Schlafenszeit, aber keiner will ins Bett…

Wir sind letztes Wochenende endlich umgezogen. In das Haus, das wir geerbt haben. Das Haus ist wunderschön und befindet sich in einer Traumlage in Berlin-Westend. Aber es ist mit seinen (bislang nur) drei Zimmern leider etwas zu klein für eine fünfköpfige Familie wie uns.  Bis es umgebaut ist, müssen sich unsere drei Kinder nun erst einmal ein Zimmer teilen. Das ist eigentlich kein Problem, denn sie sind sowieso immer zusammen. Noch nie ist eines in seinem Zimmer geblieben und hat dort ruhig für sich allein gespielt. Jetzt im Sommer sind sie ja eh meist im Garten zugange, und davon abgesehen sind sie auch nur an den Wochenenden – wenn überhaupt – mal den ganzen Tag zu Hause. Es geht also. Was allerdings nicht geht, ist das abendliche Ins-Bett-Bringen! Wie die meisten Kinder wollen meine abends nicht schlafen gehen. Ich hingegen bin müde, habe meist noch nicht gegessen und freue mich auf mein Fernsehprogramm. Meine Abende sind mir heilig. Ich zelebriere sie geradezu: Ich zünde mir Kerzen an, koche mir etwas Leckeres und trinke ein schönes Gläschen Wein dazu. Das ist, glaube ich, eine meiner Überlebensstrategien, ein entspannender Ausgleich zu  meinem Leben als berufstätige, studierende Dreifach-Mami. Westenddad ist ja bekanntlich in der Gastronomie tätig und somit ab 15:00 raus. Quasi bin ich ab dann alleinerziehend. Ich muss unsere Kinder alleine aus der Kita abholen, sie alleine baden, ihnen alleine etwas kochen (meist vorher noch einkaufen), alleine mit ihnen Zähne putzen und, ja, sie dann eben auch alleine ins Bett bringen. Das Problem ist, dass nicht nur sie abends müde und quengelig sind, sondern auch ich. Ich möchte, dass sie nach dem Zähneputzen und der Gute-Nacht-Geschichte selig und zügig in ihren Bettchen einschlummern, tief und fest, und bis zum nächsten Morgen. Meine Kinder sehen das leider anders. Sie wollen spielen, spielen, spielen. Und jede einzelne Minute bis sie einschlafen ausnutzen. Sobald ich aus ihrem Zimmer raus bin, höre ich sie leise reden. Leise reden ist ok, denke ich mir und sage nichts. Ich gehe die Treppe herunter, beginne mir etwas zu kochen. Da höre ich sie schon lauter. Das Essen ist nun aufgesetzt, ich habe gerade also keine Zeit, nachzusehen. Ich höre, dass sie aufgestanden sind, dass sie mittlerweile im Zimmer herumrennen. Ich gehe hoch, um nachzusehen. Da rennen alle, quietschend vor Lachen, schnell in ihre Betten und decken sich zu, so als ob sie nie aufgestanden waren. Innerlich muss ich grinsen. Ist ja schon süß. Aber ich möchte dann doch auch endlich mal Ruhe haben. Das sage ich ihnen. Ich gehe wieder die Treppe herunter. Hoffe, dass mein Essen mittlerweile nicht angebrannt ist. Da geht es wieder los…. Jetzt, wo alle drei in einem Zimmer schlafen, stacheln sie sich natürlich gegenseitig an, Quatsch zu machen, ermuntern den anderen dazu, und wollen selbst immer der sein, der am meisten herumkaspert.

