Zeit der Besinnlichkeit

Wer mich auf der Straße mit meinen drei Kindern sieht, würde wohl niemals auf die Idee kommen, dass ich Probleme mit der Reproduktion (gehabt) hätte. Doch auch ich kenne die Verzweiflung und Ohnmacht, die ein vergeblicher Kinderwunsch mit sich bringt nur zu gut. In meinen schwersten, hoffnungslosesten Stunden habe ich mir geschworen, meine Geschichte für andere aufzuschreiben, um ihnen Mut zu machen und Ihnen Hoffnung zu schenken, nicht aufzugeben. Eine Geschichte wie die meine hätte mir damals sicher geholfen:

The Story of my Lives…

Als ich gerade ein halbes Jahr mit meinem Freund zusammen war, wurde ich ungeplant, jedoch in Kauf  genommen (man weiß ja, wie es zu einer Schwangerschaft kommen kann…), schwanger! Ich nahm weder Medikamente noch irgendwelche anderen Pillen, nicht mal die hochgepriesene Folsäure! (Mein damaliger Frauenarzt hatte es anscheinend komplett versäumt, mich darüber zu informieren und ich war ja noch naiv und unerfahren.) In der 18. SSW bekam ich eines Abends (nach „Kuscheln“ mit Papa-to-be) starke Blutungen. Ich fuhr ins Krankenhaus, auf dem Weg dorthin hatte ich schreckliche Angst, mein Würmchen zu verlieren, aber als ich untersucht wurde, war zum Glück alles in Ordnung, allerdings sollte ich drei Tage drin bleiben, damit sich alles beruhigt. Bei der Abschlussuntersuchung sprang das Würmchen fröhlich herum und schlug sogar zahlreiche Salti! Am 26.01.2009 wurde Carlos dann nach einem Blasensprung in der 40. SSW, nach nur  vier Stunden Wehen, spontan geboren. Mit 52 cm bei einem Gewicht von 3260g war er putzmunter und gesund. Nächsten Monat wird er 7 Jahre alt. Wie ich bereits berichtet habe, ist er ein seeeeehr lebendiges Kind und macht oft und gerne Quatsch….

Als Carlos 15 Monate alt war, wurde ich erneut schwanger. Nach anfänglichen Bedenken, vor allem dass ich nun mit zwei Kindern weniger Chancen hätte, nach meinem Studium einen guten Job zu bekommen (völliger Quatsch, wie ich heute weiß), freuten wir uns auf das Kind, welches am 30.12.2010 zur Welt kommen sollte. Bei einer Routineuntersuchung in der 10.SSW, am selben Tag an dem wir mit meinen Großeltern übers Wochenende nach Bayern fahren wollten, konnte der Arzt keinen Herzschlag mehr feststellen, allerdings war die Größe des Embryos der SSW entsprechend, so dass er noch keine sichere Diagnose stellen wollte, sondern mich für den Dienstag nach Bayern in das Krankenhaus überwies. Das Wochenende war schrecklich – diese Ungewissheit, nicht zu wissen, wie es dem Wurm in dir geht, ob er überhaupt noch lebt… Ich habe viel geweint und gleichzeitig versucht, es zu verdrängen und mich auf das Schlimmste einzustellen (es war übrigens das Wochenende an dem Lena Meyer-Landrut für Deutschland den Grand Prix gewann).

Zurück in Berlin, fuhr ich ins Krankenhaus. Obwohl ich keinerlei Blutungen hatte, wurde ich von der Aufnahme mit dem Rollstuhl abgeholt (!!). Bei der Untersuchung war kein Herzschlag festzustellen, auch an Größe hatte der Wurm nicht mehr zugelegt. Ich hatte eine „Missed Abortion“, eine „Verhaltene Fehlgeburt“. Die Mutter bemerkt nichts von der Fehlgeburt bis der Körper sie ca. 2 Wochen danach abstoßen würde, da bei dieser Variante aber teilweise Reststücke in der Gebärmutter verbleiben können, wenn sie nicht vollständig abgestoßen würde, und diese Abstoßung (vor allem ihr Zeitpunkt) natürlich auch nicht 100% planbar ist, rieten mir die Ärzte zu einer Ausschabung unter Vollnarkose. Ich willigte ein. Die Ärzte und Schwestern waren wirklich sehr lieb und einfühlsam, der Narkosearzt erzählte mir übrigens während er mich betäubte, von seiner Frau, die ebenfalls eine Fehlgeburt erlitten hatte. Als ich wieder aufwachte, war ich nicht mehr schwanger…

