Unser Wochenende in Bildern, 10.-12.11.

Was für ein Luxus-Wochenende haben unsere Kinder gehabt!…. Eigentlich bin ich ja sehr dafür, dass sich Kinder auch mal alleine beschäftigen, selbst wenn ihnen dabei auch mal langweilig werden sollte – schließlich erwächst aus Langeweile Kreativität. Und auch Mama und Papa finden ein ruhiges Wochenende ohne Termine mal ganz entspannend nach einer anstrengenden Woche. Aber wie auch immer, dieses Wochenende war vollgepackt mit aufregenden Ereignissen. Seht und lest am besten selbst:

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Angefangen hat das Wochenende ja eigentlich schon am Freitag nachmittag. Es ging los mit dem Kita-Laternenumzug durch den Schlosspark Charlottenburg. Alleine mit Dreien ist so etwas schon eine echte Herausforderung, vor allem sobald alle drei auch noch laufen können: die Kleinste, Emma (3), möchte mit ihrer besten Freundin gehen, die Mittlere bei ihrer Gruppe, der Älteste (der auch in der gleichen Kita war und sowohl mit den Kindern wie auch mit den Erziehern bestens vertraut ist) rennt wild hin und her. Es hat sich aber alles wie automatisch geregelt: Carla (5) lief bei ihren Freunden und deren Mamas, Carlos wurde von einer weiteren Mama aus Carlas Gruppe bespaßt: er durfte ihren (noch ziemlich jungen und verspielten) Hund an der Leine führen und mit ihm durch den Schlosspark toben, und ich hielt mich weitestgehend an meine Kleinste. Am Ende habe ich alle wiedergefunden und wir fuhren zufrieden zu Papas Arbeit, wo die Kinder sich an leckeren Tapas satt essen durften (und Mama sich das Kochen ersparte).

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Am nächsten Tag überraschte ich meine Familie: ich erzählte etwas von Familienausflug und dass sie sich bitte warm anziehen sollen. Dann fuhren wir los. Keiner wusste wohin, außer mir. Ziemlich schnell waren alle (auch Amori) eingeschlafen! Das war natürlich ein zusätzliches Plus, denn so waren wir bereits über eine Stunde unterwegs als sie wieder aufwachten. Ich fuhr mit ihnen nach Hamburg auf den Winterdom. Als wir ankamen, dämmerte es bereits und so waren die Lichter des Volksfests besonders schön anzusehen. Die Überraschung war gelungen! Wir fuhren alle gemeinsam Riesenrad, bei den übrigen Karussells wechselten wir uns ab – mal fuhr ich mit Carlos (8), mal der Papa. Auch die Kleinen kamen natürlich nicht zu kurz, und neben den ganzen Fahrgeschäften erfreuten wir uns natürlich auch am Entenangeln, Hau den Lukas (Papa und Sohn), Zuckerwatteessen und natürlich Glühwein trinken! Das Wetter hat auch bestens gepasst: es war bei leichtem Sprühregen und 4 Grad schon extrem winterlich…

Nach fast vier Stunden Dom bekamen wir Hunger und kehrten schließlich im Maharaja ein – da wir nicht reserviert hatten, war es ein echtes Glück, dort an einem Samstag gegen 21:00 noch einen Platz zu ergattern! Wir bekamen sogar ein ganzes Vorsälchen für uns, in dem wir quasi auf dem Boden sitzend unser Abendessen genossen – very authentic eben! Für die Kinder war´s super; für ihren 1,95m großen Papa eher eine Herausforderung, die er aber mit Bravour meisterte. Es gab Rogan Josh, Paneer Tikka und drei verschiedene Brotsorten (Bathura, Naan mit Kartoffeln und Minze und Naan mit Knoblauch). Sehr lecker!

Danach waren wir satt, zufrieden und wollten einfach nur noch in ein warmes, kuscheliges Bett. Und so pfiffen wir auf die nächtliche Rückfahrt nach Berlin und buchten stattdessen spontan ein Familienzimmer im Scandic Hotel, ein sehr zu empfehlendes, kinderfreundliches Hotel mit Welcome Drink (für den wir gestern aber leider zu müde waren) und 15-Euro-Gutschein für Essen und Trinken aus dem hoteleigenen Shop. Wir waren dort bereits im Februar mal gewesen, und vor allem das Frühstück hatte es uns damals angetan!

Die Kinder fielen ins Bett und schliefen sofort selig ein. Wir schauten noch ein paar Minuten Ina Müller (aus Hamburg in Hamburg!…) und folgten ihrem Beispiel. Am nächsten Morgen wartete das soeben gelobte Frühstück und es enttäuschte nicht!

Eine riesige Auswahl verschiedener Frühstückscerealien, Obst, Gemüse, Säfte, leckere Kaffeespezialitäten, Rühreier, gekochte Eier, gebackene Bohnen, geschmorte Tomaten, Vollkornbrot, Brötchen, frisches Baguette, Croissants, Franzbrötchen, und, und, und…

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es gibt sogar eine Spielecke im Frühstücksraum

Dermaßen gestärkt lösten wir beim Check-Out noch den Shopgutschein für Gummibärchen, Wasser, Erdnüsse, Chips, Obstsalat und einen Schokoriegel für die Rückfahrt ein.

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hier auf dem Foto war das meiste leider schon verputzt…

Fast hätte ich „Heimfahrt“ geschrieben, doch die war es für unsere Kinder nicht. Ihr Erlebnis-Fun-Weekend ging nämlich weiter: direkt zu einem Kindergeburtstag ins Bambooland. Alle hatten superviel Spaß – und Amori und ich eine kleine Atempause.

Wieder zu Hause wurden erst mal alle Kinder gebadet, mit heißer Nudelsuppe verpflegt und nun geht´s ab ins Bett – schließlich ist morgen wieder Schule! Schön war unser Wochenende, actionreich und voller Erlebnisse. Dennoch – jedes Wochenende kann natürlich nicht so sein. Ich hoffe also, sie gewöhnen sich nicht daran… Obwohl – gerade hörte ich die Kleinste demonstrativ stellvertretend für alle zu ihrem Papa sagen: „Wir wollen morgen gleich wieder nach Hamburg, oder Carla und Carlos?“

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Freundebücher – Wettbewerb schon im Kindergarten?