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Gestern habe ich mal bei einer Erzieherin meiner Kinder nachgefragt, ob sie einen Tipp für mich hätte, denn ich wusste neulich echt nicht mehr weiter. Die Erzieherin erzählte mir von ihrer Kindheit in einem Waisenhaus in Südamerika. Dort wurden die Kinder in „Schichten“, ihrem Alter entsprechend, ins Bett gebracht. Die jüngeren zuerst, dann die Schulkinder, dann die Jugendlichen. Das riet sie mir auch. Doch jedes Kind einzeln ins Bett zu bringen, schien mir keine attraktive Lösung. Ich brachte also die beiden Kleinsten zusammen ins Bett während der Große noch etwas aufbleiben durfte. Wir guckten uns ein Buch an, kuschelten und dann sang ich ihnen ein Schlaflied vor. Die Mittlere war sofort weg, die Kleinste jedoch war bereits nachmittags auf dem Weg von der Kita nach Hause eingeschlafen und wollte nun nicht mehr. Sie weinte als ich aus dem Zimmer gehen wollte, also legte ich mich zu ihr ins Bett. Zwar beruhigte sie sich, aber jedes Mal wenn ich aufstehen wollte, fing sie wieder an zu schreien,  und da ich nicht riskieren wollte, dass die Mittlere aufwachte, legte ich mich wieder zu ihr ins Bett. Nach einer Stunde (!) hatte ich die Nase voll. Ich verpasste gerade meine Sendung und war noch ungeduscht, zum Glück hatte ich wenigstens schon mit den Kindern zusammen gegessen! Das Badezimmer liegt gleich neben dem Kinderzimmer, also sagte ich meiner Tochter, dass ich kurz duschen gehen würde und dann wiederkäme, um ihr noch ein Küsschen zu geben. Das schien ok für sie zu sein. Natürlich hoffte ich insgeheim, dass sie während meiner Abwesenheit einschlafen würde. Das schien auch fast zu klappen, denn es blieb auffällig ruhig. Ich war guter Dinge und schon abgetrocknet und im Bademantel, als sie plötzlich heulend in der Tür stand: „MAMAAAA; ich hab schon geschlaft aber ich muss PIIIPIIIIII!!!“… 😞

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Wie kriegt Ihr das abends alleine hin, mehrere Kinder ins Bett zu bringen? Was funktioniert bei Euch? Was nicht? Habt Ihr Tipps für mich?

Oh! Mein! Gott!

Was war das für ein Schreck vorgestern. Carlos (8) war verschwunden.

Aber ich fang mal chronologisch an:

13:50 Papa ruft bei Carlos´ Schule an, sagt dem Lehrer, er soll unseren Sohn bitte selbständig zwei Stationen bis S-Bahnhof Charlottenburg fahren lassen, von dort würde er ihn dann abholen. Theoretisch müsste er dann also gegen 14:10 am vereinbarten Bahnhof eintreffen.

14:30 noch immer kein Carlitos… Papa ruft noch einmal in der Schule an, fragt, ob Carlos denn auch wirklich losgeschickt worden sei. Dies bejaht der Lehrer.

Papa wartet.

Papa wird langsam unruhig.

Manchmal gibt es S-Bahnen, die nicht ihre eigentliche Strecke fahren, sondern nur bis zum Knotenpunkt Westkreuz. Das weiß Papa aus Erfahrung, Carlos auch. Papa fährt also dorthin, um nachzuschauen.

Nichts.

Papa fährt zum S-Bahnhof Savignyplatz, dort ist seine Arbeitsstelle. Vielleicht hatte Carlos verstanden, er solle direkt zu Papas Arbeit kommen, wie sonst immer wenn er alleine fahren darf.

Nichts.

Papa fährt wieder zu dem Bahnhof, an dem er sich eigentlich mit Carlos treffen wollte. Immer noch keine Spur von ihm.

15:06 Papa ruft mich im Büro an. Erzählt mir die ganze Geschichte.

