Alltagswahnsinn einer alleinerziehenden Dreifach-Mama Teil I

Seit einem Vierteljahr bin ich nun alleinerziehend, genauer gesagt alleinerziehend hoch drei. Quasi über Nacht wurden wir von der spanisch-deutschen Großfamilie zur Single Parent Family. Alleinerziehende von drei Kindern. Krass! Ich benötige jetzt alle Kraftreserven für meine drei Mäuse und unseren Alltag. Schon allein die Action am Morgen würde einen ganzen Blogpost füllen, aber ich wollte Euch auch den Rest meines Tages nicht vorenthalten. Aufgrund der Länge gibt´s den Post in zwei Teilen; Teil 2 erscheint am Sonntag!

Ein ganz normaler Tag im Leben einer alleinerziehenden Dreifach-Mama:

6:45 der Wecker klingelt (ja, so spät, denn die Schule der Ersten beginnt erst um 8:30, der Zweite muss um 9:00 da sein, die Dritte bis spätestens 10:00 in die Kita gebracht werden – nicht bereits um 5:45 aufstehen zu müssen, wäre dann aber auch wirklich der einzige Luxus des Tages)
7:00 Mama schmiert Brote, sucht eifrig die Milchschnitten, Joghurtquetschis und Müsliriegel zusammen, bereitet Apfel- und Möhrenschnitze für die Brotboxen der beiden Schulkinder vor. Das Birchermüsli (seit neuestem Favorit der Tochter) hat sie noch schnell am Vorabend (also, genauer gesagt war es schon eher so gegen 0:30) vorbereitet und in den Kühlschrank gepackt. Immerhin.

Nebenbei bereitet sie sich schnell einen Kaffee zu, zum Aufwachen.

7:25 sie weckt die Kinder und sagt ihnen, dass sie sich anziehen sollen. Die entsprechende Kleidung hat sie bereits am Vorabend gemeinsam mit ihnen herausgesucht und bereitgelegt. Organisation ist halt alles!
7:30 Mama geht ins Bad
7:31 kaum ist die elektrische Zahnbürste eingeschaltet, ertönen die ersten Schreie und lautstraken Streitereien aus dem Kinderzimmer. Mama versucht, diese erstmal so gut es geht zu ignorieren.
7:32 „MAMAAAA??!!“, die Kleinste steht vor der verschlossenen Badezimmertür, „ich muss Pipi!!!“ Mama öffnet geübt mit einer Hand die Verriegelung der Tür, in der anderen die elektrische Zahnbürste (welche sich erst nach drei Minuten Putzzeit automatisch abschaltet). Ein „Geh-Doch-Auf-Die-Andere-Toilette“ konnte sie aufgrund des Zahnpastaschaums im Mund nicht hervorbringen, aber es wäre ohnehin nicht verstanden worden, oder es hätte nicht verstanden werden wollen, und es hätte auch nichts gebracht.
7:33 erneute Auseinandersetzungen tönen aus dem Kinderzimmer.
7:34 Mamas Zähne sind geputzt! Check!
Mama sieht im Kinderzimmer nach den Streithähnen. Die Kleinste ist halb angezogen, die beiden Großen noch immer in ihren Schlafanzügen und nach wie vor dabei, sich gegenseitig zu provozieren. Mama ermahnt sie, sich nun endlich anzuziehen und fragt (rhetorisch versteht sich), was sie denn bitte die letzten zehn Minuten gemacht hätten. Sie sehnt sich nach einem Schluck Kaffee, vorher will sie sich aber erst einmal schnell selber etwas anziehen. Prioritäten setzen ist eben das A und O!
7:36 Mama öffnet ihren Kleiderschrank.
7:37 „MAMAAAAA??!! Kannst du mir die Trumpfhose anziehen?“
Mama zieht der Kleinsten die Strumpfhose an.
Dann zieht sie sich an.
Sie ermahnt die Älteren, sich nun auch endlich anzuziehen und sich die Zähne zu putzen – ohne zu streiten!
Sie trägt den Kindern auf, sich die Haare zu kämmen und sich ihre Schuhe anzuziehen.
7:45 Mama nimmt endlich einen Schluck Kaffee. Er ist kalt.
Ihr Blick fällt auf die Uhr. WAAAAAS?!?? Schon so spät?
Mama wird nervös.
Der Älteste ist immernoch ungekämmt. Und sie ohne Kaffee.
7:46 Während der Sohn sich die Haare kämmt, kommt ihr die Idee, sich den Kaffee schnell in der Mikrowelle aufzuwärmen, dann wird sie ihn eben im Auto trinken. Man muss halt flexibel sein! Nebenbei schmiert sie jedem Kind seinen Lieblingstoast für den Fahrtweg und manövriert den Nachwuchs schon mal samt Schultaschen (und ggf. Turnbeutel/ Schwimmsachen) ins Auto.
7:50 jetzt nur noch schnell den Kaffee aus der Mikrowelle holen und los!
7:51 Mama öffnet die Mikrowelle. Der Kaffee ist übergekocht und hat sich in der gesamten Mikrowelle verteilt…..