Freundebücher sind bei uns in der Kita gerade der große Renner. Gestern musste ich mal wieder gleich zwei auf einmal für meine Mittlere ausfüllen, aber selbst die 3-Jährige kam schon öfters mit einem an. Heute früh lag schon wieder eines in ihrem Fach. Dann weiß ich also, was heute Abend zu tun ist… Das Positive ist aber, dass es mir tatsächlich Spaß macht, sie auszufüllen. Nur wenn es darum geht, ein Foto einzukleben, bereue ich jedes Mal, die Fotoaufkleber nicht doch bestellt zu haben. Irgendwie hatte mir aber keines der letzten Kitafotos so richtig gefallen, so dass ich zum ersten Mal von Bestellungen absah (und 8,00 € war mir das schönste der eh nicht so schönen Bilder dann auch nicht wert). Nun muss ich also selbst ausdrucken wenn´s um das Einkleben des Bildes geht. Wenigstens war ich letztes Mal so vorausschauend, dass ich gleich mehrere Fotos meiner Kleinen in Passfotogröße ausgedruckt habe – was mir heute schon zu Gute kommen wird. Yeah!

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Freundebücher gab es früher natürlich auch schon, aber so fern ich mich erinnern kann, erst ab der Grundschule, oder? Und ich kann mich auch noch daran erinnern, dass nur die allerallerwenigsten Streber auch tatsächlich ein Foto eingeklebt hatten, meistens wurde einfach nur eine Art Selbstportrait hineingekritzelt. Beginnt der Wettbewerb heute schon im Kindergarten? Wer kann schon alles selbst seinen Namen hineinschreiben (oder sogar noch mehr)? Wer hat die pädagogisch sinnvollsten Hobbys? Wer kann am besten malen? Viktoria-Luises (Name natürlich frei erfunden) Eltern haben ihr scheinbar Glitzeraufkleber gekauft, die sie eingeklebt hat, wir nur etwas mit Buntstiften gemalt… Klar, dass die Eltern für ihre Kindergartenkinder das Schreiben übernehmen müssen, aber das demonstrative „ALLES (!)“ auf die Frage, was das Kind am liebsten isst, klingt schon sehr nach sich damit brüstenden Eltern. Besonders wenn neben Großbuchstaben und Ausrufezeichen auch noch ein stolz lachender Smiley prangt.

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Bei vielen Antworten merkt man richtig, wie die Eltern dem Kind eingeredet haben, was man doch schreiben könnte; und klar ertappe auch ich mich selbst dabei: Stichwort „meine Hobbys“ – meine Tochter: „fernsehen gucken“, ich: „aber du machst doch viel lieber Bügelperlen“, meist überlasse ich aber tatsächlich ihr zu hundert Prozent die Antworten, gerade wenn ich selbst zu müde bin um nachzudenken und es schnell gehen muss – auch wenn dann bei „das wünsche ich dir“ statt „viel Gesundheit und Glück auf deinem Lebensweg“ ein „Baby“ oder ein „Vampir oder „ein kleiner Bruder“ herauskommt (nicht erfunden!)… Wenn meine mittlerweile unkonzentrierte Tochter (da schon gegen Ende  der Bearbeitung des  zweiten Freundebuchs) aber nur noch Stuss zusammenantwortet, wie etwa neulich auf „was magst du an mir am liebsten?“ mit „Stift“, greife ich dann aber doch ein. Meist sitzt ihre kleine Schwester dann daneben und versteht nicht, warum sie nicht ins Freundebuch malen darf, und warum nicht wenigstens auf die anderen Seiten, wenn dieses Blatt eben von Carla ist…

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Ich werde meinen beiden nun auch ein Freundebuch kaufen. Und Glitzeraufkleber. Und ich werde auf jeden Fall nie wieder auf die Fotoaufkleber des Schul-/ Kitafotografen verzichten!! Für Emma (3) find ich´s zwar eigentlich noch etwas früh, aber was ihre Schwester bekommt und ihre beste Freundin schon besitzt, möchte sie natürlich auch haben, und für Carla (5) ist es schon schön, ihre Kindergartenfreunde vor der Einschulung nächstes Jahr noch mal alle in einem Buch festzuhalten – und jetzt kleben ja auch wenigstens alle noch ganz gewissenhaft so schöne Fotos ein!

Verlängertes Wochenende mit drei Kindern – janz entspannt in Berlin

Meeeensch, was hatten wir heute für ´nen schönen Tag der Deutschen Einheit!… Überhaupt war das gesamte lange Wochenende bei uns ziemlich entspannt; ich werde es mal „verbloggen“ (hab ich noch nie gemacht…).

Samstag: Ich entfloh dem morgendlichen Chaos erstmal, wie so oft, zum Bäcker und besorgte Brötchen und frische Croissants. Amori deckte in der Zeit den Tisch und kochte Tee und Kaffee. Nach dem ausgiebigen Frühstück fuhren wir die Kinder zum Geburtstag. Zum ersten Mal waren alle drei eingeladen, und so hatten wir von 11:00 bis 18:00 Zeit, das Haus zu putzen, den Garten in Schuss zu bringen und einkaufen zu gehen. Ja, klingt nicht spannend, war aber nötig und ist mit drei Kindern zu Hause fast unmöglich. Abends, nachdem die Mäuse dann gegessen hatten und frisch gebadet und glücklich erschöpft vom Geburtstag müde in ihre Betten fielen (und sofort einschliefen!), holte ich uns Sushi To Go aus unserem Lieblingsjapaner Kuchi, welches wir gemütlich mit ein paar Gläschen Prosecco Campari (find die Mischung sogar besser als mit Aperol!) vor dem Fernseher verputzten. Himmlisch!….

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Sonntag: nach einem ausgiebigen gemeinsamen englischen Frühstück – das hat sich bei uns irgendwie zur Tradition gemausert (in Andenken an meine London-Zeit – hab mal drei Jahre dort gewohnt), widmete ich mich dem Papierkram, der in der Woche liegen geblieben war. Die Kinder spielten derweil  mit ihrem Papa. Gegen Mittag begann ich mit den Vorbereitungen fürs Essen: der spanische Opa hatte sich angekündigt und ich machte eine Gemüselasagne, da passte es gut, dass in dem Moment unser Nachbar klingelte und uns seine letzte Ernte grüne Bohnen aus dem Garten vorbeibrachte. Leeeeecker!!!