15:20 leicht panisch (ok, „leicht“ ist vielleicht untertrieben) rufe ich die Polizei an. Ich erwarte eigentlich, dass die mir sagt, dass ich deswegen nicht den Notruf blockieren soll oder zumindest, dass sie vor dem Ablauf einer bestimmten Zeit gar nichts machen können und ich mich beruhigen solle, etc., etc. Aber ich werde erstaunlich ernst genommen. Einerseits freut mich das, andererseits beunruhigt es mich, denn wenn ich vom Notruf ernstgenommen werde, ist es dann nicht auch … ähm, also ernst?! Auf einmal finde ich mich in einer Situation wieder, die ich bis dato zum Glück nur vom Fernsehen her kannte – leider aus Krimis mit leider nicht immer gutem Ausgang: ich werde gefragt, wie Carlos aussieht, was er anhat. Der Magen dreht sich mir um. Hoffentlich ist ihm nichts passiert!!! Hoffentlich passiert ihm nichts!! Draußen herrscht mittlerweile Starkregen. Ich bin mir sicher, dass Carlos seine Jacke wie immer in der Schule gelassen hat, jetzt also höchstwahrscheinlich nur mit einer blauen kurzen Hose, einem gelben T-Shirt und schwarzen Turnschuhe bekleidet unterwegs ist. Aber wo??? Die Polizei fragt mich, ob er öfters schon mal weggeblieben ist. Das muss ich klar verneinen. Sie werden jetzt einen Einsatzwagen mit Sirene und Blaulicht losschicken. Das machen sie immer so, wenn Minderjährige unter 14 Jahren vermisst werden. Sie werden jetzt erst einmal zum vereinbarten Treffpunkt fahren, dahin, wo der Papa sich gerade befindet und auf ihn wartet.  Ich merke an meinem Handy, dass sich etwas tut. Entweder jemand schickt mir gerade Nachrichten oder probiert anzurufen, ich sage es dem Polizisten, werde kurz mal nachsehen, falls es eine Nachricht ist, dass Carlos in der Zwischenzeit wieder aufgetaucht ist. Aber nichts! Die Polizei schickt also einen Einsatzwagen los. Ich benachrichtige meinen Partner, der sich sobald er die Polizei am Bahnhof sieht, bei ihnen melden soll.

Dann gehe auch ich los. Natürlich habe ich gerade an diesem Tag einen wichtigen Termin am anderen Ende der Stadt. Ich entscheide mich, ihn wahrzunehmen, da ich momentan sowieso nicht von Nützen wäre. Ich hoffe einfach, bis der Termin vorbei ist, hat sich alles geklärt. Im Gehen treffe ich auf eine Kollegin, der ich die Geschichte im Schnelldurchlauf erzähle, wobei sich mir noch mal die ganze Lage verdeutlicht. Als ich in mein Auto steige, bin ich völlig aufgelöst.

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5 Minuten später dann der erlösende Anruf: Carlos ist wieder aufgetaucht! Mein Partner hatte noch mal beim Lehrer angerufen, der daraufhin selbst noch einmal die Strecke zum S-Bahnhof (der, von dem Carlos hätte losfahren sollen) ablief. Dort fand er ihn dann. Mein Sohn hatte verstanden, dass der Papa ihn von dort abholen wollte. Er saß mittlerweile seit über 1,5 Stunden dort! Und war durchnässt und durchfroren, aber er war wieder da! Und es ging ihm gut! – Also zumindest war er weder verletzt, noch entführt, noch missbraucht, noch von Wildschweinen im Grunewald attackiert worden, noch sonst etwas! Es gehen einem ja die kühnsten Gedanken durch den Kopf… Erleichtert rief ich die Polizei an (die gerade am anderen Bahnhof eingetroffen war) und gab Entwarnung. Oh Mann, das war ja noch einmal glimpflich ausgegangen!

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Abends waren meine Drei dann wieder munter beisammen. Das Kinderchaos störte mich an diesem Tag mal so überhaupt gar nicht! 🙂

Das Positive, das man aus so einer Situation ziehen kann, ist, dass sie einfach ALLES im Leben relativiert. Plötzlich ist alles so unwichtig: Umzugsstress, Geldsorgen, Erbschaftsstreitigkeiten… Alles scheißegal! Hauptsache man selbst und seine Lieben sind wohlauf. Das ist doch das Allerallerwichtigste. Wäre das mit meinem Sohn anders ausgegangen, hätte ich wohl nie wieder glücklich sein können, nichts in unserem Leben wäre je wieder so wie vor diesem Tag gewesen. Meine Gedanken sind bei allen Eltern, deren Kinder nicht so schnell wieder auftauchen, die teilweise über Jahre verschollen bleiben. Wie um Gottes Willen kann man mit so etwas fertig werden? Diese Ungewissheit. Es ist wohl das Allerschlimmste, was einem passieren kann, nicht zu wissen, was mit seinem Kind passiert (ist). Und wie kann man dem vorbeugen? Haben wir etwas falsch gemacht? Ich denke, man kann es einem Achtjährigen schon zutrauen, zwei Stationen alleine S-Bahn zu fahren, selbst in einer Großstadt wie Berlin. Es ist einfach so, dass in unserer Welt nichts hundertprozentig sicher ist, es nicht sein kann. Ein Restrisiko bleibt immer. Damit müssen wir einfach leben und das Beste daraus machen. Und wir müssen offen und ehrlich mit unseren Kindern sprechen, sie über Gefahren aufklären, ohne ihnen Angst zu machen und Notfallstrategien mit ihnen absprechen. Ich habe jetzt beispielsweise mit meinem Sohn vereinbart, dass er im Zweifelsfall (wenn er kein Handy bei sich hat und auch sonst alle Stricke reißen) immer zu Papas Arbeit fahren soll. Dort sind immer Leute, die ihn kennen und uns verständigen können.

