Ferien, Feiertage, kinderbetreuungslose Zeit

Wie geht Ihr damit um? Kurz vor Ferien, Feiertagen und teilweise sogar Wochenenden bekomme ich oft ein mulmiges Gefühl im Bauch: die Kinder sind da! Den ganzen Tag! Kinderbetreuungslose Zeit ist angesagt. Das bedeutet für die Mehrheit der Eltern viel zu früh geweckt werden und fremdbestimmt sein. Die eigenen Interessen gilt es hinten anzustellen. Aber warum eigentlich? Natürlich gehen die Kinder in manchen Dingen vor, z.B. wenn sie etwas brauchen/ möchten, dass sie noch nicht allein bewerkstelligen können, aber sind Eltern wirklich dazu da, ihren Nachwuchs ständig zu bespaßen, ihn zu beschäftigen? Sicher schadet es nicht, ab und an etwas mit seinem Kind zu unternehmen, Ausflüge zu machen, aber ich finde es genauso wichtig, es auch mal sich selbst zu überlassen. Ich kann mich nicht daran erinnern, früher ständig bespaßt worden zu sein, trotzdem hatte ich eine schöne Kindheit. Oder vielleicht gerade deshalb? Ich habe sehr viel mit meinen Freunden gespielt, die meisten wohnten im gleichen Haus wie ich, und wenn bei einem von uns Langeweile aufkam, dann klingelte entweder ich bei ihnen oder sie bei mir. Wir spielten entweder bei ihnen oder bei mir zu Hause, oder wir gingen runter auf den Hof spielen, bauten uns Höhlen, kletterten über den zugesperrten Kindergarten und vergnügten uns auf seinem Spielplatz, den wir dann ganz für uns alleine hatten. Oft sah mich meine Mutter dann erst zum Abendessen wieder. Damals war ich vielleicht fünf oder sechs. Heutzutage kommt es mir oft so vor, als würden die Eltern das komplette Leben ihrer Kinder (ver-)planen. Sie werden zu echten Eventmanagern ihrer Kinder: tätigen Verabredungen für sie, organisieren Treffen mit anderen Eltern und deren Kindern, planen Ausflüge. Das fände ich ja alles ganz schön, wenn sowohl Kinder als auch Eltern ihren Spaß daran hätten, allerdings merke ich, wie gestresst manche Eltern dadurch sind. Ich merke selbst an mir, dass auch ich mich unter Druck setze, ständig eine geeignete Aktivität für meine Kinder an ihren freien Tagen zu suchen. Und wahrscheinlich graule ich mich genau deshalb so vor ihnen (den freien Tagen – nicht den Kindern 😉 ). Ich möchte einfach die perfekte Mama sein, die die Kinder stets perfekt und nachhaltig und pädagogisch wertvoll zu beschäftigen versteht – absurderweise wohlwissend, dass das eigentlich gar nicht nötig ist, aber wenn es alle machen, dann muss ich es wohl auch tun, da meine Kinder sonst natürlich einen Nachteil anderen Kindern gegenüber hätten. Und so setzen Eltern sich unbewusst selbst, bzw. gegenseitig, unter Druck. Besonders herausfordernd ist es bei schlechtem Wetter, wie am gerade erst vergangenen Osterwochenende. Was habt Ihr denn mit Euren Kindern gemacht? Wir waren am Karfreitag lange auf dem Spielplatz. Dort gibt es zum Glück auch einen Kletterpfad, so war es also auch für meinen Achtjährigen spannend, abends bemalten wir die ersten Ostereier. Am Samstag bemalten wir weitere Ostereier, danach war ich mit Westenddad die letzten Ostereinkäufe tätigen, die Kinder konnten wir bei der Kinderbetreuung „abgeben“, wo sie mit anderen Kindern gespielt haben. Am Ostersonntag, nachdem wir erst um 3:30 (!!!) geweckt wurden, weil unser Sohn bereits Ostereier suchen wollte, dann um 6:30, und ihn schließlich auf 8:00 vertrösten konnten (ich erzählte ihm, dass der Osterhase noch nicht alle Eier versteckt hätte und sich dies auch nicht trauen würde, wenn die Kinder dann schon munter in der ganzen Wohnung herumtoben würden), baute ich erst einmal den Lego Friends Eiswagen auf, den der Osterhase für meine Mittlere versteckt hatte, dann frühstückten wir ausgiebig und danach gingen wir zum Ritterfest auf der Zitadelle Spandau. Leider fing es bereits nach einer halben Stunde so heftig an zu regnen, ohne Aussicht auf Besserung, dass wir wieder nach Hause fuhren und uns einen Film anschauten. Die beiden Kleinen und auch der Papa schliefen dabei ein. Am Ostermontag teilten der Papa und ich uns auf: morgens ging ich zum Yoga und er mit den Kindern auf den Spielplatz und nachmittags wollte er dann zum Sport (dummerweise nahm ich aus Versehen beide Schlüssel mit, so dass er zu Hause eingesperrt war und nicht weg konnte…) und ich ging mit anderen Kita-Eltern und ihren Kindern ins Kino. Wir schauten uns die Schlümpfe in 3D an. Trotz meiner anfänglichen Befürchtungen, alleine mit meinen drei doch meist eher hyperaktiven Kindern ins Kino zu gehen, verlief alles ungewohnt ruhig. Nun ist Dienstag und obwohl wir die Feiertage ganz gut überstanden haben, bin ich wie immer heilfroh, dass sie endlich vorbei sind und der Alltag wieder Einzug ins Leben hält.  Geht es nur mir so oder gehört Ihr auch zu denen, die sich jetzt nicht vorbehaltlos auf diese kinderbetreuungslosen Zeiten freuen? Und was macht Ihr so mit Euren Kindern – vor allem bei schlechtem Wetter?

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