Was wirklich zählt im Leben

Neulich hat uns unsere Tochter mal wieder gezeigt, was wirklich zählt im Leben, nämlich in aller erster Linie das Leben selbst! Im hektischen Alltag beschweren wir uns oft über Kleinigkeiten, nörgeln über vergebliche Vereinbarkeit, jammern über unsere stressigen Kinder und vergessen dabei ganz oft, wie glücklich wir uns eigentlich schätzen können, sie zu haben. Versteht mich nicht falsch: ich bin die Nörglerin Nummer eins und finde auch, dass es absolut ok ist, sich selbst ein wenig zu bemitleiden. (Alltag mit drei Kindern und Job und Haushalt und alles irgendwie unter einen Hut zu kriegen ist ja nunmal wirklich nicht immer einfach.) Aaaaber man sollte nie die Relation verlieren.

Neulich brachten wir, wie gewohnt, unsere Mädchen ins Bett. Der Junge durfte (als Ältester) noch etwas länger aufbleiben. Wie so oft wurde es nach dem Ins-Bett-Bringen wieder stetig lauter im Kinderzimmer. Plötzlich schrie unsere Kleinste (4) wie am Spieß. Auch das ist bei uns nicht besonders ungewöhnlich, aber Eltern lernen schon von ihren Babys, die unterschiedlichen Schreie einzuordnen – und dieser war definitiv kein harmloser. Schnell war klar, dass etwas passiert sein musste. Westenddad lief ins Kinderzimmer, Emma kam ihm schon entgegen. Sie weinte und schrie und würgte, versuchte immer wieder vergeblich, sich zu übergeben, doch aus ihrem Mund lief nur Speichel, vermischt mit etwas Blut. Ich kam schnell hinzu. Da sie wenigstens atmen konnte, war ich schon etwas beruhigter als der Papa. Sie schaffte, mir zu erklären, dass sie „Geld“ verschluckt hatte. Schnell zogen wir sie an und fuhren in die Notaufnahme. Die gesamte Fahrt über blieb sie ruhig und konzentriert, und als wir ankamen, hörte ich wie ihr Papa mit ihr redete während er ihr aus dem Auto half. Sie fragte ängstlich, ob sie jetzt eine Spritze bekommen würde, er antwortete ihr, dass dies nicht der Fall sein würde, sondern dass der Arzt lediglich ein Foto von ihrem Bauch machen würde, um zu gucken, wo sich das verschluckte Geld befand. Der Gedanke schien ihr auch nicht besonders zu gefallen, und so konzentrierte sie sich, und erbrach eine weitere Menge Speichel. Ich holte schon mal die Küchenrolle aus der Tasche, die ich extra für diesen Fall eingesteckt hatte, als ich plötzlich ein „Kling!“ vernahm. Sie hatte es tatsächlich geschafft, das Geld direkt auf dem Parkplatz vor der Notaufnahme zu erbrechen! Und entgegen meiner Annahme, dass es sich um ein Ein- oder Zwei-Cent-Stück handeln würde (meine Tochter ist gerade vier geworden), kam eine Ein-Euro-Münze zum Vorschein!

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Wir hatten so ein Glück! Nicht auszudenken, wenn die Münze statt in die Speise- in die Luftröhre geraten wäre… Der Krankenpfleger am Empfang erklärte uns noch, dass runde Gegenstände das Gefährlichste seien, was man verschlucken kann, da diese schnell die Luftröhre vollständig blockieren können, was logischerweise lebensgefährlich ist. Der zweijährigen Tochter einer Freundin meiner Freundin ist letztes Jahr genau das passiert: sie hat sich beim Abendessen an einem (runden) Würstchenstück verschluckt und ist erstickt, vor den Augen ihrer Mutter und ihres siebenjährigen Bruders. Die Mutter hatte alles menschenmögliche probiert, ihr zu helfen, sogar einen Kinder-Erste-Hilfe-Kurs hatte sie kurz zuvor noch erfolgreich abgeschlossen, doch auch der half nicht, denn, wie die Autopsie ergab, hatte sich das Stück direkt rund in die Luftröhre gesetzt, es gab einfach keine Chance. Das ist so schlimm! So tragisch! Und umso erschreckender, weil es sich um eine so alltägliche Situation handelte: die Familie saß beim Abendessen, keine besonders riskante Situation möchte man meinen. Unsere Mädchen haben gespielt. Den Euro hatte Emma an dem Tag von ihrem Papa bekommen, sie hatte ihn auf den Nachttisch gelegt und aus Befürchtung, ihre Schwester wolle ihn ihr wegnehmen, hatte sie ihn sich in den Mund gesteckt. Dort war er dann eine ganze Weile, bis sie ihn scheinbar reflexartig hinunterschluckte, so wie Kinder aus Versehen mal einen Kaugummi verschlucken.

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Zum Glück ist nichts weiter passiert, aber der Vorfall hat uns (vor allem meinen Schatz und mich) in vieler Hinsicht die Augen geöffnet, uns verdeutlicht, wie sehr wir doch das Leben (und das unserer Kinder!) feiern müssen. Wie unwichtig alles andere ist. Wie dankbar wir doch sein können. Es kann sooooo schnell vorbei sein. In der Nacht habe ich mich zum Schlafen ins Bett zwischen meine beiden Mädchen gelegt und weder die Enge noch die Tritte meiner Kleinsten (die sich immer sehr viel bewegt) haben mich gestört. Ich lag einfach da, zwischen meinen Kindern, und habe es genossen, sie atmen zu hören.

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Silvester und Neujahrsvorsätze

Wer sich an meinen letzten Post erinnert, der weiß, dass wir vor ein paar Tagen noch keinen Schimmer hatten, wie und vor allem wo wir hier in Jerez Silvester verbringen würden. Gerne wären wir natürlich mal eingeladen gewesen, aber da es wohl unser Schicksal ist, die ewigen Gastgeber zu ein, nehme ich dieses Schicksal hiermit ganz offiziell und gerne an. Wir feiern also bei uns im Apartment. Es werden kommen: die beiden Brüder von Amori mit ihren Partnerinnen, sowie dem Kind, meine „Schwiegermutter“ mit ihrem neuen Freund, sowie Onkel, Tante, Cousin und 16-jähriger Cousine vom Schatz samt erstem Freund, und selbstverständlich wir, also noch mal zwei Erwachsene und drei Kinder (vielleicht sollten wir Eintritt nehmen?)… Insgesamt 16 Personen, wenn ich richtig gezählt und keinen vergessen habe (also eigentlich eh so wie immer hier… 😉 ).

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hier fehlen nur drei Personen und die, die das Foto macht… 😉

Es werden also 16 Leute kommen, dennoch braucht man sich nur acht Namen zu merken. Die Spanier sind, was die Namensvergabe angeht, scheinbar nicht ganz so einfallsreich, so werden es heute Abend bei uns beispielsweise drei Carlos(se?), drei Josés und zwei Carmens geben. Ich bin zwar die einzige Maria, aber als Zweitname taucht dieser gleich vier Mal auf!

Wir werden heute Tapas essen, wobei jeder etwas mitbringt. Amori wird Cigallas (eine hier zu Silvester typische Gamba-Sorte) und Muscheln vorbereiten und ich kleine vegetarisch gefüllte Pimientos (Paprika) mit Reis und Tomatensoße. Aus Deutschland habe ich extra Bleigieß-Sets mitgebracht, das kennt man hier (bislang) nicht. Und um 0:00 – ganz wichtig – werden Weintrauben gegessen: die letzten 12 Sekunden vor 12 Uhr isst man jede Sekunde eine Weintraube (quasi eine für jeden Monat des neuen Jahres), das soll Glück bringen (probiert es mal aus, das ist gar nicht so einfach – ich hab´s jedenfalls noch nie geschafft, und ich übe schon seit 10 Jahren…), genau wie die Tatsache, dass man seinen Goldschmuck ins Sektglas legt, aus dem man trinkt und rote Unterwäsche trägt.