Nach dem Essen sahen wir einen Film. (Seit letzter Woche haben wir nun endlich Satellitenfernsehen und können also auch jeden spanischen Sender empfangen.) Das Ganze erinnerte mich sehr an frühere Zeiten, in denen wir jeden Sonntag bei meinen Großeltern verbrachten. Es gab immer etwas Leckeres zu essen, gefolgt von Filmen, gefolgt von Kaffee und Kuchen, gefolgt von mehr Filmen, gefolgt von mehr Essen, gefolgt von ´ner Flasche Sekt, etc., etc… Bei uns gab es „nur“ eine Lasagne, gefolgt von  einem Film, und dann irgendwann Kaffee. Draußen regnete es ununterbrochen; ein richtiger Landregen in Berlin. Die Kinder spielten mit ihren neuen Bügelperlen. Es war wirklich ungewohnt ruhig und harmonisch. Gaaaanz entspannt. Entgegen unserer Planung waren wir sogar zu faul, uns abends noch etwas zu Essen zu machen, und so landeten wir mit der Auflaufschüssel Lasagne vor dem Fernseher auf dem Sofa. Ich hoffe, das macht jetzt nicht den totalen „Asi-Eindruck“, aber schön war´s mal, denn sonst sind wir immer nur am Rennen und haben weder Zeit noch Muße, mal faul zu sein.

Montag: Brückentag in der Kita, aber die Schule hatte ihren Hort geöffnet. Vormittags spielten die Mädchen wieder mit Bügelperlen, danach „Baby“ in ihrem Zimmer und stritten sich auffällig wenig. Ich und Amori gingen die Weihnachtsferienplanung an (sind aber immer noch unentschlossen was die Flüge angeht). Mittags kochte ich aus dem restlichen Gemüse vom Vortag ein indisches Curry, mit Kürbis, den Bohnen vom Nachbarn, Blumenkohl, Kartoffeln, Erbsen und etwas frischer Paprika. Dazu gab´s Basmatireis, in Salz-Kardamom-Wasser zubereitet. Très bon! Ich machte gleich zwei Töpfe: ein Kinder-Curry (nicht scharf) und eines für uns Eltern mit reichlich Chili. Ich liiiiiieeeeebe scharfes Essen! Nachmittags musste Amori dann los zur Arbeit, er nahm Carlos mit. Ich ging derweil mit den Mädchen Schuhe kaufen, die alten fielen schon fast auseinander. Abends gab es belegtes Pumpernickel, dazu Gurkenscheiben. Hatte ich ewig nicht gegessen!

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Dienstag: Tag der Deutschen Einheit. Die Kinder ließen uns auffällig lange schlafen, bis um 9:00! Nach dem Frühstück zogen wir los in Richtung Teufelsberg, kletterten hinauf und fanden uns oben mit vielen anderen Familien wieder, die die gleiche Idee hatten. Viele ließen Drachen steigen. (Ich muss uns auch unbedingt einen besorgen!)

Das Wetter empfand ich trotz Wind und mehrfacher Regenschauer als perfekt, es war nicht kalt, authentisch herbstlich und erinnerte mich an meine geliebten romantischen englischen Dramen à la Wuthering Heights oder Sense and Sensibility (Sturmhöhe oder Sinn und Sinnlichkeit). Nach unserem Abstieg wanderten wir noch lange durch den Grunewald.

Hungrig fielen wir dann gegen 14:00 in der „Scheune“ ein. Deutsche Küche ist irgendwie genau das richtige bei dem Wetter! Wir aßen Käsespätzle, Schnitzel und Ochsenfetzen, tranken Bier und Fassbrause, und zum Nachtisch gab´s den besten Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster. Leider mussten wir uns dann beeilen, weil Amori zur Arbeit musste – und so trank ich zum Abschluss statt Cappuccino einen Espresso auf ex. 😉

Schatzl ist also jetzt arbeiten, ich schreibe an meinem Blog und die Kinder spielen mit….? Richtig: Bügelperlen! Gerade als ich darüber sinnierte, wie ruhig und gemütlich und ohne größere Aufregungen dieses lange Wochenende bei uns doch ablief, kam meine Kleinste weinend auf mich zu: eine Bügelperle steckte in ihrer Nase! Ich probierte es mit Schnauben und Schieben, doch sie wollte nicht mehr hinaus! Selbst mit der Pinzette bekam ich sie nicht richtig zu fassen. Ich sah uns schon die halbe Nacht im Krankenhaus sitzen (bis man in Berlin in der Kinder-Ersten-Hilfe dran kommt, dauert es)! Weiterhin versuchend, ihr die Bügelperle aus der Nase zu fummeln, ließ ich meine Tochter noch einmal kräftig schnauben, als plötzlich – schwupp – die Perle herausplumpste!

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Wie habt Ihr das verlängerte Wochenende verbracht? Auch eher ruhig oder gab es „Aufreger“?

 

Mama und Papa haben Freigang

Ich habe ein „Luxusproblem“: Schatzi und ich haben morgen „Ausgang“. Jetzt bin ich die ganze Zeit am Überlegen, wie wir diese kinderfreie Zeit am besten ausnutzen. Ich würde am liebsten ALLES, was ich so lange nicht gemacht habe/ nicht machen konnte mit Kindern dort hineinpacken: Spabesuch, gefolgt von Kino, romantischem Candle Light Dinner mit Amori,  alle unsere Freunde auf ein paar Drinks treffen, in die Disco, bis morgens tanzen, am nächsten Vormittag gemütlich brunchen gehen – oder doch lieber einfach einen gemütlichen Abend zu zweit? Auf dem Sofa kuscheln, gemeinsam kochen, vor dem Fernseher essen, nicht ganz so spät ins Bett, um endlich mal wieder richtig auszuschlafen, ohne den nächtlichen (spätestens sehr frühmorgendlichen)  Kinderbesuch im Bett. Dann entspannt, und ohne den sonst bei uns üblichen morgendlichen Stress (hier beschrieben), frühstücken, dabei vielleicht sogar ein paar Zeilen, ach was, ganze Artikel in der Zeitung lesen. Danach entspannt duschen und in aller Ruhe tun, wonach einem ist: Galerie, Kinobesuch, Museum, Flohmarkt – ohne ständig darauf achten zu müssen, dass die Kinder 1. nicht abhanden kommen im Gewimmel und 2. nicht alles anfassen und umschmeißen. Vom fortwährenden „MAAAMAAAAAA, kaufst Du mir das?“, „MAAAAAMAAAAAAA, kann ich das haben?“ und – IMMER in den wirklich unpassendsten Momenten –  „MAAAAMAAAAAAA! Ich muss Kacka!“, mal ganz zu schweigen.