Mein Kinderwunsch war nun aber stärker denn je. Ich teilte allen mit, dass wir uns noch „eine kleine Emma“ für unseren Carlos wünschten, und probierte mit allen Tricks, schnellstmöglich wieder schwanger zu werden. (Zykluskalender haben übrigens immer besonders gut funktioniert!) Schon bald war es wieder soweit: Bereits im September 2010 hielt ich einen positiven Test in der Hand! Ich plante, ein Buch über die Schwangerschaft zu schreiben, nach Art des „Mami Buchs“, und so machte ich das erste Foto von meinem Bauch. Überglücklich erzählte ich auch gleich (fast) jedem von meiner Schwangerschaft. Ich nahm fleißig Folsäure und Schilddrüsentabletten (mein Wert lag bei 2,7; bis 4 sei normal, die Geburtsmediziner empfinden aber einen Wert um 1 herum als optimal). Ich fühlte mich gut, doch dann, wieder in der 10.SSW, bekam ich eines Abends leichte Bauchschmerzen, ähnlich wie Regelschmerzen. Ich dachte mir nichts Schlimmes dabei und ging ins Bett. Um ca. 6:30 wachte ich mit starken Blutungen auf. Ich hatte Angst und fuhr sofort mit dem Taxi ins Krankenhaus, mein Freund blieb bei Carlitos. Nach der ersten Untersuchung stellte man fest: das Kind lebte!!! Das Herzchen schlug und es winkte sogar in die Kamera, bzw. in den Ultraschallkopf. Zwar blutete ich immer noch stark aber ich verspürte eine erste Erleichterung und Hoffnung. Ich dachte, es wäre eine Blutung wie damals bei der Schwangerschaft mit Carlos, nur noch heftiger. Dann wurde ich auf ein Zimmer gebracht und sollte mich schonen. Ich war die ganze Zeit bei meinem Kind, sprach ihm Mut zu und dass es sich doch bitte, bitte ganz doll festhalten solle. Die ganze Zeit wartete ich auf das Abklingen der Wehen, doch sie hörten nicht auf, wurden immer stärker. Ich klingelte sogar mehrmals nach der Schwester (was ich sonst wirklich nie tue!), als sie mich nach meinem Schmerzempfinden auf einer Skala von 1 (wenig Schmerz) bis 10 (unerträglicher Schmerz) fragte, antwortete ich mit „elf“. Nach erneuter Gabe von Schmerzmitteln, die aber nicht halfen, lag ich wieder allein mit meinen Krämpfen auf dem Zimmer, meine Gedanken beim Kind. Nach einer Weile kam die Krankenschwester wieder und teilte mir mit, ich solle mich schon mal mit dem Gedanken „anfreunden“, dass es mein Kind nicht schaffen würde, und dass ich doch meinen Partner anrufen und zur Unterstützung kommen lassen soll, und ob ich eine Beerdigung für das Kleine wünsche, und wenn ja, welche Möglichkeiten es gäbe (an die ich mich beim besten Willen nicht erinnern kann). Ich fing an zu weinen, war völlig überfordert; gerade hatte meine Kind doch noch gelebt, mir sogar zugewunken, wahrscheinlich lebte es da immer noch, ich wollte auf keine Fall, dass es sich quälte! Kurz nachdem mein Freund eintraf, stieß ich nach einer Wehe etwas Größeres aus, traute mich aber kaum, nachzusehen. Es war mein totes Kind! Ca. 7 cm groß, aber schon alles dran, sogar jedes einzelne Fingerchen war zu erkennen. Mein Schatz und ich waren geschockt, sprachlos. Irgendwann rief er die Schwester, die das Kleine in eine Serviette einwickelte und wegtrug. Ich frage mich noch heute warum ich es nicht wenigstens geküsst habe, bevor die Schwester es in ein Taschentuch gehüllt wegnahm. Es war alles so unwirklich. Noch am selben Tag hatte ich eine Ausschabung, um sicher zu gehen, dass Nichts in der Gebärmutter verbleiben würde. Die Sammelbeerdigung (mehrere „Fehlgeburten“ in einem kleinen Sarg, etwa von der Größe eines Schuhkartons) war Ende November. Neben uns war nur noch eine andere Mutter da. Heute weiß ich warum; es war wirklich das traurigste Erlebnis, das ich je hatte und hoffentlich je haben werde! Wir hatten der Pastorin noch ein kleines Tuch gegeben, in das das Kleine eingehüllt werden sollte, sowie einen Brief „an unser kleines Engelchen“, am Grab stellten wir dann auch noch eine rosa Kerze, die ich mit Schmetterlingen beklebt hatte, auf (man nennt Fehlgeburten doch auch Sternen- oder Schmetterlingskinder).

Mag sein, dass es Leute gibt, denen eine solch gelebte, zelebrierte Trauer Kraft gibt und hilft, das Geschehene besser verarbeiten zu können, ich gehöre aber definitiv nicht dazu! Mir raubt es jegliche  Kraft und macht mich nur traurig. Mir geht es besser, wenn ich aktiv werden kann und das Gefühl habe, mein Schicksal selbst in die Hand nehmen zu können! Und so ging ich es ein Vierteljahr später an: ich wechselte von meinem Frauenarzt zu einer Praxis, die sich auf Kinderwunsch spezialisiert hat: Kinderwunschzentrum Kurfürstendamm.

Ich machte einen Termin und man entnahm sowohl mir als auch meinem Freund Blut, wir bekamen Impfungen und wurden gründlich untersucht. Sogar eine Blutgerinnungsstörung wurde im Hämostaseologicum ausgeschlossen. Alles war (angeblich) gut. Und so rechnete nun auch das Praxisteam meinen Eisprung aus – nicht nur ich mit meinem Zykluskalender. Ich bekam einen Anruf und man sagte mir, dass wir zwischen „heute und übermorgen“ mal Sex haben sollten (irgendwie merkwürdig wenn einem ein Fremder dazu rät…). Wir waren folgsam und schon im nächsten Zyklus, Anfang März 2011, war ich wieder schwanger! Der ersten Unsicherheit und Skepsis wich Freude – schließlich waren wir ja beide vollkommen gesund. Eine Fehlgeburt ist, wenn man mehrere Kinder hat, ja fast schon normal (bei einer Fehlgeburtsrate von 25%), zwei sind ein echtes Unglück, aber da wir ja auf alles Erdenkliche getestet wurden, ich mit meinem Freund bereits einen gemeinsamen, gesunden Jungen, er sogar noch  eine gesunde Tochter aus einer früheren Beziehung, hatte, begannen wir uns vorsichtig zu freuen – nun sollte unsere Emma endlich kommen!! Ich nahm Folsäure, Eisen, Thyroxin (wegen der Schilddrüse) und sollte mir (obwohl eine Blutgerinnungsstörung ja eigentlich ausgeschlossen worden war) „vorsichtshalber“ mal auch noch jeden Tag Heparin spritzen. Am 28.04.2011, ich war wieder in der 10. SSW, ging ich zu Starbuck´s am Ku´Damm, um meine Hausarbeit für die Uni zu schreiben (dort gibt es ein kostenloses W-Lan), mein Schatz ging derweil mit seinen beiden Kindern (Carlos und seiner älteren Tochter) auf den Spielplatz. Gegen Mittag fuhr ich mit der U-Bahn zu meinen Großeltern. Als ich erfuhr, dass sie schon gegessen hatten, ging ich in die Küche, um mir etwas zu kochen. Ich musste kurz auf die Toilette. Als wieder aufstehen wollte, kam auf einmal ein ganzer Schwall Blut heraus. Ich begann zu zittern, wollte es nicht wahr haben. Ich rief meinen Freund an und fuhr mit dem Taxi ins Krankenhaus. Die Blutung war sehr stark. Bei der ersten Ultraschalluntersuchung lebte mein Kind noch, doch irgendwie rutschte es immer weiter abwärts. Mein Körper schien es unbarmherzig abzutreiben. Ich erlitt meine dritte Fehlgeburt infolge. Nach der Ausschabung (ich war ja mittlerweile routiniert…) wurde ich entlassen. Ich war wie benommen, konnte es nicht verstehen. Morgens war noch alles gut: ich erwartete stolz und voller Vorfreude nun endlich meine kleine Emma, ging nichtsahnend ins Cafe um meine Hausarbeit zu schreiben, und ein paar Stunden später war ich bereits nicht mehr schwanger…  Am nächsten Tag lag ich nur weinend auf dem Sofa und sah mir die „Royal Wedding“ von Kate und William an.