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So, da ich jetzt langsam anfangen muss, die Wohnung zu putzen, die Pimientos zuzubereiten etc., etc., muss ich nun leider zum Schluss kommen. Meine ganz persönliche, schonungslos ehrliche Neujahrsvorsatzliste fand ich aber so authentisch, die wollte ich schnell noch mit Euch teilen:

  1. weniger essen
  2. weniger trinken (Alkohol)
  3. mehr Wasser trinken
  4. Bauch weg
  5. mehr Geduld (v.a. mit den Kindern)
  6. mehr Quality Time (v.a. mit den Kindern)
  7. weniger Cybershit (Handy, Laptop, etc…)
  8. mehr im Augenblick leben und genießen/ einfach glücklich sein
  9. Putzfrau
  10. mehr/ bessere Struktur

Erkennt sich da etwa jemand wieder? Wie sieht Eure ganz ehrliche Liste aus?

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Ich wünsche Euch von ganzem Herzen ein wunderschönes Silvester und ein noch viel wundervolleres, erfolgreiches, gesundes neues Jahr 2018!!!!

xxxxxxx

Eure Maria, aka Westendmum

PS: Folgt mir auf Facebook. Ich werde Euch dort heute Abend, bzw. im Laufe des Tages, unsere Tapasvariationen präsentieren! 😛

 

Vom „Gastgeben“, Lagerkoller und warum es eigentlich auch ganz schön ist, dass die Feiertage endlich vorbei sind

Heute ist der 27.12.2017 und damit sind die Weihnachtsfeiertage ganz offiziell vorbei. Wie steht Ihr dazu? Ich persönlich finde es eigentlich ganz schön, denn im Grunde genommen ist es doch so: es beginnt ziemlich stressig: die (letzten) Geschenke müssen besorgt werden, das Festmahl muss erdacht, gekauft und zubereitet, das Heim geschmückt, geputzt und vorbereitet werden und – ganz wichtig – die lieben Kleinen haben Ferien und wollen beschäftigt werden. Gar nicht so leicht also, alles unter einen Hut zu kriegen, aber hey, das sind wir Mütter doch eh schon gewohnt, oder? Klar, aber an Weihnachten spitzt es sich irgendwie besonders zu; alles soll perfekt sein: die Geschenke, das Essen, der Look (sowohl von Haus als auch von sich selbst und dem Nachwuchs), … und vor allem soll die Stimmung weihnachtlich harmonisch sein. IMMER. Auch wenn man eventuell noch Verwandschaft von Außerhalb über die Feiertage bei sich aufgenommen hat, oder selbst beherbergt wird und sich natürlich an die gegebenen Regeln und Bräuche anpassen möchte – und das alles drei Tage lang (ok, mind. 2,5).

Nach dem stressigen Auftakt und dem fordernden Multitasking folgt der Lagerkoller. Es gibt kein Entfliehen. Die Geschäfte sind geschlossen (abgesehen von einer kleinen Flucht zur Tankstelle geht da nix), das Handy wird natürlich weitestgehend nicht genutzt (man will ja einen guten Eindruck machen), kurz mal 2-3 Stunden zu verschwinden, um einen Blogpost zu verfassen oder sich einfach mal eine kleine Auszeit zu gönnen? Völlig ausgeschlossen. Schließlich sind da ja auch noch die Kinder, die beschäftigt werden wollen. Das kann die Erziehungsideale ganz schön auf die Probe stellen: keine Playstation und maximal eine Stunde Fernsehen am Tag? Hahahaha… am 24. hält man es vielleicht noch durch, aber da gibt´s ja abends auch noch Geschenke, mit denen sie sich dann im besten Fall noch vergnügen, bevor es dann 2-3 Stunden später eh Zeit ist, ins Bett zu gehen. Aber spätestens ab dem 25. ist es dann vorbei – vor allem wenn (wie bei uns) DIE FEIERN IMMER BEI SICH ZU HAUSE STATTFINDEN. IMMER!.. Da kann man sich glücklich schätzen, wenn man wenigstens Oma/ Opa/ Tanten/ Onkel hat, die sich einigermaßen pädagogisch sinnvoll um den Nachwuchs kümmern, während man selbst am Organisieren, Haushaltschmeißen, Kochen, Machen und Tun ist (die Kinder einfach mithelfen zu lassen, ist auch gut, klappt aber meist nicht allzu lange). Nach dem Festessen wird´s dann ruhiger. Sehr ruhig teilweise. Das Essen ist verputzt, die Uhr zeigt jedoch erst 15:00 an. Was soll man denn nun noch bis zur nächsten Mahlzeit tun? In Spanien spielt man traditionellerweise Bingo und trinkt Anis, was wir natürlich auch taten, zwischendurch erkundeten wir Snapchat mit den Kindern: Ein Spaß für die ganze Familie! Aber klar, in den Hinterkopf schleichen sich schon wieder 100.000 Dinge, für die man die Zeit eigentlich viel besser nutzen könnte.. ein ungutes Gefühl der Fremdbestimmung macht sich breit. Nein! Stopp! Lebe im Hier und Jetzt! Genieße die Zeit mit der Familie!

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Wir sind die geborenen Gastgeber

Bitte nicht falsch verstehen: wir haben sehr gerne Gäste. Wir kochen und bewirten auch gerne. Aber wir sehnen uns auch einfach mal danach, eingeladen zu werden und uns bewirten zu lassen. (Natürlich helfen wir auch beim Tischabräumen oder Spülen danach!) Aber seit wir drei Kinder haben, kommen immer alle zu uns. Wir sind einfach zu viele geworden. Die Wohnungen unserer anderen Familienmitglieder sind zu klein, um die Feiern auszurichten, jedenfalls so, dass es für alle bequem ist. Nun wäre das ja eigentlich kein Problem, aber es ist eben schon so, dass der Gastgeber immer die meiste Arbeit hat. Und sich für alles und jeden verantwortlich fühlt. Hat jeder etwas zu trinken? Schmeckt das Essen? Ist dem kleinen Cousin vielleicht etwa langweilig, weil gerade der Sohn mit seinem Lieblingsspielzeug spielt? Um dies wenigstens ein Mal zu umgehen, sind wir letztes Jahr über Silvester nach Spanien gefahren, voller Vorfreude, nun auch endlich mal Gast sein zu dürfen. Einen Tag vorher dann die Ernüchterung: „Nein, nein, zu Silvester werden José und Carmen (Onkel und Tante von Amori, bei denen sonst IMMER gefeiert wurde) zu Euch ins Apartment kommen. Carmens Mutter ist ja nun schon älter und irgendwie komisch und eigenbrödlerisch geworden, und mit sooooo vielen Kindern, wird ihr das dann vielleicht zu viel, etc., etc.“ … Ja, scheinbar, ist es unser Schicksal, stets Gastgeber zu sein, sogar wenn wir im Urlaub sind. Wie und wo wir dieses Jahr Silvester verbringen, steht noch in den Sternen – nun feiern wir erst mal, dass Weihnachten vorbei ist! 😉

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Wie ergeht es Euch an Feiertagen? Wo feiert Ihr? Ich wünsche Euch und Euren Familien eine wunderschöne Zeit „zwischen den Jahren“, wie es so schön heißt! XXX

 

 

ADHS – nur eine Erfindung der Pharmaindustrie?!