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Leider habe ich gemerkt, dass mich diese ungewohnte Freiheit teilweise sehr überfordert: plötzlich hat man so viele Möglichkeiten. Wofür soll man sich da nur entscheiden? Was, wenn man am Ende doch nicht die (vermeintlich) beste aller Optionen gewählt hat?  Dann ärgert man sich und muss (wie in unserem Fall) mindestens ein halbes Jahr warten, bis man wieder einmal „Kinderfrei“ hat. Irgendwie fühlt man sich wie in einer Fernbeziehung: man unternimmt nicht oft etwas zusammen, aber wenn, dann MUSS es PERFEKT sein. Wenn nicht, ist man frustriert.  Man ist daher angespannt, nervös und dummerweise ist die Atmosphäre gerade deshalb eben nicht perfekt. So ähnlich wie an Silvester. Kennt Ihr das? Am 31.12. muss die Party einfach super werden. MUSS! Man hat so viele Erwartungen an diesen einen Abend, dass die Enttäuschung eigentlich schon vorprogrammiert ist. Die besten Abende hat man doch fast immer spontan, wenn man locker und ohne große Erwartungen irgendwo hingeht und sich einfach vom Abend und seinen Begebenheiten treiben lässt. Mit kleinen Kindern kann man aber in dieser Hinsicht nicht spontan sein. Alles muss vorher organisiert werden. Und dann heißt es, gut zu panen, um diese kostbare Zeit voll auszunutzen. Ohne Kinder bin ich selbst in meinen eigenen vier Wänden von den unzähligen Möglichkeiten überfordert. Habe ich mal einen freien Nachmittag, freue ich mich schon Tage vorher unglaublich darauf: einfach mal nur machen, worauf ICH Lust habe: lesen, malen, backen, bloggen, Fotoalben einkleben (wenigstens die Urlaubsfotos möchte ich auch analog archivieren), …. die Liste ist lang. Doch kaum ist meine Familie aus der Tür, sitze ich da — und weiß nicht, was ich (zuerst) machen soll. Nach einigen Minuten entscheide ich mich dafür, dass es erst einmal gemütlich werden muss, um sich auch wirklich entspannt etwas widmen zu können, also fange ich an, das Haus aufzuräumen und zu putzen. Kurz bevor ich fertig bin, klingelt es auch schon an der Tür. Mein Sohn, der wie immer vorgerannt ist, strahlt mich an: „Wieder daaaaaa!!!!“

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Frei vorbei…. hm, gut, dann werde ich jetzt mal Essen machen….

Alltag mit Kindern – oder doch nur alles eine Phase??

„Was genau ist denn eigentlich so stressig?“, fragte mich meine kinderlose Kollegin (und liebste Freundin) nachdem ich ihr gestern mal wieder mein Leid klagte. Ich sei zur Zeit echt fertig, erzählte ich ihr, völlig am A…, fühle mich ausgelaugt, ohne Kraft und Energie.  Und dann diese Mehrfachbelastung, aber vor allem diese Kinder!!… Tja, was genau ist so stressig? Es beginnt morgens mit dem frühen Aufstehen. Immer. Auch an den Wochenenden. Und wenn die Kinder schon so früh aufstehen, können sie natürlich auch nicht ruhig spielen oder etwas malen; nein, dann wird erstmal das lauteste Spielzeug (die spanischen sind da besonders leistungsstark!) eingeschaltet, so dass auch wirklich JEDER der noch schläft aufwacht. Sobald dann alle Kinder wach sind, fängt auch schon das Ärgern an. Jeder jeden und in jeglicher Art und Weise; die kleineren hauen und kneifen sich dann auch schon mal. Entsprechend laut schreit dann das jeweilige Opfer. Entweder sie kriegen sich von alleine wieder ein und spielen etwas anderes – meist etwas noch lauteres wie z.B. fangen, wobei sie die Treppe, die direkt an die Nachbarwand grenzt, hoch und runterrennen und dabei schreien – oder sie machen so lange weiter, bis einer von uns Eltern, müde und gereizt, hochstürmt und sie ermahnt, doch bitte endlich ruhig zu sein – ok, manchmal vergessen wir das Bitte vielleicht auch…

Ist das „Spiel“ unterbrochen, kommen auch prompt die ersten Forderungen: „Mama, gib mir Papier. Ich will malen!“ Noch bevor ich darauf reagiere, kommt dann schon die nächste Forderung vom gleichen Kind „Mamaaaa, ich will frühstücken!“,  gefolgt von „MAMAAAAA…. FERTIG! KACKA GEMACHT!!“ vom anderen Kind oben im Bad. Es ist dann meist gegen 7:00 an einem Sonnatgmorgen. Ich gebe mich geschlagen und stehe auf. An dieser Stelle muss ich zugeben, dass ich dann auch schon mal Brötchen holen gehe, einfach um diesem Chaos zu entkommen. Statt nur schnell Brötchen zu holen und dann sofort wieder nach Hause zu fahren, bestelle ich mir jedoch erst einmal  einen großen Cappuccino und komme zu mir. Wieder zu Hause murmel ich dann meist etwas von wegen, die Croissants hätten noch 10 Minuten im Ofen gebraucht. Überlebensstrategie halt…

Nach dem Frühstück, während dem man natürlich ständig aufstehen muss, weil eines der Kinder gerade ganz dringend ein Taschentuch/ genau den Brotaufstrich, der gerade nicht auf dem Tisch steht / genau das Getränk, das gerade nicht auf dem Tisch steht braucht, oder man einen Lappen holen muss, um den Kakao, den eines der Kinder umgestoßen hat, aufzuwischen, kommt dann auch schon die Frage „Was machen wir heute?!“ Machen… immer machen… wie schön waren die Zeiten, als ich sonntags nie etwas machen musste, außer vielleicht mich mit Freunden (da hatte ich noch welche) zum Brunch zu treffen und nachmittags zu Hause ein Buch zu lesen, baden zu gehen, mir die Nägel zu lackieren. Hach ja… Nun gut – zurück ins Hier und Jetzt: also, wir machen etwas. Aber selbst das ist ein Kampf, denn spätestens wenn es ans Anziehen geht, gehen die Diskussionen wieder los: Carlos hat stets genaue Vorstellungen von dem, was er anziehen will – egal , ob die Sachen gerade schmutzig oder noch nass sind. Emma hat genaue Vorstellungen davon, was sie nicht anziehen möchte: das kratzt, das ist hässlich, nein, sie will keine Jacke bei 10 Grad Außentemperatur, Carla besteht auf ihre Sommersandalen, auch wenn diese ihr schon zwei Nummern zu klein sind (vom unpassenden Wetter mal ganz abgesehen)… AAAARRRGGGHHH!!! Weiter geht´s mit den Spielsachen: Emma möchte ihre Puppe im Puppenwagen mitnehmen, aber Carla hat ihren Wagen. Nein, das sei ihr wagen, nein, es sei Emmas. Beide schreien. Carlos freut sich, dass wieder „Action“ ist. Er dreht nun richtig auf. Klatscht in die Hände und tobt munter zwischen seinen Schwestern herum, was diese (und mich!) noch nervöser macht. Sich angezogen hat er aber immer noch nicht….