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9:20 nachdem Mama nun alle drei Kinder pünktlich (!) an drei verschiedenen Einrichtungen abgeliefert hat (die Details erspare ich euch lieber), bestellt sie sich beim Bäcker neben dem Kindergarten erst einmal einen großen Cappuccino. Eeeendlich! Ihr erster Termin ist um 11:00. Bliebe ja eigentlich noch massenhaft Zeit, mal wieder etwas für sich zu tun – jedenfalls in Mamas Turbomodus, der scheinbar von den morgendlichen Rennereien noch aktiviert ist. Und so nimmt sie den Cappuccino „to go“ und macht sich voll motiviert auf den Weg zum Sport. Zeit für sich ist ja sooo wichtig! (#metime und so)
11:02 abgehetzt, verschwitzt, aber fast noch rechtzeitig findet sie einen Parkplatz vor der Tür des Jugendamts. Es geht um die Beantragung einer Familienhilfe, denn noch schafft Mama es zwar irgendwie alleine, Haushalt und Kinder und Studium und was da sonst noch war (ach, ja klar: Trauer!) zu wuppen, aber nicht mehr lange; so ganz ohne Unterstützung bricht sie früher oder später zusammen – gefühlt eher früher – und damit wäre ja keinem gedient!
Während des Termins erreicht sie eine Whatsapp des neuen Fußballtrainers des Sohnes; Mama soll ihm heute unbedingt schon Fußballschuhe mitgeben und Laufschuhe und ein Passfoto für die Vertragsunterlagen, die sie bitte in jedem Fall noch heute in der Geschäftsstelle abholen und ausfüllen muss.
Nach dem Termin hetzt Mama schnell wieder zum Auto, auf dem Weg antwortet sie dem Trainer, dass sie es zwar nicht schaffen wird, heute vor dem Training noch Passfotos vom Sohn machen zu lassen, an den Rest werde sie aber denken! (Sie fühlt sich schlecht, weil sie es nicht schaffen wird, Passfotos mitzubringen.)
13:00 der nächste Termin steht an; diesmal ein Elterngespräch an der Schule des Sohnes. Leider sind die Neuigkeiten nicht durchweg positiv. Sie solle sich mal um eine Nachhilfe für ihn bemühen, oder wenigstens um ein Nachhilfecomputerprogramm, und auch an die notwendige Vorbereitung des bevorstehenden Schulwechsels solle sie denken, und man habe das Gefühl, dass mal wieder mit dem Arzt des Sohnes über dessen Medikation gesprochen werden müsste, da solle sie mal bitte dringend einen Termin machen, und außerdem seien derzeit viele Erzieher krank, weshalb sie ihren Sohn doch kommende Woche bitte schon um 12:30 abholen soll. Klar! Ist ja auch egal, wie sie dann ihre Arbeit schafft; muss sie halt umorganisieren. Sie arbeitet ja eh von zu Hause und ist daher so unglaublich flexibel. Kein Problem!

14:00 Mama rennt los, um Fußballschuhe zu kaufen, die Parkplatzsuche gestaltet sich schwierig… Mama steht das gefühlte zehnte Mal an diesem Tag am Rande des Nervenzusammenbruchs.
15:00 der Sohn kommt aus der Schule, und Mama fängt ihn noch auf der Straße ab. Gerade noch rechtzeitig hat sie es mal wieder -mit den neuen Fußballschuhen- nach Hause geschafft! Supermom halt! Während der Sohn bereits im Auto sitzt, rennt Mama noch mal schnell ins Haus, um ihm seine Laufschuhe und Duschsachen einzupacken.
Jetzt muss nur noch schnell die Mittlere abgeholt werden bevor es zum Training geht. Sobald Mama sie nämlich mal zu lange im Hort lässt, will sie am nächsten Tag gar nicht mehr in die Schule gehen (Verlustangst und so). Ein Mal musste Mama sie sogar morgens wieder mitnehmen, da war einfach nichts zu machen.
16:20 der Sohn ist (trotz Berufsverkehr und Verzögerungen beim Schwester-Abholen) pünktlich an der Kabine abgeliefert und zieht sich um.

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16:30 das Fußballtraining beginnt.
Statt nun „faul“ dem Sohn 1,5 Stunden beim Training zuzuschauen und mal durchzuatmen, nutzt Mama die Zeit, um die Kleinste aus der Kita abzuholen (natürlich mit der Mittleren im Schlepptau), denn nach dem Training würde es zu spät.
Auf Wunsch der Mädchen geht sie noch schnell ein paar Süßigkeiten kaufen, um sie bei Laune zu halten. Natürlich gibt es Streit um die Sorte, die gerechte Verteilung, etc., etc…. Mama stellt ihre mittlerweile sehr müden Ohren auf Durchzug. Sie hat Durst, Hunger und Rückenschmerzen. Ist das etwa vom Training heute? Oder trägt sie die falschen Schuhe? Egal! Weiter geht´s…

To be continued… Teil II erscheint übermorgen, am Sonntag, 14.10.!
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