Habt Ihr schon einmal so ein Horrorszenario mit, bzw. wegen, Euren Kindern durchgemacht? Wie seid Ihr damit umgegangen? Was würdet Ihr anderen Eltern raten?

 

Kinder, es ist Sommer!

Ich liiiiiiiiiebe den Sommer! Auf Regen und Schnee hingegen könnte ich gut verzichten. Ich würde sogar ein Weihnachten unter Palmen der weißen Weihnacht vorziehen, wenn ich mich entscheiden müsste. Urlaube müssen bei mir immer etwas mit Sand und Strand zu tun haben. Skiurlaube reizen mich gar nicht. Meinetwegen könnte das ganze Jahr über Sommer sein! Die Vorteile fangen schon beim morgendlichen (Kinder-) Anziehen an: wo man im Winter Unterwäsche, dicke Socken, ein T-Shirt, ein dünneres Langarmshirt, einen dickeren Pullover, Leggins, eine dicke Hose, sowie Winterjacke, Schal, Mütze und Handschuhe (bei mir kommt einer stets gleich am ersten Tag abhanden) benötigt – und das bei drei Kindern alles mal drei – reicht im Sommer eine frische Unterhose und ein Sommerkleid. Nicht einmal Strümpfe sind in den Sandalen notwendig, wenn es so richtig schön warm ist. Darüber hinaus ist das Leben entspannter, wie ich finde, die Laune der Leute verbessert sich, sie werden offener und zugänglicher. Die Lebensqualität steigt. Urlaubsstimmung kommt auf. Man kommt morgens besser aus dem Bett, obwohl gleichzeitig die Nächte länger werden. Bis spät abends kann man im (Bier-)Garten oder auf dem Balkon das schöne Wetter genießen. Aber am besten finde ich, dass man so viel mit den Kindern unternehmen kann. Und zwar Dinge, die auch den Eltern Spaß machen.

Wir waren letztes Wochenende Erdbeerenpflücken im Berliner Beerengarten. Das war ein Supererlebnis für die ganze Familie. Eintritt kostet pro Erwachsenen 2€ (Kinder gratis!). Dort kann man sich an Erdbeeren satt essen. Alles was man mit nach Hause nehmen möchte kostet 4€ pro Kilo. Wir hatten fast 4 Kilo gepflückt. Aus einer Hälfte haben wir Marmelade gekocht, was übrigens sehr lecker und noch einfacher zu machen war: Früchte waschen, das Grüne wegschneiden, in einem Topf mit Zucker nach Gefühl und evtl. etwas frischer Zitrone einkochen bis es dickflüssig wird. Taaadaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!!!! Aus dem Rest hat Westenddad Erdbeermargarita angesetzt, die wir heute mit Freunden beim Video-Grill-Abend probieren werden. Ich freu mich schon! 😉

