Kurztrips mit Kindern

Wer meinen Blog ein wenig verfolgt, dem ist sicher aufgefallen, dass ich zur Zeit ziemlich auf Städte-Kurztrips mit unseren Kindern stehe. Letztes Wochenende waren wir Christmasshopping in Dresden, das davor auf dem Winterdom in Hamburg und dieses fliegen wir nach London! Der Hintergrund ist einfach, dass wir wahnsinnig gern verreisen, unterwegs sind, in Hotels übernachten, das Frühstück morgens lieber gleich vorbereitet am reichhaltigen Buffet vorfinden als erst einmal Brötchen kaufen zu gehen. Davon abgesehen ist es einfach schön, mal etwas anderes zu sehen, sich und seine Familie in einer nicht alltäglichen Umgebung wiederzufinden. Probiert es mal aus: so ein kleiner Tapetenwechsel wirkt Wunder aufs Gemüt! Und da es sich nur um einen Kurztrip handelt, ist man auch völlig unabhängig von Schulferien und Urlaub. Minibreaks brauchen daher nicht von langer Hand geplant sein (können sie natürlich, wenn einem das lieber ist), sie können auch ganz spontan stattfinden, so wie bei uns die letzten beiden Wochenenden: da habe ich einfach meine Familie ins Auto gepackt, irgendetwas von „Ausflug“ gemurmelt und bin losgefahren. Sie hatten keine Ahnung wohin es ging und haben nicht schlecht gestaunt, als sie auf einmal in Hamburg waren. (Die Tatsache, dass komischerweise alle nach ca. 10 Minuten Autofahrt eingenickt waren, kam mir natürlich sehr entgegen.)

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Klar, so viel zu verreisen ist ein Luxus – allerdings gar kein so besonders großer wenn man hauptsächlich mit dem Auto unterwegs ist und dieses auch noch von Autogas betrieben wird. (Ein voller Tank kostet uns ungefähr 35€ und fährt rund 500km weit – da kann bei 5-6 Personen an Bord nicht mal Flixbus mithalten!) Und einmal angekommen, geben wir ja nicht mehr aus als wir es auch in Berlin tun würden: ein bisschen Weihnachtsmarkt hier, ein wenig Stadtbummel dort. Natürlich könnte man dann auch am selben Abend wieder zurück fahren, aber das hatte sich die letzten beiden Male bei uns irgendwie anders ergeben. Und mit Last-Minute- sowie (da mittlerweile Vielverreiser) Genius-Rabatt (bei Booking) zahlt man für eine Nacht im Familienzimmer inkl. Frühstück auch nicht die Welt.

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Dieses Wochenende steht nun aber ein ganz besonderer Minibreak an: wir fliegen nach London! (Hatte ich schon mal erwähnt, dass ich mehrere Jahre in dieser wunderschönen Stadt an der Themse gelebt habe und sie liiiieeeebe??) Mit vier Kindern! Dennoch bin ich ganz entspannt – von der Vorfreude mal abgesehen – mittlerweile sind die Kinder nämlich größer. Die Kleinste ist fast 4, die Älteste (Patchwork-Kind) fast 12. Keiner benötigt mehr Windeln oder Kinderwagen (schrecklich unpraktisch, vor allem in den überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln), sie schlafen nachts durch (und wir daher auch) und können selbständig „normale“ Kost zu sich nehmen (benötigen also nicht extra Breichen oder Fläschchen), und auch Restaurantbesuche sind viel erträglicher als noch vor ein/ zwei Jahren.

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#throwbackthursday, Anno 2015

Ich finde es einfach schön, meinen Kindern neue Orte der Welt zu zeigen, die sie bislang nur von Filmen (so wie Paddington Bär letztes WE) kennen. Reisen, gerade in andere Länder, erweitert einfach den Horizont, auch bei Kindern. Und noch einen Vorteil hat das Verreisen mit Kindern: es erweckt das eigene Kind in einem; man unternimmt Dinge, die man sonst so nie erleben würde, obwohl sie einem selber Spaß machen, z.B. Karrussel fahren und Zuckerwatte essen auf dem Jahrmarkt oder (wie wir uns fest vorgenommen haben für dieses Mal) mit dem London Eye fahren. Ohne Kinder würden wir sicher aus Gründen der Vernunft darauf verzichten und das Geld sparen. Ja, es ist zwar teuer, aber ein Mal muss man das doch erlebt haben, oder?

