Warum haben wir eigentlich immer ein schlechtes Gewissen?

Es ist doch zum Verrücktwerden: Wir Mamas haben IMMER ein schlechtes Gewissen. Aber warum ist das eigentlich so? Sehen wir die Mutterschaft als eine Art Wettbewerb an? Oder denken wir wirklich, unsere Kinder könnten leiden, wenn sie mal todmüde bereits im Auto einschlafen? Oder auch mal ne TK-Pizza serviert bekommen? Oder mit zwei verschiedenen Socken durch die Gegend laufen? Geht´s ihnen schlecht, wenn man zu Hause nicht immer vom Boden essen könnte? Wenn ihre Bettwäsche ungebügelt ist? Wenn sie nicht ausschließlich mit Holz- und Lernspielzeug spielen dürfen sondern auch mal Tablet oder Play Station? Wenn der Geburtstagskuchen nicht selbstgebacken ist?

Nein.

Kindern ist sowas nämlich total egal. Auch deren Freunde. Die sehen/ merken soetwas gar nicht. Weil sie nicht darauf achten. Weil es nicht wichtig ist.

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Was wirklich zählt, ist die menschliche Beziehung

Ein Kind ist nicht beliebt oder unbeliebt, weil seine Eltern Elternsprecher sind (trotzdem danke an alle, die diesen Posten freiwillig übernehmen!) oder jedes Wochenende mit ihm zum Chinesischkurs rennen. Ein Kind ist dann beliebt, wenn es Spaß macht, mit ihm zu spielen, wenn es gute Ideen hat, kreativ ist, umgänglich und fair zu anderen. Gleiches gilt für die Erwachsenen. Jemand, der perfekt scheint, wirkt unnahbar, unmenschlich. Im besten Fall wird er bewundert, im schlechtesten zum Außenseiter. Wir dürfen unperfekt sein! Warum also machen wir Mütter uns immer so einen Stress? Haben wir nicht so schon genug zu tun? Klar, wir wollen alles richtig machen, nur das Beste für unser Kind. Mütter, die das wirklich alles so perfekt hinkriegen wie es nach außen scheint, gibt es doch gar nicht. — Oder doch?! Ich bin jedenfalls nicht so. Respekt und Hochachtung an alle, die dies tatsächlich schaffen! Dennoch – anstatt sich nun schlecht zu fühlen, weil man keine von diesen perfekten Müttern ist (mir kommt gerade unweigerlich „The Wives of Stepford“ in den Kopf), müssen wir uns klarmachen, dass das alles nicht wichtig ist (genauso wie 5 kg mehr oder weniger auf den Rippen). Es ist egal! Es klingt beinahe abgedroschen, aber das wichtigste ist, dass wir authentisch sind und eine wahrhafte Beziehung mit unserem Kind eingehen, ihm zuhören, es ernst nehmen. Wie gesagt, wir dürfen unperfekt sein! Es ist vielleicht sogar besser so – man stelle sich sonst unser Kind im Erwachsenenalter vor, wie es am Streben nach dem Perfektionismus, den seine  Mutter ihm stets vorgelebt hat, zerbricht…

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Lebe lieber unperfekt – aber glücklich!

Wir sind Menschen und unsere Kinder dürfen – nein, müssen! – das mitbekommen. Shit happens – obwohl wir das am liebsten und unter allen Umständen vermeiden würden. Ein vergessenes Schulbrot ist kein Weltuntergang. Unser Kind wird nicht verhungern. Es bedeutet nicht, dass wir schlechte Eltern sind. (Vielleicht gerade etwas überfordert und verplant.) Es heißt nicht, dass wir unsere Kinder weniger lieben. Warum sind wir immer so hart zu uns selbst – und komischerweise zu anderen Müttern? Müssten wir nicht „Verbündete“ sein? Uns gegenseitig unterstützen? Mutterschaft ist doch kein Wettbewerb. Dennoch habe ich oft das Gefühl, dass sich Mütter untereinander vergleichen;  sich minderwertig fühlen, wenn anderen etwas besser gelingt als ihnen selbst, sich erleichtert freuen, wenn anderen (auch mal) ein Missgeschick passiert. Warum ist das so? Weil Mütter unsicher sind in ihrer Mutterrolle. Deshalb wird sich an anderen gemessen und sich mit ihnen verglichen. Anders als noch vor dreißig Jahren, wird das Thema Kind und Kindererziehung geradezu gehypt. Es gibt zahlreiche Ratgeber, die diversesten Theorien, die verschiedensten Fördermöglichkeiten. Da ist es schwer sich zu entscheiden. Und wie muss die perfekte Mama überhaupt sein? Berufstätig und finanziell unabhängig? Die perfekte Hausfrau und Köchin und immer für das Kind (auch physisch) da? Einfühlend, kompromissbereit und emotional? Die toughe, aber stets liebevolle Leitwölfin? Öko und Natur Pur oder doch lieber stylish und schickimicki? Alles auf einmal?

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Wir sollten einfach wir selbst sein

Genauso wie wir sind, ist es gut und richtig für unsere Kinder (Stichwort Authentizität!). Wir dürfen sogar Fehler machen. Wir dürfen auch mal ausrasten. Und selbst wenn wir es nicht „dürften“ – es passiert. Wir sind Menschen. Das wichtigste ist, wie wir damit umgehen. Anstatt an unserem (menschlichen Fehl-) Verhalten zu zerbrechen und uns tagelang die schlimmsten Vorwürfe zu machen, sollten wir uns ehrlich und aufrichtig bei unseren Kinden dafür entschuldigen, zugeben, dass wir einen Fehler gemacht haben, ihnen unsere Liebe versichern und ihnen erklären, wie es dazu kommen konnte/ was genau uns so auf die Plame gebracht hat. Sie werden uns verstehen und viel schneller vergeben als wir uns selbst, denn auch sie sind Menschen – kleine Persönlichkeiten mit einer viel gesünderen Einstellung zum Leben. Sie sind nicht nachtragend, und sie lieben uns bedingungslos. Für sie sind wir die besten Mamas der Welt. Immer.

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3 Kommentare zu „Warum haben wir eigentlich immer ein schlechtes Gewissen?

  1. Ich liebe das Foto vom Kinderzimmer. Früher habe ich in meinen wenigen freien Stunden immer noch das Kinderzimmer aufgeräumt. Heute habe ich mal wieder einfach alles, was an Kuscheltieren und Spielzeug im Wohnzimmer herumlag, in einen Wäschekorb gepackt und im Kinderzimmer auf einen Haufen gekippt, um dann ein wenig Zeit für mich zu haben und „Shop**** Que**“ zu gucken. Liebe Grüße!

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      1. Ja, so bin ich auch. Ich sage mir, dass das Kinderzimmer nicht perfekt sein muss, sogar chaotisch sein darf. Dort wird ja sowieso immer viel gespielt und durch die Gegend geworfen. Habe mir da eine unterschiedliche Wahrnehmung für verschiedene Räume angewöhnt und dadurch viel mehr Zeit. Wenn mein Kind dann mal den Wunsch nach einem ordentlichen Zimmer hat, helfe ich ihm beim Aufräumen.

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