Kurztrips mit Kindern

Wer meinen Blog ein wenig verfolgt, dem ist sicher aufgefallen, dass ich zur Zeit ziemlich auf Städte-Kurztrips mit unseren Kindern stehe. Letztes Wochenende waren wir Christmasshopping in Dresden, das davor auf dem Winterdom in Hamburg und dieses fliegen wir nach London! Der Hintergrund ist einfach, dass wir wahnsinnig gern verreisen, unterwegs sind, in Hotels übernachten, das Frühstück morgens lieber gleich vorbereitet am reichhaltigen Buffet vorfinden als erst einmal Brötchen kaufen zu gehen. Davon abgesehen ist es einfach schön, mal etwas anderes zu sehen, sich und seine Familie in einer nicht alltäglichen Umgebung wiederzufinden. Probiert es mal aus: so ein kleiner Tapetenwechsel wirkt Wunder aufs Gemüt! Und da es sich nur um einen Kurztrip handelt, ist man auch völlig unabhängig von Schulferien und Urlaub. Minibreaks brauchen daher nicht von langer Hand geplant sein (können sie natürlich, wenn einem das lieber ist), sie können auch ganz spontan stattfinden, so wie bei uns die letzten beiden Wochenenden: da habe ich einfach meine Familie ins Auto gepackt, irgendetwas von „Ausflug“ gemurmelt und bin losgefahren. Sie hatten keine Ahnung wohin es ging und haben nicht schlecht gestaunt, als sie auf einmal in Hamburg waren. (Die Tatsache, dass komischerweise alle nach ca. 10 Minuten Autofahrt eingenickt waren, kam mir natürlich sehr entgegen.)

0136354fbcff4b1639933bf6f3aadef3ece9d44c1c

Klar, so viel zu verreisen ist ein Luxus – allerdings gar kein so besonders großer wenn man hauptsächlich mit dem Auto unterwegs ist und dieses auch noch von Autogas betrieben wird. (Ein voller Tank kostet uns ungefähr 35€ und fährt rund 500km weit – da kann bei 5-6 Personen an Bord nicht mal Flixbus mithalten!) Und einmal angekommen, geben wir ja nicht mehr aus als wir es auch in Berlin tun würden: ein bisschen Weihnachtsmarkt hier, ein wenig Stadtbummel dort. Natürlich könnte man dann auch am selben Abend wieder zurück fahren, aber das hatte sich die letzten beiden Male bei uns irgendwie anders ergeben. Und mit Last-Minute- sowie (da mittlerweile Vielverreiser) Genius-Rabatt (bei Booking) zahlt man für eine Nacht im Familienzimmer inkl. Frühstück auch nicht die Welt.

011f944071998daa814ac984d43ba7df7d80fe7e15

Dieses Wochenende steht nun aber ein ganz besonderer Minibreak an: wir fliegen nach London! (Hatte ich schon mal erwähnt, dass ich mehrere Jahre in dieser wunderschönen Stadt an der Themse gelebt habe und sie liiiieeeebe??) Mit vier Kindern! Dennoch bin ich ganz entspannt – von der Vorfreude mal abgesehen – mittlerweile sind die Kinder nämlich größer. Die Kleinste ist fast 4, die Älteste (Patchwork-Kind) fast 12. Keiner benötigt mehr Windeln oder Kinderwagen (schrecklich unpraktisch, vor allem in den überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln), sie schlafen nachts durch (und wir daher auch) und können selbständig „normale“ Kost zu sich nehmen (benötigen also nicht extra Breichen oder Fläschchen), und auch Restaurantbesuche sind viel erträglicher als noch vor ein/ zwei Jahren.

01586eb47fba08fa63085fabd436de840a580fe20d
#throwbackthursday, Anno 2015

Ich finde es einfach schön, meinen Kindern neue Orte der Welt zu zeigen, die sie bislang nur von Filmen (so wie Paddington Bär letztes WE) kennen. Reisen, gerade in andere Länder, erweitert einfach den Horizont, auch bei Kindern. Und noch einen Vorteil hat das Verreisen mit Kindern: es erweckt das eigene Kind in einem; man unternimmt Dinge, die man sonst so nie erleben würde, obwohl sie einem selber Spaß machen, z.B. Karrussel fahren und Zuckerwatte essen auf dem Jahrmarkt oder (wie wir uns fest vorgenommen haben für dieses Mal) mit dem London Eye fahren. Ohne Kinder würden wir sicher aus Gründen der Vernunft darauf verzichten und das Geld sparen. Ja, es ist zwar teuer, aber ein Mal muss man das doch erlebt haben, oder?