So ihr Lieben, jetzt muss ich packen. Ich melde mich dann via Facebook aus London!

PS: War morgen nicht sogar Black Friday??… 😉

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Dresden, Paddington und España – unser Wochenende in Bildern (18/19.11.)

Was für ein Wochenende – schon wieder!… Erst letztes war bei uns ja einiges los. Dieses wurde aber nicht weniger ereignisreich.

Wir starteten ganz gemütlich mit English Breakfast in den Samstag. Ein Mal pro Woche muss es bei uns zum Frühstück Baked Beans auf gebuttertem Toast, Spiegeleier und Grilltomate mit gebratenen Champignons geben – für Mama und Papa natürlich nur stilecht zum englischen Tee mit Milch und Zucker. Das ist bei uns irgendwie zur Tradition geworden. Die Kinder lieben es!

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Während ich später dann den Haushalt einigermaßen auf Vordermann brachte, und die Kinder immer wieder wissen wollten „WAS MACHEN WIR HEUTE????“, kam mir die spontane Idee, meine Familie mal wieder zu entführen – irgendwohin, am besten in eine Stadt nicht zu weit von Berlin entfernt. Klar, Dresden! Da, wo ich früher öfters mit meinen Großeltern war. Sie liebten diese Stadt. Den Zwinger, die Frauenkirche, die Altstadt und natürlich auch die Shoppingmeile rund um Hauptbahnhof und Prager Straße. Mein Ziel war also klar.

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Es war schon relativ spät als wir losfuhren und so kamen wir erst in der Dämmerung in Dresden an. Wir parkten am Hauptbahnhof und machten uns auf zum Shoppen; alleine bei Spielemax (würde dort im Normalfall niemals mit drei Kindern hingehen, aber die Mäuse sollten ja auch ihren Spaß haben….) verbrachten wir 1,5 Stunden, bei TK Maxx eine weitere. Bevor wir uns versahen, war es stockdunkel und Zeit fürs Abendessen. Wir liefen über die Shoppingmeile bis hin zur Altstadt. Im Paulaner kehrten wir dann ein. Oben war alles voll, und so wurden wir die ersten Gäste im Kellerraum, Stil Ritterburg – sehr zum Vergnügen von Papa und Sohn.

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Miguel de Cervantes mit Kids – oder doch der Ritter Kunibert?

Der Service war wirklich klasse: freundlich, zuvorkommend, schnell, und für die Kinder gab´s sofort etwas Beschäftigung in Form von Buntstiften und Ausmalvorlagen. Auch das Essen war gut: echte Brauhaus-Küche – zwar bayerisch statt sächsisch, aber gepasst hat´s trotzdem irgendwie.

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Für die Kinder gab´s Würstchen mit Kartoffelpüree, für den spanischen Papa Blut- und Leberwurst mit Sauerkraut und Kartoffelpüree und für Mama (Vegetarierin) ne leckere Obazda-Platte mit Beilagensalat. Natürlich mit nem groooooßen Radler; kein Bier – schließlich mussten wir ja auch noch zurück nach Berlin! Lust hatten wir nicht wirklich – es war schon ziemlich kalt und dunkel, und die Vorstellung, nun wieder 30 Minuten zurück zum Hauptbahnhof zum geparkten Auto zu laufen, mit drei müden Kindern, und dann irgendwann gegen 23:00 wieder in Berlin anzukommen, war nicht gerade verlockend. Ähnlich wie letztes Wochenende beschlossen wir also kurzerhand, doch die Nacht in Dresden zu verbringen und buchten ein Familienzimmer mit Last-Minute-Rabatt im Hotel Elbflorenz. Bei einem Gläschen ließen wir den Tag ausklingen. Man gönnt sich ja sonst nichts…

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Nach dem leckeren, reichhaltigen Frühstück (von dem es leider keine Fotos gibt, da mein Akku leer war – Ladekabel war im Auto geblieben) machten wir uns auch schon wieder auf den Rückweg. Wir hatten Tickets für die Vorpremiere von Paddington Bär um 14:30, und vorher mussten wir noch die beste Freundin von Carla (unsere Mittlere) abholen.

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Ich muss zwar sagen, dass ich den ersten Teil besser fand, aber dennoch hatten wir, und vor allem die Kinder, ihren Spaß. Besonders schön waren die Bilder von London. Gerade als Vorbereitung für die Mäuse, denn nächstes Wochenende geht´s in meine alte Heimat an die Themse! 😀

Nach dem Film ließen wir das Wochenende gemeinsam im wohl authentischsten aller Spanier, dem El Borriquito, ausklingen.