Weitere Untersuchungen wurden durchgeführt, sogar ein Test, ob ich eventuell die Zellen meines Partners als körperfremd erkenne und abstoßen würde, wurde durchgeführt. Auf das Ergebnis aus einem Labor in Heidelberg mussten wir 10 lange Wochen warten. Aber als es eintraf, war auch da „alles gut“. Wir waren beide gesund, alles war unauffällig, keine Befunde… Aber woher kamen dann diese Fehlgeburten?? Einerseits freute ich mich natürlich, dass alles in Ordnung zu sein schien, andererseits blieb natürlich die Unsicherheit, wieder keinen bestimmten Grund für die Fehlgeburten gefunden zu haben, und so auch nichts gezielt gegen eine erneute tun zu können.

Auf jeden Fall brauchten wir eine „Babypause“. Wir versuchten uns abzulenken, zu uns als Paar, bzw. als kleine Familie, die wir ja schon waren (wie wir das geschafft hatten, erschien mir ein Rätsel!), zurückzukehren, es uns einfach gut gehen zu lassen und genossen unseren Spanienurlaub umso mehr: Als wir Anfang September 2011 nach Berlin zurückkehrten, bemerkte ich, dass ich wieder schwanger war. Die Gefühle reichten „von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt“. Ich freute mich, aber hatte auch riesige Angst vor einer vierten Fehlgeburt. Ich wollte nicht wieder leiden. Makaber wie es scheint, rechnete ich neben dem voraussichtlichen Geburtstermin auch den der voraussichtlichen  Fehlgeburt, nämlich um die 10. SSW, aus. Diesmal erhielt ich die volle Medikametendröhnung: neben der Folsäure, dem Eisenpräparat, dem Thyroxin (für die Schilddrüse), und den täglichen Heparinspritzen, empfahl die Ärztin aus Heidelberg uns aus der Ferne (also in Absprache mit meiner neuen Frauenärztin), zusätzlich ASS 100 und Cortison bis zur 12. SSW einzunehmen, um eine erneute Abstoßung zu vermeiden. Wir waren vorsichtig und erzählten niemandem von der Schwangerschaft. Dass ich an meinem 30. Geburtstag, am 22.09.2011, keinen Schluck Alkohol trank, begründete ich damit, dass ich Antibiotika einnehmen müsse. Da wir bereits zwei „Emmas“ verloren hatten, hielt ich mich diesmal von diesem Namen fern. Als wir in der 12. SSW erfuhren, dass es tatsächlich ein Mädchen werden sollte, sah ich meinen Schatz an und meinte ganz spontan „eine Carla“ (unser Sohn heißt ja Carlos). Erst in der 15. SSW gab ich meine Schwangerschaft „offiziell“ bekannt, trotzdem hatte ich stets Angst, das Kind doch noch zu verlieren – je weiter die Schwangerschaft voranschritt umso mehr! Insgesamt hatte ich 20 Vorsorgeuntersuchungen (bei meinem ersten Kind waren es sieben). Sogar am Tag der Geburt (5 Tage nach dem errechneten Termin – alle dachten, ich erwarte Zwillinge!!) hatte ich noch Angst, mein Kind könne tot auf die Welt kommen. Carla wurde am 18. Mai (am gleichen Tag wie ihre beiden spanischen Uromas!) 2012 um 13:25 (nach knapp acht Stunden Wehen) geboren, wog 4200g und war 57 cm groß! (Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich eine PDA evtl. in Betracht gezogen…) Es ist zwar alles gut gegangen, aber Carla kam blau, ihre Füße sogar lila (!) zur Welt. Das Fruchtwasser war grün. Das alles deutete wohl auf Sauerstoffmangel beim Kind unter der Geburt hin, teilte uns die Hebamme mit… Umso dankbarer waren wir, dass wir schließlich doch noch ein zweites (lebendes) Kind bekommen hatten!

Wir waren glücklich! Mit Carlos und Carla, einem Jungen und einem Mädchen, schien unser Familienglück komplett. Mit einem 3-Jährigen und einem Baby hatten wir alle Hände voll zu tun, hinzu kam mein Studium (bei Carla nahm ich kein Urlaubssemester, schraubte nur die Lehrveranstaltungen runter), ein Nebenjob in der Firma meiner Tante und die Ankündigung einer „Luxussanierung“ unserer damaligen Wohnung. Da wir  uns die Miete nach der Sanierung nicht hätten leisten können (mal eben das Doppelte der bisherigen Miete), mussten wir auch noch umziehen. Wir suchten knapp ein halbes Jahr und als wir endlich etwas gefunden hatten, begannen wir zu renovieren – Carlos und Carla immer mittendrin J. Am 27.03.2013 war der Umzug, am 28.03. packten wir Kisten aus, bauten Regale auf, am 29.03. kam uns Rosario, die Halbschwester meiner Kinder, besuchen und schlief bei uns. Am 30.03. fragte ich mich das erste Mal, ob ich nicht schon längst meine Tage hätte bekommen müssen… Am 31.03. (Ostersonntag) waren wir wie immer bei meinen Großeltern, am Ostermontag fuhr ich in die Notapotheke und besorgte mir einen Schwangerschaftstest. POSITIV! Ich war geschockt! Mein Freund reagierte souveräner als ich, nach dem Motto, wenn es so sein soll, dann bekommen wir eben noch ein Kind. Ich aber wusste nicht, ob ich nun lachen oder weinen sollte. Schnell überwog natürlich die Freude und so gingen wir´s erneut an: die gleichen Medikamente wie bei Carla, die gleiche Angst, Unsicherheit, etc. Ich hielt die Schwangerschaft bis zur 16. SSW geheim – obgleich alle bemerkten, wie sehr ich doch zugenommen hatte ;). 4 Tage nach dem errechneten Geburtstermin war es dann endlich soweit: Am 09.12.2013, um 20:13 (rechtzeitig zum Abendprogramm) erblickte sie das Licht der Welt. Emma wollte also doch noch kommen! Sie war 54cm groß und 3660g schwer. Heute wird sie 2 Jahre alt! Sie hat sich eine Puppe gewünscht und die wird unsere Prinzessin auch bekommen…

Mein Kind macht Quatsch!