So ihr Lieben, jetzt muss ich packen. Ich melde mich dann via Facebook aus London!

PS: War morgen nicht sogar Black Friday??… 😉

Advertisements

Dresden, Paddington und España – unser Wochenende in Bildern (18/19.11.)

Was für ein Wochenende – schon wieder!… Erst letztes war bei uns ja einiges los. Dieses wurde aber nicht weniger ereignisreich.

Wir starteten ganz gemütlich mit English Breakfast in den Samstag. Ein Mal pro Woche muss es bei uns zum Frühstück Baked Beans auf gebuttertem Toast, Spiegeleier und Grilltomate mit gebratenen Champignons geben – für Mama und Papa natürlich nur stilecht zum englischen Tee mit Milch und Zucker. Das ist bei uns irgendwie zur Tradition geworden. Die Kinder lieben es!

01d5dcc026e97cb98d3f1f159cc1821f6205eedb4d

Während ich später dann den Haushalt einigermaßen auf Vordermann brachte, und die Kinder immer wieder wissen wollten „WAS MACHEN WIR HEUTE????“, kam mir die spontane Idee, meine Familie mal wieder zu entführen – irgendwohin, am besten in eine Stadt nicht zu weit von Berlin entfernt. Klar, Dresden! Da, wo ich früher öfters mit meinen Großeltern war. Sie liebten diese Stadt. Den Zwinger, die Frauenkirche, die Altstadt und natürlich auch die Shoppingmeile rund um Hauptbahnhof und Prager Straße. Mein Ziel war also klar.

016f46c7f4a7eb6c76f6e9b2eb9855abd2027062f9

Es war schon relativ spät als wir losfuhren und so kamen wir erst in der Dämmerung in Dresden an. Wir parkten am Hauptbahnhof und machten uns auf zum Shoppen; alleine bei Spielemax (würde dort im Normalfall niemals mit drei Kindern hingehen, aber die Mäuse sollten ja auch ihren Spaß haben….) verbrachten wir 1,5 Stunden, bei TK Maxx eine weitere. Bevor wir uns versahen, war es stockdunkel und Zeit fürs Abendessen. Wir liefen über die Shoppingmeile bis hin zur Altstadt. Im Paulaner kehrten wir dann ein. Oben war alles voll, und so wurden wir die ersten Gäste im Kellerraum, Stil Ritterburg – sehr zum Vergnügen von Papa und Sohn.

01b3e9423a4458f3f79773a8808bc0b33dadf66a97

0156df4234c53df1cffc52b72e561f1b1cbd7c56a4
Miguel de Cervantes mit Kids – oder doch der Ritter Kunibert?

Der Service war wirklich klasse: freundlich, zuvorkommend, schnell, und für die Kinder gab´s sofort etwas Beschäftigung in Form von Buntstiften und Ausmalvorlagen. Auch das Essen war gut: echte Brauhaus-Küche – zwar bayerisch statt sächsisch, aber gepasst hat´s trotzdem irgendwie.

01172e287e5a9a6ed9d01e1886845ff9779eae5e6b016d3d3afd59aa43abea2261da9f86af7d1a2530b4

Für die Kinder gab´s Würstchen mit Kartoffelpüree, für den spanischen Papa Blut- und Leberwurst mit Sauerkraut und Kartoffelpüree und für Mama (Vegetarierin) ne leckere Obazda-Platte mit Beilagensalat. Natürlich mit nem groooooßen Radler; kein Bier – schließlich mussten wir ja auch noch zurück nach Berlin! Lust hatten wir nicht wirklich – es war schon ziemlich kalt und dunkel, und die Vorstellung, nun wieder 30 Minuten zurück zum Hauptbahnhof zum geparkten Auto zu laufen, mit drei müden Kindern, und dann irgendwann gegen 23:00 wieder in Berlin anzukommen, war nicht gerade verlockend. Ähnlich wie letztes Wochenende beschlossen wir also kurzerhand, doch die Nacht in Dresden zu verbringen und buchten ein Familienzimmer mit Last-Minute-Rabatt im Hotel Elbflorenz. Bei einem Gläschen ließen wir den Tag ausklingen. Man gönnt sich ja sonst nichts…

01428d3e8f41704e67e8cc5b0bc89b796b78f395cb

Nach dem leckeren, reichhaltigen Frühstück (von dem es leider keine Fotos gibt, da mein Akku leer war – Ladekabel war im Auto geblieben) machten wir uns auch schon wieder auf den Rückweg. Wir hatten Tickets für die Vorpremiere von Paddington Bär um 14:30, und vorher mussten wir noch die beste Freundin von Carla (unsere Mittlere) abholen.