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ab jetzt gibt´s nur noch grünen Tee

So, nun ist aber erstmal wieder Schluss mit Feiern. Bis Freitag ist Detox angesagt!

Wie habt Ihr das Wochenende verbracht? Seid Ihr auch so verrückt nach Kurztrips wie ich momentan?

Unser Wochenende in Bildern, 10.-12.11.

Was für ein Luxus-Wochenende haben unsere Kinder gehabt!…. Eigentlich bin ich ja sehr dafür, dass sich Kinder auch mal alleine beschäftigen, selbst wenn ihnen dabei auch mal langweilig werden sollte – schließlich erwächst aus Langeweile Kreativität. Und auch Mama und Papa finden ein ruhiges Wochenende ohne Termine mal ganz entspannend nach einer anstrengenden Woche. Aber wie auch immer, dieses Wochenende war vollgepackt mit aufregenden Ereignissen. Seht und lest am besten selbst:

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Angefangen hat das Wochenende ja eigentlich schon am Freitag nachmittag. Es ging los mit dem Kita-Laternenumzug durch den Schlosspark Charlottenburg. Alleine mit Dreien ist so etwas schon eine echte Herausforderung, vor allem sobald alle drei auch noch laufen können: die Kleinste, Emma (3), möchte mit ihrer besten Freundin gehen, die Mittlere bei ihrer Gruppe, der Älteste (der auch in der gleichen Kita war und sowohl mit den Kindern wie auch mit den Erziehern bestens vertraut ist) rennt wild hin und her. Es hat sich aber alles wie automatisch geregelt: Carla (5) lief bei ihren Freunden und deren Mamas, Carlos wurde von einer weiteren Mama aus Carlas Gruppe bespaßt: er durfte ihren (noch ziemlich jungen und verspielten) Hund an der Leine führen und mit ihm durch den Schlosspark toben, und ich hielt mich weitestgehend an meine Kleinste. Am Ende habe ich alle wiedergefunden und wir fuhren zufrieden zu Papas Arbeit, wo die Kinder sich an leckeren Tapas satt essen durften (und Mama sich das Kochen ersparte).

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Am nächsten Tag überraschte ich meine Familie: ich erzählte etwas von Familienausflug und dass sie sich bitte warm anziehen sollen. Dann fuhren wir los. Keiner wusste wohin, außer mir. Ziemlich schnell waren alle (auch Amori) eingeschlafen! Das war natürlich ein zusätzliches Plus, denn so waren wir bereits über eine Stunde unterwegs als sie wieder aufwachten. Ich fuhr mit ihnen nach Hamburg auf den Winterdom. Als wir ankamen, dämmerte es bereits und so waren die Lichter des Volksfests besonders schön anzusehen. Die Überraschung war gelungen! Wir fuhren alle gemeinsam Riesenrad, bei den übrigen Karussells wechselten wir uns ab – mal fuhr ich mit Carlos (8), mal der Papa. Auch die Kleinen kamen natürlich nicht zu kurz, und neben den ganzen Fahrgeschäften erfreuten wir uns natürlich auch am Entenangeln, Hau den Lukas (Papa und Sohn), Zuckerwatteessen und natürlich Glühwein trinken! Das Wetter hat auch bestens gepasst: es war bei leichtem Sprühregen und 4 Grad schon extrem winterlich…

Nach fast vier Stunden Dom bekamen wir Hunger und kehrten schließlich im Maharaja ein – da wir nicht reserviert hatten, war es ein echtes Glück, dort an einem Samstag gegen 21:00 noch einen Platz zu ergattern! Wir bekamen sogar ein ganzes Vorsälchen für uns, in dem wir quasi auf dem Boden sitzend unser Abendessen genossen – very authentic eben! Für die Kinder war´s super; für ihren 1,95m großen Papa eher eine Herausforderung, die er aber mit Bravour meisterte. Es gab Rogan Josh, Paneer Tikka und drei verschiedene Brotsorten (Bathura, Naan mit Kartoffeln und Minze und Naan mit Knoblauch). Sehr lecker!