0137abff55597a919da630929e7c4a06116161b85bAm 5.September ist mein ältester Sohn eingeschult worden. Am 15. September war der erste Elternabend und… entgegen Aussagen seinerseits macht er Quatsch.

In den ersten zehn Tagen zwischen Einschulung und erstem Elternabend war ich also in dem Glauben, alles liefe Bestens. Die normalen „Ausreißer“ eines lebhaften Jungen mit eingerechnet – aber wer will denn schon eine Schlaftablette?… Nun ja, dass doch nicht alles so gut gelaufen ist wie gedacht, merkte ich spätestens nach den üblichen Organisationsthemen wie der Wahl der Elternvertreter (sehr gut wenn man ja sowieso noch niemanden kennt!…), oder der Planung des Sommerfests (warum findet das dort eigentlich im Herbst statt?..), als nämlich eine Mutter empört herausplatzte, dass man ja nun neue Kinder in der Gruppe hätte und eines von denen sich ja wohl extrem daneben benehmen würde, es ihre Tochter auf obszöne Weise beleidigt hätte und sie sich dieses ja wohl nicht bieten lassen müsse, etc., etc.,…

Das Schlimme an solchen Situationen ist, da ja nie Namen genannt werden möchten, die betroffenen Eltern sich selten sofort sicher sein können, dass ihr Kind gemeint ist, alle anderen Eltern sich aber anscheinend schon mehrmals lang und breit, rein unter sich natürlich, darüber ausgetauscht hatten, wie man deren Gesichtern und zustimmendem Nicken einwandfrei ablesen kann. Diese Eltern sind nun also so etwas wie Verbündete und man selbst wird zum Außenseiter, oder fühlt sich jedenfalls so. Komischerweise fühlt man sich erschreckend echt an seine eigene Schulzeit erinnert, nur dass man noch hilfloser ist, da man ja nun so gar nichts mehr selbst in der Hand zu haben scheint – man ist zu hundert Prozent vom Verhalten des eigenen Kindes abhängig. Die Lehrerin und die Erzieherin schritten zwar sofort engagiert ein, dass man dies später klären würde und solch ein Thema dort jetzt keinen Platz hätte, aber ich ahnte, dass mein Sohn wohl etwas damit zu tun haben könnte. Als der Elternabend dann fast vorbei war durften alle Eltern gehen, nur ich und eine weitere Mutter (war also immerhin nicht ganz alleine mit der Problematik) sollten noch bleiben. Und dann kam die Gewissheit! Unsere Söhne machen Quatsch, viel Quatsch. Sie passen nicht auf, stören den Unterricht, und, ja, beleidigten anscheinend auch andere Kinder in einer Sprache, die ich bei meinem Sohn zuvor noch nie gehört hatte. Bis dato war das Schlimmste, dass er mal zu mir sagte etwas wie „du fette Mama“ gewesen.

Mein Sohn ist noch nie ein Engel gewesen, hat schon immer, auch im Kindergarten, viel Unsinn getrieben, allerdings ist es bei ihm ein bisschen so wie mit einem jungen Hund: er ist einfach übermütig und kennt in solchen „Übermutszuständen“ auch keine Grenzen, deshalb ist es auch schwer mit ihm herumzutoben. Anfangs macht es allen Spaß, aber wenn man dann aufhören möchte, kommt er aus diesem Zustand nicht mehr heraus. Kein Kind wird nach dem ersten Wort der Mutter á la „so, jetzt ist Schluss“ wohl gleich brav Ruhe geben, aber Carlos kommt auch mach mehrmaligem Auffordern nicht wieder runter. Er übertreibt gerne und oft, vermutlich um Aufmerksamkeit und Anerkennung von anderen Kindern zu bekommen, doch mit seinem Verhalten schlägt er leider regelmäßig über die Stränge, was ihm dann das Gegenteil einbringt: die Kinder wollen nicht mit ihm spielen, grenzen ihn teilweise sogar aus und der Teufelskreis nimmt seinen Lauf. Wenn ich ihn abhole, muss ich mir dann anhören was er schon wieder angestellt hat und dass das ja nicht so weitergehen könne, andere Eltern werfen mir vorwurfsvolle Blicke zu (oder jedenfalls empfinde ich das manchmal so) und ich fühle mich schuldig.

Das wirklich Tragische daran ist, dass ich weder ihm noch seinen Mitschülern, Lehrern oder sonst wem in einer solchen Situation helfen kann, weil ich ja nicht dabei bin. Ich kann nur mit ihm reden, reden, reden. Und das tue ich auch, jeden Tag! Mal hilft´s mehr, mal weniger. Am Tag nach dem Elternabend ging ich ihn gespannt abholen. „Und?.. Wie war´s heute?“, fragte ich die Erzieherin. Alles war gut gewesen! Er hatte sogar seinen ersten positiven Eintrag ins Mitteilungsheft bekommen! Drei Tage später stand allerdings schon wieder etwas Negatives drin: er bespritzt seine Mitschüler im Kunstunterricht mit Wasser… Einen Tag danach wieder etwas: er nimmt nicht am Mathematikunterricht teil… Am letzten Freitag, dem Tag des Sommerfestes, kam ich mit einer Freundin. Erst konnte ich ihn im Getümmel auf dem Hof nicht finden, dann aber sah ich ihn – an der Hand der Erzieherin. Er habe ein anderes Kind getreten und sie hätte ihn daher schon seit zwei Stunden an der Hand (später sagte er mir, das andere Kind habe ihn auch getreten und „ganz doll geärgert“)… Das Sommerfest war für ihn gelaufen, sofort verließ ich mit ihm die Schule. Am Montag dann rief mich eine Vertretungslehrerin an, er mache schon wieder Quatsch und störe den Unterricht; ich solle ihn bitte von der Schule abholen! (Seitdem bin ich schon erleichtert wenn die Schulzeit rum ist und ich keinen Anruf erhalten habe!) Vorgestern hatte er dann wieder positive Einträge – sogar zwei, aus zwei aufeinanderfolgenden Unterrichtsstunden! Einen Tag darauf bekomme ich dann eine Einladung zur Klassenkonferenz über sein Verhalten! Oh Mann!… Am Dienstag wird diese stattfinden.