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Am Wochenende davor waren wir mit Freunden auf ihrem Boot, sind die Havel hinuntergeschippert, haben dann in einer Badebucht geankert und sind vom Boot ins Wasser gesprungen. Das war ein Spaß – nicht nur für die Kinder! Aber selbst wenn man gar nichts groß unternimmt, sondern einfach mal nur im Garten oder im Park chillt, ist es im Sommer für alle schön. Die Kinder finden schnell etwas mit dem sie sich beschäftigen, während die Erwachsenen sich auch mal entspannen können. Irgendwie habe ich das Gefühl, das Leben geht einem im Sommer leichter von der Hand, die Kinder laufen da fast automatisch nebenbei mit. Im Winter ist das alles ein viel größerer Aufwand. Bis da vor einer Unternehmung alles gepackt und verstaut ist, ist mir die Lust schon fast wieder vergangen. Davon abgesehen gibt es kaum Aktivitäten, bei denen die ganze Familie auf ihre Kosten kommt: im Legoland, Bambooland oder anderen Indoorspielplätzen gefällt es den Eltern ja oft nicht so besonders;  im Kino langweilen sich gerade jüngere Kinder sehr schnell und werden unruhig – und davon abgesehen ist das auch alles ziemlich teuer. Bei schlechtem Wetter stelle ich vor jedem Wochenende Überlegungen an, wie man die Kinder denn nur halbwegs sinnvoll beschäftigen könnte, aber die Möglichkeiten finde ich doch ziemlich begrenzt. Aber egal – es ist Sommer, also möchte ich jetzt gar nicht schon wieder an den laaaangen, kalten, dunklen Winter denken.

Hier meine Top Ten der erschwinglichen Aktivitäten für einen entspannten glücklichen Sommertag mit Kindern:

  1. Erdbeeren pflücken und danach Marmelade einkochen
  2. Picknicken im Park
  3. Enten füttern am See
  4. Zoobesuch – der Klassiker, aber immer wieder schön
  5. Karls Erdbeerhof (es gibt dort eine Menge zu entdecken und der Eintritt ist gratis!)
  6. Baden gehen: ins Freibad/ an den See/ ans Meer – je nach Geschmack und danach, wo man wohnt. Wir wohnen in Berlin, fahren aber gern mal für einen Strandtag 200km an die Ostsee nach Warnemünde – und abends sandig und mit Salz auf der Haut wieder zurück – Urlaubsfeeling pur!
  7. So simple so good: im Garten grillen und den Kindern ein großes Planschbecken aufstellen, in dem man sich bei Bedarf auch mal selbst abkühlen kann
  8. Auf den Spielplatz. Während die Kids spielen, die Sonne genießen oder mit anderen Müttern quatschen
  9. Auf dem Wochenmarkt frisches Obst und Gemüse einkaufen und dann daraus etwas zusammen kochen, bzw. Salat machen o.ä.
  10. Eis essen gehen

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Was unternehmt Ihr so mit Euren Kindern im Sommer? Geht Euch bei schönem Wetter auch alles leichter von der Hand? Und: Wie beschäftigt Ihr Eure Kinder bei schlechtem Wetter?

Wann komme ich endlich an?