I could go on, and on, and on, aber ich glaube, man bekommt einen Eindruck. Was ich meine ist, man fühlt sich, als kämpfe man ständig gegen Windmühlen, muss für die kleinsten Kleinigkeiten solch eine Energie aufwenden, dass man eigentlich gar keine Lust mehr hat, etwas zu unternehmen, man hat nie frei, ist fortwährend fremdbestimmt und kommt irgendwie nie zur Ruhe – erst wenn die Kinder abends schlafen, aber dahin ist es ein langer Weg, nachdem man oft selbst nur noch tot ins Bett fällt – schließlich muss man ja am nächsten Tag wieder früh raus…

Geht das nur mir so, oder ist das bei Euch ähnlich?

 

Schlafenszeit, aber keiner will ins Bett…

Wir sind letztes Wochenende endlich umgezogen. In das Haus, das wir geerbt haben. Das Haus ist wunderschön und befindet sich in einer Traumlage in Berlin-Westend. Aber es ist mit seinen (bislang nur) drei Zimmern leider etwas zu klein für eine fünfköpfige Familie wie uns.  Bis es umgebaut ist, müssen sich unsere drei Kinder nun erst einmal ein Zimmer teilen. Das ist eigentlich kein Problem, denn sie sind sowieso immer zusammen. Noch nie ist eines in seinem Zimmer geblieben und hat dort ruhig für sich allein gespielt. Jetzt im Sommer sind sie ja eh meist im Garten zugange, und davon abgesehen sind sie auch nur an den Wochenenden – wenn überhaupt – mal den ganzen Tag zu Hause. Es geht also. Was allerdings nicht geht, ist das abendliche Ins-Bett-Bringen! Wie die meisten Kinder wollen meine abends nicht schlafen gehen. Ich hingegen bin müde, habe meist noch nicht gegessen und freue mich auf mein Fernsehprogramm. Meine Abende sind mir heilig. Ich zelebriere sie geradezu: Ich zünde mir Kerzen an, koche mir etwas Leckeres und trinke ein schönes Gläschen Wein dazu. Das ist, glaube ich, eine meiner Überlebensstrategien, ein entspannender Ausgleich zu  meinem Leben als berufstätige, studierende Dreifach-Mami. Westenddad ist ja bekanntlich in der Gastronomie tätig und somit ab 15:00 raus. Quasi bin ich ab dann alleinerziehend. Ich muss unsere Kinder alleine aus der Kita abholen, sie alleine baden, ihnen alleine etwas kochen (meist vorher noch einkaufen), alleine mit ihnen Zähne putzen und, ja, sie dann eben auch alleine ins Bett bringen. Das Problem ist, dass nicht nur sie abends müde und quengelig sind, sondern auch ich. Ich möchte, dass sie nach dem Zähneputzen und der Gute-Nacht-Geschichte selig und zügig in ihren Bettchen einschlummern, tief und fest, und bis zum nächsten Morgen. Meine Kinder sehen das leider anders. Sie wollen spielen, spielen, spielen. Und jede einzelne Minute bis sie einschlafen ausnutzen. Sobald ich aus ihrem Zimmer raus bin, höre ich sie leise reden. Leise reden ist ok, denke ich mir und sage nichts. Ich gehe die Treppe herunter, beginne mir etwas zu kochen. Da höre ich sie schon lauter. Das Essen ist nun aufgesetzt, ich habe gerade also keine Zeit, nachzusehen. Ich höre, dass sie aufgestanden sind, dass sie mittlerweile im Zimmer herumrennen. Ich gehe hoch, um nachzusehen. Da rennen alle, quietschend vor Lachen, schnell in ihre Betten und decken sich zu, so als ob sie nie aufgestanden waren. Innerlich muss ich grinsen. Ist ja schon süß. Aber ich möchte dann doch auch endlich mal Ruhe haben. Das sage ich ihnen. Ich gehe wieder die Treppe herunter. Hoffe, dass mein Essen mittlerweile nicht angebrannt ist. Da geht es wieder los…. Jetzt, wo alle drei in einem Zimmer schlafen, stacheln sie sich natürlich gegenseitig an, Quatsch zu machen, ermuntern den anderen dazu, und wollen selbst immer der sein, der am meisten herumkaspert.

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Gestern habe ich mal bei einer Erzieherin meiner Kinder nachgefragt, ob sie einen Tipp für mich hätte, denn ich wusste neulich echt nicht mehr weiter. Die Erzieherin erzählte mir von ihrer Kindheit in einem Waisenhaus in Südamerika. Dort wurden die Kinder in „Schichten“, ihrem Alter entsprechend, ins Bett gebracht. Die jüngeren zuerst, dann die Schulkinder, dann die Jugendlichen. Das riet sie mir auch. Doch jedes Kind einzeln ins Bett zu bringen, schien mir keine attraktive Lösung. Ich brachte also die beiden Kleinsten zusammen ins Bett während der Große noch etwas aufbleiben durfte. Wir guckten uns ein Buch an, kuschelten und dann sang ich ihnen ein Schlaflied vor. Die Mittlere war sofort weg, die Kleinste jedoch war bereits nachmittags auf dem Weg von der Kita nach Hause eingeschlafen und wollte nun nicht mehr. Sie weinte als ich aus dem Zimmer gehen wollte, also legte ich mich zu ihr ins Bett. Zwar beruhigte sie sich, aber jedes Mal wenn ich aufstehen wollte, fing sie wieder an zu schreien,  und da ich nicht riskieren wollte, dass die Mittlere aufwachte, legte ich mich wieder zu ihr ins Bett. Nach einer Stunde (!) hatte ich die Nase voll. Ich verpasste gerade meine Sendung und war noch ungeduscht, zum Glück hatte ich wenigstens schon mit den Kindern zusammen gegessen! Das Badezimmer liegt gleich neben dem Kinderzimmer, also sagte ich meiner Tochter, dass ich kurz duschen gehen würde und dann wiederkäme, um ihr noch ein Küsschen zu geben. Das schien ok für sie zu sein. Natürlich hoffte ich insgeheim, dass sie während meiner Abwesenheit einschlafen würde. Das schien auch fast zu klappen, denn es blieb auffällig ruhig. Ich war guter Dinge und schon abgetrocknet und im Bademantel, als sie plötzlich heulend in der Tür stand: „MAMAAAA; ich hab schon geschlaft aber ich muss PIIIPIIIIII!!!“… 😞

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Wie kriegt Ihr das abends alleine hin, mehrere Kinder ins Bett zu bringen? Was funktioniert bei Euch? Was nicht? Habt Ihr Tipps für mich?