Mir kommt es vor, als ob uns allein die „Schuld“ an Carlos´ Verhalten gegeben wird. Letzte Woche, als wir das erste Mal beim Schulleiter „eingeladen“ waren; war das Erste, das er zu uns sagte, dass er erstaunt darüber sei, „wie wenig Carlos erzogen ist“… Warum hat er uns nicht gleich einen Stempel mit „LOSER“ auf die Stirn gedrückt? In solchen Situationen hilft es mir immer, mich an die anderen zwei Kinder zu halten. Die haben in der Kita noch nie irgendwelche Probleme verursacht, sind ganz lieb, haben viele Freunde und sind laut Erziehern auch extrem weit für ihr Alter entwickelt. So schlecht können wir als Eltern dann also doch nicht sein.[1] Und auch unser Sohn ist ein ganz toller Junge: er schlägt zwar öfters über die Stränge, ist aber niemals bösartig. Außerdem ist er wahnsinnig kreativ und ideenreich, steckt voller Energie und Lebensfreude, ist sehr liebevoll mit seinen kleinen Schwestern und äußerst offen, herzlich und extrovertiert. Körperliche und verbale Gewalt sind natürlich tabu, aber wenn er mal mit Wasser spritzt oder keinen Bock auf Mathe hat…

[1]Ich denke übrigens generell, dass Kinder schon ganz viel an Persönlichkeit mitbringen und Erziehung eher zweitrangig einzuschätzen ist; daher kann es auch sein, dass sich Geschwister, die (weitestgehend) unter den gleichen Bedingungen aufwachsen und die gleiche Erziehung genießen, ganz unterschiedlich entwickeln.

making progress

Hier ein kurzes Update zu meinem letzten Beitrag…

Aaaalso, ich hatte mir ja so einiges vorgenommen (Putzfrau, Babysitter, etc..) und wollte euch nur mal auf den Laufenden halten, was sich seitdem bei uns getan hat:

kurz gefasst:

  • Hortgutschein für Carlos: war am Tag nach meinem letzten Beitrag im Briefkasten – allerdings nur bis 16:00, brauch aber unbedingt einen bis 18:00…hab bereits nachgehakt, allerdings noch keine Antwort erhalten; bis Lösung da ist, bin ich jetzt also nur noch am Rennen (Arbeit bis 15:00 am Alex, dann schnell nach Westend zum Hort, dann mit dem Großen die Mädchen von der Kita abholen. Für Uni-Hausarbeiten bleibt also momentan GAR KEINE Zeit…hab deshalb bereits vorgestern eine Verlängerung der Deadline mit meiner Professorin erbeten. Hoffentlich kann ich die dann einhalten!…
  • Putzfrau: hatte laut meiner Kollegin eine Familienkrise, werde ich wohl nächste Woche mal kontaktieren…Bis dahin putze ich und bin sogar kurz davor, das Abwaschen per Hand (neue Spülmaschine wird erst am Donnerstag geliefert) als Ergotherapie für mich zu entdecken. (Hilfe, wo soll das noch hin führen?!…)
  • Babysitter: hab die erwähnte Agentur angerufen, allerdings wollte die Dame 20 € / Std. zzgl. 4 € Anfahrtskosten (wäre bei unserem Bedarf von 17-02 also mal eben so 184,- € gewesen…für ein Mal und wir wolllten ja etwas Regelmäßiges…), habe dann also eine andere Agentur (marypoppins) kontaktiert, die mir allerdings mitteilen musste, dass sie keine Kapazitäten für unsere Anfrage habe, die dritte Betreuungsmöglichkeit habe ich dann über Kinderfee gesucht, doch auch da hat mir die auserwählte Babysitterin nur mit einer Absage geantwortet.
  • Kinderzimmer: das Kinderzimmer haben wir in Angriff genommen, zwar kann die Hochetage für unseren Sohn erst Anfang Oktober eingebaut werden, aber der Ausmaßtermin hat schon mal stattgefunden. Außerdem haben wir jetzt ein Etagenbett für unsere beiden Mädchen gekauft und am Freitag aufgebaut.

Am gleichen Abend habe ich dann alle Kinder zum ersten Mal in IHRE Betten schlafen gelegt (und mich das erste Mal seit zwei Jahren in meines!!), was erstaunlicherweise auch bis ca. 5:00 gut ging (mit Aufwachpausen natürlich, jedoch konnte ich Emma -dank Brust- zwei Mal wieder in ihrem Bett zum Weiterschlafen bringen), doch dann gegen 5:00 kam sie schreiend in mein Zimmer gelaufen, oder besser gesagt „gewankt“ (sah einem Alien erstaunlich ähnlich…und klang wie das Mädchen aus Der Exorzist). Dort schliefen wir dann zusammen weiter. Sie an meiner Brust, ihr Bett leer…so war das ja eigentlich nicht gedacht…

Am Samstag war es nicht viel anders. Allerdings erreichten mich nachmittags von einer Bekannten die erinnernden Worte, dass die Eltern es sind, die bestimmen, wie lange das Kind gestillt wird, oder wann es Zeit ist, ihnen den Schnuller/ die Windel abzugewöhnen. Und so blieb ich am Sonntag schweren Herzens konsequent. Mein Freund brachte die Kinder ins Bett (obwohl natürlich gerade Emma nach „Mama“ schrie) und ging auch eine Stunde später wieder zu ihr, als sie aufwachte und abermals nach mir schrie. Als sie sich nach zehn Minuten Dauerschreien an Papas Seite nicht beruhigen wollte, ging er aus dem Zimmer. (Normalerweise kann ich meine Kinder nicht schreien lassen, aber da sie an Papas Seite lag, also wusste, dass jemand für sie da war, weder Angst noch Hunger, Durst, Schmerzen oder sonst etwas haben konnte, hielt ich es durch.) Sie protestierte noch etwas weiter, aber dann schlief sie! Allein, ohne an mir zu nuckeln, in ihrem eigenen Bett, und die ganze Nacht ohne aufzuwachen! Am nächsten Morgen wachte sie fröhlich und gut gelaunt auf – und meiner Meinung nach ein Stückchen größer (in jedem Sinne)! 🙂 Heute Abend habe ich die Kinder ins Bett gebracht und nach kurzem Protest hat sie ruhig (ohne mich und Brust) in ihrem Bett gelegen und ist als erste von den Dreien eingeschlafen!

Klar weiß ich, dass das nicht bedeutet, dass sie ab jetzt jede Nacht durchschläft (sie ist übrigens gerade vor ´ner halben Stunde erst wieder aufgewacht), aber es ist ein Anfang. Die Grundstimmung bei uns ist also positiv: das Zimmer ist in Angriff genommen, die Kinder schlafen alle in ihrem Zimmer in ihren eigenen Betten und mein Freund und ich das erste Mal seit Langem in unserem – zusammen! 🙂 Außerdem habe ich mich letztes Wochenende mit einer Freundin zum Burlazz angemeldet -einer Mischung zwischen Burlazz und Jazz Dance. Ich tue also mal wieder etwas für MICH! ENDLICH!!