Danach waren wir satt, zufrieden und wollten einfach nur noch in ein warmes, kuscheliges Bett. Und so pfiffen wir auf die nächtliche Rückfahrt nach Berlin und buchten stattdessen spontan ein Familienzimmer im Scandic Hotel, ein sehr zu empfehlendes, kinderfreundliches Hotel mit Welcome Drink (für den wir gestern aber leider zu müde waren) und 15-Euro-Gutschein für Essen und Trinken aus dem hoteleigenen Shop. Wir waren dort bereits im Februar mal gewesen, und vor allem das Frühstück hatte es uns damals angetan!

Die Kinder fielen ins Bett und schliefen sofort selig ein. Wir schauten noch ein paar Minuten Ina Müller (aus Hamburg in Hamburg!…) und folgten ihrem Beispiel. Am nächsten Morgen wartete das soeben gelobte Frühstück und es enttäuschte nicht!

Eine riesige Auswahl verschiedener Frühstückscerealien, Obst, Gemüse, Säfte, leckere Kaffeespezialitäten, Rühreier, gekochte Eier, gebackene Bohnen, geschmorte Tomaten, Vollkornbrot, Brötchen, frisches Baguette, Croissants, Franzbrötchen, und, und, und…

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es gibt sogar eine Spielecke im Frühstücksraum

Dermaßen gestärkt lösten wir beim Check-Out noch den Shopgutschein für Gummibärchen, Wasser, Erdnüsse, Chips, Obstsalat und einen Schokoriegel für die Rückfahrt ein.

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hier auf dem Foto war das meiste leider schon verputzt…

Fast hätte ich „Heimfahrt“ geschrieben, doch die war es für unsere Kinder nicht. Ihr Erlebnis-Fun-Weekend ging nämlich weiter: direkt zu einem Kindergeburtstag ins Bambooland. Alle hatten superviel Spaß – und Amori und ich eine kleine Atempause.

Wieder zu Hause wurden erst mal alle Kinder gebadet, mit heißer Nudelsuppe verpflegt und nun geht´s ab ins Bett – schließlich ist morgen wieder Schule! Schön war unser Wochenende, actionreich und voller Erlebnisse. Dennoch – jedes Wochenende kann natürlich nicht so sein. Ich hoffe also, sie gewöhnen sich nicht daran… Obwohl – gerade hörte ich die Kleinste demonstrativ stellvertretend für alle zu ihrem Papa sagen: „Wir wollen morgen gleich wieder nach Hamburg, oder Carla und Carlos?“

Liebeserklärung an meine Mäuse

(Westenddad und ich sind seit zwei Tagen aus unserem 8-tägigen Paarurlaub zurück.)

Ich hätte das echt nicht gedacht – gegeben wie gestresst und genervt vom Muttersein ich oft bin – aber ich habe Euch soooo vermisst. Also gut, im Urlaub selbst ging es noch, schließlich wusste ich ja auch, dass ihr gut aufgehoben wart und es Euch gut ging, aber als ich Euch dann endlich wieder hatte, ist es mir erst so richtig aufgefallen. Ich möchte Euch nicht missen, um nichts auf der Welt ohne Euch sein. Regretting Motherhood? Absofuckinglutely not! Das heißt aber nicht, dass wir nicht mal wieder ein paar Tage, vielleicht auch mal ´ne Woche, ohne euch verbringen werden, aber es hat mir gezeigt, dass Ihr wirklich, wirklich das Allergrößte für mich seid. Ihr seid meine Babys und ich liebe Euch über alles! Ihr macht mein Leben bunter, sinnvoller und so viel schöner, lustiger, reicher und spannender. Klar, hektischer, stressiger und anstrengender natürlich auch, aber auch das ist schön. Es gehört dazu. Ihr stellt mich täglich vor neue Herausforderungen, bringt mich an meine Grenzen und oft auch darüber hinaus. Ihr treibt mich regelmäßig zur Verzweiflung; immer wenn ich denke, jetzt geht nichts mehr, ich kann nicht mehr, dann geht´s irgendwie doch. „It always seems impossible until it´s done“. Ihr habt einen besseren Menschen aus mit gemacht. Ihr wachst an mir und ich aber mindestens genauso an Euch! Diese ganz besondere Beziehung, die nur Eltern nachvollziehen können. Wenn es so etwas wie absolute Selbstlosigkeit gibt, dann wohl nur zwischen Eltern und Kindern. Ich würde wirklich alles für Euch geben, mein letztes Hemd, mein letztes Geld, sogar mein Leben, wenn es sein müsste.