01817257456d50fb5b9b38d7153591edf17d267e54

Ich muss zwar sagen, dass ich den ersten Teil besser fand, aber dennoch hatten wir, und vor allem die Kinder, ihren Spaß. Besonders schön waren die Bilder von London. Gerade als Vorbereitung für die Mäuse, denn nächstes Wochenende geht´s in meine alte Heimat an die Themse! 😀

Nach dem Film ließen wir das Wochenende gemeinsam im wohl authentischsten aller Spanier, dem El Borriquito, ausklingen.

01ecab35c77feff57ab34044f1c1182762c8e7f91e
ab jetzt gibt´s nur noch grünen Tee

So, nun ist aber erstmal wieder Schluss mit Feiern. Bis Freitag ist Detox angesagt!

Wie habt Ihr das Wochenende verbracht? Seid Ihr auch so verrückt nach Kurztrips wie ich momentan?

Unser Wochenende in Bildern, 10.-12.11.

Was für ein Luxus-Wochenende haben unsere Kinder gehabt!…. Eigentlich bin ich ja sehr dafür, dass sich Kinder auch mal alleine beschäftigen, selbst wenn ihnen dabei auch mal langweilig werden sollte – schließlich erwächst aus Langeweile Kreativität. Und auch Mama und Papa finden ein ruhiges Wochenende ohne Termine mal ganz entspannend nach einer anstrengenden Woche. Aber wie auch immer, dieses Wochenende war vollgepackt mit aufregenden Ereignissen. Seht und lest am besten selbst:

016eb5ea0f31b08804475671ed278b14aff02cbca6

Angefangen hat das Wochenende ja eigentlich schon am Freitag nachmittag. Es ging los mit dem Kita-Laternenumzug durch den Schlosspark Charlottenburg. Alleine mit Dreien ist so etwas schon eine echte Herausforderung, vor allem sobald alle drei auch noch laufen können: die Kleinste, Emma (3), möchte mit ihrer besten Freundin gehen, die Mittlere bei ihrer Gruppe, der Älteste (der auch in der gleichen Kita war und sowohl mit den Kindern wie auch mit den Erziehern bestens vertraut ist) rennt wild hin und her. Es hat sich aber alles wie automatisch geregelt: Carla (5) lief bei ihren Freunden und deren Mamas, Carlos wurde von einer weiteren Mama aus Carlas Gruppe bespaßt: er durfte ihren (noch ziemlich jungen und verspielten) Hund an der Leine führen und mit ihm durch den Schlosspark toben, und ich hielt mich weitestgehend an meine Kleinste. Am Ende habe ich alle wiedergefunden und wir fuhren zufrieden zu Papas Arbeit, wo die Kinder sich an leckeren Tapas satt essen durften (und Mama sich das Kochen ersparte).

0144d789e8bd465bcf570f85d16efa0de8946e2596

Am nächsten Tag überraschte ich meine Familie: ich erzählte etwas von Familienausflug und dass sie sich bitte warm anziehen sollen. Dann fuhren wir los. Keiner wusste wohin, außer mir. Ziemlich schnell waren alle (auch Amori) eingeschlafen! Das war natürlich ein zusätzliches Plus, denn so waren wir bereits über eine Stunde unterwegs als sie wieder aufwachten. Ich fuhr mit ihnen nach Hamburg auf den Winterdom. Als wir ankamen, dämmerte es bereits und so waren die Lichter des Volksfests besonders schön anzusehen. Die Überraschung war gelungen! Wir fuhren alle gemeinsam Riesenrad, bei den übrigen Karussells wechselten wir uns ab – mal fuhr ich mit Carlos (8), mal der Papa. Auch die Kleinen kamen natürlich nicht zu kurz, und neben den ganzen Fahrgeschäften erfreuten wir uns natürlich auch am Entenangeln, Hau den Lukas (Papa und Sohn), Zuckerwatteessen und natürlich Glühwein trinken! Das Wetter hat auch bestens gepasst: es war bei leichtem Sprühregen und 4 Grad schon extrem winterlich…

Nach fast vier Stunden Dom bekamen wir Hunger und kehrten schließlich im Maharaja ein – da wir nicht reserviert hatten, war es ein echtes Glück, dort an einem Samstag gegen 21:00 noch einen Platz zu ergattern! Wir bekamen sogar ein ganzes Vorsälchen für uns, in dem wir quasi auf dem Boden sitzend unser Abendessen genossen – very authentic eben! Für die Kinder war´s super; für ihren 1,95m großen Papa eher eine Herausforderung, die er aber mit Bravour meisterte. Es gab Rogan Josh, Paneer Tikka und drei verschiedene Brotsorten (Bathura, Naan mit Kartoffeln und Minze und Naan mit Knoblauch). Sehr lecker!

