabdingbar), gibt es nur zwei Mal, also muss entweder ein Kind auf das Bespaßungsprogramm verzichten (ha, ha, ha), oder es muss auf die hinterste Sitzreihe ausweichen; was natürlich keiner will.

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Wenn man nicht mit dem Auto reist, stößt man auf dieselben Probleme: Sitze gibt es nämlich auch in öffentlichen Verkehrsmitteln immer nur zwei oder (wenn man Glück hat) vier zusammen, aber nie fünf oder mehr. Also wird einer auf den Schoß genommen (ungemütlich), oder muss allein sitzen (will niemand, außer vielleicht ein Elternteil, welches dem anderen allerdings nicht zumuten kann, sich allein um drei Kinder zu kümmern), oder die Familie muss sich in zwei Grüppchen aufteilen.

 

Zu viele fürs Hotelzimmer

Weiter geht´s im Hotel: klassisch gibt es Einzel- und Doppelzimmer. Ein Kinderbett kann meist dazugestellt werden. Nicht aber drei! Familienzimmer gibt es in den wenigsten Hotels, und selbst die sind standardmäßig auf zwei Kinder ausgerichtet, also müssen sich die Eltern entweder aufteilen und zwei Zimmer buchen oder (so wie wir) einfach ein Vierbett-Familienzimmer nehmen und ihre drei Kinder in ein Doppelbett packen – wobei man bei dieser Variante auf eine Lektion des Rezeptionisten gefasst sein muss.

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Zu viele für den Tisch im Restaurant

Im Restaurant ist es ähnlich: Ein Tisch ist klassicherweise auf zwei oder vier Personen ausgerichtet. Zu fünft müssen wir also entweder zwei Tische zusammenstellen (oft, gerade wenn es voll ist, nicht gern gesehen) oder wir quetschen noch einen Stuhl an die Kante und sitzen wieder mal ziemlich eng und unbequem. Und komischerweise oft mit dem absurden Gefühl, uns für unsere Vielzahl entschuldigen zu müssen.

 

Als fünfköpfige Familie muss man stets gut organisiert sein, alles muss frühzeitig reserviert  werden. Bye-bye Spontaneität. Sonst hat man es schwer. Kreativität ist gefragt, Improvisation an der Tagesordnung. Immer wieder merkt man: drei Kinder sind definitiv mindestens eines zuviel. Ab und zu ertappe ich mich beim Gedanken, wie es wohl wäre, wenn wir nur ein oder zwei Kinder hätten… Ja, vieles wäre weniger umständlich, weniger anstrengend, aber dennoch möchte ich natürlich keines meiner Kinder missen. Nein, wir passen nicht in das klassische Vater-Mutter-Kind-Kind-Schema. Wir sind etwas Besonderes. Und das ist auch gut so!

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Habt Ihr auch mehr als zwei Kinder und ähnliche Erfahrungen gemacht?

#familylife – wenn die ganze Familie krank ist

Oh Mann…. Es ist mal wieder soweit: pünktlich eine Woche vor unserem Osterurlaub werden wir alle krank. Es fing letzten Samstag an. Carla (5) war auf einen Geburtstag eingeladen, auf den sie sich schon sehr freute. Das Geschenk war besorgt und eingepackt, alles war vorbereitet. Gegen Mittag gingen die Kinder baden; und da fing es an: Carla fühlte sich schlapp, bekam Schüttelfrost und erhöhte Temperatur. Den Geburtstag musste ich absagen. Nachts durfte sie in meinem Bett schlafen. Die halbe Nacht hustete sie (direkt in mein Gesicht) und ich kochte Tee, reichte ihr Taschentücher. Am Sonntag ging dann gar nichts mehr bei der kleinen Maus. Sie hatte den ganzen Tag über Fieber, aß (bis auf die Apfelstücke, die ich ihr fütterte) nichts und schlief die meiste Zeit.

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Abends, als unsere beiden Mädchen endlich ruhig eingeschlafen waren, machten wir es uns mit unserem Sohn (9) vor dem Fernseher gemütlich. Wenigstens etwas abschalten, etwas Ruhe bevor wir ins Bett gingen. Plötzlich kotzte unser Sohn ohne jegliche Vorankündigung aufs Sofa – nein, er hatte sich nicht angesteckt; er hatte während wir die Mädchen ins Bett brachten, einen Liter Eistee auf ex getrunken (warum auch immer) und nun Luft im Bauch, und irgendwie ergoss sich dann alles auf einmal im Schwall über unser Sofa… Natürlich sind Westenddad und ich nach über 10 Jahren und insgesamt vier Kindern, ein eingespieltes Team: ohne uns abzusprechen sprangen wir beide auf und erledigten routiniert unsere Aufgaben. Ich kümmerte mich um unseren Sohn, er sich ums Sofa. Dann gingen wir ins Bett – nix mit ruhigem Fernsehabend.