Immer häufiger höre ich in letzter Zeit, dass es ADHS ja eigentlich gar nicht gibt, sondern dass diese angebliche Störung eine reine Erfindung der Pharmaindustrie sei. Nein, ich höre das nicht von Ärzten oder Therapeuten. Ich höre es von mir mehr oder weniger bekannten Leuten: Nachbarn, Freunde von Freunden, Eltern anderer Kinder aus der Kita. Meist, eigentlich immer,  ungefragt. Besagte Leute haben entweder keine oder keine betroffenen Kinder. Ihre gängigsten Argumente gegen ADHS als „echte“ Störung sind,

  1. dass es diese Diagnose früher ja auch nicht gab, wozu also nun der Hype? – Auf welches Kindergarten- oder Grundschulkind träfen die Symptome denn bitte nicht zu: oft unaufmerksam, leicht ablenkbar, impulsiv, zappelig, …
  2. Das Kind sei bloß nicht ausgelastet, es müsse dringend in den Sportverein/ Schwimmverein, zum Tanzen/ den Pfadfindern oder sonst etwas
  3. Oder wir erziehen es einfach falsch: sind nicht konsequent genug, hätten keine klare Regeln, zu wenig Struktur. Sobald es wieder „Quatsch“ macht, sollen wir es ein Mal ums Haus rennen lassen o.ä.

Da es ADHS als solches also angeblich gar nicht gibt, seien Medikamente dagegen sowieso das allerletzte. Und gefährlichst darüber hinaus, obendrein machen sie ja auch noch süchtig! Und die vielen unerforschten Nebenwirkungen…. „Also wir würden so etwas für unser Kind ja NIE in Erwägung ziehen!“, beteuern sie selbstgefällig. Immer wieder höre ich (meist von meinem Partner), dass die besagten Leute (die mir oftmals völlig unbekannt sind) „mal mit mir reden wollen“. Mit mir, einer erfahrenen, geplagten, sich und das betroffene (oder in deren Augen eben nicht betroffene) Kind schon durch alle möglichen Therapien gejagten ADHS-Mama. Diese Leute meinen es nur gut. Sie machen sich Sorgen. Vor allem was die Medikamentengabe angeht. Wenn sie unseren Sohn mal einen Nachmittag „erleben“, heißt es „Du, aber so schlimm finde ich den jetzt gar nicht“.

Bitte, liebe Leute, informiert Euch bevor Ihr schlaue Dinge von Euch geben wollt. Vertraut mir: wir sind seit Jahren bestens über ADHS informiert und kennen uns höchstwahrscheinlich besser damit aus als Ihr. Wir haben uns die Entscheidung für Ritalin wahrlich nicht leicht gemacht, haben gründlich Für und Wider abgewogen, und uns letztendlich nach jahrelangem erheblichem Leidensdruck bei uns, unserer Familie und ganz besonders natürlich unserem Sohn dafür entschieden. Natürlich hatten wir davor zahlreiche (relativ erfolglose) Therapien durch- (und jede einzelne sogar zu Ende) probiert: Logopädie, Ergotherapie, Neurofeedback, eine Gruppentherapie; wir mussten zahlreiche Termine bei Fachärzten, in sozialpädagogischen Zentren, der Erziehungsberatung und dem Jugendamt, sowie mehrere Klassenkonferenzen über uns ergehen lassen. (Hatte ich erwähnt, dass wir nebenbei auch noch zwei KLEINERE Töchter haben, um die wir uns kümmern müssen?!)

Natürlich ist die Medikamentengabe allein nicht ausreichend, weshalb unser Sohn begleitend eine Verhaltenstherapie macht, außerdem nimmt er an einem speziellen Schulprojekt für verhaltensauffällige Kinder teil. Er war auf einer Regelschule (trotz Integrationsstatus und Sonderpädagoge) nicht beschulungsfähig, und selbst im Rahmen des besagten Projektes, wo individuell auf ihn eingegangen werden kann, wo er, sobald er sich nicht mehr konzentrieren kann (trotz Medikament), mit einem Erzieher nach draußen in den Wald oder Kettcar fahren darf, ist es für ihn nicht leicht. Was den Schulstoff angeht, hinkt er Gleichaltrigen klar ein Jahr hinterher. Im Sport- oder Schwimmunterricht ist er hingegen überdurchschnittlich gut. Dennoch sind unsere Versuche, ihn für Sportvereine/ Mannschaftssport zu begeistern, jedes Mal beim Probetraining gescheitert – nicht etwa weil er es nicht könnte oder wollte, sondern weil ADHS-Kinder sich „wenn´s drauf ankommt“ oft einfach nicht trauen mitzumachen, weil ihnen das Selbstbewusstsein dazu fehlt, weil sie sich nunmal nicht so gut wie andere Kinder konzentrieren können und daher von frühester Kindheit an erleben mussten, dass alle anderen immer alles besser als sie können.

Sport (allein) hilft also nicht. Auch Strukturen, klare Regeln und Konsequenz helfen nur bedingt: sicher wirkt sich ein solch strukturierter Erziehungsstil generell positiv auf Kinder aus und ist gerade für ADHS-Betroffene sehr förderlich, aber gegen die Ursachen und deren Symptome hilft es nicht. Das AufmerksamkeitsDefizit(Hyperaktivität)Syndrom ist im Grunde eine Stoffwechselstörung:

„ADHS ist eine neurobiologische Störung, die mit einer Veränderung der Botenstoffe einhergeht. Hier sind besonders die Botenstoffe Noradrenalin und Dopamin betroffen. Mit wissenschaftlichen Untersuchungen (Kernspintomographie, SPECT und PET) konnte nachgewiesen werden, dass Menschen mit ADHS neurochemische und neurobiologische Besonderheiten aufweisen.

So fand man heraus, dass in den vorderen Hirnabschnitten bei ADHS weniger Blutzucker verbraucht und auch das Gehirn weniger durchblutet wird. Weiterhin konnte man eine Erhöhung der Dopamintransporter finden und eine genetische Veränderung im Dopamintransportergen, was beides einen schnelleren Abbau von Dopamin im Gehirn zur Folge hat. Auch zeigte sich eine geringere Aktivierung der rechten vorderen Hirnregion.“

(ADHS-Expertin Dr. Myriam Bea im Stadt Land Mama – Interview)

Durch den ständigen Dopaminmangel im Gehirn strömen die Reize ungefiltert auf das Kind ein und können nicht richtig verarbeitet werden. Medikamente auf Methylphenidatbasis wie Ritalin (es gibt auch noch andere Wirkstoffe, mit denen wir aber keine Erfahrung haben) greifen genau dort ein. Sie wirken am synaptischen Spalt: Methylphenidat bewirkt im Grunde nichts anderes, als dass das Dopamin länger im Nervensystem bleibt, was bewirkt, dass sich die Betroffenen besser konzentrieren / länger auf etwas fokussieren können und insgesamt ausgeglichener und mehr „bei sich“ sind. Ich bin nicht generell für Medikamentengabe, aber wie bei allem müssen auch bei der Entscheidung über ADHS-Medikation Nutzen und Lasten gründlich abgewogen werden.