Die Sommerpause ist vorbei – time to get organised!

So, nun ist die Sommerpause (sofern man Urlaub mit vier kleinen Kindern überhaupt als „Pause“ bezeichnen kann[1]…) vorbei. Heute war mein erster Arbeitstag, gestern der meines Partners, und die Kinder gehen auch wieder in die Kita; nur Carlitos hängt noch ein bisschen in der Luft, denn er kommt jetzt in die Schule. Seine Einschulung ist aber erst am 05.09.2015. In den Hort gehen könnte er zwar schon, allerdings ist der Gutschein noch nicht da. Und so warten wir jeden Tag auf ihn. Kurz nachdem ich ihn beantragt hatte („erst“ im Juni; hätte es wohl eher schon im Januar tun sollen…), hörte ich im Radio, dass die Jugendämter momentan leider restlos überfordert, weil unterbesetzt, seien. Die weit über 1.000 (!!!) zu besetzenden Stellen seien entgegen Beteuerung der Jugendämter leider immer noch nicht besetzt; besonders schlimm sei das natürlich, weil Hinweisen der Kindesvernachlässigung/-misshandlungen aus der Bevölkerung dann nicht richtig nachgegangen werden könne. Angesichts dessen ist unser Betreuungsproblem natürlich harmlos. Allerdings haben wir auch den Vorteil, dass ich bis 15:00, mein Partner erst ab 16:00 arbeitet, so dass wir uns zwar nicht mehr zu Gesicht bekommen, aber immerhin immer jemand für die Kinderbetreuung zur Verfügung steht (ich hoffe nur, das liest jetzt niemand von den zuständigen Stellen und uns wird der Bedarf von „ganztags erweitert“ auf „halbtags“ gekürzt!…)

Wie mein Alltag aussieht, habe ich ja bereits hier geschildert, der meines Partners sieht ähnlich aus, nur zeitversetzt. Da er in der Gastronomie und als freier Musiker (Flamenco) arbeitet, beginnt sein Arbeitstag um 16:00 und endet irdendwann zwischen 0:00 und 4:00, dann kommt er nach Hause, legt sich hin (er schläft wie bereits erwähnt mit unserer mittleren Tochter zusammen in dem was eigentlich einmal unser gemeinsames Bett war), steht meist nach einer Stunde wieder auf, weil Carlas Windel (die sie zum Schlafen noch hat) voll oder ihre Flasche (die sie zum Schlafen noch hat) leer ist, oder weil beides der Fall ist…, dann legt er sich wieder hin, kann aber erst eine Stunde später wieder richtig einschlafen – justamente dann, wenn Carla abermals erwacht und gerne aufstehen möchte (gegen 6:30). Mit größter Mühe schafft er es meist, sie durch das Nuckeln an einem weiteren Fläschchen, gefüllt mit Wasser (hat auch laaaange gedauert bis sie akzeptiert hat, dass sie aus der Flasche keine Saftschorle, wegen der Zähne, trinken darf!..) zu beruhigen und zum erneuten Einschlafen zu bringen. Um 7:30 wecke ich ihn dann auf, indem ich ihm die Sachen aufs Bett lege, die er unseren Töchtern anziehen soll (während ich mich für die Arbeit fertig mache).

Ab 9:00 hat er dann normalerweise (also wenn er nicht Carlos zur Ergotherapie oder Logopädin[2], oder die Kinder in die Kita bringen muss, weil ich besonders früh zur Arbeit muss) erstmal Ruhe und kann noch zwei Stündchen durchschlafen (ohne dass ihn jemand weckt),  bevor er aufsteht, frühstückt, die Wohnung putzt, sich etwas zu essen, und wieder fertig für die Arbeit macht. Doch jetzt, da Carlos nicht mehr in die Kita, aber auch noch nicht in den Hort gehen kann, fällt auch diese Zeit weg, denn er ist zu Hause und möchte frühstücken/ spielen/ rausgehen…

Da wir in diesem Alltagswahnsinn bereits akut drohten, uns zu verlieren, haben wir während unseres Urlaubs beschlossen, dass sich dringend etwas ändern muss: dies ist unsere…

To-Do-Liste

  1. Kinderzimmer organisieren –wir möchten eine Hochetage einbauen, so dass vor allem unser Sohn, der ja jetzt in die Schule kommt, eine Rückzugsmöglichkeit hat, während die Kleinen unten spielen; außerdem werden allen Kinder wunderschöne Betten (in diesem Zimmer) bekommen, in denen sie dann auch gerne schlafen möchten (hat bei Carlos damals super geklappt!) und sollen, so dass Mama und Papa endlich wieder zusammen schlafen können (in jeglichem Sinne… 😉 )
  2. Babysitter organisieren – der fest(!) jeden Samstag, oder wenigstens jeden zweiten Samstag, (sowie in „Notfällen“) kommt , so dass Mama und Papa wieder zusammen abends ausgehen können (das letzte Mal war dieses Jahr in Spanien im Mai, davor im April 2013 – zum Vergleich: bevor wir Kinder hatten 3-5 Mal pro Woche); ich werde morgen mal hier anrufen!
  3. Putzfrau organisieren –die fest einmal in der Woche kommt und die Grundreinigung für uns übernimmt (was so alltäglich anfällt, kriegen wir schon noch hin). Es ist Quatsch, die wenige „freie“ Zeit, die einem bleibt noch mit Putzen zu verbringen! Stattdessen sollte man lieber etwas „Sinnvolles“ tun, wie beispielsweise malen oder lesen oder Kaffee trinken, gerne auch zum Frisör, zur Kosmetikerin[3] oder mal wieder ins Fitnesscenter gehen… Eine liebe Kollegin hat mir schon eine empfohlen!

Meist unterstützen sich Familien ja untereinander, so dass man zumindest oben genannten Babysitterservice auch mal gratis haben kann[4], bei uns ist das nicht der Fall. Meine Familie ist leider, sagen wir mal „seeeehr speziell“ (meine Mutter kennt beispielsweise nicht mal ihre Enkelinnen(!)), und die Familie meines Freundes ist in Spanien. Wie auch immer, es ist vor allem wichtig, sich Pausen und Entspannung zu gönnen – selbst wenn man dafür dann etwas tiefer in die Tasche greifen muss.