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Die Zeit ohne Kinder hat mir aber auch so richtig verdeutlicht, wie nötig ich sie hatte, wie gestresst und ausgelaugt ich war von allem, auch (und gerade) vom Mamasein. Es war  (seit fast neun Jahren) das allererste Mal, dass mein Schatz und ich zusammen mehr als 24 Stunden ohne Kinder waren, also wieder nur als Paar funktionieren durften, uns nur uns und unseren eigenen Interessen widmen konnten. Solche Zeiten sind wichtig. Nur wenn es einem selber gut geht, wenn der eigene Akku voll ist (oder jedenfalls nicht ständig nur auf Reserve läuft), hat man Kraft, sich um andere zu kümmern. So nach dem Motto, erst muss die eigene Sauerstoffmaske/ Schwimmweste sitzen, bevor man sie seinen Kindern anlegt. Ein „gesunder Egoismus“ hat also letztendlich gar nichts mit „Egoismus“ zu tun, sondern ist einfach Common Sense.

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Man kann nur glücklich sein, wenn man es sich erlaubt, so zu sein, wie man ist, wenn man es sich gestattet, Dingen nachzugehen, die einem wichtig sind (ohne deshalb gleich ein schlechtes Gewissen zu haben), wenn man nicht nur die seiner Kinder sondern auch seine eigenen Interessen ernst- und wahrnimmt. Daher kann es auch gar kein „Patentrezept“ dafür geben, was richtig ist und was nicht: ab wann sollte das Kind in die Kita?/ (Wie lange) Sollte man es stillen?/ Sollte die Mutter zu Hause bleiben oder nicht? Wenn nicht, wie lange darf sie im Büro bleiben? Die Antworten auf diese Fragen sind so individuell wie die verschiedenen Familien selbst. Jede muss für sich selbst entscheiden. Das wichtigste ist, dass man mit seinen Entscheidungen glücklich ist und sich nicht auf irgendetwas festlegt, nur weil die Gesellschaft es so oder anders erwartet.

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Seid authentisch, nehmt Euch und Eure Interessen ernst. Nur wer mit seinem Leben zufrieden ist, wird die Kraft finden, in seiner Elternrolle aufgehen zu können.

Mama und Papa haben Freigang

Ich habe ein „Luxusproblem“: Schatzi und ich haben morgen „Ausgang“. Jetzt bin ich die ganze Zeit am Überlegen, wie wir diese kinderfreie Zeit am besten ausnutzen. Ich würde am liebsten ALLES, was ich so lange nicht gemacht habe/ nicht machen konnte mit Kindern dort hineinpacken: Spabesuch, gefolgt von Kino, romantischem Candle Light Dinner mit Amori,  alle unsere Freunde auf ein paar Drinks treffen, in die Disco, bis morgens tanzen, am nächsten Vormittag gemütlich brunchen gehen – oder doch lieber einfach einen gemütlichen Abend zu zweit? Auf dem Sofa kuscheln, gemeinsam kochen, vor dem Fernseher essen, nicht ganz so spät ins Bett, um endlich mal wieder richtig auszuschlafen, ohne den nächtlichen (spätestens sehr frühmorgendlichen)  Kinderbesuch im Bett. Dann entspannt, und ohne den sonst bei uns üblichen morgendlichen Stress (hier beschrieben), frühstücken, dabei vielleicht sogar ein paar Zeilen, ach was, ganze Artikel in der Zeitung lesen. Danach entspannt duschen und in aller Ruhe tun, wonach einem ist: Galerie, Kinobesuch, Museum, Flohmarkt – ohne ständig darauf achten zu müssen, dass die Kinder 1. nicht abhanden kommen im Gewimmel und 2. nicht alles anfassen und umschmeißen. Vom fortwährenden „MAAAMAAAAAA, kaufst Du mir das?“, „MAAAAAMAAAAAAA, kann ich das haben?“ und – IMMER in den wirklich unpassendsten Momenten –  „MAAAAMAAAAAAA! Ich muss Kacka!“, mal ganz zu schweigen.