Ich meine das jetzt nicht im Sinne von „wann sind wir da?“, sondern das Gefühl, endlich angekommen zu sein. Kennt Ihr das? Ich kenne es nämlich leider nicht. Also, nicht wirklich. Klar, es gibt Momente in denen auch ich mich geborgen, glücklich, sicher und komplett fühle, aber eben nur Momente. Ich sehne mich mittlerweile mehr denn je nach diesem Grundgefühl des Angekommenseins. Aber bei uns ist momentan wieder mal so viel los, dass das wohl leider vorerst noch ein Wunsch bleiben wird. Irgendwie ist immer ziemlich viel los bei uns. Die letzten zehn Jahre sind vergangen wie im Flug und es ist sooo viel passiert wie bei anderen in der doppelten Zeit – mindestens: drei Kinder bekommen, drei Fehlgeburten erlebt, die Großeltern nebenbei gepflegt bis zu ihrem Tod, Oma gestorben, Opa gestorben, vier Mal umgezogen, Bachelor gemacht, Master fast fertig, den Nebenjob drei Mal gewechselt, angefangen zu bloggen, eine Sprache fließend und verhandlungssicher gelernt… Dass ich jetzt Mitte dreißig und Mutter von drei Kindern bin, habe ich immer noch nicht so ganz realisiert. Ich habe immer noch keine feste, sichere Arbeit, sondern arbeite als studentische Mitarbeiterin. Dieser Job ist, klar, befristet – zumindest bis ich keine Studentin mehr bin. Und das wird sein…. Tja, das ist die nächste Baustelle, die unsicher über mir hängt. Eigentlich fehlt mir nur noch eine Seminararbeit, die ich, wenn ich mich da richtig hinterklemme, locker in nem Monat erledigt haben könnte und eben die Masterarbeit. Das ist ein anderes Ding. 80 Seiten inkl. Recherche schreiben sich eben nicht mal so nebenbei. Und die Zeit, das zu priorisieren, habe ich mit dem Job, den drei Kindern, dem Umzug, der ansteht, etc., etc., gerade nicht. Ja, da ist der Umzug, der kurz bevorsteht (der vierte in acht Jahren), vorher müssen wir das Haus in das wir einziehen aber noch entrümpeln, was leichter  gesagt als getan ist. Ich könnte noch hundert weitere Dinge aufzählen, die jetzt anstehen und mindestens genauso wichtig und groß sind wie die bereits genannten, aber der Tenor ist ja der gleiche. Ich möchte endlich alles erledigt haben. Ich möchte, dass alles in Ordnung ist. Ich möchte mich entspannen können, ein geregeltes, spießiges Leben führen, kreditwürdig sein. Seit geraumer Zeit ist es bei mir nämlich so, dass ich ständig am Grübeln bin, To-Do-Listen erstelle oder abarbeite, in jeder freien Minute, wie eine Getriebene. Wenn die Kinder gerade in der Badewanne sind, wenn ich an der roten Ampel stehe, sogar wenn ich nachts kurz mal aufs Klo muss, checke ich schnell, ob nicht vielleicht doch in der Zwischenzeit eine wichtige Mail angekommen ist oder ob jemand mein Foto auf Instagram geliket hat. Das ist krank, ich weiß. Und es macht nicht nur mich sondern auch meine Umwelt verrückt. Westenddad ist echt genervt (und das ist noch milde ausgedrückt), dass ich, selbst wenn ich abends neben ihm auf dem Sofa sitze (und da er nachts arbeitet ist das ja auch nur zwei Mal pro Woche), nicht wirklich da bin, sondern immer in Gedanken woanders. Für die Kinder ist es natürlich auch nicht schön. Ich kann die Zeit mit ihnen gar nicht richtig genießen, weil ich ständig überlege, was ich jetzt „eigentlich“ tun müsste. Weil ich schon plane, was ich noch alles tun muss, wenn sie endlich im Bett sind. Umso frustrierter und nervöser werde ich da natürlich, wenn das dann nicht nach Plan läuft, weil sie immer wieder aus ihren Betten kommen, weil sie noch was trinken wollen oder noch mal auf die Toilette müssen – gern auch zwei oder drei Mal hintereinander… Im schlimmsten Fall eskaliert es dann und endet im Geschrei meinerseits, woraufhin ich mich dann nur noch schlechter, weil als komplette Versagerin und Rabenmutter, fühle.

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Ich muss gelassener werden

Ja, leichter gesagt als getan. Ich probiere es aber. Ich habe beschlossen, den Feierabend wirklich Feierabend sein zu lassen und außer essen und fernsehen nichts mehr groß zu tun. Ich muss einfach lernen abzuschalten. Ich möchte mehr Zeit mit meinen Kindern verbringen, mich richtig auf sie einlassen, wirklich etwas mit ihnen machen, mich nicht immer nur wie eine Dompteuse im Raubtierkäfig fühlen, die froh ist wenn die Show vorbei ist und sie wieder weitergrübeln kann: „Kinder, essen kommen!“ „Carlos! Nein!“ „So, und jetzt alle Zähneputzen!“ „Ich zähl jetzt bis fünf, und dann sind alle Kinder in ihren Betten!“ Ich möchte wieder Spaß am Leben und an meinen Kindern haben. Im Hier und Jetzt leben, den Augenblick genießen. Wir müssen uns immer wieder klarmachen: Unser Alltag ist ihre Kindheit. Natürlich wird es immer mal hektischere Phasen geben, nur sollte das kein Dauerzustand sein. Werden sie dieses Gefühl der Geborgenheit ansonsten nicht auch mal vermissen? Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu dem Schluss, dass das Gefühl des Angekommenseins vor allem aus einem selbst heraus entstehen muss, es ist eine Einstellungsfrage, die eigene innere Haltung. Ich denke, dass es nicht sonderlich von äußeren Faktoren abhängt. Das gibt mir die Hoffnung, selbst jetzt, in der wohl chaotischsten Zeit meines Lebens, „ankommen“ zu können.