Danach waren wir satt, zufrieden und wollten einfach nur noch in ein warmes, kuscheliges Bett. Und so pfiffen wir auf die nächtliche Rückfahrt nach Berlin und buchten stattdessen spontan ein Familienzimmer im Scandic Hotel, ein sehr zu empfehlendes, kinderfreundliches Hotel mit Welcome Drink (für den wir gestern aber leider zu müde waren) und 15-Euro-Gutschein für Essen und Trinken aus dem hoteleigenen Shop. Wir waren dort bereits im Februar mal gewesen, und vor allem das Frühstück hatte es uns damals angetan!

Die Kinder fielen ins Bett und schliefen sofort selig ein. Wir schauten noch ein paar Minuten Ina Müller (aus Hamburg in Hamburg!…) und folgten ihrem Beispiel. Am nächsten Morgen wartete das soeben gelobte Frühstück und es enttäuschte nicht!

Eine riesige Auswahl verschiedener Frühstückscerealien, Obst, Gemüse, Säfte, leckere Kaffeespezialitäten, Rühreier, gekochte Eier, gebackene Bohnen, geschmorte Tomaten, Vollkornbrot, Brötchen, frisches Baguette, Croissants, Franzbrötchen, und, und, und…

013bc27476dfe7947346284dfe54d21fbd4b8d6ee0
es gibt sogar eine Spielecke im Frühstücksraum

Dermaßen gestärkt lösten wir beim Check-Out noch den Shopgutschein für Gummibärchen, Wasser, Erdnüsse, Chips, Obstsalat und einen Schokoriegel für die Rückfahrt ein.

012802292b794927d6515aa3319aa736be806bee1c
hier auf dem Foto war das meiste leider schon verputzt…

Fast hätte ich „Heimfahrt“ geschrieben, doch die war es für unsere Kinder nicht. Ihr Erlebnis-Fun-Weekend ging nämlich weiter: direkt zu einem Kindergeburtstag ins Bambooland. Alle hatten superviel Spaß – und Amori und ich eine kleine Atempause.

Wieder zu Hause wurden erst mal alle Kinder gebadet, mit heißer Nudelsuppe verpflegt und nun geht´s ab ins Bett – schließlich ist morgen wieder Schule! Schön war unser Wochenende, actionreich und voller Erlebnisse. Dennoch – jedes Wochenende kann natürlich nicht so sein. Ich hoffe also, sie gewöhnen sich nicht daran… Obwohl – gerade hörte ich die Kleinste demonstrativ stellvertretend für alle zu ihrem Papa sagen: „Wir wollen morgen gleich wieder nach Hamburg, oder Carla und Carlos?“

Vom andalusischen Lifestyle und dem Leben im Hier und Jetzt

Der Alltag hat uns wieder. Der Sommer ist vorbei. Erst einmal möchte ich mich für meine lange Abwesenheit entschuldigen. So war das nicht geplant! Ich hatte mir eigentlich vorgenommen (und mich darauf gefreut!) im Urlaub noch viiiiieel mehr zu bloggen als sonst, weil ich dort endlich mal Zeit dafür haben würde, aber dann… ja, dann kam irgendwie alles anders: mehr als gelegentlich Fotos posten, war nicht drin: der Körper verfiel bei Temperaturen um 40 Grad im Schatten ganz automatisch in den Urlaubsmodus. Der deutsche Alltag war ganz weit weg – nicht nur was die physische Distanz angeht. Ich kann die Spanier und ihr Bedürfnis nach Siesta echt verstehen, genauso wie die vielen unfertigen Baustellen (ok, dass die nicht nur der Hitze im Sommer als vor allem auch der finanziellen Lage der Region geschuldet sind, blende ich mal aus), ich verstehe, warum die Schulen dort ganze drei Monate Sommerferien haben: Bei diesem Wetter KANN man gar nichts anderes machen als faul im Schatten zu liegen, am besten mit einem kühlen Getränk in der Hand.