Natürlich gab es ADHS schon immer, auch lange bevor es die offizielle Diagnose gab. (Die Erde war ja auch keine Scheibe bevor Galileo das Gegenteil bewiesen hatte, oder?) Sprich: auch bevor es erforscht war. Sprich: auch vor hundert, zweihundert, fünfhundert Jahren. Sicher war es damals für die Betroffenen und deren Umfeld genauso „anstrengend“ wie heute, ABER: die Gesellschaft von heute hat sich gegenüber der von vor über hundert Jahren, ja sogar gegenüber der von vor fünfzig Jahren, weiterentwickelt. Immer mehr Jugendliche machen Abitur. Ohne geht heute fast nichts mehr. Wir leben in einer „Leistungsgesellschaft“, in ständigem Wettbewerb, wir müssen uns, um in ihr bestehen zu können, gewissen Normen anpassen. Das fängt schon bei der Versetzung in der Schule an. Es ist tragisch, denn ADHS-Kinder sind erwiesenermaßen nicht weniger intelligent als Nicht-Betroffene. Sie können sich nur nicht so gut konzentrieren, machen viel schneller und viel häufiger Flüchtigkeitsfehler. Sie können im Klassenraum nicht auf ihrem Platz sitzen bleiben, sondern klettern auf oder krabbeln unter den Tisch, stören den Unterricht, spielen den Clown. Lernen kostet sie viel mehr Disziplin. Disziplin, die sie allein nicht aufbringen können.  Im schlimmsten Fall werden sie sogar zum Außenseiter, denn impulsiv (und manchmal unberechenbar) sind sie auch. Obwohl sie Freundschaften schließen wollen, legen sie teilweise Verhalten an den Tag, das das Gegenteil bewirkt. Dafür können sie nichts. Ihre Impulsivität lässt sich nicht kontrollieren. Sie zappeln die ganze Zeit herum. Allein das Zusehen ist anstrengend. Wie soll es dann für die armen Kinder selbst sein? Würdet Ihr, liebe Nicht-Betroffene, vor diesem Hintergrund nicht vielleicht doch Medikamente für Euer ADHS-Kind in Erwägung ziehen? Sie machen, bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, übrigens nicht süchtig. Und was die Nebenwirkungen angeht: Ihr könnt die Pillen auch immer wieder absetzen, sollte sie Euer Kind nicht gut vertragen. Das haben wir beim Medikinet auch (lest hier). Die Nebenwirkungen/Langzeitschädigungen von nichtbehandeltem ADHS sollen übrigens viel schlimmer sein.

Zeigen nicht alle Kinder die typischen Symptome?

Alle kleinen Kinder sind mehr oder weniger zappelig, unaufmerksam, ungeschickt oder leicht ablenkbar, sie spielen gern mal den Clown, machen Quatsch und provozieren, aber als erfahrene ADHS-und Dreifach-Mama kann ich sagen, die Unterschiede zwischen meinem Sohn (ADHS) und seinen beiden kleineren Schwestern (nicht ADHS) sind eindeutig. Wie oben beschrieben liegen schon die Ursachen ihres Verhaltens ganz woanders, bei ADHS-Betroffenen nämlich im Produkt dieser neurobiologischen Störung. Nicht im Mal-Überdreht-Sein und Über-Die-Stränge-Schlagen. Ich merke richtig, wie sich mein Sohn häufig selbst im Weg steht, oft einfach nicht anders reagieren KANN. (Mein Umgang damit als Elternteil ist da wieder eine andere Herausforderung.)

Modekrankheit ADHS?

Offiziell leiden rund 5% aller Kinder in Deutschland an ADHS, nicht fünfzig, wie manche meinen würden. Die Diagnose über ADHS muss ein Facharzt stellen – keine Lehrer, Erzieher oder (andere) Eltern. Offiziell ist eine solche Diagnose übrigens erst ab sechs Jahren erlaubt. Sie erfolgt in mehreren unterschiedlichen Tests, die über einige Wochen laufen, so dass besonders schlechte oder auch gute Tage relativiert werden und nicht das Ergebnis verfälschen. Merke: Ist Euer Kind oft unruhig und impulsiv, hat es nicht automatisch ADHS, seid Ihr öfters mal antriebsarm und niedergeschlagen, habt Ihr ja auch nicht gleich ne Depression. Seid Ihr Euch nicht sicher, ob es sich bei Eurem Kind um ADHS handelt, empfehle ich den Vergleich mit „echten“ Wehen:  wenn Ihr Euch ihrer „Echtheit“ nicht sicher seid, dann sind es meist auch keine. Und – ganz wichtig – haltet Euch bitte mit ungefragten (wenn auch gutgemeinten) Ratschlägen und Kommentaren gegenüber betroffenen Familien zurück, insbesondere wenn Ihr diese nicht einmal persönlich kennt und weder Medizin studiert habt noch selber betroffen seid. Denn damit zweifelt Ihr deren Integrität und Kompetenz auf diesem Gebiet an und bevormundet sie.

Zu guter Letzt möchte ich hier auch noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass ADHS nicht nur negativ sein muss, Kinder mit dieser neurobiologischen Störung haben auch ganz besondere Fähigkeiten, die andere nicht haben: sie nehmen Dinge wahr, die andere nicht wahrnehmen und alles viel mehr, hören das Summen einer Fliege im Klassenraum genauso deutlich wie den Lehrer, der vorne steht. Sie sind wahnsinnig kreativ, liebevoll, hilfsbereit, spontan, lustig, offen, einsatzbereit, nie nachtragend. ADHSler sind Visionäre, Macher und Zugpferde, vorausgesetzt sie sind an einem Platz, an dem man sie so sein lässt und schätzt wie sie sind, und um dorthin zu kommen und dieses Selbstbewusstsein aufbauen zu können, sollte man ihnen alles Entwicklungsfördernde zur Verfügung stellen. Das ist unsere Aufgabe als Eltern.

 

Dresden, Paddington und España – unser Wochenende in Bildern (18/19.11.)

Was für ein Wochenende – schon wieder!… Erst letztes war bei uns ja einiges los. Dieses wurde aber nicht weniger ereignisreich.

Wir starteten ganz gemütlich mit English Breakfast in den Samstag. Ein Mal pro Woche muss es bei uns zum Frühstück Baked Beans auf gebuttertem Toast, Spiegeleier und Grilltomate mit gebratenen Champignons geben – für Mama und Papa natürlich nur stilecht zum englischen Tee mit Milch und Zucker. Das ist bei uns irgendwie zur Tradition geworden. Die Kinder lieben es!

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Während ich später dann den Haushalt einigermaßen auf Vordermann brachte, und die Kinder immer wieder wissen wollten „WAS MACHEN WIR HEUTE????“, kam mir die spontane Idee, meine Familie mal wieder zu entführen – irgendwohin, am besten in eine Stadt nicht zu weit von Berlin entfernt. Klar, Dresden! Da, wo ich früher öfters mit meinen Großeltern war. Sie liebten diese Stadt. Den Zwinger, die Frauenkirche, die Altstadt und natürlich auch die Shoppingmeile rund um Hauptbahnhof und Prager Straße. Mein Ziel war also klar.

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Es war schon relativ spät als wir losfuhren und so kamen wir erst in der Dämmerung in Dresden an. Wir parkten am Hauptbahnhof und machten uns auf zum Shoppen; alleine bei Spielemax (würde dort im Normalfall niemals mit drei Kindern hingehen, aber die Mäuse sollten ja auch ihren Spaß haben….) verbrachten wir 1,5 Stunden, bei TK Maxx eine weitere. Bevor wir uns versahen, war es stockdunkel und Zeit fürs Abendessen. Wir liefen über die Shoppingmeile bis hin zur Altstadt. Im Paulaner kehrten wir dann ein. Oben war alles voll, und so wurden wir die ersten Gäste im Kellerraum, Stil Ritterburg – sehr zum Vergnügen von Papa und Sohn.