Ich werde dann berichten, ob es sich lohnt. Bis jetzt sind wir noch bei Punkt 1, dem Kinderzimmer[5] – ohne schöne Betten kann ein Babysitter die Kinder ja gar nicht ins Bett bringen…

[1] Aber dazu ein anderes Mal mehr! 😉

[2] Ist dann aber beides erstmal abgeschlossen!

[3] ich schwöre übrigens auf Shellack – perfekt für Mütter: er hält allem stand und bis zu drei Wochen!!

[4] In Spanien gern auch alle drei Punkte – ja, zugegebenerweise auch mal unfreiwillig… es hat halt alles seine Vor- und Nachteile 😉

[5] stehen dafür mit dieser Firma in Kontakt

Alltagsstress

…aus dem Leben einer Dreifach-Mami

So kann es nicht weitergehen! Ich hetz mich ab, reib mich auf und kann es doch niemandem zu 100% recht machen – am allerwenigsten mir. Wenn ich bei der Arbeit ankomme, hab ich schon so viel Stress hinter mir wie andere die ganze Woche nicht…

Ein typischer (Wochen-)Tag sieht bei mir so aus:

  • 7:30 aufstehen (es sei denn, die Kinder wecken mich vorher…)
  • Emma (1,5) eine neue Windel machen, Carla (3) die Windel abmachen (jetzt ist sie ja schon groß und braucht sie nur noch zum Schlafen), Kleidung für alle drei Kinder raussuchen
  • Papa wecken, sagen, dass er Carla anziehen soll und ihm die entsprechende Kleidung hinlegen
  • Carlos (6) seine Sachen hinlegen und sagen, dass er sich anziehen soll
  • Emma anziehen
  • Carlos sagen, dass er sich anziehen soll
  • mir die Zähne putzen, dabei die Mädchen, die um mich herumwuseln, davon abhalten, sich an das Waschbecken zu hängen
  • mich schminken, dabei die Mädchen, die immer noch um mich herumwuseln, davon abhalten, sich auf den Boden zu legen und sich die frisch angezogenen Sachen schmutzig, oder nass, oder beides zu machen
  • Carlos sagen, dass er sich anziehen soll
  • Papa sagen, dass er den Mädchen die Zähne putzen soll
  • Carlitos sagen, dass er sich die Zähne putzen und sich doch bitte endlich anziehen soll
  • mich anziehen
  • den Mädchen die Haare kämmen und Zöpfe machen
  • Carlos sagen, dass er sich die Haare kämmen und die Zähne putzen soll
  • Carlos anschreien, dass er sich nun endlich anziehen soll!!
  • Carlos sagen, dass er sich die Haare kämmen soll
  • Carlos die Haare kämmen (unter stärkstem Protest seinerseits)
  • 8:30 die Kinder in die Kita fahren (im Auto feststellen, dass sich Carlos doch nicht die Zähne geputzt hat – aber wenigstens hat er etwas an!)
  • wieder zurück nach Hause fahren (sich dabei unglaublich befreit fühlen, so ganz ohne Kinder)
  • 8:55-9:15 vergebliche Parkplatzsuche (befreites Gefühl schwindet langsam aber sicher und lässt Wutausbruch freie Bahn)
  • Auto schließlich in Parkzone abstellen (muss Papa halt ab und zu runter, die Parkscheibe weiterstellen…)
  • schlechtgelaunt und unter Zeitdruck frühstücken – muss spätestens um 10:00 bei der Arbeit sein…(Papa macht mir in der Zeit ein Brot für die Mittagspause)
  • mit den Öffentlichen zur Arbeit fahren – da wo ich arbeite gibt´s nämlich keine Parkplätze; auf dem Weg ggf. telefonisch Termine für Kinder mit Zahnarzt/Logopäde/Kinderarzt/etc. vereinbaren/verschieben/koordinieren
  • 10:00-15:00 Arbeit (Stress lass nach!..)

—–Emma kommt übrigens gerade wieder nuckeln (tippe jetzt mit einer Hand)—

..ging nicht, hab sie jetzt wieder ins Bett gebracht, mir ´ne Weißweinschorle gemacht und die Wäsche aufgehängt; so jetzt geht´s weiter:

  • wieder zu Hause (Papa ist jetzt arbeiten) Schreibkram für uns oder Oma und Opa erledigen/ Hausarbeiten / Präsentationen / etc. für die Uni vorbereiten
  • mit dem Auto (Schatz hat brav Parkuhr weitergestellt) Einkauf erledigen, weiter zum Kindergarten[1] hetzen (schlechtes Gewissen, weil´s schon wieder so spät geworden ist)
  • 18:00 Mäuse abholen (im Sommer sind sie fast immer auf dem kitaeigenen Spielplatz, was den Vorteil hat, dass ich mir das Anziehen spare und nicht erst durch das ganze Gebäude laufen muss, bis ich alle Kinder zusammenhabe) – Carla und Emma laufen freudig auf mich zu, Carlos an mir vorbei, hin zum nahe gelegenen Springbrunnen; er schmeißt Steine ins Wasser, ich ermahne ihn
  • Emma folgt ihm, spielt mit dem Wasser und schmeißt ebenfalls mit Steinen; ich ermahne beide
  • nach einem kurzen Plausch mit den Erziehern möchte ich nun schnellstmöglich die Kinder ins Auto laden und nach Hause fahren
  • ich rufe die Kinder
  • nun läuft auch noch Carla weg
  • ich rufe die Kinder
  • Emma ist mittlerweile nass
  • ich schreie nach den Kindern
  • Carlos kommt
  • ich laufe zum Auto, rufe: “dann geht Mama jetzt alleine nach Hause!“
  • Carla kommt jetzt auch zögerlich
  • Emma nicht…
  • ich bin fast am Auto mit Carlos und Carla, Emma ist immer noch beim Springbrunnen
  • ich sag zu Carlos: “Hol´ Emma!“
  • Carlos rennt zu Emma
  • Carla rennt zu Emma
  • alle spielen mit dem Wasser
  • völlig entnervt laufe ich zurück; ich schnappe mir Emma, nehme sie auf den Arm und Carla an die Hand; beide schreien
  • ich schreie auch
  • Carlos spielt mit dem Wasser
  • ich laufe zügig mit den beiden Kleinen zum Auto
  • ich rufe nach Carlos, der schließlich rennend ankommt, dabei absichtlich fast seine Schwestern umrennt; ich ermahne ihn
  • ich lade die Kinder ins Auto; Carlos entdeckt die Einkäufe und will sich sofort bedienen; ich ermahne ihn „Nein, das ist für später.“
  • Emma ist nun auch auf die Joghurts aufmerksam geworden und will sich derer bedienen. „Nein, Emma, die sind zum Nachtisch!“ Emma schreit.
  • Carla sagt, sie hat Durst.
  • ich sage ihr, dass sie gleich zu Hause etwas trinken kann
  • Carlos sagt, er hat Durst.
  • ich sage ihm, dass er gleich zu Hause etwas trinken kann
  • Emma sagt „Flasche!“ Ich sage ihr, dass sie gleich zu Hause etwas trinken kann
  • wir fahren endlich nach Hause.
  • auf dem Weg ärgert Carlos Carla und Carla Emma und alle sich gegenseitig
  • wir kommen an; Carlos steigt als Erster aus dem Auto und läuft ins Haus, Carla ist die Zweite; als sie auch ins Haus möchte, hält Carlos ihr die Tür von innen zu
  • Carla schreit
  • ich ermahne Carlos, der mir frech antwortet, woraufhin ich ihn abermals ermahne
  • ich hole Emma und die Einkäufe aus dem Auto und geh ins Haus
  • genervt frage ich Carlos, warum er, statt Quatsch zu machen, nicht wenigstens schon mal den Fahrstuhl holen konnte – und bekomme eine freche Antwort
  • wir fahren mit dem Aufzug in den vierten Stock (wir haben das Glück, in einem Altbau mit Fahrstuhl zu wohnen)
  • oben angekommen, drängt Carlos als Erster aus dem Fahrstuhl, dabei rennt er Emma um; Emma weint, ich ermahne Carlos
  • Carlos klingelt ein / zwei Mal an unserer Tür (obwohl, wohlwissend, natürlich niemand in der Wohnung ist)
  • ich schließe die Wohnung auf, die Kinder ziehen sich die Schuhe aus (wenigstens das hab ich schon gut hinbekommen!) – allerdings befindet sich so viel Sand vom Spielplatz in diesen, dass unser Flur nun einem Sandkasten ähnelt
  • ich lasse den Kindern ein Bad ein
  • ich gebe den Kindern etwas zu trinken
  • die Kinder gehen in die Badewanne
  • ich bereite das Abendessen vor
  • ich höre Carla schreien und sehe nach
  • ich ermahne Carlitos, der ihr etwas weggenommen hatte
  • ich bereite das Abendessen vor
  • ich höre Carla schreien und sehe nach
  • ich ermahne Carlos, der sie ärgert
  • ich räume die Kleidung der Kinder, die zwischen Eingangsbereich und Badewanne kreuz und quer in der Wohnung verteilt liegt, in die Waschmaschine
  • ich bereite das Abendessen vor
  • ich decke den Tisch
  • ich hole Handtücher und Schlafsachen für die Kinder aus dem Schrank
  • ich wunder mich, dass die Kinder nicht schreien
  • ich sehe nach und bemerke warum: sie sind dabei, in aller Seelenruhe mein teures Shampoo alle zu machen
  • mir platzt der Kragen und ich schreie
  • das Essen ist fertig, ich möchte die Kinder aus der Wanne holen, doch niemand will raus
  • nach erneuter Diskussion sitzen nun endlich alle am Tisch und essen
  • statt mit Gabel und/oder Löffel essen Carla und Emma lieber mit den Händen
  • nach dem Essen muss ich Carla und Emma erneut abduschen…
  • 19:45 mit allen Kindern Zähne putzen
  • ins Schlafzimmer gehen, mit den Kindern kuscheln und eine Geschichte vorlesen, allerdings plappert Emma ständig munter dazwischen und greift auf die Buchseiten, was mir das Vorlesen erschwert, ich setzte Emma zur Seite, sie protestiert, will an meine Brust, ich protestiere, sie weint, ich tröste sie, lasse sie schließlich doch an meine Brust und lese weiter
  • ich decke Carla zu, gebe ihr noch ein Küsschen und sage ihr, dass ich sie lieb habe
  • ich bringe Carlos ins Bett und gebe ihm noch ein Küsschen, Emma gibt ihm noch ein Küsschen, ich sage ihm, dass ich ihn lieb habe
  • ich lege mich mit Emma ins Bett, sie schläft nur an meiner Brust ein (was ich schleunigst ändern muss!!!!)
  • als sie fast eingeschlafen ist (Carlos schläft zum Glück schon tief und fest), kommt Carla wieder angetapert
  • ich signalisiere ihr (lautlos natürlich, damit Emma nicht wieder aufwacht), dass sie wieder ins Bett gehen soll und ich gleich komme; sie grinst frech und schüttelt den Kopf
  • vorsichtigst trenne ich Emma von meiner Brust und schleich mich mit Carla, der ich den Mund zu halte, damit Emma nicht doch noch aufwacht, aus dem Zimmer und bringe sie erneut ins Bett. Sie möchte Lula (ihren grünen Kuschelfrosch) und ihre Flasche
  • ich gehe in die Küche, nehme mir etwas zu trinken, schalte die Waschmaschine ein und mache mir etwas zu essen (wenn ich nicht schon mit den Kindern gegessen habe)
  • Carla kommt erneut aus ihrem Zimmer; ich bring sie zurück ins Bett, sage ihr, dass sie nun wirklich schlafen soll
  • 21:00 endlich schlafen alle!!
  • ich fühle mich müde, erschöpft, aber auch befreit, überlege was ich nun alles tun könnte und entscheide mich für meinen Blog J
  • als ich gegen 23:30 endlich todmüde den Laptop ausschalte, um ins Bett zu gehen, fällt mir ein, dass ich ja noch die Waschmaschine ausräumen, die Wäsche aufhängen und Carlitos´ Flasche auswaschen muss – schließlich hat er morgen Sport!
  • Sobald ich alles erledigt habe und mich völlig fertig neben Emma hinlege (wir schlafen immer noch in einem Bett zusammen, was ich schleunigst ändern muss!!!), sucht sie sofort gezielt nach meiner Brust
  • Gegen 0:15 schlaf dann auch ich…jedenfalls bis zur nächsten Nuckelattacke…

[1] Ist übrigens sehr zu empfehlen!!!