Oh! Mein! Gott!

Was war das für ein Schreck vorgestern. Carlos (8) war verschwunden.

Aber ich fang mal chronologisch an:

13:50 Papa ruft bei Carlos´ Schule an, sagt dem Lehrer, er soll unseren Sohn bitte selbständig zwei Stationen bis S-Bahnhof Charlottenburg fahren lassen, von dort würde er ihn dann abholen. Theoretisch müsste er dann also gegen 14:10 am vereinbarten Bahnhof eintreffen.

14:30 noch immer kein Carlitos… Papa ruft noch einmal in der Schule an, fragt, ob Carlos denn auch wirklich losgeschickt worden sei. Dies bejaht der Lehrer.

Papa wartet.

Papa wird langsam unruhig.

Manchmal gibt es S-Bahnen, die nicht ihre eigentliche Strecke fahren, sondern nur bis zum Knotenpunkt Westkreuz. Das weiß Papa aus Erfahrung, Carlos auch. Papa fährt also dorthin, um nachzuschauen.

Nichts.

Papa fährt zum S-Bahnhof Savignyplatz, dort ist seine Arbeitsstelle. Vielleicht hatte Carlos verstanden, er solle direkt zu Papas Arbeit kommen, wie sonst immer wenn er alleine fahren darf.

Nichts.

Papa fährt wieder zu dem Bahnhof, an dem er sich eigentlich mit Carlos treffen wollte. Immer noch keine Spur von ihm.

15:06 Papa ruft mich im Büro an. Erzählt mir die ganze Geschichte.

15:20 leicht panisch (ok, „leicht“ ist vielleicht untertrieben) rufe ich die Polizei an. Ich erwarte eigentlich, dass die mir sagt, dass ich deswegen nicht den Notruf blockieren soll oder zumindest, dass sie vor dem Ablauf einer bestimmten Zeit gar nichts machen können und ich mich beruhigen solle, etc., etc. Aber ich werde erstaunlich ernst genommen. Einerseits freut mich das, andererseits beunruhigt es mich, denn wenn ich vom Notruf ernstgenommen werde, ist es dann nicht auch … ähm, also ernst?! Auf einmal finde ich mich in einer Situation wieder, die ich bis dato zum Glück nur vom Fernsehen her kannte – leider aus Krimis mit leider nicht immer gutem Ausgang: ich werde gefragt, wie Carlos aussieht, was er anhat. Der Magen dreht sich mir um. Hoffentlich ist ihm nichts passiert!!! Hoffentlich passiert ihm nichts!! Draußen herrscht mittlerweile Starkregen. Ich bin mir sicher, dass Carlos seine Jacke wie immer in der Schule gelassen hat, jetzt also höchstwahrscheinlich nur mit einer blauen kurzen Hose, einem gelben T-Shirt und schwarzen Turnschuhe bekleidet unterwegs ist. Aber wo??? Die Polizei fragt mich, ob er öfters schon mal weggeblieben ist. Das muss ich klar verneinen. Sie werden jetzt einen Einsatzwagen mit Sirene und Blaulicht losschicken. Das machen sie immer so, wenn Minderjährige unter 14 Jahren vermisst werden. Sie werden jetzt erst einmal zum vereinbarten Treffpunkt fahren, dahin, wo der Papa sich gerade befindet und auf ihn wartet.  Ich merke an meinem Handy, dass sich etwas tut. Entweder jemand schickt mir gerade Nachrichten oder probiert anzurufen, ich sage es dem Polizisten, werde kurz mal nachsehen, falls es eine Nachricht ist, dass Carlos in der Zwischenzeit wieder aufgetaucht ist. Aber nichts! Die Polizei schickt also einen Einsatzwagen los. Ich benachrichtige meinen Partner, der sich sobald er die Polizei am Bahnhof sieht, bei ihnen melden soll.

Dann gehe auch ich los. Natürlich habe ich gerade an diesem Tag einen wichtigen Termin am anderen Ende der Stadt. Ich entscheide mich, ihn wahrzunehmen, da ich momentan sowieso nicht von Nützen wäre. Ich hoffe einfach, bis der Termin vorbei ist, hat sich alles geklärt. Im Gehen treffe ich auf eine Kollegin, der ich die Geschichte im Schnelldurchlauf erzähle, wobei sich mir noch mal die ganze Lage verdeutlicht. Als ich in mein Auto steige, bin ich völlig aufgelöst.

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5 Minuten später dann der erlösende Anruf: Carlos ist wieder aufgetaucht! Mein Partner hatte noch mal beim Lehrer angerufen, der daraufhin selbst noch einmal die Strecke zum S-Bahnhof (der, von dem Carlos hätte losfahren sollen) ablief. Dort fand er ihn dann. Mein Sohn hatte verstanden, dass der Papa ihn von dort abholen wollte. Er saß mittlerweile seit über 1,5 Stunden dort! Und war durchnässt und durchfroren, aber er war wieder da! Und es ging ihm gut! – Also zumindest war er weder verletzt, noch entführt, noch missbraucht, noch von Wildschweinen im Grunewald attackiert worden, noch sonst etwas! Es gehen einem ja die kühnsten Gedanken durch den Kopf… Erleichtert rief ich die Polizei an (die gerade am anderen Bahnhof eingetroffen war) und gab Entwarnung. Oh Mann, das war ja noch einmal glimpflich ausgegangen!