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Miguel de Cervantes mit Kids – oder doch der Ritter Kunibert?

Der Service war wirklich klasse: freundlich, zuvorkommend, schnell, und für die Kinder gab´s sofort etwas Beschäftigung in Form von Buntstiften und Ausmalvorlagen. Auch das Essen war gut: echte Brauhaus-Küche – zwar bayerisch statt sächsisch, aber gepasst hat´s trotzdem irgendwie.

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Für die Kinder gab´s Würstchen mit Kartoffelpüree, für den spanischen Papa Blut- und Leberwurst mit Sauerkraut und Kartoffelpüree und für Mama (Vegetarierin) ne leckere Obazda-Platte mit Beilagensalat. Natürlich mit nem groooooßen Radler; kein Bier – schließlich mussten wir ja auch noch zurück nach Berlin! Lust hatten wir nicht wirklich – es war schon ziemlich kalt und dunkel, und die Vorstellung, nun wieder 30 Minuten zurück zum Hauptbahnhof zum geparkten Auto zu laufen, mit drei müden Kindern, und dann irgendwann gegen 23:00 wieder in Berlin anzukommen, war nicht gerade verlockend. Ähnlich wie letztes Wochenende beschlossen wir also kurzerhand, doch die Nacht in Dresden zu verbringen und buchten ein Familienzimmer mit Last-Minute-Rabatt im Hotel Elbflorenz. Bei einem Gläschen ließen wir den Tag ausklingen. Man gönnt sich ja sonst nichts…

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Nach dem leckeren, reichhaltigen Frühstück (von dem es leider keine Fotos gibt, da mein Akku leer war – Ladekabel war im Auto geblieben) machten wir uns auch schon wieder auf den Rückweg. Wir hatten Tickets für die Vorpremiere von Paddington Bär um 14:30, und vorher mussten wir noch die beste Freundin von Carla (unsere Mittlere) abholen.

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Ich muss zwar sagen, dass ich den ersten Teil besser fand, aber dennoch hatten wir, und vor allem die Kinder, ihren Spaß. Besonders schön waren die Bilder von London. Gerade als Vorbereitung für die Mäuse, denn nächstes Wochenende geht´s in meine alte Heimat an die Themse! 😀

Nach dem Film ließen wir das Wochenende gemeinsam im wohl authentischsten aller Spanier, dem El Borriquito, ausklingen.

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ab jetzt gibt´s nur noch grünen Tee

So, nun ist aber erstmal wieder Schluss mit Feiern. Bis Freitag ist Detox angesagt!

Wie habt Ihr das Wochenende verbracht? Seid Ihr auch so verrückt nach Kurztrips wie ich momentan?

Unser Wochenende in Bildern, 10.-12.11.

Was für ein Luxus-Wochenende haben unsere Kinder gehabt!…. Eigentlich bin ich ja sehr dafür, dass sich Kinder auch mal alleine beschäftigen, selbst wenn ihnen dabei auch mal langweilig werden sollte – schließlich erwächst aus Langeweile Kreativität. Und auch Mama und Papa finden ein ruhiges Wochenende ohne Termine mal ganz entspannend nach einer anstrengenden Woche. Aber wie auch immer, dieses Wochenende war vollgepackt mit aufregenden Ereignissen. Seht und lest am besten selbst:

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Angefangen hat das Wochenende ja eigentlich schon am Freitag nachmittag. Es ging los mit dem Kita-Laternenumzug durch den Schlosspark Charlottenburg. Alleine mit Dreien ist so etwas schon eine echte Herausforderung, vor allem sobald alle drei auch noch laufen können: die Kleinste, Emma (3), möchte mit ihrer besten Freundin gehen, die Mittlere bei ihrer Gruppe, der Älteste (der auch in der gleichen Kita war und sowohl mit den Kindern wie auch mit den Erziehern bestens vertraut ist) rennt wild hin und her. Es hat sich aber alles wie automatisch geregelt: Carla (5) lief bei ihren Freunden und deren Mamas, Carlos wurde von einer weiteren Mama aus Carlas Gruppe bespaßt: er durfte ihren (noch ziemlich jungen und verspielten) Hund an der Leine führen und mit ihm durch den Schlosspark toben, und ich hielt mich weitestgehend an meine Kleinste. Am Ende habe ich alle wiedergefunden und wir fuhren zufrieden zu Papas Arbeit, wo die Kinder sich an leckeren Tapas satt essen durften (und Mama sich das Kochen ersparte).

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Am nächsten Tag überraschte ich meine Familie: ich erzählte etwas von Familienausflug und dass sie sich bitte warm anziehen sollen. Dann fuhren wir los. Keiner wusste wohin, außer mir. Ziemlich schnell waren alle (auch Amori) eingeschlafen! Das war natürlich ein zusätzliches Plus, denn so waren wir bereits über eine Stunde unterwegs als sie wieder aufwachten. Ich fuhr mit ihnen nach Hamburg auf den Winterdom. Als wir ankamen, dämmerte es bereits und so waren die Lichter des Volksfests besonders schön anzusehen. Die Überraschung war gelungen! Wir fuhren alle gemeinsam Riesenrad, bei den übrigen Karussells wechselten wir uns ab – mal fuhr ich mit Carlos (8), mal der Papa. Auch die Kleinen kamen natürlich nicht zu kurz, und neben den ganzen Fahrgeschäften erfreuten wir uns natürlich auch am Entenangeln, Hau den Lukas (Papa und Sohn), Zuckerwatteessen und natürlich Glühwein trinken! Das Wetter hat auch bestens gepasst: es war bei leichtem Sprühregen und 4 Grad schon extrem winterlich…

Nach fast vier Stunden Dom bekamen wir Hunger und kehrten schließlich im Maharaja ein – da wir nicht reserviert hatten, war es ein echtes Glück, dort an einem Samstag gegen 21:00 noch einen Platz zu ergattern! Wir bekamen sogar ein ganzes Vorsälchen für uns, in dem wir quasi auf dem Boden sitzend unser Abendessen genossen – very authentic eben! Für die Kinder war´s super; für ihren 1,95m großen Papa eher eine Herausforderung, die er aber mit Bravour meisterte. Es gab Rogan Josh, Paneer Tikka und drei verschiedene Brotsorten (Bathura, Naan mit Kartoffeln und Minze und Naan mit Knoblauch). Sehr lecker!

Danach waren wir satt, zufrieden und wollten einfach nur noch in ein warmes, kuscheliges Bett. Und so pfiffen wir auf die nächtliche Rückfahrt nach Berlin und buchten stattdessen spontan ein Familienzimmer im Scandic Hotel, ein sehr zu empfehlendes, kinderfreundliches Hotel mit Welcome Drink (für den wir gestern aber leider zu müde waren) und 15-Euro-Gutschein für Essen und Trinken aus dem hoteleigenen Shop. Wir waren dort bereits im Februar mal gewesen, und vor allem das Frühstück hatte es uns damals angetan!

Die Kinder fielen ins Bett und schliefen sofort selig ein. Wir schauten noch ein paar Minuten Ina Müller (aus Hamburg in Hamburg!…) und folgten ihrem Beispiel. Am nächsten Morgen wartete das soeben gelobte Frühstück und es enttäuschte nicht!