Wie seht Ihr das? Seid Ihr schon angekommen?

Kindergeburtstage und andere Katastrophen

 

Vorgestern war es mal wieder soweit: ein Kindergeburtstag stand an. Meine Tochter Carla wurde fünf! Da genau an ihrem Geburtstag das Wetter endlich richtig schön werden sollte, entschieden wir uns dafür im Garten zu feiern. Meine anderen beiden Kinder sind im Winter geboren, da geht das natürlich nicht. Einmal haben wir den Geburtstag meines Sohnes zu Hause gefeiert, sonst sind wir immer auf Indoorspielplätze, Kletterhallen oder Legoland ausgewichen. Das kostet Eintritt, Verpflegung und Nerven. Diesmal wollten wir keinen Stress! Geplant war also, dass die Kinder nach der Kita zu uns kommen und gegen 18:30 wieder abgeholt werden. Neben dem Gartentrampolin, unseren 16 Schildkröten und einem großen Planschbecken, sollte es nicht viele weitere Attraktionen geben.

[Ich muss an dieser Stelle zu meiner Schande gestehen, dass ich nicht die Mutter bin, die gerne Geburtstagsspiele organisiert, ich graule mich regelrecht davor, und habe gleichzeitig immer ein schlechtes Gewissen deswegen. Ist es nicht das, was man eigentlich tun müsste? Macht man das nicht als gute Mutter am Geburtstag der Kinder? Meine hat es nie getan. Und niemand hat es je bei meinen Partys vermisst. Ich auch nicht. Wenn bei anderen Geburtstagen Spiele gemacht wurden, hat es mir aber auch immer Spaß gemacht. Ich kann also nicht von mir behaupten, dass ich jetzt einfach grundsätzlich der Typ bin, der so etwas nicht mag. Wenn es gemacht wird, ist es schön, wenn nicht, ist es genauso schön. Ideal wäre vielleicht jemand, der mir das abnimmt, eine Schwester, eine gute Freundin, der Papa…  – muss ich mir fürs nächste Mal organisieren – nur mit der Schwester wird´s schwierig, ich habe nämlich gar keine…]

Stress gab´s natürlich trotzdem. Geburtstage kommen nämlich, genau wie Weihnachten, immer so überraschend. Naja, diesmal war aber auch das Wetter schuld. Erst hieß es, es soll schlecht sein am Geburtstag, dachte ich also, wir feiern eh nach, dann sollte es nur am Geburtstag schön sein, am darauffolgenden Wochenende aber nicht. Ok, feiern wir also am Geburtstag – huch, der ist ja schon in vier Tagen! Dann musste aber natürlich vorher mit Carla geklärt werden, wer eingeladen wird. Als dies dann feststand, habe ich – drei Abende vorher – schnell alle per WhatsApp eingeladen. Fürs Einladungskartenbasteln blieb ja keine Zeit. Das Geschenk wurde über Amazon Prime bestellt, damit es auch garantiert rechtzeitig ankommen würde. Außerdem sollte noch eine Piñata her – ein bisschen Attraktion braucht man dann ja doch. Leider gab´s im Internet keine, die auch garantiert bis zu dem Tag (bzw. einen Tag vorher) geliefert werden würde, also musste ich eine besorgen, nach der Arbeit und ganz analog. Es war schon einen Tag vor der Party und der Laden hatte nur Piñatas ab 38€! Die waren zwar sehr schön, aber fast 40€ für etwas ausgeben, was dann nur zum Kaputtmachen gedacht ist, finde ich schon etwas überteuert. Nun ja, ich hatte keine Zeit für eine Alternative, und so kaufte ich die teure Piñata.

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Danach besorgte ich noch die Füllung, etwas zum Grillen, Getränke, … Am Abend, nachdem die Kinder im Bett waren und wohl schon von der Party träumten, stand ich dann bis 23:00 in der Küche und habe zwei Geburtstagskuchen gebacken – einen für die Kita, einen für die Feier am Nachmittag.