010336bfd9e0eace4820b9a1f32110ab291a8fe2d1

Schön war´s

Und lang. Eine echte Auszeit vom durchstrukturierten Alltag. Keine Termine, kein Zeitdruck, nichts! Entsprechend unorganisiert waren wir teilweise: die Kinder badeten (abgesehen vom Pool und Meer) so gut wie nie, anstatt sie abends zu einer „zivilisierten“ Uhrzeit unter Protest ins Bett zu bringen, tobten und spielten sie mit ihren vielen spanischen Cousins und Cousinen und Freunden bis spät in die Nacht und schliefen zufrieden vor Erschöpfung meist auf dem Sofa ein, während wir Erwachsenen im Garten zusammen saßen, uns unterhielten, lachten, aßen und tranken, bis auch wir in den frühen Morgenstunden müde aber glücklich ins Bett fielen. Wir hatten endlich mal Zeit für uns. Keine Hektik. Wir hatten dieses Mal ein Haus mit Pool gemietet, was ich nur jeder Familie mit Kindern empfehlen kann! Anstatt morgens schon vor dem Frühstück mit „MAMAAAA; was machen wir heute?!“ bombadiert zu werden, dann hektisch alles für den Strandtag zu packen und vorzubereiten, gingen die Mäuse nach dem Aufwachen (was auch entsprechend später stattfand) wie selbstverständlich erst einmal in den Garten und sprangen in den Pool (die Kleinste natürlich nur mit Schwimmflügeln und unter Aufsicht).

019d51197ce6ae7aa30fbcf49047de060df0486b2f

Nach dem Frühstück unter Bananenpalmen bewegte ich mich dann ganze zwei Schritte weiter auf die Liege. Dort lag ich dann. Und las, und öffnete mir wie selbstverständlich gegen 12:00 das erste Bier (ganz ohne schlechtes Gewissen – weder wegen der Kalorien noch angesichts des Alkoholkonsums zu früher Stund´). Überhaupt war alles entspannter. Vor allem die Zeit spielte keine Rolle.

014a58bb9480468b872787bf5df9c9029c5864959e

 

In Andalusien ticken die Uhren anders

Während unseres Aufenthalts fand im Dorf das jährliche Volksfest statt, die „Feria“. Vor 0:00 lief da aber nichts – am ersten Abend fürchteten wir schon, dass sie doch nicht stattfände, da wir – anders als am Abend zuvor – weder Musik noch sonst irgendwelche Geräusche von dort vernahmen, jedoch  war es um 22:30 einfach noch zu früh. Sie öffnete erst um 0:00! Dann kamen von überall her Kinder, Omas, und gut gelaunte Eltern. Auch wir waren die drei Tage der Feria jeden Abend bis ca. 3:00 mit unseren vier Kindern dort. Man passt sich ja an… Die Uhren schlagen dort einfach anders. Dass es um 19:30 dort Kaffee und Kuchen gibt: ganz normal! Das Abendessen findet nie vor 22:00 satt, eher so gegen 23:30. Und die Kinder dürfen so lange aufbleiben wie sie wollen. Laut tobende Kinder bis um 2:00 oder 3:00 morgens sind in Andalusien völlig normal im Sommer!

013ae7e69479ed547eeb3e1a6d2d523fdc86ea272b

Entschleunigung ist das Stichwort

Es lebt sich dort irgendwie leichter – nein, das kam uns nicht nur so vor, weil wir im Urlaub waren –  auch an unserer spanischen Familie sehe ich das. Sie sind zufrieden und leben im Hier und Jetzt. Sie sind nicht reich, aber sie haben alles was man braucht, um gut zu leben: ein Dach über dem Kopf, den Strand um die Ecke, gesunde Kinder, ein Auto, genügend Essen und Trinken, ein paar Tage Urlaub im Jahr und die meisten von ihnen sogar Arbeit. Es sind zwar keine klassischen Traumjobs, denen sie nachgehen, aber ausreichend, um die Rechnungen zu bezahlen. Sie leben nicht um zu arbeiten, sondern arbeiten um zu leben. Sie haben nichts Besonderes, aber doch das Einzige, was wirklich zählt: Sie haben sich! Und sie lieben sich. Und sie genügen sich. Und sie sind zufrieden. Das ist doch tausend Mal wertvoller als dieses ständige Streben nach höher, weiter, schneller.