Ich bin eine Getriebene

Seit ich Kinder habe, habe ich keine ruhige Minute mehr. Ständig bin ich am Machen und Tun, am Spielen, am Kochen, am Baden, am Kuscheln, am Trösten, am Meckern, am Abholen,…..

Und das Merkwürdige ist, wenn die Kinder mal nicht da sind[1] (und ich mal weder in der Uni noch bei der Arbeit, noch bei irgendeinem Termin bin), kann ich mich auch nicht entspannen! Dann bin ich wie besessen davon, die Zeit „zu nutzen“ und putze die Wohnung, wasche die Wäsche, gehe einkaufen, tätige Überweisungen, schreibe E-Mails (keine privaten, sondern eher an die Hausverwaltung/ Telekom/ …) und ärgere mich über die verlorene Zeit…

Nicht mal am Abend, wenn die Kinder endlich schlafen, alle Supermärkte geschlossen sind, die Wäsche gewaschen ist, …, komme ich zur Ruhe! Dann fange ich an, mir Gedanken zu machen; über die Zukunft, über unsere teure Wohnung, die zwar nach wie vor wunderschön, aber „dank“ Staffelmiete[2] und zwei Nebenkostenabschlagszahlungsanpassungen (durch Wörter wie diese werden Übersetzer in Deutschland übrigens pro Anschlag und nicht pro Wort bezahlt File:icon wink.gif ) jetzt, nach drei Jahren, schon so hoch ist wie sie es eigentlich erst nach sechs hätte sein sollen, darüber ob wir gute Eltern sind, oder eher wie wir es werden können[3], was man mit den Kindern am Samstag unternehmen könnte (und wie ich meinen Freund davon überzeuge), und, und, und… zum Entspannen komm ich da gar nicht.

Momentan stehen Wohnungs- und Jobsuche ganz oben auf meiner Agenda. Wohnungssuche obwohl ich unsere Wohnung liebe und es einfach keine bessere für diesen, im Vergleich immer noch guten, Preis in unserer Nähe gibt, und Jobsuche obwohl ich eigentlich gar keine Zeit für einen Job hätte, denn ich habe ja schon einen und außerdem steh ich unmittelbar vor meinem letzten Mastersemester – zu tun gibt´s also mehr als genug (von kranker Oma und drei Kindern mal ganz abgesehen…). Da wäre es doch sinnvoll, ökonomischer mit meiner Energie zu haushalten und sie auf das aufzuwenden, was wirklich gerade wichtig ist, nämlich meine Hausarbeiten zu schreiben und mich auf die Uni zu konzentrieren (und auf die Übersetzerprüfung kommendes Wochenende[4]) und mich, wenn die Möglichkeit gegeben ist, einfach mal zu entspannen!

Aber ich will irgendwie immer rennen bevor ich laufen und laufen bevor ich gehen kann. Ich sehne mich mit Mitte dreißig nun mal endlich nach einem „geregelten Leben“: nicht immer nur Nebenjobs, studentische Mitarbeiten, „nebenbei“ Hausarbeiten für die Uni schreiben und Referate vorbereiten müssen, bei Einkommensangaben (wie letztens wieder für die Krankenkasse) nicht immer zig verschiedene Bezugsquellen angeben sondern eine feste. Also „schaue ich einfach mal“ (Abend für Abend), was es so für Angebote gibt und verliere mich im Netz, schreibe manchmal sogar Bewerbungen (!) – bis ich total entkräftet und geschockt feststelle, dass es schon wieder 0:00 ist und die Wäsche noch immer nicht aufgehängt in der Maschine weilt…

[1] Also eigentlich nur tagsüber wenn sie in der Schule und der Kita sind

[2] von der wir bis zur Mietvertragsunterzeichnung nichts wussten, und die wir dann nach 8 Monaten intensivster Suche eben einfach so zähneknirschend hinnahmen, um nicht 8 weitere Monate suchen zu müssen

[3] So, dass es meinen Ansprüchen genügt, wahrscheinlich gar nicht…

[4] Hatte während einer meiner „Planabende“, die Idee, mich für die Prüfung zur staatlich anerkannten Übersetzerin anzumelden, und nach bestandenem ersten Prüfungsteil folgt jetzt am Wochenende der zweite; sollte ich den auch bestehen, im Juni dann der dritte (und letzte)

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2 Kommentare zu „Ich bin eine Getriebene

    1. Ja, das glaube ich!
      Und bei mir ist es ja eben nicht „nur“ Studium mit Kind, sondern Studium mit Kind und Kind und Kind und kranker Oma und Nebenjob, und, und, und,… (Und alles ohne jegliche Unterstützung.)
      Ich hoffe, nach dem Master wird’s dann wenigstens ETWAS ruhiger… Zumindest müsste ja dann aus dem Nebenjob und dem Studium eins werden – die Kinder und die Großeltern bleiben aber natürlich auch dann – und das hoffentlich noch recht lange! 😉

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