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Leider habe ich gemerkt, dass mich diese ungewohnte Freiheit teilweise sehr überfordert: plötzlich hat man so viele Möglichkeiten. Wofür soll man sich da nur entscheiden? Was, wenn man am Ende doch nicht die (vermeintlich) beste aller Optionen gewählt hat?  Dann ärgert man sich und muss (wie in unserem Fall) mindestens ein halbes Jahr warten, bis man wieder einmal „Kinderfrei“ hat. Irgendwie fühlt man sich wie in einer Fernbeziehung: man unternimmt nicht oft etwas zusammen, aber wenn, dann MUSS es PERFEKT sein. Wenn nicht, ist man frustriert.  Man ist daher angespannt, nervös und dummerweise ist die Atmosphäre gerade deshalb eben nicht perfekt. So ähnlich wie an Silvester. Kennt Ihr das? Am 31.12. muss die Party einfach super werden. MUSS! Man hat so viele Erwartungen an diesen einen Abend, dass die Enttäuschung eigentlich schon vorprogrammiert ist. Die besten Abende hat man doch fast immer spontan, wenn man locker und ohne große Erwartungen irgendwo hingeht und sich einfach vom Abend und seinen Begebenheiten treiben lässt. Mit kleinen Kindern kann man aber in dieser Hinsicht nicht spontan sein. Alles muss vorher organisiert werden. Und dann heißt es, gut zu panen, um diese kostbare Zeit voll auszunutzen. Ohne Kinder bin ich selbst in meinen eigenen vier Wänden von den unzähligen Möglichkeiten überfordert. Habe ich mal einen freien Nachmittag, freue ich mich schon Tage vorher unglaublich darauf: einfach mal nur machen, worauf ICH Lust habe: lesen, malen, backen, bloggen, Fotoalben einkleben (wenigstens die Urlaubsfotos möchte ich auch analog archivieren), …. die Liste ist lang. Doch kaum ist meine Familie aus der Tür, sitze ich da — und weiß nicht, was ich (zuerst) machen soll. Nach einigen Minuten entscheide ich mich dafür, dass es erst einmal gemütlich werden muss, um sich auch wirklich entspannt etwas widmen zu können, also fange ich an, das Haus aufzuräumen und zu putzen. Kurz bevor ich fertig bin, klingelt es auch schon an der Tür. Mein Sohn, der wie immer vorgerannt ist, strahlt mich an: „Wieder daaaaaa!!!!“

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Frei vorbei…. hm, gut, dann werde ich jetzt mal Essen machen….

Hilfe! Ihre Kindheit rast nur so an mir vorbei!

Neulich las ich einen Bericht von einem Vater, der seinen 3-jährigen Sohn sehr plötzlich und unerwartet aufgrund einer Hirnblutung verlor. Er plädiert nun dafür, dass man radikal jeden Moment mit seinen Kindern voll ausnutzen und genießen solle, da es ja immer auch der letzte sein könne. Man solle immer und überall Zeit zum Spielen freimachen, da nichts so wichtig wäre, als dass es nicht ein paar Minuten warten könne. Vor seinem Hintergrund aus betrachtet, klingt das natürlich einleuchtend: Hätte ich ein Kind verloren, würde ich womöglich auch denken: hätte ich mal dann und dann länger mit ihm gekuschelt, hätte ich da und da nur mal gelassener und liebevoller reagiert, hätte ich mich an den Wochenenden mal lieber nur ihm statt der Wäsche/ Steuererklärung/ meinem Blog (ähem) gewidmet. Hätte ich mal nur jeden Tag so gelebt als wäre es sein (oder mein?) letzter.

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Live everyday as if it was your last – echt jetzt?!

Prompt machte sich das schlechte Gewissen bei mir breit: Was bin ich nur für eine schlechte Mutter, die die Kindheit ihrer Sprösslinge gar nicht so richtig, ständig, tausendprozentig und voll und ganz genießen kann, weil es einfach noch sooooo viele andere Dinge in ihrem Leben gibt, um die sie sich kümmern muss. Und einiges, um das sie sich sogar kümmern will. Eine, die sich auch ganz bewusst und ganz egoistisch mal nur ihren eigenen Interessen widmet. Klar, die Zeit geht so schnell vorbei, die Kinder werden größer. Sie werden von Tag zu Tag selbständiger. Bevor man sich versieht, sind sie erwachsen. Immer häufiger ergreift mich in letzter Zeit die Panik, die Kindheit meiner Mäuse gar nicht richtig mitzubekommen. Müsste man nicht eigentlich alles andere hinten anstellen, den Job kündigen, Hobbys aufgeben,… – einfach, um auch wirklich alles, was mit der Entwicklung dieser (noch) kleinen Wesen zu tun hat, voll und ganz mitzubekommen? Diese Zeit auskosten, als ob es kein Morgen gäbe?