Eine riesige Auswahl verschiedener Frühstückscerealien, Obst, Gemüse, Säfte, leckere Kaffeespezialitäten, Rühreier, gekochte Eier, gebackene Bohnen, geschmorte Tomaten, Vollkornbrot, Brötchen, frisches Baguette, Croissants, Franzbrötchen, und, und, und…

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es gibt sogar eine Spielecke im Frühstücksraum

Dermaßen gestärkt lösten wir beim Check-Out noch den Shopgutschein für Gummibärchen, Wasser, Erdnüsse, Chips, Obstsalat und einen Schokoriegel für die Rückfahrt ein.

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hier auf dem Foto war das meiste leider schon verputzt…

Fast hätte ich „Heimfahrt“ geschrieben, doch die war es für unsere Kinder nicht. Ihr Erlebnis-Fun-Weekend ging nämlich weiter: direkt zu einem Kindergeburtstag ins Bambooland. Alle hatten superviel Spaß – und Amori und ich eine kleine Atempause.

Wieder zu Hause wurden erst mal alle Kinder gebadet, mit heißer Nudelsuppe verpflegt und nun geht´s ab ins Bett – schließlich ist morgen wieder Schule! Schön war unser Wochenende, actionreich und voller Erlebnisse. Dennoch – jedes Wochenende kann natürlich nicht so sein. Ich hoffe also, sie gewöhnen sich nicht daran… Obwohl – gerade hörte ich die Kleinste demonstrativ stellvertretend für alle zu ihrem Papa sagen: „Wir wollen morgen gleich wieder nach Hamburg, oder Carla und Carlos?“

Freundebücher – Wettbewerb schon im Kindergarten?

Freundebücher sind bei uns in der Kita gerade der große Renner. Gestern musste ich mal wieder gleich zwei auf einmal für meine Mittlere ausfüllen, aber selbst die 3-Jährige kam schon öfters mit einem an. Heute früh lag schon wieder eines in ihrem Fach. Dann weiß ich also, was heute Abend zu tun ist… Das Positive ist aber, dass es mir tatsächlich Spaß macht, sie auszufüllen. Nur wenn es darum geht, ein Foto einzukleben, bereue ich jedes Mal, die Fotoaufkleber nicht doch bestellt zu haben. Irgendwie hatte mir aber keines der letzten Kitafotos so richtig gefallen, so dass ich zum ersten Mal von Bestellungen absah (und 8,00 € war mir das schönste der eh nicht so schönen Bilder dann auch nicht wert). Nun muss ich also selbst ausdrucken wenn´s um das Einkleben des Bildes geht. Wenigstens war ich letztes Mal so vorausschauend, dass ich gleich mehrere Fotos meiner Kleinen in Passfotogröße ausgedruckt habe – was mir heute schon zu Gute kommen wird. Yeah!

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Freundebücher gab es früher natürlich auch schon, aber so fern ich mich erinnern kann, erst ab der Grundschule, oder? Und ich kann mich auch noch daran erinnern, dass nur die allerallerwenigsten Streber auch tatsächlich ein Foto eingeklebt hatten, meistens wurde einfach nur eine Art Selbstportrait hineingekritzelt. Beginnt der Wettbewerb heute schon im Kindergarten? Wer kann schon alles selbst seinen Namen hineinschreiben (oder sogar noch mehr)? Wer hat die pädagogisch sinnvollsten Hobbys? Wer kann am besten malen? Viktoria-Luises (Name natürlich frei erfunden) Eltern haben ihr scheinbar Glitzeraufkleber gekauft, die sie eingeklebt hat, wir nur etwas mit Buntstiften gemalt… Klar, dass die Eltern für ihre Kindergartenkinder das Schreiben übernehmen müssen, aber das demonstrative „ALLES (!)“ auf die Frage, was das Kind am liebsten isst, klingt schon sehr nach sich damit brüstenden Eltern. Besonders wenn neben Großbuchstaben und Ausrufezeichen auch noch ein stolz lachender Smiley prangt.

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Bei vielen Antworten merkt man richtig, wie die Eltern dem Kind eingeredet haben, was man doch schreiben könnte; und klar ertappe auch ich mich selbst dabei: Stichwort „meine Hobbys“ – meine Tochter: „fernsehen gucken“, ich: „aber du machst doch viel lieber Bügelperlen“, meist überlasse ich aber tatsächlich ihr zu hundert Prozent die Antworten, gerade wenn ich selbst zu müde bin um nachzudenken und es schnell gehen muss – auch wenn dann bei „das wünsche ich dir“ statt „viel Gesundheit und Glück auf deinem Lebensweg“ ein „Baby“ oder ein „Vampir oder „ein kleiner Bruder“ herauskommt (nicht erfunden!)… Wenn meine mittlerweile unkonzentrierte Tochter (da schon gegen Ende  der Bearbeitung des  zweiten Freundebuchs) aber nur noch Stuss zusammenantwortet, wie etwa neulich auf „was magst du an mir am liebsten?“ mit „Stift“, greife ich dann aber doch ein. Meist sitzt ihre kleine Schwester dann daneben und versteht nicht, warum sie nicht ins Freundebuch malen darf, und warum nicht wenigstens auf die anderen Seiten, wenn dieses Blatt eben von Carla ist…

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Ich werde meinen beiden nun auch ein Freundebuch kaufen. Und Glitzeraufkleber. Und ich werde auf jeden Fall nie wieder auf die Fotoaufkleber des Schul-/ Kitafotografen verzichten!! Für Emma (3) find ich´s zwar eigentlich noch etwas früh, aber was ihre Schwester bekommt und ihre beste Freundin schon besitzt, möchte sie natürlich auch haben, und für Carla (5) ist es schon schön, ihre Kindergartenfreunde vor der Einschulung nächstes Jahr noch mal alle in einem Buch festzuhalten – und jetzt kleben ja auch wenigstens alle noch ganz gewissenhaft so schöne Fotos ein!

Verlängertes Wochenende mit drei Kindern – janz entspannt in Berlin

Meeeensch, was hatten wir heute für ´nen schönen Tag der Deutschen Einheit!… Überhaupt war das gesamte lange Wochenende bei uns ziemlich entspannt; ich werde es mal „verbloggen“ (hab ich noch nie gemacht…).

Samstag: Ich entfloh dem morgendlichen Chaos erstmal, wie so oft, zum Bäcker und besorgte Brötchen und frische Croissants. Amori deckte in der Zeit den Tisch und kochte Tee und Kaffee. Nach dem ausgiebigen Frühstück fuhren wir die Kinder zum Geburtstag. Zum ersten Mal waren alle drei eingeladen, und so hatten wir von 11:00 bis 18:00 Zeit, das Haus zu putzen, den Garten in Schuss zu bringen und einkaufen zu gehen. Ja, klingt nicht spannend, war aber nötig und ist mit drei Kindern zu Hause fast unmöglich. Abends, nachdem die Mäuse dann gegessen hatten und frisch gebadet und glücklich erschöpft vom Geburtstag müde in ihre Betten fielen (und sofort einschliefen!), holte ich uns Sushi To Go aus unserem Lieblingsjapaner Kuchi, welches wir gemütlich mit ein paar Gläschen Prosecco Campari (find die Mischung sogar besser als mit Aperol!) vor dem Fernseher verputzten. Himmlisch!….