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Abends waren meine Drei dann wieder munter beisammen. Das Kinderchaos störte mich an diesem Tag mal so überhaupt gar nicht! 🙂

Das Positive, das man aus so einer Situation ziehen kann, ist, dass sie einfach ALLES im Leben relativiert. Plötzlich ist alles so unwichtig: Umzugsstress, Geldsorgen, Erbschaftsstreitigkeiten… Alles scheißegal! Hauptsache man selbst und seine Lieben sind wohlauf. Das ist doch das Allerallerwichtigste. Wäre das mit meinem Sohn anders ausgegangen, hätte ich wohl nie wieder glücklich sein können, nichts in unserem Leben wäre je wieder so wie vor diesem Tag gewesen. Meine Gedanken sind bei allen Eltern, deren Kinder nicht so schnell wieder auftauchen, die teilweise über Jahre verschollen bleiben. Wie um Gottes Willen kann man mit so etwas fertig werden? Diese Ungewissheit. Es ist wohl das Allerschlimmste, was einem passieren kann, nicht zu wissen, was mit seinem Kind passiert (ist). Und wie kann man dem vorbeugen? Haben wir etwas falsch gemacht? Ich denke, man kann es einem Achtjährigen schon zutrauen, zwei Stationen alleine S-Bahn zu fahren, selbst in einer Großstadt wie Berlin. Es ist einfach so, dass in unserer Welt nichts hundertprozentig sicher ist, es nicht sein kann. Ein Restrisiko bleibt immer. Damit müssen wir einfach leben und das Beste daraus machen. Und wir müssen offen und ehrlich mit unseren Kindern sprechen, sie über Gefahren aufklären, ohne ihnen Angst zu machen und Notfallstrategien mit ihnen absprechen. Ich habe jetzt beispielsweise mit meinem Sohn vereinbart, dass er im Zweifelsfall (wenn er kein Handy bei sich hat und auch sonst alle Stricke reißen) immer zu Papas Arbeit fahren soll. Dort sind immer Leute, die ihn kennen und uns verständigen können.

Habt Ihr schon einmal so ein Horrorszenario mit, bzw. wegen, Euren Kindern durchgemacht? Wie seid Ihr damit umgegangen? Was würdet Ihr anderen Eltern raten?

 

Kinder, es ist Sommer!

Ich liiiiiiiiiebe den Sommer! Auf Regen und Schnee hingegen könnte ich gut verzichten. Ich würde sogar ein Weihnachten unter Palmen der weißen Weihnacht vorziehen, wenn ich mich entscheiden müsste. Urlaube müssen bei mir immer etwas mit Sand und Strand zu tun haben. Skiurlaube reizen mich gar nicht. Meinetwegen könnte das ganze Jahr über Sommer sein! Die Vorteile fangen schon beim morgendlichen (Kinder-) Anziehen an: wo man im Winter Unterwäsche, dicke Socken, ein T-Shirt, ein dünneres Langarmshirt, einen dickeren Pullover, Leggins, eine dicke Hose, sowie Winterjacke, Schal, Mütze und Handschuhe (bei mir kommt einer stets gleich am ersten Tag abhanden) benötigt – und das bei drei Kindern alles mal drei – reicht im Sommer eine frische Unterhose und ein Sommerkleid. Nicht einmal Strümpfe sind in den Sandalen notwendig, wenn es so richtig schön warm ist. Darüber hinaus ist das Leben entspannter, wie ich finde, die Laune der Leute verbessert sich, sie werden offener und zugänglicher. Die Lebensqualität steigt. Urlaubsstimmung kommt auf. Man kommt morgens besser aus dem Bett, obwohl gleichzeitig die Nächte länger werden. Bis spät abends kann man im (Bier-)Garten oder auf dem Balkon das schöne Wetter genießen. Aber am besten finde ich, dass man so viel mit den Kindern unternehmen kann. Und zwar Dinge, die auch den Eltern Spaß machen.

Wir waren letztes Wochenende Erdbeerenpflücken im Berliner Beerengarten. Das war ein Supererlebnis für die ganze Familie. Eintritt kostet pro Erwachsenen 2€ (Kinder gratis!). Dort kann man sich an Erdbeeren satt essen. Alles was man mit nach Hause nehmen möchte kostet 4€ pro Kilo. Wir hatten fast 4 Kilo gepflückt. Aus einer Hälfte haben wir Marmelade gekocht, was übrigens sehr lecker und noch einfacher zu machen war: Früchte waschen, das Grüne wegschneiden, in einem Topf mit Zucker nach Gefühl und evtl. etwas frischer Zitrone einkochen bis es dickflüssig wird. Taaadaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!!!! Aus dem Rest hat Westenddad Erdbeermargarita angesetzt, die wir heute mit Freunden beim Video-Grill-Abend probieren werden. Ich freu mich schon! 😉

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Am Wochenende davor waren wir mit Freunden auf ihrem Boot, sind die Havel hinuntergeschippert, haben dann in einer Badebucht geankert und sind vom Boot ins Wasser gesprungen. Das war ein Spaß – nicht nur für die Kinder! Aber selbst wenn man gar nichts groß unternimmt, sondern einfach mal nur im Garten oder im Park chillt, ist es im Sommer für alle schön. Die Kinder finden schnell etwas mit dem sie sich beschäftigen, während die Erwachsenen sich auch mal entspannen können. Irgendwie habe ich das Gefühl, das Leben geht einem im Sommer leichter von der Hand, die Kinder laufen da fast automatisch nebenbei mit. Im Winter ist das alles ein viel größerer Aufwand. Bis da vor einer Unternehmung alles gepackt und verstaut ist, ist mir die Lust schon fast wieder vergangen. Davon abgesehen gibt es kaum Aktivitäten, bei denen die ganze Familie auf ihre Kosten kommt: im Legoland, Bambooland oder anderen Indoorspielplätzen gefällt es den Eltern ja oft nicht so besonders;  im Kino langweilen sich gerade jüngere Kinder sehr schnell und werden unruhig – und davon abgesehen ist das auch alles ziemlich teuer. Bei schlechtem Wetter stelle ich vor jedem Wochenende Überlegungen an, wie man die Kinder denn nur halbwegs sinnvoll beschäftigen könnte, aber die Möglichkeiten finde ich doch ziemlich begrenzt. Aber egal – es ist Sommer, also möchte ich jetzt gar nicht schon wieder an den laaaangen, kalten, dunklen Winter denken.

Hier meine Top Ten der erschwinglichen Aktivitäten für einen entspannten glücklichen Sommertag mit Kindern:

  1. Erdbeeren pflücken und danach Marmelade einkochen
  2. Picknicken im Park
  3. Enten füttern am See
  4. Zoobesuch – der Klassiker, aber immer wieder schön
  5. Karls Erdbeerhof (es gibt dort eine Menge zu entdecken und der Eintritt ist gratis!)
  6. Baden gehen: ins Freibad/ an den See/ ans Meer – je nach Geschmack und danach, wo man wohnt. Wir wohnen in Berlin, fahren aber gern mal für einen Strandtag 200km an die Ostsee nach Warnemünde – und abends sandig und mit Salz auf der Haut wieder zurück – Urlaubsfeeling pur!
  7. So simple so good: im Garten grillen und den Kindern ein großes Planschbecken aufstellen, in dem man sich bei Bedarf auch mal selbst abkühlen kann
  8. Auf den Spielplatz. Während die Kids spielen, die Sonne genießen oder mit anderen Müttern quatschen
  9. Auf dem Wochenmarkt frisches Obst und Gemüse einkaufen und dann daraus etwas zusammen kochen, bzw. Salat machen o.ä.
  10. Eis essen gehen

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Was unternehmt Ihr so mit Euren Kindern im Sommer? Geht Euch bei schönem Wetter auch alles leichter von der Hand? Und: Wie beschäftigt Ihr Eure Kinder bei schlechtem Wetter?