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Nein. Man KANN doch gar nicht so leben, als ob jeder Tag der letzte sei! Das wäre ja auch völlig unrealistisch, da er es in den allermeisten Fällen erst nach ca. 80 Jahren ist. Die Zeit, also quasi jede freie Minute, mit den Kindern voll auszunutzen bis sie aus dem Haus sind, würde ja bedeuten, 18 Jahre lang (bei mehreren Kindern entsprechend länger) nur für jemand anderen zu leben und selbst auf der Stecke zu bleiben. Viele Mütter, die ihren einzigen Lebenssinn in ihren Kindern sehen, stehen ganz schön doof da, wenn diese dann ausziehen – obwohl, bzw. gerade weil, sie ja eigentlich keine Möglichkeit mit ihnen Zeit zu verbringen ausgelassen haben, fallen sie in ein tiefes Loch. Und auch für das Kind ist es eine Belastung, so sehr zum Lebensmittelpunkt gehypt zu werden. Wie auch in jeder anderen Liebesbeziehung, ist es wichtig, dass man sich seine Hobbys und seinen eigenen Freundeskreis beibehält, eigenständig bleibt, sonst verfällt man leicht in eine emotionale Abhängigkeit – was gerade in der Elternrolle ja das genaue Gegenteil von dem ist, was man eigentlich vorleben sollte. Ich kenne selbst einige Kinder solcher Mütter, die aus schlechtem Gewissen ihnen gegenüber auf Dinge verzichten, die sie eigentlich gerne hätten: „Nein, ich kann leider nicht bei dir schlafen, weil meine Mutter nicht ohne mich einschlafen kann“, hat mal ein Kind zu meinem Sohn gesagt. Da schlägt die gut gemeinte Fürsorge  schnell ins Gegenteil um.

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Quality time statt völliger Selbstaufgabe

Bestimmt gibt es Mütter, für die es das Allerschönste ist, sich voll und ganz und ständig ihren Kindern zu widmen, und wenn sie dann den Abschied bei deren Auszug auch noch halbwegs gut überstehen, ist das ja auch alles schön und gut. Ich bin nicht so. Ich möchte, trotz Mutterschaft, mich nicht nur über die Erfolge, Erlebnisse und Misserfolge meiner Kinder definieren. Ich möchte selbst noch ein eigenständiger Mensch sein, der seinen eigenen Interessen und Hobbys nachgeht, der selbst noch Träume hat und diese realisieren möchte, für sich, und nicht erst wieder in 18 Jahren, denn auch ich werde ja nicht jünger… Ich liebe meine drei Kinder über alles, und auch ich denke jetzt schon mit Wehmut an vergangene Zeiten mit ihnen zurück, bekomme schon jetzt ein mulmiges Gefühl im Bauch beim Gedanken an die Einschulung meiner mittleren Tochter, die nächstes Jahr ansteht. Aber das ist der Lauf der Dinge. Und das ist auch gut so! Ich würde nicht wollen, dass meine Kinder für immer klein bleiben. Unsere Kinder bleiben doch schließlich immer unsere Kinder, auch wenn sie 30, 40 oder 50 sind. Und auch dann gibt es doch sicher schöne Dinge, die man mit ihnen erleben wird: Hochzeiten, ihre eigene Elternschaft, die uns dann zu Omas macht, vielleicht sogar gemeinsame Urlaube… Klar, ist das nicht das gleiche wie der erste Zahn, die ersten Worte oder Schritte, aber sicher auch ein Stück entspannter. Dennoch möchte auch ich diese allerersten wichtigen Erlebnisse, wie auch den ganz schlichten Kinderalltag, mit ihnen teilen, genießen und voll mitbekommen. Leider ist meine Zeit aber limitiert. Was also tun? Auf keinen Fall verzweifeln und sich Vorwürfe machen! Ich denke, die richtige Mischung macht´s: Quality time statt Quantity time ist das Stichwort. Dieses Wochenende werden wir etwas Tolles als Familie unternehmen, das nächste muss ich mich dann aber leider wieder dem liegengebliebenen Papierkram aus der Woche annehmen, der Papa wird sich derweil um Einkauf, Haus und Garten kümmern. Da können sie dann gern helfen, oder unter sich spielen. Wenn sie dann bei ihren Freunden spielen oder sogar übernachten dürfen und dort Spaß haben, umso besser! Hauptsache es geht ihnen gut!