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Sonntag: nach einem ausgiebigen gemeinsamen englischen Frühstück – das hat sich bei uns irgendwie zur Tradition gemausert (in Andenken an meine London-Zeit – hab mal drei Jahre dort gewohnt), widmete ich mich dem Papierkram, der in der Woche liegen geblieben war. Die Kinder spielten derweil  mit ihrem Papa. Gegen Mittag begann ich mit den Vorbereitungen fürs Essen: der spanische Opa hatte sich angekündigt und ich machte eine Gemüselasagne, da passte es gut, dass in dem Moment unser Nachbar klingelte und uns seine letzte Ernte grüne Bohnen aus dem Garten vorbeibrachte. Leeeeecker!!!

Nach dem Essen sahen wir einen Film. (Seit letzter Woche haben wir nun endlich Satellitenfernsehen und können also auch jeden spanischen Sender empfangen.) Das Ganze erinnerte mich sehr an frühere Zeiten, in denen wir jeden Sonntag bei meinen Großeltern verbrachten. Es gab immer etwas Leckeres zu essen, gefolgt von Filmen, gefolgt von Kaffee und Kuchen, gefolgt von mehr Filmen, gefolgt von mehr Essen, gefolgt von ´ner Flasche Sekt, etc., etc… Bei uns gab es „nur“ eine Lasagne, gefolgt von  einem Film, und dann irgendwann Kaffee. Draußen regnete es ununterbrochen; ein richtiger Landregen in Berlin. Die Kinder spielten mit ihren neuen Bügelperlen. Es war wirklich ungewohnt ruhig und harmonisch. Gaaaanz entspannt. Entgegen unserer Planung waren wir sogar zu faul, uns abends noch etwas zu Essen zu machen, und so landeten wir mit der Auflaufschüssel Lasagne vor dem Fernseher auf dem Sofa. Ich hoffe, das macht jetzt nicht den totalen „Asi-Eindruck“, aber schön war´s mal, denn sonst sind wir immer nur am Rennen und haben weder Zeit noch Muße, mal faul zu sein.

Montag: Brückentag in der Kita, aber die Schule hatte ihren Hort geöffnet. Vormittags spielten die Mädchen wieder mit Bügelperlen, danach „Baby“ in ihrem Zimmer und stritten sich auffällig wenig. Ich und Amori gingen die Weihnachtsferienplanung an (sind aber immer noch unentschlossen was die Flüge angeht). Mittags kochte ich aus dem restlichen Gemüse vom Vortag ein indisches Curry, mit Kürbis, den Bohnen vom Nachbarn, Blumenkohl, Kartoffeln, Erbsen und etwas frischer Paprika. Dazu gab´s Basmatireis, in Salz-Kardamom-Wasser zubereitet. Très bon! Ich machte gleich zwei Töpfe: ein Kinder-Curry (nicht scharf) und eines für uns Eltern mit reichlich Chili. Ich liiiiiieeeeebe scharfes Essen! Nachmittags musste Amori dann los zur Arbeit, er nahm Carlos mit. Ich ging derweil mit den Mädchen Schuhe kaufen, die alten fielen schon fast auseinander. Abends gab es belegtes Pumpernickel, dazu Gurkenscheiben. Hatte ich ewig nicht gegessen!

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Dienstag: Tag der Deutschen Einheit. Die Kinder ließen uns auffällig lange schlafen, bis um 9:00! Nach dem Frühstück zogen wir los in Richtung Teufelsberg, kletterten hinauf und fanden uns oben mit vielen anderen Familien wieder, die die gleiche Idee hatten. Viele ließen Drachen steigen. (Ich muss uns auch unbedingt einen besorgen!)

Das Wetter empfand ich trotz Wind und mehrfacher Regenschauer als perfekt, es war nicht kalt, authentisch herbstlich und erinnerte mich an meine geliebten romantischen englischen Dramen à la Wuthering Heights oder Sense and Sensibility (Sturmhöhe oder Sinn und Sinnlichkeit). Nach unserem Abstieg wanderten wir noch lange durch den Grunewald.

Hungrig fielen wir dann gegen 14:00 in der „Scheune“ ein. Deutsche Küche ist irgendwie genau das richtige bei dem Wetter! Wir aßen Käsespätzle, Schnitzel und Ochsenfetzen, tranken Bier und Fassbrause, und zum Nachtisch gab´s den besten Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster. Leider mussten wir uns dann beeilen, weil Amori zur Arbeit musste – und so trank ich zum Abschluss statt Cappuccino einen Espresso auf ex. 😉

Schatzl ist also jetzt arbeiten, ich schreibe an meinem Blog und die Kinder spielen mit….? Richtig: Bügelperlen! Gerade als ich darüber sinnierte, wie ruhig und gemütlich und ohne größere Aufregungen dieses lange Wochenende bei uns doch ablief, kam meine Kleinste weinend auf mich zu: eine Bügelperle steckte in ihrer Nase! Ich probierte es mit Schnauben und Schieben, doch sie wollte nicht mehr hinaus! Selbst mit der Pinzette bekam ich sie nicht richtig zu fassen. Ich sah uns schon die halbe Nacht im Krankenhaus sitzen (bis man in Berlin in der Kinder-Ersten-Hilfe dran kommt, dauert es)! Weiterhin versuchend, ihr die Bügelperle aus der Nase zu fummeln, ließ ich meine Tochter noch einmal kräftig schnauben, als plötzlich – schwupp – die Perle herausplumpste!

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Wie habt Ihr das verlängerte Wochenende verbracht? Auch eher ruhig oder gab es „Aufreger“?

 

Mama und Papa haben Freigang

Ich habe ein „Luxusproblem“: Schatzi und ich haben morgen „Ausgang“. Jetzt bin ich die ganze Zeit am Überlegen, wie wir diese kinderfreie Zeit am besten ausnutzen. Ich würde am liebsten ALLES, was ich so lange nicht gemacht habe/ nicht machen konnte mit Kindern dort hineinpacken: Spabesuch, gefolgt von Kino, romantischem Candle Light Dinner mit Amori,  alle unsere Freunde auf ein paar Drinks treffen, in die Disco, bis morgens tanzen, am nächsten Vormittag gemütlich brunchen gehen – oder doch lieber einfach einen gemütlichen Abend zu zweit? Auf dem Sofa kuscheln, gemeinsam kochen, vor dem Fernseher essen, nicht ganz so spät ins Bett, um endlich mal wieder richtig auszuschlafen, ohne den nächtlichen (spätestens sehr frühmorgendlichen)  Kinderbesuch im Bett. Dann entspannt, und ohne den sonst bei uns üblichen morgendlichen Stress (hier beschrieben), frühstücken, dabei vielleicht sogar ein paar Zeilen, ach was, ganze Artikel in der Zeitung lesen. Danach entspannt duschen und in aller Ruhe tun, wonach einem ist: Galerie, Kinobesuch, Museum, Flohmarkt – ohne ständig darauf achten zu müssen, dass die Kinder 1. nicht abhanden kommen im Gewimmel und 2. nicht alles anfassen und umschmeißen. Vom fortwährenden „MAAAMAAAAAA, kaufst Du mir das?“, „MAAAAAMAAAAAAA, kann ich das haben?“ und – IMMER in den wirklich unpassendsten Momenten –  „MAAAAMAAAAAAA! Ich muss Kacka!“, mal ganz zu schweigen.