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Am nächsten Morgen ging es Carla schon wieder besser, aber nun fing es bei mir an: Kratzen im Hals, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit. Ausruhen war nicht wirklich drin: viel zu viele Termine standen an (schließlich sind wir ja bald wieder einige Wochen weg) – und die Sofabezüge mussten gewaschen werden. Nachts fing dann unsere Kleinste (4) an: sie kam wimmernd zu uns ins Bett, hustete und war heiß wie eine Kartoffel. Here we go again!… Carlos geht´s wie immer super, er ist nie krank, und er hat uns versprochen, keine Getränke mehr zu exen. Er ist gerade in der Schule. Wir anderen vier hängen mehr oder weniger angeschlagen so herum: Papa und Emma im Bett, Mama und Carla auf dem Sofa. Krank und frustriert. Im Hinterkopf alle Dinge, die wir eigentlich jetzt machen müssten. Vor allem ich komme damit schlecht klar, werde unruhig und fühle mich nutzlos. Kranksein ist ja so eine Zeitverschwendung, Fremdbestimmung, deprimierend. Wenigstens habe ich es geschafft, mal wieder einen Blogpost zu verfassen! 😉

Freundebücher – Wettbewerb schon im Kindergarten?

Freundebücher sind bei uns in der Kita gerade der große Renner. Gestern musste ich mal wieder gleich zwei auf einmal für meine Mittlere ausfüllen, aber selbst die 3-Jährige kam schon öfters mit einem an. Heute früh lag schon wieder eines in ihrem Fach. Dann weiß ich also, was heute Abend zu tun ist… Das Positive ist aber, dass „Freundebücher – Wettbewerb schon im Kindergarten?“ weiterlesen

Alltag mit Kindern – oder doch nur alles eine Phase??

„Was genau ist denn eigentlich so stressig?“, fragte mich meine kinderlose Kollegin (und liebste Freundin) nachdem ich ihr gestern mal wieder mein Leid klagte. Ich sei zur Zeit echt fertig, erzählte ich ihr, völlig am A…, fühle mich ausgelaugt, ohne Kraft und Energie.  Und dann diese Mehrfachbelastung, aber vor allem diese Kinder!!… Tja, was genau ist so stressig? Es beginnt morgens mit dem frühen Aufstehen. Immer. Auch an den Wochenenden. Und wenn die Kinder schon so früh aufstehen, können sie natürlich auch nicht ruhig spielen oder etwas malen; nein, dann wird erstmal das lauteste Spielzeug (die spanischen sind da besonders leistungsstark!) eingeschaltet, so dass auch wirklich JEDER der noch schläft aufwacht. Sobald dann alle Kinder wach sind, fängt auch schon das Ärgern an. Jeder jeden und in jeglicher Art und Weise; die kleineren hauen und kneifen sich dann auch schon mal. Entsprechend laut schreit dann das jeweilige Opfer. Entweder sie kriegen sich von alleine wieder ein und spielen etwas anderes – meist etwas noch lauteres wie z.B. fangen, wobei sie die Treppe, die direkt an die Nachbarwand grenzt, hoch und runterrennen und dabei schreien – oder sie machen so lange weiter, bis einer von uns Eltern, müde und gereizt, hochstürmt und sie ermahnt, doch bitte endlich ruhig zu sein – ok, manchmal vergessen wir das Bitte vielleicht auch…

Ist das „Spiel“ unterbrochen, kommen auch prompt die ersten Forderungen: „Mama, gib mir Papier. Ich will malen!“ Noch bevor ich darauf reagiere, kommt dann schon die nächste Forderung vom gleichen Kind „Mamaaaa, ich will frühstücken!“,  gefolgt von „MAMAAAAA…. FERTIG! KACKA GEMACHT!!“ vom anderen Kind oben im Bad. Es ist dann meist gegen 7:00 an einem Sonnatgmorgen. Ich gebe mich geschlagen und stehe auf. An dieser Stelle muss ich zugeben, dass ich dann auch schon mal Brötchen holen gehe, einfach um diesem Chaos zu entkommen. Statt nur schnell Brötchen zu holen und dann sofort wieder nach Hause zu fahren, bestelle ich mir jedoch erst einmal  einen großen Cappuccino und komme zu mir. Wieder zu Hause murmel ich dann meist etwas von wegen, die Croissants hätten noch 10 Minuten im Ofen gebraucht. Überlebensstrategie halt…