Wann komme ich endlich an?

Ich meine das jetzt nicht im Sinne von „wann sind wir da?“, sondern das Gefühl, endlich angekommen zu sein. Kennt Ihr das? Ich kenne es nämlich leider nicht. Also, nicht wirklich. Klar, es gibt Momente in denen auch ich mich geborgen, glücklich, sicher und komplett fühle, aber eben nur Momente. Ich sehne mich mittlerweile mehr denn je nach diesem Grundgefühl des Angekommenseins. Aber bei uns ist momentan wieder mal so viel los, dass das wohl leider vorerst noch ein Wunsch bleiben wird. Irgendwie ist immer ziemlich viel los bei uns. Die letzten zehn Jahre sind vergangen wie im Flug und es ist sooo viel passiert wie bei anderen in der doppelten Zeit – mindestens: drei Kinder bekommen, drei Fehlgeburten erlebt, die Großeltern nebenbei gepflegt bis zu ihrem Tod, Oma gestorben, Opa gestorben, vier Mal umgezogen, Bachelor gemacht, Master fast fertig, den Nebenjob drei Mal gewechselt, angefangen zu bloggen, eine Sprache fließend und verhandlungssicher gelernt… Dass ich jetzt Mitte dreißig und Mutter von drei Kindern bin, habe ich immer noch nicht so ganz realisiert. Ich habe immer noch keine feste, sichere Arbeit, sondern arbeite als studentische Mitarbeiterin. Dieser Job ist, klar, befristet – zumindest bis ich keine Studentin mehr bin. Und das wird sein…. Tja, das ist die nächste Baustelle, die unsicher über mir hängt. Eigentlich fehlt mir nur noch eine Seminararbeit, die ich, wenn ich mich da richtig hinterklemme, locker in nem Monat erledigt haben könnte und eben die Masterarbeit. Das ist ein anderes Ding. 80 Seiten inkl. Recherche schreiben sich eben nicht mal so nebenbei. Und die Zeit, das zu priorisieren, habe ich mit dem Job, den drei Kindern, dem Umzug, der ansteht, etc., etc., gerade nicht. Ja, da ist der Umzug, der kurz bevorsteht (der vierte in acht Jahren), vorher müssen wir das Haus in das wir einziehen aber noch entrümpeln, was leichter  gesagt als getan ist. Ich könnte noch hundert weitere Dinge aufzählen, die jetzt anstehen und mindestens genauso wichtig und groß sind wie die bereits genannten, aber der Tenor ist ja der gleiche. Ich möchte endlich alles erledigt haben. Ich möchte, dass alles in Ordnung ist. Ich möchte mich entspannen können, ein geregeltes, spießiges Leben führen, kreditwürdig sein. Seit geraumer Zeit ist es bei mir nämlich so, dass ich ständig am Grübeln bin, To-Do-Listen erstelle oder abarbeite, in jeder freien Minute, wie eine Getriebene. Wenn die Kinder gerade in der Badewanne sind, wenn ich an der roten Ampel stehe, sogar wenn ich nachts kurz mal aufs Klo muss, checke ich schnell, ob nicht vielleicht doch in der Zwischenzeit eine wichtige Mail angekommen ist oder ob jemand mein Foto auf Instagram geliket hat. Das ist krank, ich weiß. Und es macht nicht nur mich sondern auch meine Umwelt verrückt. Westenddad ist echt genervt (und das ist noch milde ausgedrückt), dass ich, selbst wenn ich abends neben ihm auf dem Sofa sitze (und da er nachts arbeitet ist das ja auch nur zwei Mal pro Woche), nicht wirklich da bin, sondern immer in Gedanken woanders. Für die Kinder ist es natürlich auch nicht schön. Ich kann die Zeit mit ihnen gar nicht richtig genießen, weil ich ständig überlege, was ich jetzt „eigentlich“ tun müsste. Weil ich schon plane, was ich noch alles tun muss, wenn sie endlich im Bett sind. Umso frustrierter und nervöser werde ich da natürlich, wenn das dann nicht nach Plan läuft, weil sie immer wieder aus ihren Betten kommen, weil sie noch was trinken wollen oder noch mal auf die Toilette müssen – gern auch zwei oder drei Mal hintereinander… Im schlimmsten Fall eskaliert es dann und endet im Geschrei meinerseits, woraufhin ich mich dann nur noch schlechter, weil als komplette Versagerin und Rabenmutter, fühle.

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Ich muss gelassener werden

Ja, leichter gesagt als getan. Ich probiere es aber. Ich habe beschlossen, den Feierabend wirklich Feierabend sein zu lassen und außer essen und fernsehen nichts mehr groß zu tun. Ich muss einfach lernen abzuschalten. Ich möchte mehr Zeit mit meinen Kindern verbringen, mich richtig auf sie einlassen, wirklich etwas mit ihnen machen, mich nicht immer nur wie eine Dompteuse im Raubtierkäfig fühlen, die froh ist wenn die Show vorbei ist und sie wieder weitergrübeln kann: „Kinder, essen kommen!“ „Carlos! Nein!“ „So, und jetzt alle Zähneputzen!“ „Ich zähl jetzt bis fünf, und dann sind alle Kinder in ihren Betten!“ Ich möchte wieder Spaß am Leben und an meinen Kindern haben. Im Hier und Jetzt leben, den Augenblick genießen. Wir müssen uns immer wieder klarmachen: Unser Alltag ist ihre Kindheit. Natürlich wird es immer mal hektischere Phasen geben, nur sollte das kein Dauerzustand sein. Werden sie dieses Gefühl der Geborgenheit ansonsten nicht auch mal vermissen? Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu dem Schluss, dass das Gefühl des Angekommenseins vor allem aus einem selbst heraus entstehen muss, es ist eine Einstellungsfrage, die eigene innere Haltung. Ich denke, dass es nicht sonderlich von äußeren Faktoren abhängt. Das gibt mir die Hoffnung, selbst jetzt, in der wohl chaotischsten Zeit meines Lebens, „ankommen“ zu können.

Wie seht Ihr das? Seid Ihr schon angekommen?