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Leider habe ich gemerkt, dass mich diese ungewohnte Freiheit teilweise sehr überfordert: plötzlich hat man so viele Möglichkeiten. Wofür soll man sich da nur entscheiden? Was, wenn man am Ende doch nicht die (vermeintlich) beste aller Optionen gewählt hat?  Dann ärgert man sich und muss (wie in unserem Fall) mindestens ein halbes Jahr warten, bis man wieder einmal „Kinderfrei“ hat. Irgendwie fühlt man sich wie in einer Fernbeziehung: man unternimmt nicht oft etwas zusammen, aber wenn, dann MUSS es PERFEKT sein. Wenn nicht, ist man frustriert.  Man ist daher angespannt, nervös und dummerweise ist die Atmosphäre gerade deshalb eben nicht perfekt. So ähnlich wie an Silvester. Kennt Ihr das? Am 31.12. muss die Party einfach super werden. MUSS! Man hat so viele Erwartungen an diesen einen Abend, dass die Enttäuschung eigentlich schon vorprogrammiert ist. Die besten Abende hat man doch fast immer spontan, wenn man locker und ohne große Erwartungen irgendwo hingeht und sich einfach vom Abend und seinen Begebenheiten treiben lässt. Mit kleinen Kindern kann man aber in dieser Hinsicht nicht spontan sein. Alles muss vorher organisiert werden. Und dann heißt es, gut zu panen, um diese kostbare Zeit voll auszunutzen. Ohne Kinder bin ich selbst in meinen eigenen vier Wänden von den unzähligen Möglichkeiten überfordert. Habe ich mal einen freien Nachmittag, freue ich mich schon Tage vorher unglaublich darauf: einfach mal nur machen, worauf ICH Lust habe: lesen, malen, backen, bloggen, Fotoalben einkleben (wenigstens die Urlaubsfotos möchte ich auch analog archivieren), …. die Liste ist lang. Doch kaum ist meine Familie aus der Tür, sitze ich da — und weiß nicht, was ich (zuerst) machen soll. Nach einigen Minuten entscheide ich mich dafür, dass es erst einmal gemütlich werden muss, um sich auch wirklich entspannt etwas widmen zu können, also fange ich an, das Haus aufzuräumen und zu putzen. Kurz bevor ich fertig bin, klingelt es auch schon an der Tür. Mein Sohn, der wie immer vorgerannt ist, strahlt mich an: „Wieder daaaaaa!!!!“

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Frei vorbei…. hm, gut, dann werde ich jetzt mal Essen machen….

Alltag mit Kindern – oder doch nur alles eine Phase??

„Was genau ist denn eigentlich so stressig?“, fragte mich meine kinderlose Kollegin (und liebste Freundin) nachdem ich ihr gestern mal wieder mein Leid klagte. Ich sei zur Zeit echt fertig, erzählte ich ihr, völlig am A…, fühle mich ausgelaugt, ohne Kraft und Energie.  Und dann diese Mehrfachbelastung, aber vor allem diese Kinder!!… Tja, was genau ist so stressig? Es beginnt morgens mit dem frühen Aufstehen. Immer. Auch an den Wochenenden. Und wenn die Kinder schon so früh aufstehen, können sie natürlich auch nicht ruhig spielen oder etwas malen; nein, dann wird erstmal das lauteste Spielzeug (die spanischen sind da besonders leistungsstark!) eingeschaltet, so dass auch wirklich JEDER der noch schläft aufwacht. Sobald dann alle Kinder wach sind, fängt auch schon das Ärgern an. Jeder jeden und in jeglicher Art und Weise; die kleineren hauen und kneifen sich dann auch schon mal. Entsprechend laut schreit dann das jeweilige Opfer. Entweder sie kriegen sich von alleine wieder ein und spielen etwas anderes – meist etwas noch lauteres wie z.B. fangen, wobei sie die Treppe, die direkt an die Nachbarwand grenzt, hoch und runterrennen und dabei schreien – oder sie machen so lange weiter, bis einer von uns Eltern, müde und gereizt, hochstürmt und sie ermahnt, doch bitte endlich ruhig zu sein – ok, manchmal vergessen wir das Bitte vielleicht auch…

Ist das „Spiel“ unterbrochen, kommen auch prompt die ersten Forderungen: „Mama, gib mir Papier. Ich will malen!“ Noch bevor ich darauf reagiere, kommt dann schon die nächste Forderung vom gleichen Kind „Mamaaaa, ich will frühstücken!“,  gefolgt von „MAMAAAAA…. FERTIG! KACKA GEMACHT!!“ vom anderen Kind oben im Bad. Es ist dann meist gegen 7:00 an einem Sonnatgmorgen. Ich gebe mich geschlagen und stehe auf. An dieser Stelle muss ich zugeben, dass ich dann auch schon mal Brötchen holen gehe, einfach um diesem Chaos zu entkommen. Statt nur schnell Brötchen zu holen und dann sofort wieder nach Hause zu fahren, bestelle ich mir jedoch erst einmal  einen großen Cappuccino und komme zu mir. Wieder zu Hause murmel ich dann meist etwas von wegen, die Croissants hätten noch 10 Minuten im Ofen gebraucht. Überlebensstrategie halt…

Nach dem Frühstück, während dem man natürlich ständig aufstehen muss, weil eines der Kinder gerade ganz dringend ein Taschentuch/ genau den Brotaufstrich, der gerade nicht auf dem Tisch steht / genau das Getränk, das gerade nicht auf dem Tisch steht braucht, oder man einen Lappen holen muss, um den Kakao, den eines der Kinder umgestoßen hat, aufzuwischen, kommt dann auch schon die Frage „Was machen wir heute?!“ Machen… immer machen… wie schön waren die Zeiten, als ich sonntags nie etwas machen musste, außer vielleicht mich mit Freunden (da hatte ich noch welche) zum Brunch zu treffen und nachmittags zu Hause ein Buch zu lesen, baden zu gehen, mir die Nägel zu lackieren. Hach ja… Nun gut – zurück ins Hier und Jetzt: also, wir machen etwas. Aber selbst das ist ein Kampf, denn spätestens wenn es ans Anziehen geht, gehen die Diskussionen wieder los: Carlos hat stets genaue Vorstellungen von dem, was er anziehen will – egal , ob die Sachen gerade schmutzig oder noch nass sind. Emma hat genaue Vorstellungen davon, was sie nicht anziehen möchte: das kratzt, das ist hässlich, nein, sie will keine Jacke bei 10 Grad Außentemperatur, Carla besteht auf ihre Sommersandalen, auch wenn diese ihr schon zwei Nummern zu klein sind (vom unpassenden Wetter mal ganz abgesehen)… AAAARRRGGGHHH!!! Weiter geht´s mit den Spielsachen: Emma möchte ihre Puppe im Puppenwagen mitnehmen, aber Carla hat ihren Wagen. Nein, das sei ihr wagen, nein, es sei Emmas. Beide schreien. Carlos freut sich, dass wieder „Action“ ist. Er dreht nun richtig auf. Klatscht in die Hände und tobt munter zwischen seinen Schwestern herum, was diese (und mich!) noch nervöser macht. Sich angezogen hat er aber immer noch nicht….

I could go on, and on, and on, aber ich glaube, man bekommt einen Eindruck. Was ich meine ist, man fühlt sich, als kämpfe man ständig gegen Windmühlen, muss für die kleinsten Kleinigkeiten solch eine Energie aufwenden, dass man eigentlich gar keine Lust mehr hat, etwas zu unternehmen, man hat nie frei, ist fortwährend fremdbestimmt und kommt irgendwie nie zur Ruhe – erst wenn die Kinder abends schlafen, aber dahin ist es ein langer Weg, nachdem man oft selbst nur noch tot ins Bett fällt – schließlich muss man ja am nächsten Tag wieder früh raus…

Geht das nur mir so, oder ist das bei Euch ähnlich?