Nach dem Frühstück, während dem man natürlich ständig aufstehen muss, weil eines der Kinder gerade ganz dringend ein Taschentuch/ genau den Brotaufstrich, der gerade nicht auf dem Tisch steht / genau das Getränk, das gerade nicht auf dem Tisch steht braucht, oder man einen Lappen holen muss, um den Kakao, den eines der Kinder umgestoßen hat, aufzuwischen, kommt dann auch schon die Frage „Was machen wir heute?!“ Machen… immer machen… wie schön waren die Zeiten, als ich sonntags nie etwas machen musste, außer vielleicht mich mit Freunden (da hatte ich noch welche) zum Brunch zu treffen und nachmittags zu Hause ein Buch zu lesen, baden zu gehen, mir die Nägel zu lackieren. Hach ja… Nun gut – zurück ins Hier und Jetzt: also, wir machen etwas. Aber selbst das ist ein Kampf, denn spätestens wenn es ans Anziehen geht, gehen die Diskussionen wieder los: Carlos hat stets genaue Vorstellungen von dem, was er anziehen will – egal , ob die Sachen gerade schmutzig oder noch nass sind. Emma hat genaue Vorstellungen davon, was sie nicht anziehen möchte: das kratzt, das ist hässlich, nein, sie will keine Jacke bei 10 Grad Außentemperatur, Carla besteht auf ihre Sommersandalen, auch wenn diese ihr schon zwei Nummern zu klein sind (vom unpassenden Wetter mal ganz abgesehen)… AAAARRRGGGHHH!!! Weiter geht´s mit den Spielsachen: Emma möchte ihre Puppe im Puppenwagen mitnehmen, aber Carla hat ihren Wagen. Nein, das sei ihr wagen, nein, es sei Emmas. Beide schreien. Carlos freut sich, dass wieder „Action“ ist. Er dreht nun richtig auf. Klatscht in die Hände und tobt munter zwischen seinen Schwestern herum, was diese (und mich!) noch nervöser macht. Sich angezogen hat er aber immer noch nicht….

I could go on, and on, and on, aber ich glaube, man bekommt einen Eindruck. Was ich meine ist, man fühlt sich, als kämpfe man ständig gegen Windmühlen, muss für die kleinsten Kleinigkeiten solch eine Energie aufwenden, dass man eigentlich gar keine Lust mehr hat, etwas zu unternehmen, man hat nie frei, ist fortwährend fremdbestimmt und kommt irgendwie nie zur Ruhe – erst wenn die Kinder abends schlafen, aber dahin ist es ein langer Weg, nachdem man oft selbst nur noch tot ins Bett fällt – schließlich muss man ja am nächsten Tag wieder früh raus…

Geht das nur mir so, oder ist das bei Euch ähnlich?

 