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Kaum setzte ich mich das erste Mal nach gefühlten 20 Stunden auf den Beinen hin, legte die Füße hoch, da fiel mir ein, dass ich ja noch das Geschenk einpacken musste, und so machte ich mich ans Werk…

Am nächsten Morgen stand ich extra früh auf (war Schlaf nicht sowieso überbewertet?), wollte mein Geburtstagskind wachküssen, das aber schon eine halbe Stunde im Wohnzimmer vor dem Fernseher saß und sein Geschenk aufmachen wollte. Ich wusste nicht recht, da ich es eigentlich immer schöner finde, wenn alle Kinder (also die Geschwister) mit dabei sind, aber die haben noch geschlafen. Ich sagte ihr also, sie solle mal kurz warten, in der Zeit zeigte ich ihr die leckeren Geburtstagskuchen, die ich extra für sie bis mitten in die Nacht gebacken hatte.

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Sie fing sofort an zu schreien, dass sie nicht zwei mit Smarties wollte sondern nur einen mit Smarties und einen mit Anna und Elsa!! Außerdem wolle sie endlich ihr Geschenk aufmachen – jetzt sofort! OK, ok, um sie zu beschwichtigen, erlaubte ich es ihr. Es waren Rollschuhe, also genau das, was sie sich gewünscht hatte. Sie freute sich! Und wollte sie natürlich sofort anprobieren. Ihr zu erklären, dass wir jetzt nicht so viel Zeit hätten, weil wir ja losmüssten zum Kindergarten und es überhaupt auch keine gute Idee sei, in der Wohnung Rollschuh zu laufen, war keine Option. Ich zog sie ihr also an. Da stand Carlos auf. Als er sah, dass sie ihr Geschenk bereits ohne sein Beisein geöffnet hatte, fing nun auch er an zu schreien und bekam schlechte Laune. Zuletzt war dann auch Emma wach. Ich überließ es meinem Schatz, die Kinder anzuziehen, während ich mich fertigmachte. Es meckerte und diskutierte aus dem Wohnzimmer. Carla weinte bitterlich, schrie sich dabei fast die Seele aus dem Leib und hörte gar nicht mehr auf. Der Grund? Sie wollte nicht einsehen, dass sie jetzt nicht mit Rollschuhen in die (10 km entfernte) Kita fahren durfte – zudem sie auch noch gar nicht Rollschuhlaufen konnte. Des lieben Friedens Willen gestattete ich es ihr schließlich, die Rollschuhe wenigstens anzulassen, während ich sie im Auto dorthin kutschierte. Wir kamen an: natürlich gab´s keinen Parkplatz in unmittelbarer Nähe der Kita, sondern eine Ecke weiter. Wir stiegen wir aus. Ich: in der einen Hand den Kuchen und die Tüte mit Carlas Straßenschuhen, an der anderen Carla, die doch SEEEHR wackelig auf den in Rollschuhen steckenden Beinen war (Mein Vorschlag, doch lieber die normalen Schuhe anzuziehen, wurde vehement angelehnt.), Emma, die Kleinste, lief heulend vor mir her. Heulend, weil sie auch an meine Hand wollte, ich aber keine mehr frei hatte. Kurz vor dem Kita-Eingang – Carla war da bereits mehrfach fast hingefallen, mehrere Eltern uns erschrocken ausgewichen, und mein Arm hatte schon nach 200 Metern einen schlimmen Muskelkater vom Ausbalancieren – willigte sie doch endlich ein, die anderen Schuhe anzuziehen. Während ich ihr schnaufend die Rollschuhe auszog, entwich mir ein „Ich hab´ doch gesagt, dass Du das noch nicht kannst“, daraufhin sie: „Na warum schenkt Ihr mir denn dann sowas überhaupt?!“

OOOOOHHHHHMMMMMM!!!!!!

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Wie laufen Eure Partys und deren Vorbereitungen so ab? Seid Ihr besser organisiert oder kommen die Geburtstage für Euch auch immer so überraschend? Wo feiert Ihr lieber? Auswärts oder zu Hause? Bastelt Ihr die Einladungen selbst, macht Ihr Partyspiele, oder mögt Ihr´s lieber gechillt? -soweit man das Wort überhaupt mit „Kindergeburtstag“ in Verbindung bringen kann. Ich bin gespannt auf Eure Erfahrungen!