Schlafenszeit, aber keiner will ins Bett…

Wir sind letztes Wochenende endlich umgezogen. In das Haus, das wir geerbt haben. Das Haus ist wunderschön und befindet sich in einer Traumlage in Berlin-Westend. Aber es ist mit seinen (bislang nur) drei Zimmern leider etwas zu klein für eine fünfköpfige Familie wie uns.  Bis es umgebaut ist, müssen sich unsere drei Kinder nun erst einmal ein Zimmer teilen. Das ist eigentlich kein Problem, denn sie sind sowieso immer zusammen. Noch nie ist eines in seinem Zimmer geblieben und hat dort ruhig für sich allein gespielt. Jetzt im Sommer sind sie ja eh meist im Garten zugange, und davon abgesehen sind sie auch nur an den Wochenenden – wenn überhaupt – mal den ganzen Tag zu Hause. Es geht also. Was allerdings nicht geht, ist das abendliche Ins-Bett-Bringen! Wie die meisten Kinder wollen meine abends nicht schlafen gehen. Ich hingegen bin müde, habe meist noch nicht gegessen und freue mich auf mein Fernsehprogramm. Meine Abende sind mir heilig. Ich zelebriere sie geradezu: Ich zünde mir Kerzen an, koche mir etwas Leckeres und trinke ein schönes Gläschen Wein dazu. Das ist, glaube ich, eine meiner Überlebensstrategien, ein entspannender Ausgleich zu  meinem Leben als berufstätige, studierende Dreifach-Mami. Westenddad ist ja bekanntlich in der Gastronomie tätig und somit ab 15:00 raus. Quasi bin ich ab dann alleinerziehend. Ich muss unsere Kinder alleine aus der Kita abholen, sie alleine baden, ihnen alleine etwas kochen (meist vorher noch einkaufen), alleine mit ihnen Zähne putzen und, ja, sie dann eben auch alleine ins Bett bringen. Das Problem ist, dass nicht nur sie abends müde und quengelig sind, sondern auch ich. Ich möchte, dass sie nach dem Zähneputzen und der Gute-Nacht-Geschichte selig und zügig in ihren Bettchen einschlummern, tief und fest, und bis zum nächsten Morgen. Meine Kinder sehen das leider anders. Sie wollen spielen, spielen, spielen. Und jede einzelne Minute bis sie einschlafen ausnutzen. Sobald ich aus ihrem Zimmer raus bin, höre ich sie leise reden. Leise reden ist ok, denke ich mir und sage nichts. Ich gehe die Treppe herunter, beginne mir etwas zu kochen. Da höre ich sie schon lauter. Das Essen ist nun aufgesetzt, ich habe gerade also keine Zeit, nachzusehen. Ich höre, dass sie aufgestanden sind, dass sie mittlerweile im Zimmer herumrennen. Ich gehe hoch, um nachzusehen. Da rennen alle, quietschend vor Lachen, schnell in ihre Betten und decken sich zu, so als ob sie nie aufgestanden waren. Innerlich muss ich grinsen. Ist ja schon süß. Aber ich möchte dann doch auch endlich mal Ruhe haben. Das sage ich ihnen. Ich gehe wieder die Treppe herunter. Hoffe, dass mein Essen mittlerweile nicht angebrannt ist. Da geht es wieder los…. Jetzt, wo alle drei in einem Zimmer schlafen, stacheln sie sich natürlich gegenseitig an, Quatsch zu machen, ermuntern den anderen dazu, und wollen selbst immer der sein, der am meisten herumkaspert.

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Gestern habe ich mal bei einer Erzieherin meiner Kinder nachgefragt, ob sie einen Tipp für mich hätte, denn ich wusste neulich echt nicht mehr weiter. Die Erzieherin erzählte mir von ihrer Kindheit in einem Waisenhaus in Südamerika. Dort wurden die Kinder in „Schichten“, ihrem Alter entsprechend, ins Bett gebracht. Die jüngeren zuerst, dann die Schulkinder, dann die Jugendlichen. Das riet sie mir auch. Doch jedes Kind einzeln ins Bett zu bringen, schien mir keine attraktive Lösung. Ich brachte also die beiden Kleinsten zusammen ins Bett während der Große noch etwas aufbleiben durfte. Wir guckten uns ein Buch an, kuschelten und dann sang ich ihnen ein Schlaflied vor. Die Mittlere war sofort weg, die Kleinste jedoch war bereits nachmittags auf dem Weg von der Kita nach Hause eingeschlafen und wollte nun nicht mehr. Sie weinte als ich aus dem Zimmer gehen wollte, also legte ich mich zu ihr ins Bett. Zwar beruhigte sie sich, aber jedes Mal wenn ich aufstehen wollte, fing sie wieder an zu schreien,  und da ich nicht riskieren wollte, dass die Mittlere aufwachte, legte ich mich wieder zu ihr ins Bett. Nach einer Stunde (!) hatte ich die Nase voll. Ich verpasste gerade meine Sendung und war noch ungeduscht, zum Glück hatte ich wenigstens schon mit den Kindern zusammen gegessen! Das Badezimmer liegt gleich neben dem Kinderzimmer, also sagte ich meiner Tochter, dass ich kurz duschen gehen würde und dann wiederkäme, um ihr noch ein Küsschen zu geben. Das schien ok für sie zu sein. Natürlich hoffte ich insgeheim, dass sie während meiner Abwesenheit einschlafen würde. Das schien auch fast zu klappen, denn es blieb auffällig ruhig. Ich war guter Dinge und schon abgetrocknet und im Bademantel, als sie plötzlich heulend in der Tür stand: „MAMAAAA; ich hab schon geschlaft aber ich muss PIIIPIIIIII!!!“… 😞

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Wie kriegt Ihr das abends alleine hin, mehrere Kinder ins Bett zu bringen? Was funktioniert bei Euch? Was nicht? Habt Ihr Tipps für mich?